Mitarbeiter motivieren

Motivationsfaktor Geld

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Geld wird oft als wichtiger Motivationsfaktor gesehen. Hier erklärt Corinna Kriesemer, warum das nur eingeschränkt stimmt.

Transkript

Es tut mir leid, aber wir müssen übers Geld reden. Geld ist der Motivationsfaktor Nummer 1. Wenn man die Realität und Unternehmen betrachtet, dann könnte man das jedenfalls des öfteren glauben. Gehalt, Bonus, der große Dienstwagen und das war's dann mit den Mitteln zur Motivation. Dabei hat Geld als Motivationsfaktor nur eine eingeschränkte Wirkung. Warum? Weil Geld nicht alle Bedürfnisse erfüllen kann. Weil nicht jeder danach strebt, immer mehr und noch mehr Geld zu verdienen. Wir wissen sehr wohl, dass Menschen ganz unterschiedliche Bedürfnisse haben. Trotzdem gehen wir in der Arbeitswelt oft davon aus, dass der Wunsch nach Geld ein Bedürfnis ist, das für alle Beschäftigten gleichermaßen gilt. Das ist durchaus verständlich, denn wie sonst wollen wir ein System schaffen, mit dem wir alle Mitarbeiter nach einheitlichen und damit objektivierbaren Kriterien entlohnen. Welche Messgröße zur Beurteilung von Leistung und aus der Vergleichbarkeit untereinander können wir verwenden? Geld ist dazu ein sehr gutes Mittel. Aber ich möchte Ihnen zwei Beispiele vorstellen, die zeigen, warum Geld als Motivationsfaktor nur eingeschränkt funktioniert. Nehmen wir einen jungen Mann, verheiratet, zwei kleine Kinder, die Frau in Elternzeit. Er hat gerade ein Haus gebaut. Das Paar hat dafür einen Kredit aufgenommen. Was glauben Sie? Wie gut ließe sich dieser junge Mann mit Geld motivieren? Sicherlich sehr gut. Denn er wird froh sein, wenn er und seine Familie finanziell gut abgesichert sind. Zusätzliches Geld tut da gut. Stellen Sie sich nun denselben jungen Mann 30 Jahre später vor. Die Kinder sind aus dem Haus. Das Haus ist abbezahlt. Er und seine Frau haben gute Jobs und verdienen mehr Geld als sie brauchen. Eine Gehaltserhöhung ist für ihn jetzt nur wenig reizvoll. Anstelle der jährlichen Bonuszahlung hätte er lieber ein paar zusätzliche Tage frei, um mit seiner Frau auf Reisen zu gehen. Anderes Beispiel. Stellen Sie sich ein Multimillionär vor. Sein Vermögen ist so groß ,dass er es niemals vom ersten bis zum letzten Euro ausgeben könnte. Glauben Sie, dass Sie diesen Mann mit Geld zu irgendetwas motivieren könnten? Wohl kaum. Diese beiden Beispiele sind absichtlich sehr plakativ gehalten. Was sie zeigen, gilt aber in allen Lebenslagen. Geld funktioniert als Motivator nur solange, wie es eine bestimmte Funktion erfüllt. Es muss dem Betreffenden helfen, Wünsche zu erfüllen, die er sich ohne Geld nicht erfüllen könnte. Sobald diese Wünsche erfüllt sind, verliert Geld seine motivierende Funktion. Und dann? Dann wird es für Sie als Führungskraft schwierig. Dann müssen Sie auf nicht-monetäre Mittel zurückgreifen. Das bedeutet, Sie müssen herausfinden, was Ihren Mitarbeiter in seiner ganz persönlichen Situation motiviert und welche Bedürfnisse er hat. Das kann aber auch bedeuten, dass die Bedürfnisse Ihres Mitarbeiters nicht mit dem übereinstimmen, was Sie von seitens des Unternehmens bieten können. Gefragt sind Ihre Flexibilität und Kreativität. Aber auch Ihre Offenheit, wenn Dinge nicht möglich sind. Denn trotz des Wunsches Ihrer Mitarbeiter so gut wie möglich entgegenzukommen, müssen sie immer auch im Auge behalten, dass Sie alle Ihre Mitarbeiter gerecht behandeln müssen. Das klingt jetzt schwieriger als es in der Praxis oftmals ist. Oft geht es um Themen wie reduzierte Arbeitszeiten, flexible Arbeitszeiten oder auch ein Sabbatical. Außerdem können Sie sicher sein. Ihre Mitarbeiter wissen selbst auch, wo Ihnen und dem Unternehmen Grenzen gesetzt sind. Wenn Ihr Verhältnis zu Ihren Mitarbeitern offen und vertrauensvoll ist, werden Sie gemeinsam kreative Lösungen finden, die einen Ausgleich zwischen den Bedürfnissen des Unternehmens und seiner Mitarbeiter schaffen. Mit dem Arbeitsblatt „Nichtmonetäre Motivation“ können Sie über die Frage nachdenken, wie sie Ihre Mitarbeiter jenseits des Geldes motivieren können.

Mitarbeiter motivieren

Lernen Sie Motivationstheorien kennen und deren Anwendung auf unterschiedliche Typen – garniert mit vielen Tipps aus der beruflichen Praxis.

1 Std. 33 min (20 Videos)
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Erscheinungsdatum:25.04.2016

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