Photoshop-Tipps: Jede Woche neu

Mit Komplementärfarbe tonen

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Der Name ist Programm: Mr. Photoshop alias Olaf Giermann greift tief in die Photoshop-Trickkiste und zeigt Ihnen seine liebsten Techniken und Effekte. In interessanten Lektionen und Mini-Tutorials erklärt er besondere Photoshop-Funktionen im Einsatz, zeigt spannende und außergewöhnliche Techniken und hilft Ihnen, gängige Probleme zu verstehen, zu lösen und zu vermeiden.
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Transkript

Für einen schönen Farbkontrast zum Beispiel bei einem Porträt, können Sie den Hintergrund mit einer Komplementärfarbe zu den Hauttönen beispielsweise einfärben. Und wie Sie das ganz einfach mit einer Gradationskurve lösen können, das möchte ich Ihnen in diesem Tipp der Woche einmal zeigen. Viel Spaß dabei! Ja, und ich habe hier dieses schöne Foto geöffnet, das in herbstlichen Farben gehalten ist. Das könnte man natürlich so lassen, aber um zum Beispiel hier das Gesicht etwas stärker zu betonen, könnte man doch den Hintergrund etwas kühler gestalten, und zwar optimalerweise in der Komplementärfarbe. Und das Komplementär zu Orange ist so ein Cyan-Blau. Und das könnten Sie natürlich jetzt einfach hier machen mit einer Einstellungsebene beziehungsweise einer Füllebene Farbfläche und sich dann hier einfach einen entsprechenden Farbton aussuchen. Wenn Sie die Komplementärfarbe denn bereits wissen, dann klicken Sie auf OK. Können das Ganze hier zum Beispiel mit einer Füllmethode verrechnen, zum Beispiel weiches Licht und sich dann einen Pinsel schnappen und hier das Gesicht von dieser Korrektur ausnehmen, indem Sie hier einfach über das Gesicht malen, natürlich dann mit schwarzer Farbe und diese Bereiche dann davon aussparen. Also, das wäre jetzt Quick and Dirty, man müsste da natürlich ein bisschen genauer malen. Das ginge so, aber wie machen Sie das denn generell, wenn Sie eine Komplementärfarbe möchten? Es muss ja nicht immer ein Gesicht sein, was Sie betonen möchten, sondern zum Beispiel irgendein Kleid, oder irgendein Gegenstand, den Sie im Bild sehen. Und dann müssten Sie dafür zunächst mal die Komplementärfarbe ermitteln. Und das geht ganz einfach und ich möchte hier mal mehrere Tricks zeigen. Zum einen, wie Sie die Komplementärfarbe mit Hilfe der Autokorrektur der Gradationskurven einmal erzeugen können. Und zum anderen, wie Sie automatisch Gesichtsbereiche maskieren lassen können von Photoshop. Zunächst einmal erzeuge ich eine Gradationskurve, und alles, was Sie jetzt machen müssen, ist es, hier sich die mittlere Pipette zu nehmen, mit der Sie einen Graubereich definieren. Und wenn Sie dann zum Beispiel auf einen grauen Bereich wie hier klicken, dann wird dieser wirklich auf Grau gesetzt. Wenn Sie dann hier nachmessen würden, würden Sie sehen, das sind dann 128, 128 und 128 im R und im G und im B-Kanal. Also, wir haben dann hier ein reines Grau, Sie sehen das Ganze baucht ein wenig aus. Aber was passiert, wenn Sie jetzt nicht auf einen grauen Bereich, auf einen neutralen Bereich klicken, sondern auf einen farbigen Bereich? Ja, dann wird hier eine Korrektur vorgenommen, die dafür sorgt, dass Sie mehr oder weniger die Komplementärfarbe erhalten. Sorgen Sie zunächst einmal dafür, dass Sie hier im Aufnahmebereich einen größeren Pixeldurchschnittsbereich wählen. Also, auf keinen Fall 1 Pixel. Wenn Sie ein bisschen Rauschen in dem Bild haben und hier irgendeinen blauen Pixel oder so erwischen, dann erhalten Sie sehr schnell ganz unerwartete Ergebnisse. Also, nehmen Sie hier ruhig einen größeren Durchschnittsbereich von 3 x 3, oder 5 x 5 Pixel. Und dann klicken Sie hier auf einen Hauttonbereich. Und Sie sehen, dann haben Sie sofort hier diesen Cyan Farbstich im Hintergrund, also die Komplementärfarbe erwischt. Dann können Sie auch ein bisschen spielen, weil die Hautfarbe, die variiert ja in den verschiedenen Helligkeitsbereichen. Und wenn ich hier mal die Korrektur ausblende, dann sehen Sie, das ist auch ein gesättigtes Orange hier oben, im Gegensatz zu dem auf den Wangen. Also, hier wurde entweder unterschiedlich geschminkt, oder durch das Licht ist entsprechend die Farbigkeit hier verändert worden, oder eben auch durch die Retousche, was natürlich auch der Fall sein kann. Also, probieren Sie ruhig mal einen Klick auf verschiedene Bereiche des Gesichts aus und ich würde sagen, oben auf der Stirn, da hat mir der resultierende Blauton jetzt am besten gefallen. So finde ich es gut. Die Korrektur, wie die genau aussieht, brauchen wir uns jetzt gar nicht darum zu kümmern, sondern wir schauen uns jetzt mal an, wie wir das Gesicht maskieren können. Und zwar wählen Sie dazu Auswahl und dann Farbbereich. Und hier haben Sie die Möglichkeit zum einen Hauttöne zu wählen, also menschliche Hauttöne werden damit eigentlich recht gut erkannt. Sie sehen, so ganz optimal ist das Ganze hier natürlich noch nicht. Und hier sehen Sie auch schön die Unterschiede der einzelnen Gesichtsbereiche. Ich kann ja das mal hier anzeigen lassen im Großen, dass hier die Hauttöne doch sehr unterschiedlich ausfallen im Gesicht aufgrund der Bearbeitung oder eben der Schminke, die hier aufgetragen wurde, oder aufgrund des Lichtes. Und deshalb müssen wir hier ein bisschen aufpassen. Was Sie aber ebenfalls aktivieren können, ist die Gesichtserkennung. Und dann wird die Maske schon deutlich besser. Das kann sich hier schon ganz gut sehen lassen. Sie können dann hier mit der Toleranz noch ein bisschen spielen. Und Sie sehen, wenn ich hier das Ganze auf Anschlag nach rechts ziehe, dann wird ein Großteil des Bildes ausgewählt, nämlich alles das, was eher im rötlichen Bereich lag. Aber ich möchte ja im Hintergrund gerne dieses Blau behalten und in der jetzigen Einstellungsvariante habe ich im Prinzip nur das Gesicht blau gefärbt, also, quasi neutralisiert durch die Kurve. Und das möchte ich ja nicht. Also muss ich hier wählen, dass ich die Auswahl umkehren möchte. Ja, und jetzt habe ich das, was ich eigentlich erreichen wollte. Ich habe das Gesicht geschützt vor dieser Änderung durch die Gradationskurve und der Hintergrund wird eingefärbt. Aber natürlich nicht alles, weil die Farbtöne des Hintergrunds doch recht nah hier an den Hauttönen waren. Aber so weit so gut. Ich kann hier versuchen noch mit der Toleranz ein bisschen zu spielen, um beispielsweise wirklich in erster Linie das Gesicht zu bewahren. Aber ich schaue eigentlich nur auf solche Konturen dabei, dass diese möglichst klar sind, weil alles andere kann man sehr schnell mit dem Pinsel korrigieren. Ich klicke also hier auf OK, schaue mir die Maske mal an. Ja, die wirkt jetzt noch ein bisschen hart, also könnte man die aske doch weichzeichnen. Und das geht zum Glück nicht destruktiv im Eigenschaftenbedienfeld, und zwar hier über den Regler Weiche Kante. Also, Sie müssen zunächst einmal die Maske aktivieren und dann gehen Sie in das Eigenschaftenbedienfeld. Und dann können Sie hier mit dem Regler Weiche Kante die Maske etwas weichzeichnen. Aber zuerst einmal lassen Sie uns die Maske ein bisschen aufräumen. Mit gehaltener Alt-Taste klicke ich da einmal drauf, nehme dann mit der Taste B einen Pinsel, und zwar mit weißer Farbe und male dann hier den Hintergrund aus. Und ich achte darauf, dass ich hier nicht über das Gesicht male, auch hier vorne die Haare, die können teilweise gerne geschützt werden vor der Änderung, indem Sie hier diese schwarz lassen. Aber die Mütze würde ich dann ebenfalls hier schon weiß übermalen. [kein gesprochener Text] Ja, das wäre jetzt die Änderung. Vorher, nachher. Ich finde, das Gesicht kommt dadurch deutlich besser zur Geltung, ohne dass wir hier groß mit einer Randabdunklung, also mit einer Vignette arbeiten müssten, sondern einfach nur durch diese Farbgebung Und jetzt müssen Sie entscheiden, stören diese Härchen hier, dass diese noch rot sind. Ich würde sagen, ja. Also, würde ich diese jetzt hier mit dem Pinsel ausnehmen. Und dann zoome ich nochmal rein und schaue es mir im Detail an und da sehe ich, ja, das wirkt hier teilweise ein bisschen wie nachgeschminkt am Auge, weil da die Korrekturen natürlich noch durchkommen. Na, wir haben hier sehr feine Übergänge bei der Auswahl und die müssen wir jetzt glätten. Also, gehe ich hier mal rein in die Eigenschaften und erhöhe dort den Wert für die Weichzeichnung. Dann wird das Ganze glatter und wenn ein wenig von diesen blauen Farbtönen auch hier vorne in diesem Bereich zu liegen kommt, dann schadet das nicht unbedingt, sondern tut dem Bild sogar gut. Denn Sie sehen, auch die Augen erhalten dadurch dieses Blau des Hintergrundes und das ergänzt sich zu den Hauttönen eigentlich wunderbar. Also, das wäre jetzt das Vorher-Bild, das wäre das Nachher-Bild. Und Sie haben gesehen, wie einfach das geht, und zwar einfach eine Gradationskurve nehmen, die mittlere Pipette, sich einen passenden Hautton aussuchen, mit einem vergrößerten Aufnahmebereich, einmal reinklicken, für diese Korrektur sorgen, die Gradationskurve ausblenden und eine Maske hinzufügen, falls noch keine an der Einstellungsebene hängen sollte, und dann hier Auswahl Farbbereich wählen. Dort wählen Sie dann die Hauttöne und die Gesichtserkennung und dann optimieren Sie die Maske so, dass diese zum Motiv passt, und zwar ganz einfach mit dem Pinselwerkzeug. Ein einfacher Effekt, Vorher - Nachher. Ich mag es. Viel Spaß beim Nachbauen.