Am 14. September 2017 haben wir eine überarbeitete Fassung unserer Datenschutzrichtlinie veröffentlicht. Wenn Sie video2brain.com weiterhin nutzen, erklären Sie sich mit diesem überarbeiteten Dokument einverstanden. Bitte lesen Sie es deshalb sorgfältig durch.

Photoshop-Tipps: Jede Woche neu

Kreative Wischeffekte

LinkedIn Learning kostenlos und unverbindlich testen!

Jetzt testen Alle Abonnements anzeigen
Der Name ist Programm: Mr. Photoshop alias Olaf Giermann greift tief in die Photoshop-Trickkiste und zeigt Ihnen seine liebsten Techniken und Effekte. In interessanten Lektionen und Mini-Tutorials erklärt er besondere Photoshop-Funktionen im Einsatz, zeigt spannende und außergewöhnliche Techniken und hilft Ihnen, gängige Probleme zu verstehen, zu lösen und zu vermeiden.
11:09
  Lesezeichen setzen

Transkript

Mit der "Pfad-Weichzeichnung" können Sie nicht nur ein Auto um die Kurve fahren lassen, sondern die verschiedensten kreativen Effekte erzeugen, für die ich Ihnen heute einige Anregungen geben möchte. Heute möchte ich Ihnen einmal eine Anwendung zeigen, für die die meisten wahrscheinlich den normalen Bewegungsweichzeichner einsetzen würden beziehungsweise für eine kreative Anwendung, die Sie so wahrscheinlich für diesen Filter nicht vermutet hätten. Und es handelt sich um den "Pfad-Weichzeichnungsfilter". Den finden Sie hier im "Filter"-Menü unter der "Weichzeichnergalerie", die "Pfad-Weichzeichnung" und der ist eigentlich dafür vorgesehen, um die Kurve weichzuzeichnen, das heißt, wenn Sie ein Fahrzeug in eine Kurve stellen und das statisch fotografieren und dieses Auto nachträglich digital in Bewegung setzen möchten, dann ist dieser Filter perfekt, denn mit dem können Sie wirklich Pfade einzeichnen, die um die Kurve gehen. Und in diese Richtung erfolgt dann auch die Weichzeichnung. Sie können aber auch den Filter nutzen, um ganz einfach linear weichzuzeichnen. Und warum das sinnvoll sein kann, das möchte ich Ihnen jetzt einmal zeigen. Und zwar dupliziere ich einfach hier einmal die Ebene mit diesem Hochhaus und was ich gerne möchte, ist eine knackige Schwarz-Weiß-Umwandlung, bei der sich der Himmel hier bewegt, als wenn ich eine Langzeitbelichtung gemacht hätte und die Wolken hier durch das Bild ziehen. Ja, zunächst einmal brauchen Sie eine Auswahl des Himmels und ich habe da schon einmal etwas vorbereitet, und zwar in der Kanäle-Palette habe ich hier diesen "Alpha". Da sollten Sie möglichst genau arbeiten und im Zweifel lieber etwas von dem Himmel mit auswählen, denn Sie möchten nicht, dass Details des Hauses außerhalb der Auswahl sind, denn die werden dann mit weichgezeichnet Ja, diesen Kanal lade ich direkt einmal mit "CMD+Klick" auf den Kanal, gehe dann wieder zum "RGB-Kanal" und schließe die Kanäle-Palette. Das ist meine Auswahl. Ich möchte natürlich nicht das Haus weichzeichnen, sondern hier den Himmel. Also kehre ich die Auswahl um. "Auswahl", "Auswahl umkehren" beziehungsweise "Shift+CMD+I". So, jetzt ist der Himmel ausgewählt und ich hatte es bereits angedeutet, die meisten würden sich jetzt wahrscheinlich dafür entscheiden, den Filter zu verwenden, den es schon länger in Photoshop gibt, und zwar hier unter den "Weichzeichnungsfiltern" die "Bewegungsunschärfe". Ja und prinzipiell ist der auch gar nicht schlecht, der hat nur eine ganz unangenehme Angewohnheit, wie viele andere ältere Weichzeichnungsfilter auch, und zwar berücksichtigt der einfach nicht diese Auswahlgrenzen. Das heißt, er zeichnet nicht einfach das weich, was hier innerhalb der Auswahlgrenze liegt, sondern der berücksichtigt auch das, was außerhalb der Auswahl liegt. Das möchte ich Ihnen zeigen, wenn ich hier den Abstand erhöhe, dann sehen Sie, wie hier das Haus einfach mitgezogen wird. Sie können ja einmal den Winkel verändern und jetzt gerne einmal die Wolken so richtig kräftig weichzeichnen, dann sehen Sie, was hier passiert – auweia! Das Haus wurde mit weichgezeichnet. Das sieht also nicht gut aus, das gefällt mir nicht und deshalb klicke ich hier auf "Abbrechen". Was Sie hier machen müssten, wäre Folgendes: Sie müssten zunächst einmal hier auf dieser Ebene das Haus wegstempeln beziehungsweise das Haus auf eine neue leere Ebene bringen ohne den Himmel und dann auf der Ebene darunter das Haus entfernen. Und das könnten Sie dann weichzeichnen und das sähe dann so aus, wie Sie sich das ungefähr vorstellen würden. Aber das ist natürlich sehr aufwendig. Einfacher geht es wie gesagt wenn Sie hier einmal den neuen Filter nehmen, also den aus der "Weichzeichnergalerie", und zwar die "Pfad-Weichzeichnung". Jetzt schauen wir uns genau das Gleiche einmal an. Sie sehen, hier funktioniert das ein bisschen anders. Den Winkel, den geben Sie hier nicht über ein Feld ein, sondern hier über diesen Pfad. Und den könnten Sie natürlich auch biegen, die Länge spielt hier überhaupt keine Rolle, das können Sie einfach so nehmen, um hier möglichst genau zu arbeiten. Wenn Sie jetzt beispielsweise hier genau im 45°-Winkel das gerne weichzeichnen möchten, dann können Sie den Pfad hier so hinlegen und dann können Sie hier die Geschwindigkeit einfach erhöhen. Und Sie sehen, hier passiert jetzt nichts entlang dieser Gebäudekanten. Ich blende hier einmal die Auswahl aus mit "CMD+H". Ja, das sieht doch gut aus, schön scharf. Die Wolken sind weich und das ist genau das, was ich mir vorgestellt hatte. Ich blende einmal wieder alles ein mit "CMD+H". Was Sie noch machen können, ist natürlich hier ganz extreme Effekte, indem Sie die Kurve dann noch biegen. Und ich muss sagen, das gefällt mir auch gut. Das ist vielleicht nicht mehr ganz so realistisch, wenn wir hier nicht gerade uns innerhalb eines Tornados befinden. Aber hey, warum sollte man das nicht machen? Wir machen das jetzt einfach einmal, weil ich das so ganz schick finde. Und wir haben hier noch Potential, die Geschwindigkeit zu erhöhen. Sie sehen, das geht mächtig. So kann man im Prinzip aus so Kumuluswolken auch so Zirruswolken machen. Ich hoffe, das sind die richtigen Begriffe. Also das eine sind diese Schäfchenwolken und das andere sind diese glatt gezogenen, längeren Wolken. Und ja, das finde ich so deutlich spannender. Ja, hier klicke ich dann auf "OK", habe dann meine Weichzeichnung, die einen kleinen Moment braucht, obwohl dieser Filter schon durch die Grafikkarte unterstützt wird. Aber diese neuen Filter sind halt etwas aufwendiger in der ganzen Berechnungsart. Ja und da sind wir auch schon wieder, der Filter hat fertig gerechnet, die Auswahl brauchen wir nicht mehr, also "CMD+D", um diese aufzuheben. Und ich wollte ja gerne ein Schwarz-Weiß-Bild haben mit einem dramatischen Himmel. Das können Sie hier sehr einfach machen mit dem "Kanalmixer". Dort einmal auf "Monochrom" klicken, den Himmel, also das Blau abdunkeln und das Ganze dann kompensieren mit dem Rot-Regler. Hier können Sie einmal auf den Gesamtwert achten, um ungefähr wieder auf 100 Prozent zu kommen, also Sie können ja auch abstimmen, wenn da vielleicht das Grün einmal ein bisschen besser aussieht, dann nehmen Sie halt diesen Regler. Aber ich denke, so passt das schon ganz gut und so haben wir im Nullkommanichts mit etwas Warterei auf den Filter dieses Ausgangsbild in dieses Endergebnis verwandelt. Ich finde, das ist schon eine tolle Geschichte. Was aber noch geht mit dem Filter, sind so kreative Effekte, wie dieser hier. Also hier habe ich einfach auch den Hintergrund entsprechend weichgezeichnet mit der Pfad-Weichzeichnung. Und hier sehen Sie schon, habe ich mit vielen kleinen Einzelpfaden gearbeitet. Und es gibt einen kleinen Trick bei der ganzen Sache, und zwar, dass Sie entlang des Weichzeichnungspfads die Richtung der Weichzeichnung ändern können. Das klingt komisch, aber das zeige ich Ihnen einfach einmal. Und zwar muss ich den Filter zunächst einmal finden. Das ist dieser hier, die "Pfad-Weichzeichnung". So, wenn ich jetzt hier einfach einmal den Pfeil nehme, dann wird natürlich jetzt in diese Richtung weichgezeichnet. Also wenn ich jetzt hier einmal die Geschwindigkeit erhöhe, haben wir eine normale lineare Weichzeichnung in die Richtung. Jetzt können Sie hier aber auch anklicken, dass Sie die "Weichzeichnungsformen bearbeiten" möchten. Dann erscheinen hier so kleine Pfeile, mit denen können Sie dann die Anfangs- und die Endgeschwindigkeit einstellen. Also wenn ich hier den hinteren verlängere, dann wird die "Endpunkt-Geschwindigkeit" höher, also das Ganze weicher, wenn ich die verkleinere, dann wird hier hinten fast das Ganze ausgeschaltet. Ich kann natürlich die Weichzeichnung auch komplett ausschalten, indem ich die Steuerungs- beziehungweise die Command-Taste gedrückt halte und hierauf klicke. Und das funktioniert anscheinend nur, wenn man das hier nicht aktiv hat, schauen wir einmal. Ja genau, das funktioniert nicht hiermit, das müssen Sie dann hier über die Weichzeichnungsformen regulieren. Aber es funktioniert, wenn ich es wieder einschalte – na gut, dann ist das halt so in Photoshop. Aber was Sie noch machen können, ist natürlich hier auch die Geschwindigkeit ändern und Sie können den Winkel ändern. Und Sie sehen, wie jetzt hier dieser Pfeil sich quasi auffächert, weil die Weichzeichnung hier "0" ist und nach hierhin immer stärker wird, und zwar nicht in die Richtung, also nicht diagonal nach rechts oben, sondern von schräg links oben nach schräg rechts unten. Und das finde ich eine tolle Geschichte. Und wenn wir dann noch die Bewegungseffekte hinzunehmen und zum Beispiel eine Stroboskopstärke hinzufügen, dann können Sie sehr schnell hier mehrfach Bildeffekte erzeugen, für die sie ohne Filter deutlich länger bräuchten. Ja und das Ganze können Sie dann noch verändern mit diesem Winkel. Also ich finde, das ist ein ganz, ganz tolles Kreativwerkzeug und eine der besseren, eine der größeren Neuerungen, die es in Photoshop in letzter Zeit gab. Also ich kann Ihnen nur empfehlen, sich damit einmal zu beschäftigen. Eine Anwendung möchte ich Ihnen noch zeigen, und zwar, wenn Sie vielleicht ein Van-Gogh-Fan sind, dann mögen Sie vielleicht seine geschwungenen Sternenhimmel. Und so etwas ähnliches können Sie auch mit der Pfad-Weichzeichnung durchführen. Ich dupliziere also einmal die Ebene mit "CMD+J", rufe wieder den Filter auf über die "Weichzeichnergalerie". So und jetzt hätte ich gerne so eine Art "Sternenwirbel". Was können Sie also machen? Wir löschen zunächst einmal erst diesen Pfad, dann klicke ich einmal hier und dann male ich mir hier einfach einmal so eine Spirale hinein. Und Sie sehen schon, was passiert: Hey, ich werde zum Künstler! Ich mache aus meinem Sterntaler-Bild einen Van-Gogh. Also das gewinnt dann natürlich auch deutlich an Wert. Auch hier können Sie dann die Geschwindigkeit variieren, je nachdem, wie Sie es gerne hätten, also stärker verwischt oder nur so ein bisschen angedeutet. Auch mit der Endpunkt-Geschwindigkeit können Sie spielen, aber hier würde ich die Weichzeichnungsform nicht verändern. Und die "Zentrierte Weichzeichnung" können Sie ausschalten, wenn Sie mehr so gerichtete Effekte haben möchten. Was machen Sie jetzt aber, wenn Sie die anderen Bereiche nicht mitweichzeichnen wollen? Ja, dann müssen Sie einfach weitere Pfade setzen und diese Pfadpunkte dann deaktivieren. Und das machen Sie einfach zum Beispiel so, dass Sie hier einmal darüberklicken. Dadurch haben Sie natürlich erst einmal einen Weichzeichnungseffekt, dann schließen Sie den Pfad ab mit einem Doppelklick, halten die Command-Taste beziehungsweise die Steuerungstaste und klicken jetzt einfach den Anfangs- und den Endpunkt an und überall, wo dieser Pfad jetzt entlanggeht, erfolgt keine Weichzeichnung. Hier am Gesicht und da wird es noch etwas zu stark weichgezeichnet, da setze ich also noch einmal einen Punkt und klicke hier diese beiden Punkte an mit gehaltener Command-Taste und habe dann sehr schnell hier meinen Van-Gogh. Ich blende einmal die Bildelemente aus. Sie sehen, wie einfach das geht und wie flexibel dieses Werkzeug ist. Also, probieren Sie diesen Filter einmal aus, und zwar nicht nur für die Autoretusche und um das Kurven-Weichzeichnen, sondern auch für solchen kreativen Effekte, oder für Architektur-Effekte, wo Sie einfach eine lineare oder eine leicht geschwungene Wolkenbewegung wünschen. Viel Spaß dabei!