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Grundlagen der Fotografie: Schwarzweiß

Nachbearbeitung der Aufnahme am Fluss

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Eberhard Schuy erläutert die Besonderheiten der Aufnahmesituation und Motivauswahl. Maike Jarsetz berichtet, wie die Bildbearbeitung das beabsichtigte Glitzern des Flusslaufs und die abendliche Lichtstimmung hervorhebt.

Transkript

Zum guten Ende des Tages sind wir noch an diesen kleinen Fluss gefahren und haben uns wirklich genau die Stelle ausgesucht, wir wollten wirklich diesen Flusslauf mit seiner Rundung haben, wir wollten im Vordergrund etwas haben, damit der Fluss nicht einfach praktisch aus dem Bild läuft, sondern wir ihn da auch auffangen und eine gute Bildgestaltung hinbekommen. Rechts war noch so dieses Strauchwerk, diese Büsche. Also das passte alles gut und wir mussten halt nur noch warten bis die Sonne an der richtigen Stelle ist und das ist unbedingt nötig, also da hat sie auch vorher sicherlich so ein bisschen Glitzer im Fluss gehabt, aber wenn man das so markant haben will, bleibt einem letztendlich nichts anderes übrig als genau auf die Minute zu warten und es sind wirklich nur zwei, drei Minuten, wo die Sonne genau an der Stelle stand -- und steht --, wo man diesen Flusslauf gut erkennt und wir dieses Glitzernde im Bach dann so wirklich zeigen können. Ein paar Minuten später ist das zu weit rechts und vorher war es halt verdeckt durch die Bäume. Ja, also das ist uns ganz gut gelungen, ich finde, das ist sehr extrem, aber was mir sehr gut gefällt ist, dass es eben auch so ist, wie man es wirklich gesehen hat. Und wie wir jetzt mit dem extremen Kontrast und mit den extremen Lichtern im Wasser umgehen, da bin ich gespannt, wie wir das holen und wie wir das in Schwarzweiß dann umsetzen. Wir haben es ja extra so belichtet. Wir haben gesagt, wir belichten es knapp, damit wir nicht mit ausfressenden oder zu großen Flächen zu tun haben, wo ausfressende Lichter sind und das checke ich natürlich jetzt als erstes hier nochmal, das heißt, ich gucke mit gedrückter Alt-Taste, wo ausfressende Bereich sind und da sind wirklich nur diese minimalst kleinen Teile, das ist wunderbar, das ist also dafür genau richtig. Auch in den Schwärzen sind wir gut, da haben wir die ersten Teile hier unten im Dickicht. Da kümmern wir uns jetzt aber gar nicht drum, wir wissen, wir haben Schwarz und Weiß im Bild ausgelotet, könnten jetzt an die Belichtung gehen, aber die tut entweder dem einem gut oder dem anderen, deshalb würden wir jetzt eigentlich da, also vielleicht ja so eine... Noch nicht mal eine Viertel-Blende, könnte das Bild vielleicht noch vertragen und bevor ich jetzt an den Klarheitsregler gehe und da die Details wieder raushole, mache ich das in diesem Fall, in diesen Motiven, noch nicht, weil ich jetzt erst mal schauen möchte, wie die Schwarzweiße-Umsetzung ist, was wir da noch machen, ob wir eventuell lokal das machen, um zum Schluss vielleicht das Ganze hier noch so ein bisschen rauszubrezeln. Das heißt, du gehst jetzt noch nicht an die Klarheit, weil sehr viele kleine Details schon sehr markant sind. - Genau. - Okay. Und ich möchte jetzt die Wirkung dieser Details dann tatsächlich durch die schwarzweiße Brille sehen. (M. Jarsetz) Also das reicht mir jetzt schon zu Bildbeurteilung. Das Bild ist ja richtig belichtet und alles, das heißt, es ist ein guter Punkt in die Graustufen-Konvertierung zu gehen. Ein Klick reicht dabei und wenn wir uns das jetzt hier so anschauen, das ist ja eine recht dramatische Lichtstimmung gewesen, die Sonne kam ja direkt von vorne, hat hier gespiegelt und wir hatten die dunklen Wolken, die sich da gerade verzogen haben und damit es nicht zu grau wirkt, würde ich wahrscheinlich als erstes versuchen mal diesen Himmel so ein bisschen intensiver zu machen und da hoffe ich jetzt, dass da genug Blau drin ist und nicht nur Grau war und klicke mit dem Werkzeug für die selektive Anpassung mal rein und ziehe diesen Bereich ins Dunkle. Wenn man dann auch wirklich schon auf einen Wolkenbereich trifft, dann merkt man auch, dass er das Blau da rauszieht, sehe ich ja auch im Schieberegler, und nur das dunkler macht und ich so auch die Struktur in die Wolken mit reinbekomme. (E. Schuy) Super. (M. Jarsetz) Umgekehrt müssen wir jetzt die Struktur auch ein bisschen mehr ins Blattwerk kriegen, das heißt, da klicke ich auch, das wird grün, gelb, irgendwas dazwischen sein, also in erste Linie gelb und du siehst, wie sich die Details da rausarbeiten, ich aber nicht insgesamt heller werde. (E. Schuy) Ja, also jetzt kommt auch sehr schön das Sonnenlicht, das Gegenlicht, auch in dem Blattwerk wieder zum Tragen. Genau, und das wollte ich halt erst sehen, bevor ich versuche das mit dem Klarheitsregler zu erzeugen. Das heißt, jetzt bin ich am Punkt, wo ich durchaus zurückgehen kann und sagen kann: "OK, was macht denn jetzt die Klarheit insgesamt auf dem Bild?" (E. Schuy) Ja, gib nochmal ein bisschen was. (M. Jarsetz) Kann noch mal ein bisschen was vertragen, aber nicht annähernd so viel, wie wir bei den anderen Motiven hatten, sondern da ist so viel Kontrast, so viel Detail-Kontrast drin, dass wir so viel gar nicht mehr machen müssen. (E. Schuy) Super, schön. Jetzt müssen wir vielleicht unseren Blick noch ein bisschen mehr lenken, das, was du gesagt hast, dass es so eingerahmt ist, das können wir natürlich jetzt durch eine lokale Korrektur noch verstärken, indem wir halt einfach den Rahmen oder die Ecke hier so ein bisschen abdunkeln. Und das mache ich einfach mal kurz, einfach "Korrekturpinsel". Genau, einfach mit dem "Korrekturpinsel", ich ziehe die Belichtung ein bisschen runter, vielleicht, ja, die Belichtung wird reichen; nehme einen weichen Pinsel, ich gehe mal in die Pinseleinstellungen unten, aber mit hundertprozentiger Deckkraft, hundertprozentigem Fluss und Dichte und male einfach hier so ein bisschen. (E. Schuy) Wird praktisch wie so eine kleine Vignettation und das Bild wird dadurch -- jetzt sieht man es ganz deutlich --, dadurch wird das Bild und der Blick wirklich im Bild nach innen auf unser Motiv gelenkt und verstärkt eigentlich diese ganze Sonnenatmosphäre, dieses ganze Gegenlicht wird nochmal verstärkt und das wird schon sehr schön. Also es gefällt mir sehr gut, ob es vielleicht jetzt insgesamt nochmal einen Tacken heller könnte, weiß ich nicht und ich finde der Stein unten, könnte zumindest da wo er zum Fluss hingeht, weil er auch so eine tolle Struktur hat, auch noch so einen Hauch wieder aufgehellt werden. Genau, das wollte wir fortsetzen hier, genau diesen Lauf und da wird es ein bisschen dunkler, das denke ich auch, dass wir hier eine neue Korrektur machen und da halt einfach... Jetzt sind wir wieder bei der Klarheit dabei da kann sie mal ordentlich benutzt werden und vielleicht die Belichtung ein bisschen höher setzen, das können wir ja nachher alles nochmal weiter korrigieren und dann gehe ich hierauf. Ist vielleicht sogar einen Tick zu viel, schauen wir uns mal... (E. Schuy) Aber man sieht schon, dass das sich besser fortsetzt, und einfach auch freundlicher wird. Würdest du jetzt die Belichtung noch höher machen? Weiß ich nicht, vielleicht ganz minimal, aber das müsste man wirklich sehen, das kann ich so nicht... Wir können es ja ausprobieren. Wir haben ja schon ein Tick dran rumgearbeitet, aber es ist wirklich nur noch mikroskopisch, was wir da machen, also jetzt nochmal 5 Prozent habe ich noch mal hochgezogen, aber ich denke damit haben wir alles. Wir hatten so ein bisschen den Dunst hier hinten in den Bäumen. Wollen wir den lassen oder wollen wir den auch ein bisschen knackiger machen? (E. Schuy) Es könnte eine Überlegung sein, ob man da ein bisschen mehr den holt oder ob man sogar die Bäume ein bisschen dunkler werden lässt. Ich weiß nicht, machst du das wieder mit dem Dunstfilter? (M. Jarsetz) Also auf jeden Fall mit einer lokalen Korrektur, weil der Dunstfilter würde natürlich jetzt ins gesamte Bild eingreifen, deswegen lokale Korrektur und auch da kann ich den "Dunst entfernen" -- der ist hier auch verfügbar. Ich gehe jetzt erstmal auf das Plus und gucke mir generell die Wirkung an, dadurch wird es natürlich automatisch dunkler, weil er ja dieses milchige Grau so ein bisschen rausnimmt. Es ist, denke ich, fast einen Tick zu viel, ne? (E. Schuy) Denke ich auch. Es wird jetzt einfach nur zu dunkel da hinten, zu schwer in der Stimmung und ich meine, die Sonne kam ja da durch und dann darf das auch so ein bisschen wiedergegeben werden. (M. Jarsetz) Es hat beides seinen Reiz, denke ich, auch wenn wir das sogar verstärken, den Dunst, dann ist es eher so diese Stimmung, dass das Licht entgegen kommt. Gefällt mir jetzt fast sogar noch ein bisschen besser. (E. Schuy) Genau, denke ich auch. - Schön, wunderbar. - Ja, wunderbar. Auch da, wir hatten eine Situation vor Augen, wir standen am Fluss und wollten genau dieses Glitzern, diesen Detail-Kontrast rausbringen und mit der Konzentration auf die bildwichtigen Elemente, auf die Farben, die wir da haben, haben wir das, glaube ich, mit ein paar Reglern auch geschafft und denke ich, sind jetzt genau mit dem Ergebnis auch zufrieden.

Grundlagen der Fotografie: Schwarzweiß

Lernen Sie, was die Schwarz-Weiß-Fotografie ausmacht – von der Bildgestaltung über die richtige Motivsuche und Aufnahme bis hin zur Bildbearbeitung.

2 Std. 15 min (25 Videos)
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