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Grundlagen der Video-Farbkorrektur

Looks und Stil erzeugen

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Nach Abschluss der technischen Farbkorrektur geht es bei der kreativen Farbkorrektur darum, einzelnen Szenen oder dem gesamten Film einen Look zu verleihen, der eine bestimmte Atmosphäre erzeugt.

Transkript

Sobald Sie alle Einstellungen technisch korrigiert, verbessert und sichergestellt haben, dass sie im Kontext mit den aufeinanderfolgenden Szenen farblich und vom Kontrast her zusammenpassen, können Sie den nächsten Schritt machen und mittels einer kreativen Farbkorrektur einen Look oder eine bestimmte Atmosphäre erzeugen. Das ist jetzt auch der Schritt, in dem Sie sich Gedanken machen, was Ihr Publikum während der einzelnen Szenen und auch während des gesamten Films fühlen sollen. Welche Stimmungen möchten Sie transportieren? Hier können Sie sich jetzt nach Lust und Laune austoben, sofern Sie auch die Zeit dafür haben, und die ist bei den meisten Produktionen sowieso Mangelware. In jeder Software funktioniert die kreative Farbkorrektur etwas anders und deswegen zeige ich Ihnen als erstes, wie Sie in Premiere Pro, dann in Avid Media Composer und am Ende in Final Cut anzulegen ist. Danach werde ich die eigentliche Korrektur nur noch in Premiere machen, und Sie können das Grundprinzip dann in Ihr bevorzugtes Programm übertragen. Bitte denken Sie daran, dass professionelle Coloristen an dieser Stelle sehr viel mehr Schritte benötigen, als wir, um die Looks zu erzeugen, die Sie aus den Kinofilmen kennen. Das liegt hauptsächlich daran, dass wir nicht so tief in die Farben einsteigen, wie die Profis. Beginnen wir mit Premiere Pro. In Premiere Pro gibt es zwei Wege eine stilistische Korrektur durchzuführen. Die eine basiert auf verschachtelten Sequenzen oder auf englisch: nested sequences, bei denen mehrere Clips zu einem Clip zusammengefasst werden und somit als einzelner Clip behandelt werden, auf dem ich dann eine Farbkorrektur anwende. Die andere arbeitet mit Einstellungsebenen, von denen ich beliebig viele auf andere Videospuren über die Timeline legen kann. Für eine Farbkorrektur bevorzuge ich grundsätzlich die Methode mit den Einstellungsebenen, da sie mir mehr Flexibilität bietet. Aber je nach Projekt kann auch die andere Methode sinnvoll sein. Die erste Methode funktioniert nach folgendem Prinzip: Ich wähle mit dem Cursor alle Clips aus, die zusammengehören, wähle mit der rechten Maustaste die Option "Verschachteln", und gebe dieser Sequenz einen eigenen Namen. Nun werden diese Clips als ein Clip behandelt und ich kann jetzt über die ganze Timeline, beziehungsweise über alle Clips, eine Farbkorrektur global anwenden. Da lege ich eine zweite Videospur an, wähle hier in meinem Projektfenster aus, eine neue "Einstellungsebene". Diese lege ich dann in die zweite Videospur und ziehe sie entsprechend so weit auf, dass sie über alle Bereiche geht, die ich verändern möchte und dann kann ich, entweder je nach Szene unterteilen, und habe so nun drei Segmenter die ich getrennt voneinander farbkorrigieren kann. Am Ende kann ich ganz oben noch eine dritte Spur hinzufügen, über die ich dann das ganze Projekt ziehe. Wenn ich hier jetzt noch eine beliebte Vignette drüberziehe, kann man sehen, wie man das Ganze aufschichtet, von unten nach oben. Premiere Pro liefert eine ganze Menge an Looks und vorgefertigten Lookup Tables, dafür kann ich zum einen in die kreative Farbkorrektur hier gehen, und kann zum Beispiel einen Look aus dieser Liste auswählen, was immer schön ist: Ich mag zum Beispiel "MATRIX GREEN". Das ist immer schick und entsprechend kann ich die Intensität hinzufügen oder wegnehmen, das Ganze noch mit einem "Scharfzeichner" versehen, ein bisschen mehr "Dynamik" rein und schon habe ich den berühmten Matrix-Look. Aber ich kann hier auch durchschalten, und wenn mir etwas besonders gut gefällt, dann muss ich nur kurz halten und loslassen und schon wird dieser Look angewendet. Falls ich andere Lookup Tables mir aus dem Internet lade oder von einer Kamera bekomme, dann kann ich diese unter "Durchsuchen" auch direkt anwählen und einladen. In meiner Effektpalette können wir mal nachschauen, dort gibt es eine ganze Reihe an Lumetri-Looks und zwar diese Universal-Red und kameraspezifische Lookup Tables und kamerspezifische Farbkorrekturen. Und was ich jetzt mal verwende, ist zum Beispiel, nehmen wir mal einen Bleach Bypass, diesen hier vielleicht, ja, der sieht ganz gut aus. Diesen Effekt lege ich mal oben drauf und dann sehen wir hier, funktioniert das genau so wie mit jedem anderen Effekt. Wechseln wir nun zum Avid Media Composer. hier habe ich auch grundsätzlich, theoretisch zwei Möglichkeiten wie bei Premiere, diese Farbkorrekturen anzuwenden. Die eine wäre: Ich gehe hier und wähle "in-out", dafür muss ich allerdings in den Schnittmodus gehen, beziehungsweise in den Arbeitsbereich "Schnitt". Dafür wähle ich den Bereich "in-out" aus und setze dann diesen Effekt "Submaster" oder "/Collapse" auf diese Clips drauf und jetzt kann ich natürlich genauso wie in Premiere, diese als einen Clip behandeln und in die Farbkorrektur gehen. So, schauen wir uns das mal an, und wenn ich jetzt eine Farbkorrektur appliziere, gilt das logischerweise auf alle Clips und ich kann dann hier reinspringen und nochmal in die Clips hineingehen, wenn ich möchte. Eine andere Möglichkeit, die auch beim Avid sehr viel sinnvoller ist, wäre, eine neue Videospur hinzuzufügen. Auch das mache ich in dem "Source und Record"-Modus, und jetzt ist die Farbkorrektur einfach auf Videospur 2 zu legen. Zurück in die Color Correction und sobald ich jetzt hier eine Änderung vollziehe, zum Beispiel so was, und ein bisschen so, ein bisschen mehr grün. Hier funktioniert dieser Filler genauso wie in Premiere mit der Einstellungsebene, und ich kann jetzt hier entsprechende Looks über den ganzen Film legen. In Final Cut Pro X funktioniert das auf folgende Art. Ich wähle alle Clips wie bei Premiere mit der Maus aus, rechte Maustaste und wähle einen neuen, zusammengesetzten Compound-Clip, in englisch. Dem gebe ich einen neuen Namen. Und auch hier habe ich wieder einen Container, in dem alles drin liegt. Jetzt könnte ich zum Beispiel hergehen, mit dem Werkzeug ein paar Schnitte setzen, um unterschiedliche Segmente zu erzeugen, die ich unterschiedlich bearbeite, und wenn ich jetzt hier die Auswahl treffe, kann ich hier rechts zum Beispiel auswählen, auch wie in Premiere, verschiedene Looks. In dem Fall nehmen wir mal den "Sepia"-Look, ja, so würde es aussehen. Und da mit Doppelklick, ist es schon appliziert. Wir nehmen diesen Clip. Schauen wir mal... nehmen wir mal eine eigene Farbkorrektur, und zwar die Schatten ins Grün, die Highlights ins Gelb. Nah, vielleicht mach ich’s doch eher ins Blau. Und Gelb, ja so. Die Hautfarbe neutral. Sättigung, ein bisschen anpassen. Und die Belichtung. Natürlich ist das eine kreative Farbkorrektur, die nur funktioniert, wenn ich vorher meine Werte richtig eingestellt habe, und die technische Korrektur sauber ausgeführt habe. Nur dann funktioniert es, dass über einen ganzen Film, diese Änderung funktioniert. Wie Sie sehen, ist es ziemlich einfach, eine Korrektur über mehrere Clips zu legen und damit dem Film ein komplett anderes Aussehen zu geben, je nachdem eben, welches Programm Sie verwenden.

Grundlagen der Video-Farbkorrektur

Sehen Sie, worauf Sie achten müssen, wenn Sie Farbe im Film korrigieren oder stimmungsvolle Looks gestalten.

2 Std. 21 min (18 Videos)
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