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Grundlagen der Fotografie: Filter

Polarisationsfilter im Überblick

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Lernen Sie hier die technischen Prinzipien und die Funktionsweise des Polfilters kennen, den es in den beiden Varianten linear und zirkular gibt.
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Transkript

Licht besteht aus elektromagnetischen Wellen mit verschiedenen Wellenlängen, die sich in alle möglichen Schwingungsrichtungen ausbreiten. In der Fotografie werden zur Lichtbeeinflussung Filter eingesetzt, die unterschiedliche Auswirkungen erzielen sollen, Im Gegensatz zum Farbfilter unterscheidet sich der Polfilter darin, dass die Filterung nicht in Wellenlängen, also Lichtfarben, sondern in Lichtschwingungsrichtungen besteht. Ein Polfilter ist so eine Art Gatter aus parallel angeordneten Stäben. Damit greift man in das Wirrwarr von Schwingungen ein und lässt nur noch Licht einer bestimmten Schwingungsebene passieren. Alle anderen Schwingungen die nicht dieser Ebene angehören, werden durch den Stäbchenaufbau abgeblockt, und können somit nicht durch den Filter auf den Sensor gelangen. Stehen diese Stäbe waagrecht, können nur noch waagrecht schwingende Photonen hindurchkommen. Die senkrecht schwingenden werden wegen ihrer zu großen Schwingungsausdehnung zurückgehalten. Durch diese Filterung gelangt nur noch linear polarisiertes Licht durch den Filter. Daher hört man oft die Bezeichnung, linearer Polfilter. Da diese lineare Filterung unter Umständen bei modernen Kamerasystemen zu Fehlmessungen von Autofokus und Belichtung führen kann, wird hinter diesen Filtergitterstäben so eine Art Verzögerungsschicht angebracht. Die das Licht in eine kleine Rotation versetzt und eine Fehlmessung unterbinden soll. Hier spricht man nun vom zirkularen Polfilter. Die Wirkung des Filtereffekts besteht aus den beiden, sehr dünnen Folien, die zwischen zwei Glasscheiben verklebt sind. Hier kann man sich auch gut vorstellen warum, wenn der Produktionsaufwand weniger wird, oder sehr geringer ist, dass es schnell zu Qualitätsunterschieden oder Qualitätseinbußen kommen kann, und wenn wir uns das mal angucken, ich habe hier mal zwei aufgeschraubte, quasi nur die Glasscheiben und man kann kann ganz deutlich erkennen, dass es zwei Glasscheiben sind, also jeder einzelne, insgesamt sind es vier. Also der Polfilter hat zwei Glasscheiben. In der Mitte ist eine kleine, wie so eine Trennschicht und das ist diese Folie. Das sieht man ganz klar bei beiden und da ist es quasi zusammengeklebt. Je nachdem, wie da die Sorgfalt, oder wie hoch der Aufwand betrieben wird, kann... ich hatte schon Polfilter gesehen, also man hat es optisch nicht gesehen, dass die Folie jetzt nicht plan war, aber dadurch, dass sie eben nicht plan war, waren absolute Schärfen-Unreinheiten zu erkennen. Ich habe hier mal einen ganz alten Polfilter und da sieht man, dass die Polfilterfolie zerstört ist und man sieht auch, dass er so in eine Richtung zusammenschrumpft und das lässt jetzt erahnen, dass das vielleicht was mit diesen Gitterstäben zu tun hat. Auf jeden Fall ist er hier defekt und man sieht ganz klar, dass da irgendwas ist was da zwischendrin stattfindet und das ist eben eine Folie. Der zirkulare Polarisationsfilter kann durch seine Eigenschaft, nur für bestimmte Schwingungsrichtungen durchlässig zu sein, störende Lichtreflexe beseitigen. Diese bestehen nämlich schon aus polarisiertem Licht mit einer bestimmten Vorzugsrichtung. Durch Drehen des Filters können so Wasserspiegelungen, reflektierende Glasscheiben und Reflexionen aus nichtmetallischen Gegenständen gemindert oder komplett entfernt werden. Das kann man ganz einfach, man guckt natürlich durch und man sieht hier, die Arbeitsweise sozusagen, er ist aufgeschraubt und vorne dran lässt sich das eine, also das Glas des Filters drehen und somit lässt sich die Reflexion, bzw. die Minderung, sozusagen genau bestimmen. Dazu ist natürlich sehr entscheidend, die Stellung des Objektes und der Lichtquelle. Der beste Wirkungsgrad wird erreicht, also für Reflexionen, so in einem Aufnahmewinkel zwischen 30 und 40 Grad. Und die Schraubvariante besitzt im Gegensatz zu anderen Filtern, die Drehfassung, die eben beweglich ist. Dadurch kann das natürlich minuziös eingestellt werden und bei der Verwendung eines Stecksystems, wie es jetzt hier auf dieser Seite ist, muss dieses ganze System quasi gedreht werden. Ich möchte jetzt grad mal zeigen, wie unterschiedlich so Systeme sein können. Also zum einen benutze ich auch oft dieses Lensinghouse-System, ich habe den Halter sozusagen, der am Objektiv befestigt wird, hier wird auch der Polarisationsfilter eingeschoben. Der wird im Stecksystem reingesteckt und reingeschoben, und jetzt ist die Wirkungsweise auch so, dass ich das ganze System drehe. Wenn ich jetzt nur den Polfilter benutze ist das kein Problem, Da werde ich gleich nochmal dazukommen, wenn ich noch andere Filter benutze. Also hier drehe ich das ganze System. Dann gibt´s wiederum, der Hersteller LEE ist da sehr ähnlich. Da wird sozusagen auch wieder das ganze Schubsystem, auch wieder mit Adapter am Objektiv befestigt, wie gehabt. Dann wird der Polfilter ganz vorne, sehr weit vorne eingeklipst, und das ist meines Erachtens was, was mir weniger gefällt, weil das hier ganz faktisch schon zu sehen ist, dass dadurch, dass das sehr weit vorne stattfindet, schon total Abschattungen, Vignettierungen zustande kommen. Und deshalb finde ich dieses System jetzt nicht ganz so gelungen, was den Polfilter angeht. Was ich sehr revolutionär, oder sagen wir mal, extrem positiv finde, ist die Tatsache, so wie das die Firma Haida gelöst hat, hier auch wiederum der Halter wie gehabt, also die Metallaufnahme die am Objektiv befestigt wird und das ist der Halter für den Einschub. Jetzt gehen die quasi einen anderen Weg. Jetzt wird in diesem Halter, sozusagen am Objektiv, der Polfilter einfach nur eingedreht und befestigt, ähnlich wie hier, sozusagen, ist extrem dünn. Wird hier eingedreht und ich habe das schon mal vorbereitet, quasi hier ist er jetzt im eingedrehten Zustand und jetzt kann ich diesen dünnen Filter so bewegen, und kann den jetzt so als Polfilter benutzen, und jetzt kommt der große Unterschied: Weil jetzt kommt die Tatsache sozusagen, ich möchte vielleicht noch einen anderen Filter benutzen. Jetzt kann ich hier, das Ganze wie gehabt einklipsen, habe den Polfilter vorher schon auf mein Motiv abgestimmt, vielleicht Reflexionen rausgenommen, oder den Himmel blauer, satter eingefärbt. Und jetzt kann ich hier meine Filter zusätzlich positionieren. Weil den Polfilter habe ich schon eingestellt, und jetzt kann ich meine Scheiben, was ich auch immer... vielleicht will ich einen ND-Filter kombinieren, vielleicht möchte ich einen Verlaufs- und einen ND-Filter usw. Ich habe noch 3 Möglichkeiten, also ich kann bis 4 Filter benutzen. Finde ich super, ohne großartige, also kaum Vignettierungen, nur in Extrembereichen, sozusagen haben zu müssen. Jetzt ist hier der Unterschied, da ich diesen ja schon eingesteckt habe, habe ich noch die Möglichkeit zwei weitere Filter zu benutzen. Funktioniert, aber wenn ich jetzt einen Verlaufsfilter einschieben möchte und meinen Polfilter, ich habe den gedreht und der hat vielleicht die Stellung so, dann müsste mein Verlauf ja dem entsprechend... theoretisch kann ich ihn ja so einschieben, ich würde ihn aber gerne so einschieben wollen. Deshalb gibt´s dann den Trick, sozusagen bevor ich den Polarisationsfilter hier einschiebe, nehme ich ihn erst mal in die Hand, und gucke erstmal durch, sozusagen in der Hand, und sehe dann: Er wird so die beste Wirkung zeigen, dann nehme ich ihn nicht mit der Schrift nach oben, sondern benutze schon diesen Einschub so, dass ich ihn so einschiebe und so kann ich dann, wenn er jetzt montiert ist, auch noch einen Verlaufsfilter anpassen, wenn der Verlauf hier dann dazu passt. Und wahrscheinlich, also wenn der Horizont so ist, wird er passen. Wenn der Verlauf natürlich so wäre, habe ich auch wieder ein Problem. Dann muss ich mich hier entscheiden, nehme ich einen Polfilter oder nehme ich keinen Polfilter. Das ist ganz klar, es ist bauartbedingt. Und deshalb ist diese Variante... hier soll´s glaube ich, auch ein Update geben von Lensinghouse, d.h. es wird auch so was kommen, wo das integriert ist, einfach weil es besser handle-bar ist. Das ist ganz wichtig. Und grade in der Natur & Landschaftsfotografie kann der Polfilter durch eine Erhöhung der Farbsättigung und die Verstärkung der Kontraste und eben die Minderung der Reflexionen, ein tiefes Himmelblau die Wolkenfelder stark betonen und einfach viel beeindruckendere Farben zeigen. Gerade auch bei Pflanzen, dadurch dass ich bei Pflanzen sozusagen die Reflexionen mindere, entsteht der Eindruck, dass das alles viel satter ist, die Farbe. Das finde ich absolut super! Und das ist was, was in der Nachbearbeitung nicht reproduzierbar ist. Das ist schon was Einzigartiges. Und deshalb ist das einer der allerwichtigsten Filter. Und um diese wirklich satten Farben, also diese beeindruckenden Farben zu erreichen, diese Reflexionen da raus zu nehmen, da muss man natürlich auch den Sonnenstand beachten. Und da ist es wichtig, da gibt´s so eine Faustformel, sozusagen, da ist die 90 Grad Regel eigentlich optimal. Also wenn ich jetzt Objektiv bin sozusagen, und da ist mein Motiv, ist es gut wenn die Sonne von der Seite quasi scheint. Und damit kann ich diese Reflexionen oder die Sattheit gewährleisten und gerade im Himmel ganz extrem. Scheint jetzt die Sonne frontal von vorne oder rückwärtig von hinten, ist der Filtereffekt viel weniger, er ist viel geringer und manchmal kaum zu sehen, zu verspüren und bei der Verwendung von Polfiltern ist zu beachten, dass durch die Filterung, auf jeden Fall 1 bis 2 Blenden weniger Licht auf den Sensor gelangen. In Situationen mit wenig Umgebungslicht ist also klar, da kann jetzt ein Stativ unabdingbar werden. Wie bereits erwähnt, verwende ich den Polfilter auch oft in Kombination mit anderen Filtern, wie den ND-Filter, ND-Verlaufsfilter. Für mich ist der Polfilter wirklich einer der wichtigsten Filter in der Fotografie, weil mit ihm kann ich mein Motiv, bzw. das Licht vom Motiv, also das was quasi in die Kamera gelangt so beeinflussen, dass man eine deutlich andere Wahrnehmung verspürt, und ohne wäre das absolut unmöglich. Indem ich zum Beispiel bei Wassermotiven die Reflexion mindere oder entferne, bringe ich zum einen mehr Information des Motivs ins Bild, und zum anderen fällt mir dabei oft auf, dass dadurch die Bilder viel mehr Ruhe ausstrahlen. Klar, es fallen ja auch diese hellen Lichtflecken, die für Unruhe sorgen, und den Blick eher anziehen, die fallen komplett weg. Der Wegfall bedeutet auch dann, dass das Blattgrün kein Licht reflektiert und dadurch deutlich satter wirkt. Ich möchte grad noch mal so ein Überblick sozusagen, über die Wirkungsweise des Polfilters, es ist ganz klar: Lebendigere Farben, Kontrastoptimierung, Verstärkung des blauen Himmels, ganz ganz oft wird er so eingesetzt, Verminderung der Reflexion, extrem wichtig, auf nichtmetallischen Gegenständen natürlich nur und Wasserspiegelungen, Glasspiegelungen können so absolut beeinflusst, beziehungsweise vermieden werden.

Grundlagen der Fotografie: Filter

Lernen Sie, dynamische und statische Motive mit Filtern abzubilden. ND- und Polfilter kommen zum Einsatz, um satte Farben, fließendes Wasser und ziehende Wolken festzuhalten.

3 Std. 43 min (39 Videos)
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