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Erfolgreiche Kommunikation

Paul Watzlawick – 4. Axiom

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Kommunikation ist immer auch nicht-sprachlich. Doch was passiert, wenn sprachliche und nicht-sprachliche Äußerungen nicht zueinander passen?
04:54

Transkript

Der vierte Grundsatz der Kommunikation von Paul Watzlawick lautet im Original: "Menschliche Kommunikationen bedienen sich digitaler und analoger Modalitäten. Digitale Kommunikationen haben eine komplexe und vielseitig logische Syntax. Aber eine auf dem Gebiet der Beziehungen unzulängliche Syntax. Analoge Kommunikationen dagegen besitzen diese semantische Potential, ermangeln aber die für eindeutige Kommunikationen erforderliche logische Syntax". Keine Sorge! Damit verlassen wir die Originalschrift auch schon wieder. In vereinfachter Übersetzung lautet dieser Grundsatz: "Kommunikation kann digital oder analog erfolgen". Oder, noch einfacher: "Kommunikation ist immer auch nicht-sprachlich." Digitale Kommunikation ist in der Regel durch Wörter oder Zahlen verschlüsselt. Die Kommunikationspartner wissen in aller Regel, wie diese Zeichen zu entschlüsseln sind. Weil es eine gemeinsame durch Erziehung oder Kultur vermittelte Grundlage gibt. Aber nicht nur das gesprochene Wort, sondern auch nonverbale Äußerungen teilen etwas mit. Und zu den nonverbalen Äußerungen gehört nicht nur Ihr Gesichtsausdruck oder Ihre Körperhaltung, sondern auch z.B. Mimik, Gestik, Tonfall, Stimmlage, Sprechtempo, Lautstärke. Das fällt in den Bereich der analogen Kommunikation. Lassen Sie mich das an einem Beispiel verdeutlichen. Der Satz "Glauben Sie, dass das funktioniert?" kann je nach Betonung völlig unterschiedliche Bedeutung haben. "Glauben SIE, dass das funktioniert?" "GLAUBEN Sie, dass das funktioniert?" "Glauben Sie, dass DAS funktioniert?" Digitale Kommunikation ist relativ eindeutig, analoge Kommunikation wie Sie gerade gesehen haben, ist ziemlich mehrdeutig und bedarf der Interpretation. Auch hier ein Beispiel. Ein Küsschen, das ein Kind von seinen Eltern bekommt, kann heißen: "Wir mögen Dich sehr gern", oder auch: "Lass uns jetzt bitte in Ruhe". Digitale Kommunikation ist in der Regel explizit, also offen ausgesprochen. Wogegen analoge Kommunikationen eher implizit, verdeckt, interpretationsbedürftig sind. Und hier liegt ein unerschöpflicher Quell von Missverständnissen: Nehmen Sie z.B. ein Lächeln: Es kann Sympathie ausdrücken – oder auch Verachtung. Ein Lächeln drückt das zugrunde liegende Gefühl eben nur ungefähr aus. Es ist eben analog. Oder stellen Sie sich vor, ein Freund bricht in Tränen aus - oder sagen wir, eine Freundin bricht in Tränen aus. Das kann Schmerz bedeuten – es können aber auch Freudentränen sein. Manche Sender haben eine Meisterschaft darin entwickelt, ihre Botschaften implizit an den Mann zu bringen, also indirekt. So können sie notfalls immer dementieren und sagen: "Das habe ich so nie gesagt." Stimmt! Nicht digital, aber wohl vielleicht analog. Schwierig wird es, wenn sprachliche und nicht-sprachliche Botschaften sich nicht gegenseitig unterstützen, sondern einander widersprechen. Dann spricht man von inkongruenten Botschaften. Und die bringenden Empfänger in der Regel in eine ganz schöne Zwickmühle. Welcher Botschaft soll er Glauben schenken? Das möchte ich Ihnen einmal kurz demonstrieren. Stellen Sie sich vor, ich komme zu Ihnen und sage: "Es ist alles OK." Was kommt bei Ihnen an? Auf der verbalen Ebene, dass ich kein Problem habe. Was aber kommt nonverbal an, wenn ich so schau, wie ich eben geschaut habe? Sicherlich eher, dass ich ein Problem habe, oder? Welcher Botschaft schenken Sie jetzt Glauben? Und dann geht es noch weiter: Wenn Sie sich dafür entscheiden meiner nonverbalen Botschaft Glauben zu schenken und sich fragen, ob Sie mir denn nun helfen können oder nicht, dann würde meine verbale Botschaft "Alles ist OK" bedeuten: "Lass mich in Ruhe." Wohingegen mein Gesichtsausdruck vielleicht förmlich darum bettelt, Unterstützung zu bekommen. Deswegen sind inkongruente Botschaften unglaubliche Missverständnisquellen. Inkongruente Botschaften sind oft, nicht immer, aber oft Folge fehlende Klarheit auf Seiten des Senders. Der sprachliche Teil ist bewusst, hoffentlich. Der nicht-sprachlicher Teil meist unbewusst. Wir steuern unsere Worte weit mehr, als unsere nonverbale Botschaft. Die Lösung liegt auf der Hand: Klären Sie vorher, was Sie mitteilen möchten. Klären Sie Ihre Sprecherintention. Dann machen Sie es Ihrem Zuhörer leichter, Sie richtig zu verstehen.

Erfolgreiche Kommunikation

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1 Std. 41 min (33 Videos)
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Erscheinungsdatum:12.12.2013

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