Photoshop: Bilder schärfen und stilisieren

Lokalkontrast erhöhen für mehr Plastizität

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Durch Erhöhung des Lokalkontrasts betonen Sie die Formen im Bild, also die Plastizität der abgebildeten Personen oder Gegenstände. Lernen Sie hier die Photoshop-Funktionen kennen, mit denen Sie das bewerkstelligen können.
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Transkript

Zum Schärfeeindruck eines Bildes trägt nicht nur die eigentliche Schärfe bei, also die Detailschärfe, sondern auch der Kontrast. Also einmal der Kontrast des gesamten Bildes als auch vor allem der Lokalkontrast. Und um den soll es in diesem Film gehen. Was meint Lokalkontrast? Lokalkontrast meint nicht, dass Sie eine Schärfung vornehmen und dann diese Schärfung nur lokal, also an einer bestimmten Bildstelle einmalen. Das wäre eine selektive Schärfung, bei der Sie selektiv einen Teil des Bildes schärfen. Sondern die lokale Schärfung ist eine lokale Kontrasterhöhung entlang von Bildkanten. Das Bild hier wirkt ziemlich flach, aber man kann es auch ganz anders wirken lassen, und zwar so. Es wird also etwas heller, das ist die eine Sache. Aber zum anderen ist hier vor allem der Lokalkontrast gesteigert. Das merken Sie immer daran, dass ein Bild deutlich plastischer w irkt als ohne diese Lokalkontrasterhöhung. So schwer ist das nicht. Gerade in Lightroom oder in Camera Raw haben Sie dafür einen einzigen Regler. Der nennt sich Klarheit. Das hier ist natürlich vielleicht ein bisschen übertrieben, aber so sehen Sie deutlich den Unterschied. Das ist vorher. Es wirkt eigentlich flach und kontrastarm. Das ist nachher, da wirkt es natürlich deutlich plastischer. Die Steine hier haben richtig eine physische Präsenz. Das Mädel, was hier kniet, ist natürlich deutlich abgesetzt vom aufgewühlten Meer dahinter, also der Ostsee in diesem Fall. Wenn wir das nochmal vergleichen, vorher, nachher, dann ist hier durch den erhöhten Lokalkontrast das Bild wie gesagt deutlich plastischer geworden. Aber wie können Sie diesen Effekt erreichen? Wir bleiben zuerst in Camera Raw. Camera Raw können Sie mittlerweile auch als Filter anwenden in Photoshop. Das heißt, Sie können das genauso bei JPG-Bildern durchführen, was wir jetzt machen. Aber da müssen Sie natürlich beachten, dass ein JPG eventuell in den Tiefen nicht genügend Tonwertinformationen hat oder in den Lichtern, um das Ganze mit der gleichen Qualität zu erreichen. Im Prinzip ist das ganz einfach. Sie müssen nur die Klarheit nach rechts ziehen. Wenn Sie nicht so ein übertriebenes Ergebnis haben möchten, wie ich es Ihnen gerade gezeigt habe, machen Sie das natürlich nur ganz sanft. Aber selbst dann sehen Sie schon, und achten Sie hier auf diese Wellen, wie hier die Plastizität dieser Wellen zunimmt. Also das ist vorher. Und das ist nachher. Da sehen Sie auch gleichzeitig einen Nebeneffekt dieser Lokalkontrasterhöhung. Und zwar werden dadurch die dunklen Bereiche entlang von Kontrastkanten noch dunkler und die hellen noch heller. Das ist ein Problem. Denn wenn wir diesen Regler auf Anschlag nach rechts ziehen, sehen Sie, dass hier einige Bildbereiche bereits im Schwarz versinken und andere helle Bereiche bereits rein weiß werden. Aber das ist völlig normal. Und Sie können hier in Camera Raw direkt dem entgegenwirken. Und zwar müssen Sie einfach nur die Tiefen entsprechend aufhellen und die Lichter entsprechend abdunkeln. Hier betrifft das vor allem die Tiefen. Also nehme ich den gleichnamigen Regler und ziehe den nach rechts. Sie sehen, dadurch wird es hier schon deutlich entspannter. Also wir haben hier keine abgeschnittenen Tiefen mehr. Das kann man mit Schwarz noch etwas nachkorrigieren. und hier quasi, das sehen Sie auch im Histogramm, diese Bereiche etwas mehr in den helleren Bereich schieben. Mit der Belichtung können Sie ebenfalls natürlich das Bild abstimmen. Was Sie jetzt haben, ist im Prinzip der maximale Lokalkontrast, den Sie hier mit Camera Raw erzeugen können, weil die Klarheit hier bereits auf 100 Prozent steht. Wenn Sie jetzt noch mehr von diesem Effekt haben möchten, ginge das beispielsweise, indem Sie hier den Verlaufsfilter nehmen. Denn auch dort haben Sie den Regler Klarheit. Da klicken Sie einmal auf dieses Pluszeichen. Dadurch werden alle anderen Regler zurückgesetzt. Und dann können Sie hier beispielsweise nochmal die Klarheit um 100 Prozent erhöhen. Jetzt müssen Sie diesen Verlauf einfach so oft ziehen, dass der außerhalb des Bildes zu liegen kommt. Sie sehen das hier. Wir haben hier oben natürlich die Klarheit sehr kräftig. Aber wenn ich das nach unten bringe, betrifft diese vorgenommene Korrektur das gesamte Bild. Also das ist dann wirklich sehr extrem. Ich habe hier zwei Verläufe aufgezogen, das wollte ich gar nicht, sondern nur diesen einen. Wenn ich jetzt die Klarheit verändere, dann ändert das nichts, weil ich hier den Verlauf nicht aktiv habe. Also den muss ich da nochmal anklicken. Das wäre die Extremvariante, das wäre im Prinzip zweimal Klarheit angewendet. Das können Sie im Prinzip so oft wiederholen, bis Sie hier ein rein schwarzweißes Bild haben. Das ist aber nicht im Sinne der Sache. Mir persönlich wäre das hier auch zu viel. Deswegen lösche ich diesen Verlauf wieder. Aber Sie wissen nun, wie Sie so etwas erzeugen können, also wie Sie einen Effekt, den Sie hier finden, zweimal anwenden können. Natürlich können Sie den Verlauf auch benutzen, um den Lokalkontrast selektiv zu erhöhen, beispielsweise nur im Himmelsbereich. Das würde dann so aussehen, dass ich hier nur für den Himmel einmal diesen Verlauf aufziehe und dort ebenfalls mit Kontrast und Klarheit arbeite. Oder der neuen Regler Dunst entfernen, der ist hier auch sehr gut geeignet. Da muss man etwas mit der Sättigung gegensteuern. Dann hätte man hier auch den Effekt in den Wolken verstärkt. Möchte ich aber nicht, also lösche ich diesen Verlauf wieder. Ich klicke das Hand-Werkzeug an, um wieder zu den Grundeinstellungen zurückzukommen. Im Prinzip haben Sie jetzt damit das Geheimnis der Kontrasterhöhung, der Lokalkontrasterhöhung, beziehungsweise der Lokalschärfung bereits kennengelernt. Sie müssen im Prinzip nur die Klarheit nach rechts ziehen. Wenn diese Funktion dazu führt, dass Bereiche zu dunkel oder zu hell werden, können Sie hier gegensteuern mit Tiefen und Lichter. Genauso würde das auch in Photoshop funktionieren. Denn Sie können natürlich so eine Lokalkontrasterhöhung nicht nur hier in Camera Raw durchführen, sondern auch in Photoshop selbst. Das lassen Sie uns gleich machen. Und zwar nehmen wir dazu ein anderes Bild, nehmen wir dieses hier. Das öffne ich. Sie sehen, das ist ein normales Foto. Das ist auf dem Schloßberg in Graz aufgenommen und es wirkt ein bisschen flach. Dem kann man ganz einfach entgegenwirken, indem man entweder wie gesagt hier Wir schauen mal, wie das aussieht. Wenn ich die Klarheit erhöhe, Sie sehen genau, was passiert, wir haben ein deutlich plastischeres Bild. Einige Bildstellen werden zu dunkel. Also hellen wir diese auf. Andere Bildstellen wie der Himmel könnten etwas mehr Zeichnung vertragen, also dunkeln wir diese Bereiche ab. Dann kann man mit der Sättigung noch ein bisschen gegenwirken und zum Beispiel die Sättigung etwas rausnehmen. Dann haben wir so eine Art HDR-Effekt. Wenn wir das vergleichen. Links ist vorher, rechts ist nachher. Das wirkt deutlich plastischer. Wenn der Effekt nicht so stark sein soll, dann nehmen Sie hier die Klarheit wieder etwas zurück. Das Gleiche können Sie auch in Photoshop machen. Das würde dann so laufen, dass Sie hier beispielsweise mit Unscharf maskieren oder mit dem Selektiven Scharfzeichner arbeiten. Ich zeige Ihnen das hier mit dem Hochpass-Filter. Und zwar dupliziere ich die Hintergrundebene einmal und verwandle die Ebene in ein Smartobjekt mit einem Rechtsklick. Und ändere die Füllmethode auf Luminanz. Dadurch habe ich jetzt keine Farbverschiebung, wenn ich im Folgenden den Hochpass-Filter anwende. Also Filter, dann unter Sonstige Filter der Hochpass-Filter. Jetzt suche ich mir einen Radius, der die Formen im Bild betont. Das wäre zu klein. Dann erhalten wir nur eine Schärfung. Das wäre zu groß. Dann erhalten wir im Prinzip keinen wirklichen Effekt, sondern nur so eine Art Abflachung in einigen Bildstellen. Wir müssen hier im Prinzip nur einen Radius finden, der hier die abgerundete Form dieser Stele etwas betont. Ich denke bei 40 Pixeln sind wir ganz gut dabei. Jetzt muss die Füllmethode des Hochpass-Filters hier natürlich noch verändert werden, und zwar, sagen wir mal, in Ineinanderkopieren. Dann haben wir im Prinzip den gleichen Effekt. Das sehen Sie, vorher, nachher. Hier können Sie jetzt wie auch schon in Camera Raw gezeigt die Tiefen und die Lichter aufhellen beziehungsweise abdunkeln. Und zwar können Sie entweder hier direkt den Camera Raw-Filter dafür verwenden, oder aber mit noch mehr Kontrolle den Tiefen/Lichter-Filter. Den können Sie direkt hier auf dieses Smartobjekt anwenden. Den finden Sie unter Bild Korrekturen, und lassen Sie sich davon nicht täuschen, das ist trotzdem ein Filter, der ist hier nur versteckt, weil er irgendwie von der Sache ganz gut zu den Korrekturen passt. Aber Tiefen/Lichter ist ein Filter und das sehen Sie daran, dass der dann hier auch auftaucht als Smartfilter an diesem Objekt. Hier haben Sie etwas mehr Kontrolle als in Camera Raw, denn Sie können nicht nur die Stärke der Aufhellung bestimmen, sondern vor allem auch den Radius und die Tonbreite. Das ist natürlich sehr geschickt, denn Sie können hier sagen, nur die dunkelsten Werte sollen hier betroffen werden von dieser Aufhellung. Dann können Sie mit dem Radius bestimmen, wie genau diese Aufhellung an den Kanten erfolgen soll. Also beim höheren Radius würden Sie einen größeren Bereich hiermit korrigieren um die dunklen Stellen. Bei einem kleinen Radius einen kleineren Bereich. Das sieht dann mitunter ganz lustig aus, wenn man hier zum Beispiel die Tonbreite und die Stärke erhöht. Dann sehen Sie, bei einem Radius von 0 haben wir hier nur eine Abflachung. Genau das würden Sie auch erhalten, wenn Sie so eine Aufhellung mit einer Gradationskurve probieren und dann hier eine Maske dranhängen. Aber mit einem höheren Radius können Sie das Ganze deutlich gefälliger gestalten und Sie erhalten noch mehr Plastizität. Aber natürlich sollten Sie hier nicht übertreiben. Also lieber nur die dunkelsten Tiefen etwas aufhellen und auch nicht so extrem, sondern vielleicht nur ein bisschen. Was wir aber machen können, ist, hier den Himmel noch etwas zurückzuholen, und zwar mit einer etwas höheren Stärke, und einer geringeren Tonbreite, und einem etwas größeren Radius. Gerade bei den Lichtern ist ein größerer Radius eigentlich immer ganz gut geeignet. Denn dann erhalten Sie keinen unschönen Säume hier entlang der Kanten. Sie können auch nochmal probieren, ob Sie mit dem Mittelton hier das Ganze noch weiter abstimmen können. In der Regel ist der Effekt dann nicht ganz so schön. Aber als grafischer Effekt ist das im Prinzip eine ganz interessante Geschichte. Aber hier werde ich den Mittelton-Effekt nur ganz leicht erhöhen. Dann schauen wir uns das an. Das ist vorher, das ist nachher, hat das Bild deutlich mehr Zeichnung und wir haben so eine Art HDR-Effekt. Also das ist vorher insgesamt. Und das ist mit dem Hochpass-Filter und dem Tiefen/Lichter-Filter. So haben wir jetzt die Lokalkontraste gesteigert und damit vor allem die Plastizität im Bild. Sie sehen also, wie einfach das im Prinzip geht. Sie arbeiten mit höheren Radien oder Sie benutzen einfach die Klarheit in Camera Raw beziehungsweise im Camera Raw-Filter.

Photoshop: Bilder schärfen und stilisieren

Lernen Sie, wie Sie Schärfe und Details Ihrer Bilder mit Photoshop optimieren. Schärfen Sie vor der Bearbeitung oder gezielt für die Ausgabe, und heben Sie Details kreativ hervor.

4 Std. 6 min (30 Videos)
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