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Mehr Dynamikumfang mit Camera-Raw-HDR

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Der Name ist Programm: Mr. Photoshop alias Olaf Giermann greift tief in die Photoshop-Trickkiste und zeigt Ihnen seine liebsten Techniken und Effekte. In interessanten Lektionen und Mini-Tutorials erklärt er besondere Photoshop-Funktionen im Einsatz, zeigt spannende und außergewöhnliche Techniken und hilft Ihnen, gängige Probleme zu verstehen, zu lösen und zu vermeiden.
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Transkript

Wenn Sie Raw-Dateien mit Camera Raw zu einem HDR-DNG zusammenfügen, haben Sie zur nachträglichen Bearbeitung einen deutlich höheren Dynamikumfang zur Verfügung und das funktioniert sogar mit leicht bewegten Elementen. Auf einer Radtour entlang des Rheins bin ich auf dieses Fotomotiv gestoßen. Ich fand das eigentlich ganz spannend, aber da ich mit dem Fahrrad unterwegs war, hatte ich natürlich nicht die Riesenspiegelreflex mit, die vielleicht einen besseren Dynamikumfang gehabt hätte, als die Kompaktkamera, die ich dabei hatte. Aber was sollte ich machen, ich fand das Ganze recht schick und hab deswegen eine Belichtungsreihe aufgenommen, so, und das ist die hellste Belichtung. Das heißt, hier sieht man bisschen was von dem Bootinneren hier überstrahlen dagegen viele Bereiche. Der Vordergrund, ja der ist recht hell das ist ganz gut, auch hinten haben wir noch schön Zeichnung. Die mittlere Belichtung zeigt schon etwas mehr Zeichnung im Wasser und die dunkelste Belichtung, die ist für den Himmel recht gut geeignet. Und die drei Belichtungen, die kann man jetzt kombinieren zu einem HDR und daraus dann entsprechend durch Tonemapping ein passendes Bild entwickeln. Das Problem ist hierbei, dass wir Abweichung haben. Sie sehen das Boot, das bewegt sich etwas hin und her, das ist nicht in der gleichen Position. Ich hab auch mit der Kamera ein bisschen gewackelt, weil ich frei Hand aufgenommen habe und hier braucht es eine Geisterbildentfernung. So nennt man das, denn wenn man diese Bilder einfach übereinanderlegen würde, und die Deckkraft der einzelnen Fotos etwas senken würde, würden Sie sehen, dass die Konturen nicht ganz passen. Und wenn quasi ein Objekt da ist, wo es nicht hingehört und nur teilweise sichtbar ist, dann ist das wie ein Geist und deswegen spricht man da von Geisterbildern. Und wenn Sie diese Bilder jetzt kombinieren würden, mit dem herkömmlichen HDR-Dialog von Photoshop, dann bekommen Sie wahrscheinlich kein gutes Ergebnis. Aber in Camera Raw geht es deutlich besser, denn hier wurde jetzt auch die Möglichkeit hinzugefügt, ein HDR zu erzeugen und wie das geht, das möchte ich Ihnen gleich mal zeigen. Und zwar brauchen Sie dazu nur die drei Bilder markieren, Cmd+O drücken, um diese in Camera Raw zu laden. Dann müssen Sie diese Bilder alle mal auswählen, zunächst mit Cmd+A und dann hier auf dieses kleine Feld klicken beziehungsweise den Shortcut Alt+M benutzen, um die Bilder zu einem HDR zu kombinieren. Und das Schöne ist bei diesem Workflow, also mit Camera Raw erzeugen Sie keine TIFF-Datei oder keine PSD-Datei, sondern eine DNG-Datei, das heißt, das Ganze bleibt ein Raw und dieses Raw können Sie dann in Camera Raw wieder wie eine Raw-Datei optimieren. Also das war jetzt etwas viel Raw in einem Satz, aber Sie sehen gleich, was ich meine. Und zwar klicke ich jetzt hier einfach mal drauf, dann kommt ein Zwischendialog, der hier mal kurz mich warten lässt. Wenn Sie jetzt mal drauf achten, ich kann hier leider nicht zoomen in diesen Dialog. Aber wenn Sie hier mal sich die Details angucken, dann sehen Sie schon die Geisterbilder, die ich meinte. Also hier gibt es Doppellinien, in den Wellen gibt es Muster, die nicht ganz zusammenpassen und hier kommt dieses De-Ghosting, also die Entgeisterung auf Deutsch sozusagen, zum Tragen. Und hier können Sie verschiedene Stufen wählen, Wenn Sie einen sehr großen Versatz zwischen den Bildern haben, würden Sie hier High wählen. Wenn der Versatz nur sehr klein ist, dann wählen Sie Low. Und hier müssen Sie mal ein wenig probieren, was bei den verschiedenen Bildern am besten funktioniert. So als Daumenregel sollten Sie versuchen, mit einer möglichst geringen die De-Ghosting auszukommen, also Low wäre die erste Wahl. Ich starte hier aber mal mit Medium, um zu schauen, welche Bereiche hier davon betroffen wären und sie können sich diese Bereiche anzeigen lassen, indem Sie hier Show Overlay anhaken. So, das mache ich hier mal. Und ja, ich stelle gerade fest, dieser ganze Dialog ist hier auf Englisch, obwohl Photoshop auf Deutsch gestellt ist. Das sollte eigentlich nicht der Fall sein. Also bitte nicht wundern. Das sollte bei Ihnen alles auf Deutsch stehen. Jetzt sehen Sie hier die Bereiche, in denen dieses De-Ghosting stattfinden wird. Und ich denke, das passt ganz gut. Wir können mal vergleichen, das Ganze auf hoch zu stellen, also auf High. Ja, und das wäre zu viel des Guten, also hier würden wahrscheinlich große Bereiche nur aus einzelnen dieser Fotos dann herangezogen werden. Und wenn wir uns das mal bei Low anschauen, also bei einer geringen De-Ghosting, dann haben wir nur diese Teile, aber hier kleine Streben fallen dann weg. Also hier würde ich wirklich mit Medium dann fortfahren. Ich klicke also hier auf Zusammenfügen, also auf Merge, und dann müssen Sie die Datei speichern. Und das mache ich der Einfachheit halber mal hier auf dem Schreibtisch, nenne das Ganze so, wie das automatisch hier vorgeschlagen wird, also 01-HDR, klicke auf Sichern und dann erscheint dieses zusammengefasste Bild hier auch gleich im Camera RAW-Dialog. Das schaue ich mir mal an. Und was soll ich sagen, das ist Top geworden, da kann man nicht meckern. Hier gibt es zwar einige Überstrahlungen, aber sind mehr chromatische Aberrationen, um die man sich hier bei den Objektivkorrekturen kümmern kann. Also hier den Purple Amount, diese Purple Fringes etwas abmildern, so, aber der Rest muss ich sagen, der gefällt mir wirklich gut. Das heißt, Sie können jetzt diese Datei so wie gehabt hier optimieren, und zwar über die Regler, die Ihnen hier zur Verfügung stehen. Aber hier findet auch ein sogenanntes Auto-Tonemapping statt, das heißt die Lichter und die Schatten, die wurden hier bereits aufgehellt. Sie können hier mit der allgemeinen Belichtung noch etwas hinterher korrigieren, aber ich würde Ihnen empfehlen hier von diesen Reglern jetzt so die Finger zu lassen, höchstens hier mit der Klarheit etwas einzugreifen und vielleicht die Sättigung anzupassen. Also zum Beispiel die allgemeine Sättigung der schwachen Farben mit der Dynamik etwas zu erhöhen beziehungsweise hier mit der Sättigung etwas zurück zu korrigieren, um die Farbsättigung einfach insgesamt etwas auszugleichen. Was Sie hier aber machen können und sollten, ist es, mit den lokalen Werkzeugen zu arbeiten, also mit dem Anpassungspinsel mit dem Verlaufsfilter und mit dem Radialfilter. Damit können Sie beispielsweise hier sehr schön, und ich klick mal hier vor der Belichtung auf das Minus, die Belichtung des Himmels etwas zurückfahren. So, das können Sie dann auch noch nachkorrigieren. Sie können dann beispielsweise auch, indem Sie einen neuen Punkt anlegen, die Belichtung zum Beispiel für den Vordergrund noch etwas aufhellen und hierbei greifen Sie immer auf Raw-Daten zurück. Und dass ist das wirklich Schöne daran, dass sie hier keine Überstrahlungseffekte oder so erhalten, wenn Sie es übertreiben, weil die Datenbasis, die ist wirklich gut. So, dann nehme ich mir mal den Radialfilter, auch hier erhöhe ich die Belichtung ein wenig und würde das Boot hier in der Mitte etwas aufhellen und jetzt ist hier noch die Maske invertiert, das heißt, die muss ich umkehren, also ganz nach unten scrollen und dann im Inneren wählen und dann kann ich hier das Boot im Inneren wirklich noch etwas aufhellen, indem ich die Belichtung etwas nach rechts ziehe. Also nur sehr subtil und dann hätte ich jetzt hier mein Bild fertiggestellt. Ich wechsle also wieder zum Handwerkzeug und kann Ihnen mal den Vergleich zeigen. Also, das waren die Einzelbelichtungen, entweder überstrahlt oder zu dunkel, und das ist die ausgeglichene Version. Hier könnte man natürlich noch weiter eingreifen, mit einer Teil-Tonung oder zum Beispiel, indem wir die Vignette etwas erhöhen, und zwar mit Farbpriorität und dann die Weichheit dieser Kante etwas erhöhen und den Mittelpunkt der Vignette etwas nach innen bringen, um den Fokus mehr auf das Boot zu bringen. Die Spitzlichter kann ich dann hier davon ausnehmen, mit dem Lichterregle und das wäre jetzt meine Entwicklung und so einfach geht das mit dem Raw-Workflow in Camera Raw.