Grundlagen der guten Gestaltung

Passender Schriftmix

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Für den richtigen Schriftmix gibt die Trainerin Ihnen fünf Tipps mit auf den Weg, auf welche Details Sie achten können, welche Schriften gut miteinander funktionieren und warum sie das tun.

Transkript

Eine der wichtigsten Herausforderungen für einen Gestalter ist es den richtigen Schrift-Mix zu finden. Und auch für geübte Designer und geübte Augen ist es immer wieder ein Ausprobieren. In diesem Film gebe ich Ihnen meine 5 Tipps mit auf den Weg, nach welchen Kriterien ich selber vorgehe, um einen passenden Schriftmix zu finden, und zeige Ihnen anhand von mehreren Beispielen, wie ein solcher Schrift-Mix ausschauen kann. Den Prozess starte ich meistens damit, dass ich in einem Projekt drei Katgorien ausmache, das ist zum einen die Schrift für den Fließtext, der Text, der also ganz unten steht, wo es um viel Text geht, dann haben wir eine Zwischenüberschrift, oder eine Unterüberschrift, und schließlich die Überschrift. Das muss jetzt nicht für jedes Projekt anzuwenden sein, vielleicht gibt es auch manchmal einfach nur zwei Kategorien, aber wenn ich diese drei mir überlege, dann habe ich schon eine beste Voraussetzung. Das kann ich einfach auf unterschiedliche Projekte anwenden, adaptieren. Und dann ist es wichtig zu entscheiden, was möchte ich denn mit den Hervorhebungen bewirken? Was für einen Ton möchte ich anschlagen? Und daraus entsteht eigentlich so etwas wie eine Schriftpalette. So wie der Künstler mit seiner Farbpalette arbeitet, und für sein Gemälde sich verschiedenste Farben zusammenmischt, so kann man als Typograf auch eine Schriftpalette erstellen. Der erste Tipp dabei, bei meinen fünf Punkten, ist das Gegensätze sich anziehen. Das heißt, dass wenn ich unterschiedliche Schnitte miteinander mixe, unterschiedliche Größen und Ausrichtungen nutze, das funktioniert unglaublich gut, weil es einen großen Kontrast gibt. Zweiter Tipp ist, dass man gerne auch in der Familie bleiben kann, man kann also mit den unterschielichen Schriftschnitten, trotzdem den Kontrast erzeugen, wie zum Beispiel die Myriad Pro in fett verwenden, genauso wie in schmal. Man hat also eine gewisse Einheit, aber auch die Illusion von Unterscheidungen mit Hilfe der unterschiedlichen Darstellungen. Der dritte Tipp ist, dass man Stimmungen mit aufgreift, denn jede Schrift bringt ein Gefühl mit sich. Und in diesem Beispiel ist das Ganze mit einem Bild hinterlegt, und natürlich muss die Schrift mit dem Bild funktionieren. Es muss die gleiche Stimmung herüberkommen. Und bei diesem Beispiel ist einfach die Überschrift viel zu plakativ, viel zu fett, da ist nichts Verträumtes mit dabei, da ist keine ruhige Stimmung mit dabei, und auch die Unterüberschrift ist einfach viel zu verspielt, da passt die Balance nicht. Und das muss man finden: die Balance halten von Schrift und Bild. Der vierte Tipp ist Mix & Match, das heißt, dass man durchmixt, einfach mal Serifenschriften mit serifenlosen Schriften mixen. Austauschen, und das ist auch schon mein fünfter Tipp, dass man einfach einen Rollentausch vornimmt. Wenn das letzte bisschen fehlt, wenn das i-Tüpfelchen fehlt, einfach mal umdrehen, das heißt, wenn ich vorher eine serifenlose Schrift als Überschrift hatte, und eine Serifenschrift als Textschrift, dann kann ich das einfach mal wechseln, dann nehme ich eben die Serifenschrift als meine Überschrift, und die serifenlose Schrift als meinen Text, und dann werden Sie merken, dann funktioniert das Ganze auch. Das ist an sich ein typografischer Prozess, und da heißt es wirklich ausprobieren. Einfach mal einen Blindtext sich zusammenstellen, also irgeneinen Fließtext wählen, eine Überschrift dazusetzen, und dann durchtesten. In diesem Fall habe ich aus einer Schriftsippe zwei Schriften gewählt. Das ist also die Gemeinsamkeit, dass es aus einer Schriftsippe kommt, ich habe für die Überschrift die serifenlose PT Sans, und für den Fließtext die Serifenschrift PT Serif. Die haben eine Gemeinsamkeit, aber genug Kontrast mit Serif und serifenloser Schrift. Im zweiten Beispiel hab ich zwei komplett unterschiedliche Schriften, trotzdem haben sie eine Gemeinsamkeit, dass es nicht zu wirr wirkt. Der Kontrast ist, dass ich eine serifenlose, sehr feine Schrift in der Überschrift habe, und eine sehr dominate Serifenschrift im Fließtext. Das ist auch eine sehr serifenbetonte Schrift. Trotzdem haben sie eine Gemeinsamkeit, dass sie sehr rund konstruiert sind, gerade wenn man das e anschaut, das o, das d, da haben sie wieder Gemeinsamkeiten, und so funktioniert das sehr gut, es gibt eine Einheit, trotzdem genügend Kontrast. In diesem Beispiel bin ich von einer Familie ausgegangen, das ist die Meta, und allein durch die unterschiedlichen Schriftschnitte hab ich den Kontrast geschaffen, die Bold für die Überschrift, und die Book für den Fließtext, die Book ist auch extra dafür da, dass man mit der serifenlosen Meta eben trotzdem sehr viel Text abbilden kann, der gut lesbar ist. In diesem Beispiel bin ich mal mit dem Fließtext in eine Schrift gegangen,die sehr schmal ist, die Myriad Pro (condensed). In der Überschrift habe ich eine sehr leichte gewählt, die sind sehr ähnlich, was an sich die Stärke angeht, trotzdem haben Sie aber dadurch, dass ich eine sehr breite und sehr schmale gemixt habe, genügend Differenz, genügend Kontrast. Dort sieht man den Kontrast wirklich ganz extrem, denn diese beiden Schriften haben so gut wie gar nichts gemeinsam, Wir haben in der Überschrift die Univers, sehr schmal, also ultra condensed, und light, also sehr leicht, und wir haben im Fließtext die Adobe Garamond Pro, die eben eher breit angelegt ist. Und das gibt einen extremen Unterschied, der durchaus aber sehr gut funktionieren kann. Als letztes Beispiel habe ich noch einmal zwei Schriften aus einer Schriftsippe gewählt, in der Überschrift diesmal eine Serifenschrift, die Museo Slab, die sehr serifenbetont ist, und im starken Kontrast dazu die serifenlose Museo, Museo Sans, in regular, also in normal, und da hab ich wieder diese Gemeinsamkeit, es ist harmonisch, aber trotzdem hab ich diesen großen Kontrast. Und da hab ich das Ganze auch einfach getauscht, dass ich eben nicht die Serifenschrift, die ich normalerweise für einen Fließtext nehmen würde, auch für den Fließtext wähle, sondern eben da einfach daraus die Überschrift mache, und die serifenlose für den Fließtext wähle. Es ist nicht immer einfach, den richtigen Schrift-Mix zu finden, aber es macht sehr sehr viel Spaß auszuprobieren, und das muss man in dem Fall auch tun, einfach mal testen, verschiedenste Schriften miteinander mixen, und wenn man dabei auch an die fünf Tipps denkt, dann kann eigentlich gar nichts schiefgehen.

Grundlagen der guten Gestaltung

Holen Sie sich einen Überblick über das, was das Grafikdesign ausmacht: Typografie, Layout und Farbe sowie den Umgang mit Kunden.

2 Std. 48 min (30 Videos)
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