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Typografie: Schriftzüge und Wortmarken

Optische Korrekturen

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Die Durchführung mehrerer unterschiedlicher optischer Korrekturen erhöht die Lesbarkeit einer Wortmarke wesentlich. Zusätzlich verleihen diese Anpassungen dem Lettering eine erhöhte Professionalität.
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Transkript

In diesem Video möchte ich Ihnen ein paar Kniffe zeigen, um die Lesbarkeit und Professionalität Ihrer Wortmarke zu erhöhen. Sie sollten sich immer bewusst machen, dass die spätere Form von einem menschlichen Auge erfasst wird. Niemals würde jemand mit einem Lineal daher kommen, und irgendwelche Formen, Strichstärken und der weiteren nachmessen. Es geht in vielen Fällen darum, dass Sie etwas gestalten, was Ihr Auge persönlich als ästhetisch empfindet. Dennoch lässt sich dieses ästhetische Empfinden, mit ein paar Kniffen, ein paar Regeln strukturieren. Wie Sie hier in dem großen H schön sehen können, es gibt einen gewissen Strichstärken-Kontrast, also einen dicken Stamm und eine dünne Horizontale. Genau an diese Art von Buchstabenkonstruktion hat sich das menschliche Auge gewöhnt. Das heißt, selbst in einer Grotesk-Schrift, also in einer Schrift, in der die Formen der Strichstärken annähernd gleich ausschauen, steckt ein leichter Strichstärken-Kontrast. Es geht einfach darum, das menschliche Auge, mit dem zu bedienen, was es bereits gewöhnt ist. Deutlich wird das Ganze dann, wenn man den Buchstaben rotiert. Es wird offensichtlich, dass die Horizontale deutlich fetter ist, als der vertikale Stamm. Und auch hier im Vergleich, sieht man recht gut, dass die Strichstärken minimal angepasst sind. In Ihrem Schriftzug, sollten Sie dementsprechend immer darauf achten, dass die Horizontalen etwas dünner sind. Ich selbst mache es oft so, dass ich von der Punze aus, also der Innenform, nach unten und nach oben, etwas vom Strichstärken-Kontrast wegnehme. und so einen leichten Unterschied zwischen der Horizontalen und der Vertikalen erzeuge. Diese leichte Korrektur, wird sicher später in der Wortmarke niemand bemerken, aber genau darum geht es! Denn die optischen Korrekturen werden so subtil angewandt, dass sie niemand sieht, aber bemerken würde, wenn sie nicht angewandt wären. Ein weiterer Fall der optischen Korrekturen, wäre hier nötig. Man hat schlichtweg das Gefühl, dass der Kreis etwas zu klein ist. Vielleicht etwa so: ein etwas größerer Kreis, der leicht über das Viereck hinausragt. Auch die Spitze im Dreieck sollte etwas über die Grundlinie im Viereck hinausragen. Sie müssen sich das so vorstellen, dass der Kreis an einigen Stellen, wie zum Beispiel hier, nie die volle Höhe erreicht. Das Viereck ist hier an der Linie, hier auch - und hier schon wieder! Der Kreis dagegen ragt hier etwas über den Normalwert, um diese und diese Stelle zu kompensieren. Ähnlich macht es das Dreieck hier oben. Hilfreich ist es an der Stelle, sich immer andere Schriften anzugucken, in diesem Fall eine Futura. Man sieht ganz gut, die Rundung ist etwas kräftiger gestaltet, als der Stammstrich und auch der Kreis hier unten im Ausrufezeichen, ist etwas kräftiger, als hier oben das Viereck. Kommen wir nun zum nächsten optischen Ausgleich. Immer dann, wenn zwei schwarze Stämme aufeinander treffen, zum Beispiel unten im v, oder der Bogen hier im n, schaut es etwas zu kräftig aus. Man hat fast das Gefühl, dass hier an dieser Stelle, ein riesiger schwarzer Fleck entsteht. Genauso ist es hier der Fall. Ich habe dazu die Bereiche nochmal markiert. Abhilfe dagegen schafft, wenn man mit leichten, sogenannten Inktraps arbeitet, also die Strichstärke zum Schnittpunkt hier unten etwas ausdünnt. Sie sehen vielleicht hier eine leichte Biegung, die auch etwas mehr Weißraum an diese Stelle schafft. Auch hier, das kennen wir aus der Helvetica zum Beispiel, läuft der Bogen etwas ausgedünnt in den kräftigen Stamm. Also merken wir uns: immer dann, wenn zwei Striche aufeinandertreffen, meistens bei Diagonalen, wie in diesem Fall, muss das Strichende etwas ausgedünnt werden. Wie genau Sie diese Ausdünnung vornehmen, bleibt Ihnen überlassen oder ist Frage des Designs. Man kann mit starken Einschnitten arbeiten, mit leichten Rundungen oder tatsächlich mit einem geraden kleinen Stück, um so Weißraum zu schaffen und einen Inktrap zu bauen. Wenn Sie sich jetzt gerade fragen, was Inktrap bedeutet, es ist der englischsprachige Begriff für eine sogenannte Tintenfalle und kommt aus Zeiten des Buchdrucks. Zu jener Zeit, ist die Schrift oft an Stellen mit zwei Stämmen etwas verfettet, weil die Farbe nach links und rechts etwas über den Rand hinaus gequetscht wurde. Dementsprechend hat man einen sogenannten Inktrap eingeplant, der die Tinte, die überschüssig war, aufgefangen hat. Und genau dieses Prinzip wendet man heute auch im Digitalen an, um auch hier etwas Weißraum zu erzeugen. Und jetzt nochmal, zur Zusammenfassung, alle optischen Korrekturen, die Sie vornehmen sollten. Zum Ersten, sollten Horizontalen immer leicht ausgedünnt werden, zum Zweiten ist es wichtig, dass Rundungen und Spitzen immer etwas über die Grundlinien hinausragen, immer mit dem Ziel, dass ein o genauso hoch wirkt, wie ein kleines n. Die nächste optische Korrektur findet in den Rundungen statt. Diese sind immer etwas kräftiger, als die Stammstriche. Und, schlussendlich, immer dann, wenn zwei Striche aufeinandertreffen, sollten Sie diese leicht ausdünnen, um an dieser Stelle einen schwarzen Fleck in Ihrer Wortmarke zu vermeiden. Ich hoffe nun, Sie haben verstanden, wie wichtig es ist, diese kleinen, mehr oder weniger nicht sichtbaren optischen Korrekturen, in einer Wortmarke vorzunehmen. Wie bereits erwähnt, niemand wird Ihre Korrekturen bemerken, aber genau das ist die Kunst der Buchstabengestaltung, dass Sie die Dinge tun, die niemand sieht, aber merken würde, wenn Sie sie nicht getan hätten!

Typografie: Schriftzüge und Wortmarken

Lernen Sie, worauf es bei der Erstellung einer Wortmarke oder eines Schriftzugs ankommt.

1 Std. 28 min (29 Videos)
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