Grundlagen der Video-Farbkorrektur

Messgeräte richtig benutzen

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Das menschliche Auge allein reicht für Farbkorrektur nicht aus: Grund genug, sich näher mit den Messgeräten zu beschäftigen.

Transkript

Leider reichen unsere Augen alleine nicht aus, um Farbkorrekturen zu machen, und deshalb sprechen wir jetzt über Messgeräte und andere Werkzeuge. Ja, ich weiß, bei den komischen Dingern fragen sich viele immer wieder, was zum Geier das eigentlich ist, aber seit ich verstehe, wie sie funktionieren und wie man sie benutzt, möchte ich persönlich sie nicht mehr missen. Abgesehen davon sind sie für eine gute Farbkorrektur unentbehrlich. Auch wenn das menschliche Auge zur Analyse und Beurteilung von Bilder bereits ein sehr mächtiges Werkzeug ist. Grundsätzlich haben wir schon ein sehr gutes Gefühl, welche Richtung wir einschlagen müssen, um ein Bild besser aussehen zu lassen. Bei Licht und Farbe ist es durchaus möglich, durch einfaches Betrachten zu entscheiden, ob wir den Kontrast anpassen, die Farbe ausgleichen oder die Sättigung erhöhen müssen. Vorausgesetzt, wir schauen auf einen eingemessenen und komplett kalibrierten Referenzmonitor. An dieser Stelle möchte ich kurz erwähnen, dass Farbkorrektur am Laptop, in der Sonne oder in einem bunten Büro, mit schönen stylischen Lichtquellen keine wirklich gute Idee ist. Ich staune aber immer wieder, unter welchen visuellen Bedingungen manche Kollegen täglich ihre Farben beurteilen und verändern. Sich deshalb nur auf die Augen zu verlassen, ist keine gute Idee. Wir brauchen Videomessgeräte, um einzeln Werte exakt zu messen, anstatt sie einfach nur anzuglotzen. Deshalb halte ich Farbkorrektur auch für eine extrem faszinierende Mischung aus Kunst und Wissenschaft. Ich kann damit auf der einen Seite sehr kreativ sein und die Schönheit einer Einstellung herausarbeiten, auf der anderen Seite brauche ich auch die Werkzeuge, um sicherzustellen, dass meine Anpassungen korrekt berechnet und dargestellt werden. Es gibt inzwischen ziemlich viele Varianten an Messgeräten, von denen ich aber nur die drei gebräuchlichsten herauspicke. Das Y Waveform benutzt man man zum Beispiel, um die Schwarz- und Weißwerte korrekt einzustellen. Die RGB Parade hilft uns, Farbstiche oder ein eventuelles Ungleichgewicht zwischen den drei Farben Rot, Grün und Blau zu erkennen und zu beheben. Das Vectorskop verwendet man, um die Farben zu verbessern und die Sättigung und den Farbbereich, speziell den der Hauttöne, einzustellen. Allerdings reichen Videomessgeräte alleine auch nicht aus, um Farben wie gewünscht anzupassen, denn unsere Augen müssen dabei mit den Messgeräten zusammenarbeiten, weil, die Software weiß nicht automatisch, welcher Bereich im Bild wie aussehen soll. Bai diesem Bild zum Beispiel sehen wir, dass wir in den Schatten ein echtes Schwarz haben. Aber der einzige Bereich, der im Bild so gut wie weiß ist, sind ihre Zähne. Und wenn wir jetzt auf ein volles Weiß korrigieren würden, würde das ziemlich unnatürlich aussehen, denn die Zähne sind in der Realität einfach nicht 100 % weiß. Wir müssen das Bild also genau anschauen, um zu entscheiden, dass wir die Schatten anders behandeln müssen als die Lichter. Dieses Bild müssen wir hingegen völlig anders behandeln als unsere Lena. Es gibt also Vieles zu analysieren und zu entscheiden. Und wie schon gesagt, um ernsthafte Farbkorrektur zu machen, müssen Sie sicherstellen, dass Sie einen hochwertigen, korrekt kalibrierten Monitor in der richtigen Umgebung verwenden. Ein billiger Monitor wird durch falsche Sättigung oder zu viel Kontrast immer ein völlig falsches Ergebnis zeigen, während das Bild eigentlich ganz anders aussieht. Dann werden werden Sie aufgrund der falschen Darstellung logischerweise auch falsche Anpassungen vornehmen. Investieren Sie also die Zeit, Ihren Monitor auf die korrekte Farbtemperatur von 6.500 Grad Kelvin einzustellen, auch D65 Normlicht genannt, was in etwa der Farbtemperatur von Tageslicht an einem grauen wolkenverhangenen Himmel entspricht. Nehmen Sie sich auch Zeit, den Farbkontrast zwischen den Farben richtig einzustellen. Es gibt ein ganze Reihe an Online-Tutorials, wie man Monitore richtig für die einzelnen Einsatzbereiche kalibriert. Wenn Sie’s also ernst meinen mit der Farbkorrektur, dann bitte, bitte kümmern Sie sich um diese Themen, denn es ist wirklich wichtig. Man glaubt gar nicht, wieviel Geld tagtäglich verschwendet wird, nur weil Leute das auch in großen Firmen nicht immer ernst nehmen. Achten Sie also darauf, dass Sie die richtige Beleuchtung haben, sodass Sie Ihre Bilder so wahrnehmen können, wie sie wirklich sind. Stellen Sie sich einen kompletten abgedunkelten Raum ohne Fenster vor, in dem die einzige Lichtquelle der Monitor ist. Sie werden wahrscheinlich nicht nur Kopf- und Augenschmerzen bekommen, wenn Sie zu lange auf diesen Monitor starren, Ihre Pupillen werden sich auch stark erweitern und verengen, je nach dem auf welches Bild Sie gerade schauen. Das ermöglicht keine gute Wahrnehmung von Farbe und Kontrast. Wenn Sie auf der anderen Seite in einem viel zu hellen Raum auf Ihren Monitor schauen, wird Ihre Wahrnehmung ebenfalls fehlerhaft sein, weil unter Umständen auch andersfarbige Lichtquellen auf Ihren Monitor strahlen und unerwünschte Spiegelungen verursachen. Idealerwiese arbeiten Sie in einer Umgebung von gut platzierten Lichtquellen, die auf 6.500 Grad Kelvin eingestellt sind. Professionelle Coloristen richten ihre Räume meistens mit indirektem Flächenlicht ein, das hinter dem Monitor von der Wand oder einem Stoff reflektiert wird. Außerdem ist auch die Wandfarbe ein wichtiges Kriterium für die korrekte Wahrnehmung. Wenn ich die ganze Zeit auf eine rote Wand schaue, wird mein Auge unweigerlich eine Art Weißabgleich durchführen, um die überschüssige Farbe zu kompensieren. Das kennen viele von der eingefärbten Skibrille im Winter oder von gebräuchlichen Sonnenbrillen. Denn erst wenn wir die Brille wieder absetzen, merken wir, wie sehr die Brille die Farben verändert und die Lichtanteile herausgefiltert hat. Aus diesem Grund sollten Sie Farben nur in einem farblich neutralen Raum korrigieren. Coloristen streichen Ihre Wände meistens mit 18 %-igem Grau, das auch Neutral-Grau genannt wird. Ich möchte jetzt aber nicht, dass Sie Ihr komplettes Haus neu streichen, wenn das nicht möglich ist, aber Coloristen nehmen diese Sache eben aus den genannten Gründen entsprechend ernst. Sie können auch grauen Stoff oder ein Segeltuch hinter den Monitor und hinter Ihren Sitzplatz spannen, um eventuelle Wandfarben abzuschirmen. Das kann schon sehr viel helfen. Und dann sind da noch ein ganze Menge an externen Geräten, die Sie einsetzen können, wenn Sie ernsthaft Farbkorrektur betreiben wollen. Panels und Konsolen ermöglichen eine sehr präzise und gleichzeitige Steuerung der Farben und Werte. Zudem bieten sie zusätzliche Funktionen, die ein reines Farbkorrekturprogramm nicht bieten kann. Ich hoffe Ihnen ist hiermit klar geworden, dass Sie alle Aspekte der Farbkorrektur wirklich ernst nehmen müssen, wenn Sie die besten Ergebnisse erzielen wollen.

Grundlagen der Video-Farbkorrektur

Sehen Sie, worauf Sie achten müssen, wenn Sie Farbe im Film korrigieren oder stimmungsvolle Looks gestalten.

2 Std. 21 min (18 Videos)
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