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Langzeitbelichtungen ohne Graufilter

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Der Name ist Programm: Mr. Photoshop alias Olaf Giermann greift tief in die Photoshop-Trickkiste und zeigt Ihnen seine liebsten Techniken und Effekte. In interessanten Lektionen und Mini-Tutorials erklärt er besondere Photoshop-Funktionen im Einsatz, zeigt spannende und außergewöhnliche Techniken und hilft Ihnen, gängige Probleme zu verstehen, zu lösen und zu vermeiden.
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Transkript

Dieses Mal geht es um das Thema 'Langzeitbelichtung'. Und zwar, wenn Sie keinen Graufilter dabei haben oder nur eine Kamera, mit der eine Langzeitbelichtung eigentlich nicht möglich ist. Etwa nur Ihr Smartphone. Hier zeige ich Ihnen, wie Sie dennoch fließendes Wasser weicher bekommen. Mögen Sie solche Langzeitbelichtungen? Ich persönlich ja, sehr. Das Problem ist nur, um solche aufzunehmen brauchen Sie zunächst einmal eine Kamera, die längere Verschlusszeiten ermöglicht. Das kann im Prinzip jede Kamera, die sich wirklich Kamera nennt. Zumindest 30 Sekunden sollten Sie mit jeder aktuellen Kamera aufnehmen können Das Problem ist, dass dabei zu viel Licht auf den Sensor gelangt. Das heißt, Sie brauchen einen Graufilter. Einige Kameras haben auch einen eingebaut, einen Neutraldichtefilter, aber der reicht meist nicht aus, der dient nur dazu, die relativ langen Belichtungszeiten, also maximal eine Zweitausendstelsekunde auszugleichen, damit man mit einer kleinen Kompaktkamera dann auch bei hellem Sonnenschein fotografieren kann. Das heißt, so etwas kriegen Sie damit auch nicht hin. Und wenn Sie nun mal keinen Graufilter dabei haben und nichts, was Sie irgendwie vor die Kamera halten können um das Licht etwas abzumildern, dann bleibt Ihnen nichts anderes übrig, als das irgendwie anders zu lösen. Wenn Sie denn so eine Aufnahme gerne hätten. Und diese Aufnahme ist genau so entstanden, wie ich das Ihnen jetzt zeigen möchte. Ich zeige Ihnen zunächst einmal, was ich gemacht habe. Und zwar waren das hier die Einzelaufnahmen. Ich habe also mit der Kamera draufgehalten, ich hatte auch gar kein Stativ dabei, das war einfach freihand, und habe eine Serienbildaufnahme gemacht. Und das sind hier, schauen wir mal, 57 Fotos, nein, ausgewählt sind 31, also 31 Fotos sind das. Mehr ist immer besser. Denn wenn Sie mal vergleichen, und wenn Sie sich damit auskennen, mit Langzeitbelichtung, wir haben hier noch keinen wirklich ganz fließenden Übergang. Das heißt, wenn ich mehr Fotos gemacht hätte, dann wäre dieser Übergang besser geworden. Ich zeige Ihnen zunächst einmal, wie Sie das machen können. Und zwar geht das alles in einem einzigen Schritt. Und dabei mache ich Gebrauch von den sogenannten Stapelmodi in Photoshop. Wer Photoshop CC im Abo hat, der hat auch automatisch diese Stapelmodi zur Verfügung. In früheren Photoshop Versionen ab Photoshop CS3, da werden Sie diese Stapelmodi nur in den Extended Versionen finden. Und zwar läuft das Ganze dann so, dass Sie zunächst einmal diese ganzen Einzelfotos, ich wechslel mal wieder in die Bridge, dass Sie diese als Ebenen in eine Datei laden, diese Ebenen in ein Smart-Objekt packen, nachdem Sie die aneinander ausgerichtet haben, und das Smart-Objekt dann mit einem Stapelmodus versehen. Das klingt erst einmal mächtig kompliziert, aber das geht auch wesentlich einfacher, und zwar wie gesagt in einem Schritt, indem Sie nämlich in Photoshop über Datei Skripten und Statistik gehen. Statistik, das klingt erst einmal sehr wissenschaftlich und kompliziert und mathematisch, und genau dafür, für solche Zwecke ist diese Funktion eigentlich auch gedacht. Man kann sie aber missbrauchen oder gebrauchen um andere Effekte zu erzielen, wie zum Beispiel diesen Langzeitbelichtungseffekt. Wenn ich das dann mal aufrufe, dann erscheint dieses Dialogfeld, und hier können Sie den sogenannten Stapelmodus wählen. Da gibt es Verschiedene, einige davon sind sinnvoll für fotografische Anwendungen, ich zeige Ihnen die später gleich nochmal, ich habe hier einige Varianten vorbereitet. In der Regel sollten Sie mal anfangen, beispielsweise hier mit Arithmetisches Mittel. Und dann können Sie hier über Durchsuchen direkt dorthin surfen, wo Ihre Bilder liegen, in diesem Fall wäre das jetzt hier. Und dann müssen Sie die Serienaufnahme, die Sie möglichst wenig verwackeln, also am besten wäre hier tatsächlich, vom Stativ zu fotografieren. Die sollten Sie dann hier auswählen, also folgendermaßen: ich gucke zunächst mal wie weit das geht, kommt gleich noch ein anderes Foto, da! Bis hier. Und ich habe das alles in JPG fotografiert, das muss kein Law sein, das wird dann eh konvertiert zu einem normalen Pixel-Bild von Photoshop, wenn Sie diese Funktion aufrufen. Dann öffne ich das, dann sind die Dateien hier alle ausgewählt, also eingefügt, und dann setzen Sie hier unten ein Häkchen bei Quellbilder nach Möglichkeit automatisch ausrichten Weil ein kleiner Versatz ist hier doch von Foto zu Foto vorhanden, wenn Sie das freihand machen. Und auch von einem Stativ aus gibt es manchmal so Mikroerschütterungen, gerade wenn Sie auf einer Brücke stehen und von dort fotografieren und da fährt gerade ein Auto rüber. Das heißt, ich würde Ihnen empfehlen, diese Checkbox in der Regel angehakt zu lassen. Das dauert dann natürlich insgesamt alles etwas länger, aber das ist kein Problem. Wenn Sie dann hier auf OK klicken, und das spar ich mir jetzt mal, weil das dauert dann schon ein bisschen, dann passiert folgendes: Dass Sie so ein Smart-Objekt erhalten. Und hier sehen Sie, ist ein Stapelmodus hinzugefügt. In diesem Fall ist das median, wir hatten eben Arithmetisches Mittel gewählt, die sind sich recht ähnlich, aber es gibt kleine, feine Unterschiede. Wenn ich dieses Smart-Objekt mal öffne mit einem Doppelklick, dann sehen Sie, wie das aufgebaut ist, und zwar liegen da einfach die ganzen Einzeldateien übereinander, gestapelt und aneinander ausgerichtet. Also ich kann das hier an- und ausschalten und das hat Photoshop jetzt automatisch gemacht. Da brauchen Sie also nichts händisch machen, es ginge natürlich auch manuell. Aber warum soll man sich das unnötig kompliziert machen, nicht wahr? Ich schließe die Datei wieder und speichere nicht, da wird ja auch nichts neu berechnet, Wenn Sie jetzt den Stapelmodus ändern möchten, so wie ich hier, den Statusmodus von ursprünglich Arithmetisches Mitte in Median, dann geht das hier über dieses Feld nicht. Sie können hier doppelklicken, rechtsklicken, da werden Sie nichts finden, denn das geht ausschließlich über das Menü. Und das finden Sie hier unter Ebene Smartobjekte Stapelmodus Und das ist die Funktion, die wir jetzt hier automatisch aufgerufen haben. Und hier können Sie dann einfach verändern: Arithmetisches Mittel, Ohne da sehen Sie dann nur die oberste Ebene, und verschiedene andere Maximum, Minimum usw. und die meisten davon können Sie für fotografische Zwecke nicht gebrauchen und wie gesagt, ich hab hier mal einige vorbereitet, einige Varianten, und wir fangen mal ganz oben an, das ist Median, sieht ganz gut aus, in einigen Bereichen sehr weich, hier, in den hellen Bereichen, da sieht man doch noch etwas Struktur, wie gesagt, mehr Aufnahmen sind da besser, dauern aber natürlich beim Ausrichten und beim Berechnen des Stapelmodus etwas länger, darunter haben wir dann Arithmetisches Mitte, Sie sehen, das ist schon etwas länger gestreckt, das verteilt sich also etwas anders, da müssen Sie einfach mal ausprobieren was jeweils für das entsprechende Bild besser aussieht. In diesem Fall gefällt mir Arithmetisches Mittel tatsächlich besser, weil es hier etwas ausgewogener ist, man sieht hier zwar noch Struktur, aber OK das ist halt die Gischt, die sich hier gebildet hat, hinter diesem Stein, in diesem Mini-Wasserfall. Also diese beiden Modi hier, Median und Arithmetisches Mittel, machen etwas sehr Ähnliches, sie bilden so eine Art Durchschnitt, also um genau zu sein Arithmetisches Mittel bildet den Durchschnitt und Median bildet den Mittelwert. Der Unterschied ist fein aber vorhanden, und das sehen Sie auch im Bild. Und dann gibt es hier noch den Modus Maximum und Minimum Maximum wird vor allem dafür sorgen, dass Sie die hellen Pixel aus allen Aufnahmen im Bild zu sehen bekommen, genau das sehen Sie auch im Vergleich zu Arithmetisches Mittel ist das viel zu hell, also hier sehen Sie jeden einzelnen Gischtspritzer, und dadurch wird es hier auch sehr hell, und Sie haben hier bei Minimum genau das Gegenteil, Sie erhalten nur die dunkelsten Pixel für jede Bildstelle. Und das beides kann man gut miteinander mixen. Also wenn Sie jetzt hier zum Beispiel Median an einigen Stellen gut finden, dann können Sie das an der Stelle dann einmalen, und wo Sie dann Minimum besser finden, da würden Sie dann hier oben die Median-Ebene maskieren. Das wäre dann die grundsätzliche Vorgehensweise. Der Vorteil von dem Ganzen ist außerdem, dass Sie durch Median und Arithmetisches Mittel das Rauschen im Bild extrem minimieren. Also wenn Sie hier mit einer hohen ISO-Zahl aus freier Hand geschossen haben, dann wird durch leichte Verwackler, und die Durchschnittsbildung dieses Rauschen effektiv vermindert. Und auf diese Art und Weise können Sie auch andere Langzeitbelichtungseffekte erzielen, wie beispielsweise ein Platz, auf dem viele Menschen herumlaufen, und die sich bewegen müssen, natürlich, den können Sie damit quasi freiräumen, wenn Sie genügend Aufnahmen haben, so dass jede Bildstelle wirklich einmal oder am besten mehrfach aufgenommen wurde ohne einen Menschen an dieser Stelle. So geht das mit den Langzeitbelichtungen. Was Sie dann natürlich noch machen können ist zum einen hier eine selektive Farbkorrektur hinzuzufügen und das Bild so zu stilisieren, wie Sie es gerne hätten. Oder aber Sie machen das Ganze noch weicher an einigen Stellen, und zwar beispielsweise in diesem Fall mit der Pfad-Weichzeichnung, also über Filter Weichzeichnungsfilter Weichzeichnergalerie, hier ist das, die Pfad-Weichzeichnung und da können Sie jetzt hier einzelne Pfade definieren, mit denen Sie an bestimmten Stellen, wo das einfach noch weicher sein soll, diese Wasseroberfläche noch weicher gestalten. Das Schöne ist, Sie können das hier dem Schwung anpassen, den das Wasser jeweils hat. Wenn Sie die Geschwindigkeit hier hochsetzen, dann wird das entsprechend auch weicher. Das müssen Sie jetzt machen für jede Bildstelle, also zum Beispiel hier nochmal, so, dann kann ich das hier etwas umbiegen lassen, und so wirklich ganz extrem hier dem Wasserverlauf folgen und dann natürlich nicht ganz so kräftig vielleicht und das Ganze müsste man später dann auch einmaskieren, also ich würde dann hier auf OK klicken, eine Maske hinzufügen und dann diesen Effekt nur an den Stellen einmalen, wo ich halt es nicht ganz so krisselig haben möchte. Aber das sind nur zusätzliche Möglichkeiten, die grundsätzliche Vorgehensweise, die kennen Sie jetzt, also Sie gehen einfach über Datei Skripten Statistik und wählen dort am besten zunächst einmal Arithmetisches Mittel oder Median und wählen dann Ihre Fotoserie aus und lassen die von Photoshop laden und verrechnen. Und das ist dann eine gute Ausgangsbasis für die weitere Bildbearbeitung.