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Fotografieren mit der Lochkamera

Motive für die Lochkamera

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Uli Staiger erklärt hier, was ein passendes von einem weniger passenden Lochkameramotiv unterscheidet.
04:58

Transkript

Jedes Kamerasystem hat sein ganz speziellen Einsatzort bzw. man nimmt es für spezielle Aufgaben. Wenn wir von der Berwefotografie ausgehen, Berwefotografen brauchen große Dateimengen, 100 Megapixel hat mal da schnell beisammen. Früher waren das die Formate 4x5 inch, 5x7 oder 8x10, das waren solche Lappen, richtig groß. Die Sportfotografen dagegen brauchen eher kleine schnelle Kameras, die man auch überall hin mitnehmen kann. Und genauso ist es eben auch mit der Lochkamera. Auch die setzt man für ganz spezielle Aufgaben ein. Es klingt sehr technisch, aber wir machend das einfach mal an der Praxis. Also sehr detailreiche Aufnahmen würde ich mit einer Lochkamera nicht machen. Wenn ich mir vorstelle, man würde technische Geräte, technische Details damit fotografieren, wahrscheinlich wären die zu verschwommen, denn gerade diese Technik, die Exaktheit ausdrücken soll, ist das, was mit der Lochkamera nicht so gut funktioniert, da sie ja doch einen gewissen Unschärfe- Schmelz über die Aufnahme verteilt. Was ich mir eher vorstellen kann, sind Geschichten, was auch sehr gut funktioniert, Makro. Glaubt man gar nicht, oder? Aber Makro funktioniert unglaublich gut, natürlich aufgrund der hohen Tiefenschärfe, ich kann so nah, ich möchte an einem Objekt dran gehen. Also alles wo es wichtig ist, dass ich nahe an etwas herangehen kann, das sehr klein ist, gerade da ist die Lochkamera relativ weit vorne. Vorsichtig hier, diese typische Unschärfe, die Sie kennen von Makro Aufnahmen, werden Sie dort natürlich nicht finden. Makroaufnahmen, die darauf basieren, dass man ein ganz dünne schärfe Bereich hat und der Vordergrund, wie der Hintergrund unscharf werden, das funktioniert damit nicht. Dagegen eben weil diese kleinen Gegenstände komplett scharf sind, wirken sie seltsamerweise auch wesentlich großer. Wir sind nämlich gewohnt, dass Linien, die scharf sind, scharf abgebildet werden, und keine Unschärfebereich aufweisen in der Fotografie, das sie groß sind. Deswegen ist der Einsatz in der Makrofotografie mit einer Lochkamera eine ganz besondere ganz schöne Herausforderung. Wo wir schon im Thema Schärfe sind, beim Tiefenschärfe-Bereich überall da, wo man einen großen Schärfe-Bereich braucht, wo sich das von der Kamera bis nach hinten ausdehnt, auch da logischerweise sind wir mit Lochkameras gut dran. Dann würde ich alles, was Naturaufnahme sind, Natur, Dinge, die poetisch wirken, also... Sonnenuntergänge, Standszenen, solche Sachen, das ist sozusagen die Heimat, wenn man es so will, der Lochkamera. Solche Szenen kann man mit einer Lochkamera einfach ganz besonders toll, besonders gut abbilden, weil sie, wie schon gerade erwähnt, diesem typischen unscharfen Schmelz hat, der mich immer an die ganz frühen Tage der Fotografie erinnert, als man noch nicht auf die großen Formate fotografiert hat, sondern noch recht unscharfes, nicht besonders gutes Filmmaterial hatte. Es ist wirklich schon ungefähr 170 Jahre her. Schauen Sie sich ganz frühere Aufnahmen an, genau daran eruiert mich zumindest die Lochkamera. Dann Langzeitaufnahmen. Alles was mit einer Langzeitbelichtung zu tun hat, die, sagen wir mal, nicht länger ist als zehn Minuten, das können Sie wunderbar mit einer Lochkamera machen. Also wenn ich mir vorstelle, wir fotografieren in der Dämmerung, toll. Wenn wir noch weiter gehen bis zur Nachtaufnahme, wo stundenlang belichtet wird, belichtet man ja normalerweise den Nachthimmel, vielleicht auch mal eine beleuchtete Silhouette einer Stadt, da allerdings wird schwierig. Wenn Sie mit einer Digitalkamera wirklich stundenlang belichten, dann wird das Ding entweder warm oder der Akku ist leer. Man muss ein bisschen vorsichtig sein, das wäre eher was für eine analoge Kamera. Da wiederum, wenn Sie gerade mal an den nächtlichen Himmel denken , werden Sie keine einzelnen Sterne sehen wahrscheinlich, weil dafür ist die Gesamtschärfe- Leistung der Lochkamera zumindest im Kleinbild-Bereich zu gering. Dann sollte man noch eine Sache von der anderen unterscheiden. Als Tipp. Wenn Sie mit einer Lochkamera fotografieren, speziell wenn Sie mit einer digitalen Version fotografieren, können sie sich selbstverständlich nach der Aufnahme rausuchen, ob Sie die Aufnahme lieber in Color oder lieber in schwarzweiß haben wollen. Mein Tipp wäre aber: Bevor Sie anfangen zu fotografieren, bevor Sie sich auf einem Thema einlassen, überlegen Sie sich, ob Sie das schwarzweiß oder farbig haben wollen. Schwarzweiß-Fotografen bevorzugen graphische Objekte, graphisch wirkende Kontraste, also wo sehr viel hell und dunkel aufeinander trifft, das wird schwarzweiß wahrscheinlich immer besser aussehen als farbig. Deren hingegen Aufnahmen die von der Farbe leben, die müssen Sie natürlich als Farbaufnahme machen. Und das sind Dinge, die ich mir als Fotograf lieber vorher überlege, damit ich mich thematisch darauf einlassen kann, als hinterher zu sagen, das mache ich farbig, das mache ich schwarzweiß. Verstehen Sie mich nicht falsch, Sie können es tun, aber wenn Sie sich vorher überlegen lieber schwarzweiß oder farbig zu fotografieren und sich auf dieses Thema dann auch genau so einlassen, haben Sie normalerweise die deutlich besseren Ergebnisse.

Fotografieren mit der Lochkamera

Erfahren Sie, wie eine Lochkamera funktioniert. Von der Konstruktion über die Film-Entwicklung bis zur digitalen Nachbearbeitung erfahren Sie, wie Bilder "ohne Objektiv" entstehen.

2 Std. 17 min (26 Videos)
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Erscheinungsdatum:27.07.2016

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