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Hochzeitsfotografie – Grundlagen

Lichtstärke / ISO

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Das praktische an Digitalkameras ist die einstellbare "Körnung" des Chips: Mit unterschiedlichen ISO-Werten passen Sie die Lichtausbeute der jeweiligen Situation an. Das kann sogar dazu führen, dass der Profi auf ein anderes, in dieser Hinsicht leistungsfähigeres Kameramodell wechselt.

Transkript

Unser kleiner Liebling, der Grund weswegen wir seinerzeit von Canon zu Nikon gewechselt sind, ist der ISO-Bereich. ISO-Bereich ist das, was wir früher als Thema beim Fehlen der Lichtempfindlichkeit kannten. Dort war er eingeteilt - viele werden es vielleicht noch kennen - in 21DIN, 27DIN, oder die ASA-Bereiche, die wir heute haben. Der ISO-Bereich steuert also, wie empfindlich das Ganze wird, wenn dort Licht draufkommt. Im Gegensatz zur Blende, wo wir entscheiden, wieviel Licht durch das Objektiv hindurch gelassen wird, geht es jetzt darum, dem Chip zu sagen, wie empfindlich er sein soll, wie er mit dem Licht, was ankommt, umgehen soll. Ich habe hier die Einstellung 200 gewählt. Das ist an unserer Kamera der kleinste, normale, einstellbare Bereich. Wenn ich hier dran drehe, kann ich das sehr schön zeigen. Ich drücke einmal auf den ISO-Knopf und verstelle es. Hier nach der 200  kommt "L03", das ist schon ein interpolierter Wert. Früher war es so, dass man ISO 50 noch als "normal" hatte. Das gibt es heute nicht mehr. Die Kameras sind lichtstärker geworden. Das ist, wie gesagt, der Grund, weswegen wir sie nutzen, weil wir eben Situationen haben, wo es eher dunkel ist und wir versuchen müssen, in dieser recht dunklen Szenerie ohne Blitz auszukommen. Wir haben dieses klassische Beispiel "Kirche", wo wir keinen Blitz verwenden, aber dann die Möglichkeit haben, den ISO sehr, sehr stark hochzudrehen und trotzdem noch Bilder zu bekommen, die möglichst wenig rauschen. An unserer Kamera hier drehe ich mal den ISO hoch, dann kann man es auch schon sehen. Was man allerdings nicht sehen kann, sind analog die Bildergebnisse dazu. 6400 ist ein Bereich, von dem ich aus meiner Erfahrung sagen kann, dass er an der Nikon sehr gängig ist und mit dem ich noch leben und vom Rauschen her recht gut arbeiten kann. Ich drehe mal hier weiter - 12800 ist hier das Ende. Das ist der Punkt, wo doch ein sehr deutliches Rauschen zu sehen ist, aber die Bilder noch brauchbar sind. Bei der Nikon hier ist es so, dass über den 12800 erst der interpolierte Bereich anfängt, hier gekennzeichnet durch "H03". D. h., also, dass wir in diesen Bereichen ein wesentlich stärkeres Rauschen haben und die Bilder so auch teilweise nicht mehr zu verwenden sind. Es ist also ein Bereich, den wir für unsere Zwecke weniger benutzen. Wir zeigen mal analog dazu ein paar Bilder, die wir geschossen haben, um ein bisschen stärker zu verdeutlichen, was der ISO ausmacht. Und wir zeigen mal hier ein Bild mit dem ISO 400. Wenn wir da ein bisschen reinzoomen, dann sehen wir: Wir haben überhaupt gar kein Korn im Bild drin, selbst in den Schwarzbereichen nicht, das sieht alles superglatt und supersauber aus. Wie gesagt, ein 400er, da muss das Licht auch dementsprechend stehen. Dadurch, dass das Videolicht vorhanden ist, haben wir die Möglichkeit, damit arbeiten zu können. Analog dazu möchte ich euch ein Bild zeigen, das mit 4000 fotografiert ist. Da sieht man: Das wird im Gesamten etwas weicher. Das Rauschen ist noch nicht das große Thema, das funktioniert noch sehr, sehr gut. Aber das Bild wird im Gesamten relativ weich. Im Grunde genommen hängt es ein bisschen damit zusammen, dass hier die Kamera, der Chip das ausrechnet, was letztendlich gezeigt wird. Jetzt zeigen wir ein Bild mit 12800 ISO. Und da sehen wir ganz deutlich, dass hier ein Rauschen drin ist. D.h., die einzelnen Pixel werden ganz stark gezeigt. Auch gerade in den Farbübergangsbereichen, wo wir sagen: Wir zeigen hier vom Kleid rüber ins Schwarz hinein -  da haben wir natürlich ein richtiges Rauschen drin. Letztendlich ist es vielfach so, dass einem der Zufall noch helfen kann. Bevor ich dann sozusagen gar kein Bild bekomme, drehe ich doch einfach den ISO hoch. Nicole ist da wesentlich schmerzfreier, als ich das war. Ich komme noch aus der analogen Fotografie, und da war es einfach so, dass man versucht hat, den ISO möglichst gering zu halten. In der Digitaltechnik ist das aber ein völlig anderer Betrachtungswinkel, weil wir hier einen Chip haben und eine Kamera-Software, die einfach das, was wir sehen, oder einfach diese Lichtempfindlichkeit, neu beurteilen und demzufolge auch wesentlich besser darstellen können. Das hat mit der Analogtechnik überhaupt nichts mehr zu tun; genauso wenig wie bei den Filmen von damals, wo es ein chemischer Prozess war. Hier ist es tatsächlich abhängig davon, wie gut der Chip da drin und wie gut ist die Software? Und die wiederum ermöglicht dann wieder ganz andere Möglichkeiten. Wie gesagt, Nicole ist diejenige, die den ISO immer ganz, ganz hoch an den Anschlag fährt. Und das hat dazu geführt, dass ich mich das mittlerweile auch traue - muss ich tatsächlich so sagen - und wir ganz hervorragende Ergebnisse erzielen. Also, immer daran denken: Bevor ihr eine Szenerie nicht bekommt, oder ihr einfach sagt: "Ich möchte keinen Blitz verwenden, in diesem Augenblick", scheut euch nicht!, Nehmt lieber ein gewisses Rauschen in Kauf, wenn ihr eine wunderschöne Szene einfangen könnt. Dann kommt ihr nämlich mit dem ISO ganz wunderbar klar, dreht ihn ruhig ein bisschen hoch. Traut euch, die Ergebnisse sind eindeutig besser, als das, was man immer so hört. Nutzt es einfach, probiert es aus. Ich denke mir, ihr werdet da ganz überrascht sein, wie gut das eigentlich funktioniert.

Hochzeitsfotografie – Grundlagen

Machen Sie sich mit dem emotionalen, erlebnisorientierten Stil der Hochzeitsreportage vertraut und profitieren Sie von den Erfahrungen und Ideen zweier professionellen Fotografen.

5 Std. 51 min (52 Videos)
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