InDesign CC Grundkurs

OpenType und andere Schrifttypen

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Mit Hilfe von z.B. OpenType-Schriftarten haben Sie die meisten Möglichkeiten zwecks Formatierung von Text. Im Video erfahren Sie, wie Sie diese einschalten und welche Möglichkeiten damit vorhanden sind.

Transkript

In diesem Video möchte ich mit Ihnen das Thema Open Type-Schriftarten und vor allem die Möglichkeiten, die Open Type-Schriftarten bieten, ein wenig erläutern und erklären. Zuerst einmal, nur damit Sie Begrifflichkeiten einordnen können: Man kann Schriftarten in drei Familien, drei Varianten kaufen. Oder sie sind schon auf dem Rechner installiert. Das eine sind die sogenannten True Type-Schriften, dann gibt es die sogenannten Postscript-Schriften, und die modernste Variante, das sind die sogenannten Open Type-Schriften. Wenn Sie mal in die Situation kommen, dass Sie vielleicht eine Schriftart irgendwo kaufen müssen oder dürfen, Dann würde ich Ihnen immer empfehlen, gucken Sie, dass Sie eine Open Type-Schriftart bekommen. Diese sind in der Regel deutlich besser ausgebaut, also nicht zwingend, aber oft ist dem so, dass sie deutlich besser ausgebaut sind als die True Type- oder die Postscript-Schriften. Zumindest ist es technisch möglich, dass sie gut ausgebaut sind. Aber das Ganze hier soll nicht in einem Schriften-Seminar enden, sondern ich will Ihnen ja hier die Möglichkeiten von InDesign erläutern. Bevor wir jetzt wirklich in die Details der Open Type-Varianten gehen, will ich Ihnen erstmal ein bisschen was zum Thema Ligaturen erklären. Damit man das besser verstehen kann, möchte ich Ihnen das hier an einem Beispiel zeigen. Dazu erstelle ich hier erstmal einen Textrahmen. Diesen Textrahmen werde ich erstmal leer lassen. Ich werde nämlich jetzt diese ganzen Hintergrundlinien ausschalten. Damit man das Ganze gleich besser sehen kann. Dazu wechsle ich einmal in die Vorschau. Hier ist mein Textrahmen. Ich mache einen Doppelklick rein und damit Sie das besser sehen können, was ich hier an der Schriftart mache, werde ich das hier mal auf eine 72er-Schrift setzen. Nun werde ich ein Wort eingeben, das man im Alltag sicher nicht ganz so häufig eingibt. Aber darum soll es nicht gehen. Seien Sie einfach mal gespannt, was passiert. Und zwar nehme ich das Wort: Kaufläche. Nun sehen Sie, habe ich das Wort "Kau" und den Buchstaben "f" eingegeben. Jetzt kommt zusätzlich noch der Buchstabe "L". Passen Sie auf, was mit dem "F" und mit dem "L" passiert. Die sind nun so zusammengewachsen. Dieses Zusammenwachsen hier, das nennt man eine Ligatur. Als man früher noch im Bleisatz gearbeitet hat, da ist es so gewesen, dass man aus dem Satzkasten das hier als einen Letter rausgenommen hat, das hier als einen Letter rausgenommen hat, das "U" als einen Letter rausgenommen hat, und das "FL" ist ebenfalls ein Letter im Satzkasten gewesen. und eben nicht zwei Lettern. Das ist nur, damit das Ganze schöner aussieht, damit das harmonischer ist. Und das bezeichnet man eben als eine Ligatur. Jetzt werden Sie sich vielleicht wundern, warum habe ich das Wort "Kaufläche" genommen? Naja, jetzt nehmen wir mal ein Wort, das so ein wenig ähnlich ist, nämlich das Wort "Kaufleute". Dazu gehen wir mal in die nächste Zeile, und jetzt hat er mir hier auch eine Ligatur hingemacht. Na, der Buchstabe "E" fehlt noch. So, jetzt hat er mir hier auch eine Ligatur hingemacht. Hier gehört aber eigentlich keine Ligatur hin. weil im ersten Wort, das setzt sich ja aus den Wörtern "Kau" und "Fläche" zusammen. Das zweite Wort setzt sich aber aus dem Wort "Kauf" und "Leute" zusammen. Und da die Wortfuge genau bei diesen beiden Buchstaben ist, gehört dort eben keine Ligatur hin. Vielleicht werden Sie jetzt denken, das ist aber wirklich sehr, sehr pingelig. Aber gute Typographie ist eben sehr, sehr pingelig. Und hier gehört die Ligatur nun weg. Wie machen wir das Ganze nun? Also, ich wechsle jetzt erstmal in meine Zeichenansicht. Dann schiebe ich dieses Bedienfeld mal nach oben. Wenn ich nun hier drauf klicke, dann sehen Sie, dass hier das Häkchen gesetzt ist, und wenn ich jetzt hier dieses Häkchen bei "Ligatur" entferne, dann sehen Sie, nun haben wir zwei voneinander getrennte Buchstaben. Und im Lesefluss ist das durchaus angenehm, weil jetzt das Auge systematisch erkennt, hier fängt das eine Wort an, hier hört das andere Wort auf. Was können wir denn jetzt noch alles mit Open Type-Schriftarten machen? Dazu lösche ich diesen Text hier erstmal und setze den nochmal auf eine kleinere Type. Jetzt hier beispielsweise auf 12. Jetzt möchte ich hier gerne Text drin haben. Jetzt könnte ich hier tippel, tippel machen, aber grade, wenn man einfach mal so Mengensatz vergleichen will, dann gibt's da eine einfachere Möglichkeit für, nämlich man kann sich dort Blindtext hineingeben lassen. Das geht hier oben über das Menü "Schrift". Dann haben Sie hier den Punkt "Mit Platzhaltertext füllen". Platzhaltertext wird immer genau so viel hier reingegeben, dass der Textrahmen voll wird. Manchmal haben Sie hier noch so einen kleinen Übersatztext. In der Regel wird das allerdings nicht der Fall sein. Jetzt schauen wir uns mal an, was es hier bei unserem Text bezüglich der Open Type-Möglichkeiten denn so alles gibt. Dazu gehe ich hier oben wieder hin und hier gibt es jetzt den Punkt "Open Type". Jetzt öffnet sich das Menü hier nach links, weil rechts kein Platz mehr ist, und dort können wir verschiedene Dinge auswählen. Vereinfacht gesagt kann man sagen, das, was in eckige Klammern gesetzt ist, das ist von der Idee her in Open Type angelegt, aber in der gerade ausgewählten Schriftart gibt es das nicht. Hier von der Minion Pro gibt es beispielsweise keine Schwungschrift. Gäbe es eine Schwungschrift, dann könnte ich sie hier auswählen. Es gibt bei der Minion Pro aber etwas anderes. Bei der Minion Pro gibt es sogenannte Formatsätze. In der Glyphentabelle sieht man es, da gibt es einige Buchstaben in mehreren verschiedenen Varianten. Genau zwischen diesen verschiedenen Varianten kann man jetzt über sogenannte Formatsätze hin- und herschalten. Das möchte ich einmal machen. Ich wähle jetzt hier den Formatsatz 2 aus. Sie sehen, das Ganze hat sich jetzt verändert. Schauen wir uns das mal detaillierter an, was dabei passiert ist. Die Buchstaben sind im Wesentlichen ein bisschen verschnörkelter geworden. So kann man es sich vielleicht vorstellen. Also, hier haben wir beispielsweise den Buchstaben M mit einem Schnörkel dran. Sie sehen, dieser Schnörkel ist aber nicht überall gesetzt worden, sondern dieser Schnörkel ist immer nur dann gesetzt worden, wenn es der letzte Buchstabe in einem Wort war. Oder hier zum Beispiel das M und hier das M - das sind jeweils die letzten Buchstaben. Oder hier das E. Im Gegensatz zu einem anderen E, zum Beispiel zu diesem E hier. Das ist nun die Möglichkeit, die wir jetzt hier in diesem Text haben. Das kann der eine oder andere attraktiv finden, der eine oder andere findet das auch blöd, aber das sind eben Möglichkeiten, die wir jetzt hier in dieser Open Type-Schriftart haben. Ich zoome mich mal wieder ein bisschen raus. Ich will Ihnen noch etwas zeigen, was in dieser Schriftart möglich ist. Wenn ich nämlich hier Ziffern eingebe, hier mal eine ganze Reihe, von eins bis neun plus die Ziffer Null. Dann sehen Sie, dass diese Ziffern relativ dominant im Text sind. Dominant heißt: Wer jetzt auf dieses Blatt Papier guckt, wird die Ziffern sehr wahrscheinlich sofort finden. Das kann gewollt sein, wenn Sie über ein Blatt Papier einfach so drübersehen wollen, sofort die Ziffern finden, ist das perfekt. Wenn es allerdings vielleicht im Fließtext eines Romanes ist, dann will man dort eigentlich nicht, dass derjenige schon beim Aufschlagen der Seite auf die Ziffern stößt. Genau das kann man einstellen. Dazu markiere ich die hier einmal. Auch dazu gibt es in den Open Type-Schriftarten Varianten. Nämlich, es gibt hier die sogenannten Versalziffern, also Großbuchstaben-Ziffern, wenn man so will. Dann gibt es die proportionalen Mediävalziffern, dann gibt es die proportionalen Versalziffern und die Mediävalziffern für Tabellen. Also, schauen wir uns das Ganze hier erstmal an. Ich markiere "Proportionale Mediävalziffern". Dann sieht das Ganze so aus. Nun sieht man, dass das hier alles ein bisschen kleiner geworden ist. Es gibt also, wenn man sich das jetzt im Detail anschaut, quasi kleine Ziffern, die so groß sind wie ein kleiner Buchstabe; es gibt aber auch Ziffern, die sind so groß wie ein Großbuchstabe. Oder zum Beispiel die Neun hier, genau wie die Drei, Vier und Fünf, die haben Unterlängen wie ein G oder ein Q. Damit sind diese Ziffern nicht mehr so dominant im Fließtext. Das ist natürlich jetzt ungeeignet klassischerweise für eine Tabelle. In einer Tabelle hat man im Übrigen noch ein ganz anderes Problem. Auch das möchte ich Ihnen mal an einem Beispiel zeigen. Hierfür öffne ich wieder einen Textrahmen. Nun kommen hier einmal sechs Einsen hin. Eins, zwei, drei und eins, zwei, drei macht sechs. Ich gehe in die nächste Zeile rein, eins, zwei, drei und nochmal eins, zwei, drei, haben wir jetzt acht. Sie sehen, die laufen jetzt alle gleich lang. Das ist für eine Tabelle ganz wunderbar. Wenn Sie eine Preistabelle haben, dann wollen Sie, dass die Zahlen alle schön untereinander stehen. Wie gesagt, das kann durchaus sehr schön sein. Aber auch das kann manchmal in einem Fließtext eher unangenehm sein, weil wir jetzt hier bei diesen Einsen ganz schöne, große Löcher haben. Schauen wir uns das Ganze nun einmal anders an. Auch das können wir jetzt hier über diese Open Type-Variante machen. Dort haben wir dann auch die proportionalen Versalziffern. Und wenn ich die nun einmal auswähle, dann sehen Sie, dass die Einsen deutlich weniger Platz wegnehmen als unsere Achten. Auch das kann in manchen Situationen sehr, sehr schön sein, Aber für Tabellen sicherlich ungeeignet sein. Also, Sie haben hier diese vier verschiedenen Varianten, wie Ziffern dank Open Type dargestellt werden können. In diesem Video habe ich Ihnen erklärt, was Ligaturen sind, wo man sie benutzen sollte, und wo man sich die Mühe geben sollte, sie nicht zu verwenden. Ich habe Ihnen Möglichkeiten rund um die Open Type-Funktionalitäten gezeigt und wie man mit den Ziffern umgehen sollte, wenn man sie in einem Fließtext hat beziehungsweise, wenn man sie in einer Tabelle hat.

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12 Std. 58 min (102 Videos)
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