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Systemisch führen

Polynesisch segeln oder eine Strategie, sich in komplexen Systemen zu bewegen

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Die Trainer ermutigen in diesem Video, sich von klar gesteckten Zielen zu verabschieden, weil es die eine, richtige Entscheidung ohnehin nicht (mehr) gibt.

Transkript

In einer ARD-Dokumentation haben wir einmal eine erstaunliche Aussage über die Polynesier gehört. Die Polynesier gelten als die größten Seefahrer aller Zeiten. Bereits vor 5.000 Jahren haben sie in einfachen Segelkanus von Asien aus die Südsee ergründet. Sie durchkreuzen mit ihren kleinen Booten ein Areal, das etwa einem Drittel der Erdoberfläche entspricht. Aber wie konnten diese frühen Seefahrer navigieren? Sie hatten ja keinen Kompass oder schon gar keinen Navi. Forschern zufolge orientierten sie sich nach Sternen, Wellenmustern, Strömungen und anderen Naturphänomenen auf dem Meer. Vor allem beruhte die Navigationskunst der Polynesier auf einer genauen Beobachtung der Natur. Sie wussten Bescheid über den Sternenhimmel und nutzten Sonne und Mond als Richtungsweiser. Sie konnten aus dem Muster der Wellen und der Form der Dünung auf nahe liegende Inseln oder Land schließen, genauso wie aus dem Eintreffen von Vögeln und bestimmten Wolkenformationen. Vielleicht hat der Heidelberger Systemiker Gunther Schmidt dieselbe Dokumentation wie wir gesehen. In jedem Fall empfiehlt er das polynesische Segeln als wirksame Strategie zum Erreichen von Zielen. Schauen wir uns seine Empfehlung genauer an. Da ist z. B. das Prinzip der Mittelorientierung. In unserer komplexen Welt machen die Unberechenbarkeit und die Unsicherheit eine genaue Zielerreichung immer unwahrscheinlicher. Machen wir es also wie die Polynesier. Sie wollten Land erreichen und folgten dazu den Strömungen und Wetterverhältnissen, ohne auf eine bestimmte Richtung fixiert zu sein. Für Schmidt ist ein Kriterium für eine gute Entscheidung nicht das gewünschte Ergebnis, sondern das, was man nach bestem Wissen und Gewissen zum Zeitpunkt der Entscheidung erreichen kann. Schmidts zweite Empfehlung hat er als Prinzip des leistbaren Verlusts formuliert. Wir leben in einer Welt, in der sich unsere Möglichkeiten vervielfachen. Das betrifft z. B. unsere Arten der Informationsgewinnung, unsere Handlungsmöglichkeiten oder auch die Entscheidungsvielfalt, vor der wir stehen. Ein Beispiel: Schon, wenn Sie nur vor der Entscheidung stehen, sich ein neues Smartphone zu kaufen und dabei gleichzeitig den Anbieter wechseln wollen, wird Ihnen schnell deutlich, dass es die eine richtige Entscheidung meist nicht mehr gibt. Wenn Sie sich für ein Gerät und einen Vertrag entscheiden, werden Sie gleichzeitig feststellen, dass Sie auf bestimmte Vorzüge verzichten müssen, etwa die SMS-Flatrate oder die hohe Download-Geschwindigkeit. D. h. es ist sinnvoll, Verluste immer mit einzukalkulieren, und es ist sinnvoll, sich Gedanken darüber zu machen, was für Sie persönlich ein leistbarer Verlust ist. Der dritte Tipp von Gunther Schmidt lautet: "Streben Sie die zweitbeste Lösung an." Das irritiert Sie sicher, wenn Sie das zum ersten Mal hören. Die Idee dahinter: Sie können sich als Führungskraft selten ein Team Ihrer Wahl zusammenstellen. Sie werden immer auch Menschen in Ihrem Team haben, die nicht Ihren Ansprüchen genügen. Das demotiviert nun auch auf Dauer und macht letztlich unglücklich, wenn Sie immer nur nach Nicht-Erreichbarem schielen. Deshalb sollten Sie nach Schmidt Erreichbares in erlebter Eigenkompetenz anstreben. Diese Fragen helfen Ihnen dabei: Was kann ich? Was weiß ich? Was kann ich in meinem Einflussbereich erreichen? Das sind Fragen, die beschreiben, was mit dem Erreichbaren in erlebter Eigenkompetenz gemeint ist. Dabei geht es nicht darum, alles richtig zu machen im Sinne von richtig als "wahr" und "sicher" und "effektiv," sondern im Sinne von "richtunggebend." So führen auch kleine Schritte wirksam zum Reaktivieren von Kompetenz-Erleben. Für Ihre Aufgaben als Führungskraft heißt das z. B. sich ein nahes Ziel zu suchen, wenn die Ressourcen wie Zeit, Geld und Personal knapp bemessen sind. Große Ziele, die mit den vorhandenen Mitteln schwer zu erreichen sind, verstärken bei Ihren Mitarbeitern das Erleben von Inkompetenz, Verzweiflung, Ängsten und Resignation. Für Sie als Führungskraft gehört auch die passende Einschätzung bei Zielvorgaben dazu. Investieren Sie nur in eine Reise, die Sie und Ihre Mannschaft mit den verfügbaren Ressourcen bewältigen können.

Systemisch führen

Lernen Sie sieben systemische Tools kennen, die Sie in der Mitarbeiterführung unterstützen.

1 Std. 11 min (26 Videos)
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