Fotorezepte: Zutaten pur

Knoblauch im Detail

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Auch wenn an der oft gehörten Aussage, dass es ohnehin "nichts Neues zu entdecken" gäbe, etwas Wahres dran zu sein scheint, meint Eberhard Schuy dennoch, dass "Kollege Zufall" von Zeit zu Zeit Situationen hervorbringt, aus denen sich ein spannendes Motiv ergibt. Hier zeigt er das Beispielbild und geht auf die Umstände, insbesondere auf die Ausleuchtung ein.
05:12

Transkript

Es gibt immer zwei grundsätzliche Möglichkeiten, zu besonderen Fotos zu kommen. Und das eine ist, indem man wirklich Objekte durchsucht oder überprüft, ob sie irgendeine besondere Perspektive zu bieten haben. Da höre ich aber sehr oft von lieben Kollegen auch, dass das schwierig ist, weil es ja eigentlich nichts Neues zu entdecken gibt. Das ist sicherlich auch in der Objektfotografie zum Teil richtig. Dennoch gibt es immer noch sehr viel Spielraum. Naja, und die zweite Möglichkeit ist, dass wirklich aus Situationen heraus, ganz zufällig plötzlich Dinge entstehen, die man fotografieren kann. Und ja, so war es eben auch mit dieser Knoblauchzehe, die ich hier zeige. Das war tatsächlich so ein Bild, die habe ich dann irgendwann mal in der Küche im Knoblauchkörbchen entdeckt. Die ist so langsam vor sich hingetrocknet und urplötzlich hatte ich da so ein Knoblauchfragment liegen. Und ich fand das so toll von der Farbigkeit und von der Struktur und wie es war, dass ich sie, nachdem ich sie entdeckt habe, wirklich wie ein rohes Ei behandelt habe und gesagt habe, ok, die wird daneben hingelegt und die muss ich fotografieren, genau so wie sie ist, weil es ist auf den ersten Blick ganz klar erkennbar, dass es sich um Knoblauch handelt. Auf den zweiten Blick ist es aber eine Form, wie sie erscheint, die uns eher ungewohnt vorkommt und damit war das für mich eigentlich schon Grund genug, das Ding genau so zu fotografieren. Wichtig ist, dass man vernünftig mit dem Licht arbeitet. Also, wenn ich ein so zartes Gebilde habe, dann arbeite ich auch wirklich zart mit dem Licht damit und das finde ich ganz, ganz wichtig. Dass man eben diese feinen Töne eben nicht wegblitzt oder wegbelichtet und trotzdem für eine gute Lichtführung sorgt. Also, das war in dem Fall also wirklich so das Entscheidende. Auch wenn es jetzt hier gar nicht so wichtig ist, wollte ich es dennoch nicht vorenthalten, weil auch das Licht wirklich ein sehr einfaches Licht ist, was auf weißem, aber auch auf schwarzem Hintergrund super funktioniert. Und ich habe es hier nebenan schon mal aufgebaut. Ich habe jetzt einmal, diesen Knoblauch nicht mehr, einfach einen frischen Knoblauch dahin gehängt, und hab einfach mal eine Lampe draufgestellt und einen kleinen Aufheller gegenüber aufgebaut, der auch wirklich nur weiß ist. Ja, wenn wir jetzt das Licht einfach nutzen, um damit ein Foto zu machen. Mal kurz die Kamera aktivieren. So, jetzt ist es auf Schwarz. Ja, man sieht schon, was passiert, eine Seite ist ein bisschen ausgefressen, dort, wo das Licht direkt hinkommt, aber im Prinzip stimmt es schon. Und dann reicht wirklich ein einfacher Diffusor, mit dem ich spiele, den ich einmal direkt an die Lampe anmache. Dann passiert gar nicht so viel, es wird deutlich dunkler erstmal, aber man sieht schon, wie viel Stimmung in das Bild reinkommt. Und jetzt gehe ich einmal relativ nah heran und sorge für eine breite Fläche. Dann sieht man, dass das ein bisschen heller wird und jetzt gehe ich da einfach zurück. Und mache einfach einmal zwei, drei Belichtungen. Und jetzt sieht man wunderbar, wie sich das Licht ändert. Und wenn ich da jetzt noch einmal zurück gehe und wir uns das noch einmal anschauen, sieht man, dass das immer heller wird und alleine durch den Diffusor gibt es eine Stelle, wo das sehr gleichmäßig ausgeleuchtet wird und wo es trotzdem keine wirklich tiefen Schatten gibt. Und dieses gesamte Motiv jetzt einen Hauch heller ist genau das Licht, wo ich alles im Objekt wieder erkenne, und wirklich nur das Objekt für sich wirkt. Also, das Licht wird sich dem Objekt wirklich in dem Fall unterwerfen. Es wird also nicht so prägnant sein, dass man sehr auf das Licht achtet, sondern es scheint völlig natürlich, alltäglich, ebenso wie das Objekt. Und die beiden Dinge, die passen halt wirklich sehr, sehr gut zusammen. Wenn wir uns das Bild jetzt noch einmal mit dem Knoblauch anschauen, dann sieht man, wie das Licht wirkt. Also, es sind keine wirklichen Lichter zu erkennen. Es sind keine tiefen Schatten zu erkennen und trotzdem haben wir über den gesamten Knoblauch, über das gesamte Objekt eine wunderschöne Lichtmodulation und genau die macht es aus, dass die Dinge so haptisch, so zurückhaltend und trotzdem so prägnant im Bild erscheinen.

Fotorezepte: Zutaten pur

Sehen Sie, wie tolle Sachaufnahmen von scheinbar banalen Objekten gelingen. Knoblauch, Ingwer und Lauch werden außergewöhnlich in Szene gesetzt.

1 Std. 3 min (11 Videos)
Chapeau, Ebernard!
Thomas K.
War mal wieder toll, Dir "über die Schulter" schauen zu dürfen...
 

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