Fotografieren mit der Lochkamera

Licht schätzen

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Es braucht nur wenig Erfahrung, um das Licht zu schätzen. Hier erfahren Sie wie's geht.
04:29

Transkript

Viele Leute glauben ja eigentlich, dass echte Fotografen, Leute, die richtig lange schon fotografieren, dass die das Licht gar nicht mehr messen müssen, sondern die sehen das. Die müssen das unbedingt messen, die können das auch schätzen. Das ist richtig und das ist auch gleichzeitig falsch. Auf der einen Seite bin ich ein Anhänger von möglichst einer genauen Lichtmessung, weil dann kriege ich einfach das beste Ergebnis. Wenn ich auf ein Drittel genau essen kann, mache ich das lieber, als das ich das Licht schätze. Auf der anderen Seite, muss man tatsächlich sagen, wenn man ein wenig Erfahrung hat, wenn man mal so ungefähr 10, 20, 30 Filme belichtet hat, viel in der Natur unterwegs war, Belichtungsreihen gemacht hat und auch ausgewertet hat, dann bekommt man tatsächlich eine recht guten Blick dafür. Wenn man das später überträgt, bzw. nachprüft mit einem Belichtungsmesser, stellt sich sehr häufig heraus, dass man richtig geschätzt hat. Wenn Sie ohne Belichtungsmesser unterwegs sein sollten oder sagen, ich schleppe das Ding nicht mehr mit, weil ich habe es jetzt wirklich einigermaßen hier im Kopf drin, dann können Sie natürlich auch mit geschätzten Werten arbeiten. Was ich Ihnen allerdings unbedingt empfehlen würde, wäre eine sogenannte Belichtungsreihe. Sie nehmen nicht nur Ihren geschätzten Wert, sondern eine Blende runter, eine Blende drüber. Wenn es eine sehr wichtiges Motiv ist, das so lange still hält bzw. sich nicht fortbewegt, dann können Sie vielleicht zwei Blenden runter noch und zwei Blenden drüber fotografieren, damit Sie auf jeden Fall die exakte Belichtung erwischen. Wir haben hier Schwarzweißfilm drin, das bedeutet, dieser Film, der verzeiht relativ viel. Wenn ich den eine Blende unterbelichte, muss ich ein bisschen mehr retuschieren, aber es wird auf jeden Fall funktionieren. Wenn ich ihn eine Blende überbelichte, ist das Negativ normalerweise noch nicht so dicht, dass man nichts mehr machen könnte. Also es lässt sich durchaus mit Color oder Schwarzweiß, wie hier Negativfilm ein bisschen jonglieren. Trotzdem wenn Sie das Licht schätzen wollen, da hilft diese kleine Liste eine Menge, weil diese Liste hier hat den großen Vorteil, dass hier insgesamt eins, zwei, drei, vier, acht Situationen aufgemalt sind quasi. Aufgemalt bedeutet, dass wir hier Sonne haben, wir haben hier Schatten, wir haben hier als nächstes Symbol Sonne und Schatten und das möchte ich ganz kurz erläutern und das dann auf diese Location, die wir hier gerade haben, beziehen. Erstens wir fangen mal unten an. Unten ist seltsamerweise die Sonne. Also helles Sonnenlicht. Helles Sonnenlicht haben wir an anderer Ufer. Wenn ich von hier aus nur das andere Ufer fotografiere, Flussmitte, Ufer, Himmel, solche Sachen, dann können wir laut dieser Belichtung bei ISO 400, es ist ein ISO 400-Film hier drin, zwischen einer viertel und zwei Sekunden rechnen. Das heißt in der Praxis, ich mache eine viertel, ich mache eine und ich mache zwei Sekunden. Ich mache also insgesamt drei Belichtungen. Haben wir Schatten? Das wäre das hier, hier vorne, im Vordergrund, alles ist schattig. Gar kein Sonnenlicht. Dann empfiehlt diese Tabelle hier zwischen einer halben und drei Sekunden. Also eine halbe Sekunde, dann machen wir vielleicht eineinhalb und drei Sekunden und damit haben wir eigentlich das Motiv abgedeckt. Und wenn wir als drittes Sonne und Schatten haben, fragt man sich, wo ist der Unterschied zu den beiden ersten Situationen? Ganz einfach, bei Sonne und Schatten haben Sie ein deutlich größeren Umfang der Tonenwerde, die Sie ablichten wollen da sollten Sie, hier sieht man auch zwischen drei und zehn Sekunden und sollte Sie vielleicht mit einer Sekunde anfangen, drei Sekunden machen, sechs Sekunden und zehn Sekunden. Da vielleicht ein bisschen mehr an Belichtungen dran geben, auch wenn der Film kostet, es ist ja so, Negativfilm kostet Geld, nicht wie digital, es kostet tatsächlich Geld, wenn man fotografiert, aber gerade deswegen sollte man sich genau überlegen, wie man belichtet. Dann gibt es noch starke Bewölkung. Da empfiehlt diese Liste zwischen zehn und dreißig Sekunden, es geht dann ganz schnell nach oben. Dann haben wir Sonnenuntergang zwischen dreißig Sekunden und zwei Minuten. Spätestens da sollten Sie mindestens drei Belichtungen machen, also eine Belichtungsreihe von mindestens drei Aufnahmen, eher vier, vielleicht fünf damit Sie auf jeden Fall das richtige Licht finden und die Belichtung richtig abdecken. Aber worum es mir eigentlich geht, das Schätzen von Licht, wenn Sie ein bisschen Erfahrung haben, ist mit dieser Tabelle relativ einfach und ohne diese Tabelle, wenn Sie ein paar Aufnahmen machen und kommen Sie auch klar, wenn Sie Sonne, Licht, Schatten, Mischzsenen, wie beschrieben eben auseinander halten und entsprechend Ihren Belichtungsreihen anpassen.

Fotografieren mit der Lochkamera

Erfahren Sie, wie eine Lochkamera funktioniert. Von der Konstruktion über die Film-Entwicklung bis zur digitalen Nachbearbeitung erfahren Sie, wie Bilder "ohne Objektiv" entstehen.

2 Std. 17 min (26 Videos)
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Erscheinungsdatum:27.07.2016

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