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Grundlagen der Fotografie: Filter

ND-Verlaufsfilter: Unterschiedliche Typen

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Die ND-Verlaufsfilter kommen, je nach Einsatzgebiet, in den Varianten Hard, Soft und Reverse vor. Aus zwei Hard-Filtern können Sie auch einen Reverse- oder sogar Stripe-Filter selbst zusammenstellen.
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Transkript

Ein Neutraldichte-Verlaufsfilter darf durch seine Lichtbeeinflussung im späteren Bild nicht sichtbar werden, und muss deshalb zur jeweiligen Lichtsituation passen. Wie Sie sich vorstellen können, ist das natürlich nicht immer gleich. Setzen wir einen Verlaufsfilter falsch ein, ist dieser mit seiner unnatürlichen Abdunklung im Bild zu erkennen. Aus diesem Grund gibt es unterschiedliche Gradationsarten, in verschiedenen Stärken der Abdunklung. So wird ein Einsatz in unterschiedlichen Situationen erst möglich. Die Bezeichnung des Verlaufsfilters bezieht sich immer auf die Art des Übergangs vom durchscheinenden zum abdunkelnden Bereich. Es gibt Soft-, Hard-, und Reverse-Verlaufsfilter Beim Soft Grad - Verlaufsfilter ist der Verlauf sehr weich und wird allmählich bis zu seiner angegebenen Stärke dunkler. Das sieht man hier wunderbar. Hier in der Mitte ist der weiche Verlauf, und wird hier oben zur Stärke dunkler. und hier ist auch ein weicher Verlauf und wird hier noch stärker dunkler, weil er eben stärker ist, eine stärkere Abdunklung, einen stärkeren ND-Grad hat. Er wird überall dort eingesetzt, wo es auf einen weichen Übergang ankommt. Bei unregelmäßigen Abgrenzungen, bei denen keine klare Linie zu erkennen ist. Der hellste Punkt oben ist zum Beispiel eine wellige Gebirgslandschaft mit hoch stehender Sonne, ist der Soft Grad wegen seiner weichen Gradation eine ideale Lösung. Im Gegensatz ist beim Hard Grad der Verlauf relativ abrupt, und wird zu seiner angegebenen Stärke sehr schnell dunkler. Dieser Filter wird überall dort eingesetzt, wo es auf einen schnellen Übergang ankommt. Hier sehen wir den Hard Grad in der Mitte, ganz klar die Linie zu erkennen und einen sehr abrupten Übergang zu seiner angegebenen Stärke. Wenn es im Bild eine sichtbare Abgrenzung gibt, also bspw. einen geraden Horizont, und Licht von oben, kann man den Hard Grad super einsetzen. Trotz harter, dem Motiv angepasster Überblendung kann er in Bild unsichtbar bleiben. Also ich setze den Hard Grad sehr gerne ein, denn bei ihm habe ich aufgrund seiner Bauart, den deutlichsten Abdunklungseffekt. Wenn es zum Motiv passt, kann ich mich mit dem Hard-Verlaufsfilter deutlich spürbarer dem Kontrast anpassen. Deshalb benutze ich den gerne, er ist immer meine allererste Wahl. Ich gucke mir das immer an: Wo ist die klare Linie, wo kann ich ihn einsetzen, und deshalb erstmal Hard Grad, weil er spürbarer ist. Außerdem setzt man ihn auch bei Teleobjektiven ein. Durch die geringe Schärfentiefe der Objektive, wird der eigentlich harte Übergang, sehr weich im Bild dargestellt werden. Wird dort ein Soft Grad eingesetzt, ist er im Bild fast kaum zu sehen, ist überhaupt nicht spürbar. Auch das Justieren, also das Einschieben, das Einrichten auf den gewünschten Punkt, ist mit dem Softverlaufsfilter viel schwieriger zu kontrollieren in dem Fall. Beim Reverse Grad ist der Verlauf im Gegensatz zu Soft und Hard gegenläufig. Der Verlauf beginnt in der Mitte mit einem rasch dunkler werdenden Abschnitt, und wechselt dann in einen nach oben heller werdenden Verlauf. Das heißt, bei dem Reverse Filter ist die Hauptstärke in der Mitte und bei den Filtern Soft und Hart am oberen Ende. Also man sieht es auch hier ganz deutlich, dass bei diesen beiden das obere Ende sozusagen die Abdunklung ist, und hier ist die stärkere Abdunklung ganz klar in der Mitte und wird dann zum oberen Ende heller. Dieser Übergang wird überall dort eingesetzt, wo die hellsten Bereiche des Motivs nicht wie bei vielen Tageslichtszenarien, mit hoch stehender Sonne oben zu finden sind, sondern eher in der Mitte. Solche Lichtverhältnisse können wir bei Sonnenaufgang und Sonnenuntergang antreffen. Hier ist die Sonne der hellste Punkt am Horizont in der Mitte und das bedeutet, dass dort auch am meisten und nach oben hin weniger abgedunkelt werden muss. Wenn Sie keinen Reverse-Verlaufsfilter haben, können sie aus zwei Hard-Verlaufsfiltern, einen Reverse-Filter nahezu simulieren oder nachbauen. Hierzu werden die beiden Hard Filter gegenläufig in den Filterhalter geschoben, und zwar so, dass sich die harten Verläufe wie gewünscht überlappen. Dadurch entsteht eine stärkere Verdunklung, sagen wir mal in der Mitte, die rasch zur eigentlichen Filterstärke übergeht. Zur besseren Übersicht werfen wir einfach einen Blick auf unsere Grafik. Im ersten Beispiel wird ein Filter der Stärke 03 von oben, und ein Filter der Stärke 06 von unten eingesetzt. Optisch sieht der obere Teil dunkler aus als der untere, aber heller als die Mitte der überlappenden Filter. So erreicht man einen Filter, der oben eine Stärke von 0.3 hat und in der Mitte von 0.6 aufweist. Sie werden vielleicht jetzt etwas irritiert sein, und meinen, dass doch der obere Filter eine Stärke 06 hat, und somit also auch oben die Stärke zu sehen sein sollte. Das ist aber nicht ganz richtig. Man muss die untere schwächere ND-Stärke von der oberen abziehen, denn dieser schwächere Teil gehört eigentlich zur Grundbelichtung, ist oben und unten vorhanden, wird somit nicht zur Filterung herangezogen. Wenn man so 0.3 von 0.6 abzieht, bleibt noch 0.3 als ND-Stärke übrig. Genauso verhält es sich im Überblendbereich. Hier würden sich beide Filter, 0.3 und 0.6 zu 0.9 addieren. Aber auch hier muss man die ND-Stärke, die überall vorhanden ist, nämlich 0.3 abziehen, und erhält somit 0.9 minus 0.3 ist gleich 0.6. Mit dieser Technik kann man auch einen Streifenverlaufsfilter, also einen "Stripe" kreieren. Hierbei müssen zwei Verlaufsfilter Hard gleicher Stärke, miteinander kombiniert werden. Auch hier ist es so, dass die Stärke die überall vorkommt, abgezogen werden muss, um auf den eigentlichen Wert zu kommen. So erhält man bei gleichen Stärken einen Verlaufsstreifen, weil sich die eigentliche Filterstärke aufhebt. Das Tolle daran ist, dass man den Verlauf und die Breite durch das Verschieben der Filter, selbst bestimmen kann. Natürlich muss der Verlauf zum Motiv passen, ganz klar, denn sonst würde er im Bild zu erkennen sein, das wäre ja kontraproduktiv. Diese Filterart bietet sich bei Motiven mit klaren Helligkeitsstrukturen an, also lineare helle und dunkle Bereiche, wie zum Beispiel den Horizont, eine Wasserfläche oder Häuserflucht. Dort kann man das wunderbar anwenden. Letztendlich ist ja ein Filter zur Lichtkontrolle wichtig und dabei ist mir komplett egal, wo sich die Problemzone befindet. Man muss es nur schaffen, sie kontrolliert zu belichten und diese gegenläufige Filterkombination ist eine von vielen Möglichkeiten dafür.

Grundlagen der Fotografie: Filter

Lernen Sie, dynamische und statische Motive mit Filtern abzubilden. ND- und Polfilter kommen zum Einsatz, um satte Farben, fließendes Wasser und ziehende Wolken festzuhalten.

3 Std. 43 min (39 Videos)
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