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Porträtfotografie: Bildgestaltung und Inszenierung

Licht sehen und verstehen oder: Licht ist nicht gleich Licht

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Licht ist nicht gleich Licht. Worin unterscheidet es sich und welche Emotionen ruft es hervor? Anhand von Beispielbildern werden verschiedene Settings samt deren Auswirkung auf das Gesamtwerk erläutert.

Transkript

Nun werden wir uns dem Licht gezielter widmen und in die Tiefe gehen. Licht ist eines der wichtigsten Elemente im Bereich der Fotografie. Es ruft sofort Emotionen beim Betrachter hervor. Man ist in der Lage, sowohl Blicke als auch Emotionen zu lenken. Man nimmt sofort war, ob es sich um ein strahlendes, fröhliches, düsteres, traurig-mechlancholisches, oder träumerisches, romantisches Bild handelt. Hierbei ist es erstmal wichtig zu wissen, dass es verschiedene Arten von Licht gibt, und dass diese verschiedene Wirkungen auf uns haben. Zuerst unterscheidet man zwischen natürlichem Licht und Kunstlicht. Bei beiden Lichtarten kann man durch verschiedene Hilfsmittel verschiedene Situationen simulieren. Kommen wir zuerst zum natürlichen Licht, gleich Tageslicht. Dieses wirkt je nach Wetter immer unterschiedlich. Bei Wolken zum Beispiel ist es, Wolken und Schatten, ist es diffus und weich, bei Sonne hart mit vielen Schatten. Durch Einsatz eines Reflektors kann man hier das Licht aber auch steuern, zum Beispiel im Schatten etwas Licht auf das Gesicht projizieren. Kunstlicht, zum Beispiel Blitze oder Dauerlicht. Durch verschiedene Lichtformer, Abstände, Richtungen, und Anzahl der eingesetzten Lichtquellen, werden unterschiedliche Bildstimmungen und -stile simuliert. Wir bereits erwähnt gibt es viele Arten von Licht. Hierzu zählen verschiedene Lichtquellen, Lichtformer, Temperaturen, und auch Richtungen. Die Linienführung geht einher mit der Blickführung im Bild. Durch den gezielten Einsatz von Licht kann ich den Blick des Betrachters lenken. Das Auge geht immer auf den hellsten Punkt im Bild. Als Linienführung wird der Einsatz von Licht zur Bildgestaltung bezeichnet. Ungünstige Lichtverhältnisse können zudem durch Zuziehen von Kunstlicht optimiert werden. Es können komplett neue Stimmungen erschaffen werden. Das sorgt für Unabhängigkeit. Man kann zum Beispiel arbeiten mit nur einem Hauptlicht. Man kann arbeiten mit zwei Lichtern, drei Lichtern, zum Beispiel einem Kopflicht, einem Aufheller, einem Seitenlicht. Hier sind wirklich die Möglichkeiten unerschöpflich. Licht nutze ich allerdings immer eher, um den Blick auf das Wesentliche zu lenken. Wer meine Arbeiten kennt, weiß auch, dass ich available light bevorzuge. Trotzdem sollten wir uns nach der ganzen Theorie einige Beispiele aus der Praxis ansehen, um zu sehen und zu verstehen. Hier haben wir wieder das Beispiel meiner Vampirlady. Und hier ist es nun interessant zu erfahren: Wie war eigentlich der Lichtaufbau, dass das Ganze wirklich so im Fokus steht? Wir hatten einen Blitz von oben mit einem Beauty Dish und einer Wabe. Das heißt, das Licht kommt gleich gerichteter auf unser Model. Dadurch wirkt es auch so, als wenn sie wirklich fast auf einer Bühne steht und der Fokus nur auf ihr liegt. Es war hier also wirklich nur ein einziges Licht im Spiel. Beim nächsten Bild, das ist ganz lustig, das ist in meiner Badewanne entstanden, in einem sehr dunklen Badezimmer ohne Fenster. Hier haben wir für Licht gesorgt, indem wir mit dem Blitz und einem Schirm unter die Decke geblitzt haben. So wurde das Licht sehr weich und ebenmäßig und kann schon fast Tageslicht simulieren. Bei diesem Bild von Jamari Lior wird gezielt mit Lichtern gespielt. Das sehen wir ganz deutlich. Sie erzeugt gezielt Schatten und macht das eigentlich eher schlichte Bild dadurch spannend, indem sie diese Tortenfolie vors Licht hält und so diese Ornamente auf dem Gesicht entstehen als Schattenspiel. Dadurch gewinnt das Bild an Spannung. Wenn man genauer hinguckt, sind diese Tortenornamentplatten hier auch nochmal im Kostüm verarbeitet, was das Ganze nochmal unterstützt. Hier haben wir mit Tageslicht gearbeitet, ein Bild von mir. Gegenlicht, die Sonne ist im Hintergrund des Models untergegangen. Das heißt, das ist nicht nur Photoshop, das war auch in der Realität schon so. Und von unten haben wir eine Goldseite, einen Reflektor zu Hilfe genommen, um auch das Gesicht des Models etwas aufzuhellen. Das Licht war sehr weich und diffus, da wir im Schatten gearbeitet haben. Bei diesem Bild habe ich quasi fast Blitzlicht simuliert, obwohl nur ein Reflektor mit in Arbeit war, bei Tageslicht. Und zwar stand das Model im Schatten, jedoch reflektierten wir aus der Sonne in ihr Gesicht, wodurch ich teilweise auch etwas härtere, brillantere Kanten erhielt und das Ganze fast blitzartig wirkt. Also auch hier sind einem Möglichkeiten gegeben und man kann ein bisschen schummeln, wenn man nicht gleich ganz so viel Technik mitschleppen kann. Dieses Licht war tatsächlich natürliches Licht. Hier ist kein Blitz im Spiel. Hier waren wir auf einem Friedhof. Das war alles abgeklärt. Und wir hatten genau eine Viertelstunde Zeit, in der das Licht durch die Bäume genau so aufs Model fällt. Dadurch haben wir hier diese tollen Schattenspiele im Hintergrund, aber auch zum Beispiel diese kreuzartige Abbildung auf dem Kleid, was dann wieder zu der Vanitas-Bedeutung führt, die in diesem Bild aufgegriffen wird. Ansonsten ist es auch hier sehr weich. Wir haben ja nur das etwas härtere Licht gerade auf dem Gesicht. Und dadurch dass es durch die Bäume fällt, wird es auch nochmal etwas gedämpft. Der Rest liegt im Schatten und dadurch wirkt das Bild trotzdem relativ weich. Wie gesagt, das war Tageslicht, eine ganz einzigartige Situation, wo man wirklich einfach mal Glück gehabt hat. Sowas kann man natürlich auch mit dem Blitz oder Kunstlicht generell simulieren. Das ist möglich. Aber hier war wirklich Tageslicht im Spiel und das hätte man jetzt nicht unbedingt erahnen können. Bei diesem Bild, welches ja sehr weich wirkt, können Sie sich denken, dass Tageslicht im Spiel war, und zwar bei einer etwas dichteren Bewölkung, und ein silberner Reflektor von unten. Einfach nur um die Haut des Models noch etwas aufzuhellen. Wir haben hier sehr diffuses, weiches Licht, wie gesagt Tageslicht. Denn wie wir wissen, bevorzuge ich available light so oft wie möglich, so lange es zur Bildgeschichte passt. Wenn andere Lichtarten mein Bild unterstützen, bin ich auch gewillt, das Licht mal zu wechseln. Hier noch eine letzte Lichtvariation, und zwar ein Lichtaufbau mit Dauerlicht, und zwar nur mit einem Dauerlicht von rechts und einem Reflektor von links, der das Ganze etwas aufhellt. Das Licht wirkt auch sehr weich, weil wir mit einer OctaBox gearbeitet haben. Sehr stimmig und sehr weich, passend zu meinem Bildstil. Ist also auch indoor realisierbar. So viel zum Thema Licht. Die verschiedenen Lichtformer und Arten von Licht, da bracht man natürlich viel länger, um sie zu studieren und auch um sie einzuüben. Also man muss wirklich zu Hause hingehen, sich hinsetzen, sich mit den Eigenarten von Licht beschäftigen, die einzelnen Lichtformer vielleicht auch mal in einem Shooting ausprobieren, um dann wirklich auf Dauer zu wissen, wie funktioniert das Ganze, und auch wirklich auf anderen Bildern von anderen Künstlern zu sehen, was wurde hier verwendet, um es gegebenenfalls in eine eigene Idee einzubinden, wenn Ihnen die Lichtart gefallen hat.

Porträtfotografie: Bildgestaltung und Inszenierung

Erfahren Sie, welche bildgestalterischen Elemente in der Portät- und Peoplefotografie wichtig sind. Farbe, Licht, Bildausschnitt, Perspektive - alles ist mit Bedacht einzusetzen.

1 Std. 39 min (19 Videos)
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Erscheinungsdatum:03.08.2016

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