Grundlagen der Fotografie: Zeitraffer

Keyframes bearbeiten, Teil 1

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Sehen Sie Tobias Gawrisch bei der Bearbeitung des ersten Keyframes zu. Er legt viel Wert auf einen dramatischen Himmel; aber auch die Farben und Kontraste der Stadt und die Änderung des Seitenverhältnisses kommen nicht zu kurz.
10:35

Transkript

Wir befinden uns jetzt hier wieder in Lightroom, und zwar an genau der gleichen Stelle, wo wir Lightroom vorhin verlassen haben. Ich bin also hier immer noch in meinem Sequenz-Ordner drin. Ich sehe hier die Sequenz vor mir. Was ich jetzt tun muss, ist, einmal die gemachten Metadateneinstellungen, also welches Bild ist ein Keyframe und bei welchem Bild muss die Belichtung später von LRTimelapse angeglichen werden. Diese Daten muss ich jetzt einmal aus den Metadaten heraus lesen und hier in Lightroom reinschreiben. Das passiert, indem ich erst einmal dafür sorge, dass ich alle meine Bilder ausgewählt habe. Das geht am leichtesten über die Tastenkombination Cmd+A -- auf Windows-Rechnern ist das Strg+A -- und jetzt habe ich alle Bilder ausgewählt. Als Nächstes gehe ich oben in der Menüleiste auf Metadaten und wähle dort Metadaten aus Dateien lesen. Ich bekomme jetzt einen kleinen Warnhinweis, der mir sagt, was genau passiert. Es werden nämlich jetzt die Metadaten von Lightroom überschrieben mit den Metadaten, die LRTimelapse gerade angelegt hat. Das möchte ich machen, also gehe ich hier auf Lesen. Und wir sehen jetzt schon direkt, dieses erste Bild hat zum Beispiel vier Sterne bekommen. Diese vier Sterne markieren alle Bilder, die als Keyframe markiert wurden, die ich also jetzt im Laufe der Zeit bearbeiten möchte. Und um jetzt nur diese Keyframes zu sehen, also um nur die Bilder zu sehen, um die ich mich jetzt tatsächlich kümmern muss, kann ich hier bei Filter, wo jetzt Filter aus steht, einmal draufklicken und sehe hier verschiedene Filter, die von LRTimelapse angelegt wurden, als das Programm installiert wurde. Und hier ist auch ein Filter namens Keyframes und den wähle ich einmal aus und sehe jetzt nur noch die Bilder, die als Keyframe markiert wurden. Ich warte noch kurz, bis wirklich alle Metadaten gelesen wurden, damit auch alle Keyframes vorhanden sind und dann können wir nach und nach die einzelnen Keyframes bearbeiten. Das Lesen ist jetzt abgeschlossen und jetzt habe ich meine 15 Keyframes hier in der Sammlung drin. Ich gehe jetzt einfach mal auf das erste Bild, auf das erste Keyframe und wechsle ins Entwickeln-Modul, denn jetzt möchte ich jetzt dieses Bild natürlich entwickeln. Ich mache die Seitenleiste hier mal zu, um das Bild besser zu sehen. Die brauchen wir nämlich eh nicht. Und wir können jetzt tatsächlich diese Keyframes eigentlich mit allen Funktionen bearbeiten, die uns Lightroom zur Verfügung stellt. Und dadurch, dass wir das Bild ja auch in RAW aufgenommen haben, können wir hier wirklich auf die ganze Kraft von Lightroom zurückgreifen und aus dem Bild noch einiges rausholen, um die Sequenz später wirklich, wirklich dramatisch machen zu können und einfach einen sehr schönen Zeitraffer zu erstellen. Wir gehen jetzt einfach mal nach und nach hier diese Einstellungen durch, wobei ich Ihnen immer empfehlen würde, zuerst einmal in die Objektivkorrektur zu gehen und hier direkt die beiden Boxen anzuklicken, um nämlich eventuelle perspektivische Verzerrungen, die durch das Objektiv zustande kommen, sofort von Anfang an zu korrigieren. Wir sehen hier auch, Lightroom hat automatisch erkannt, welche Kamera und welches Objektiv ich verwendet habe und hat die entsprechenden Verzerrungen entfernt. Ich zeige Ihnen das noch mal in der Vorher-Nachher-Ansicht. Da ist also tatsächlich noch einiges an Verzerrung drin bei diesem Objektiv, aber die wurden jetzt alle rausgerechnet. Jetzt fangen wir einfach mal oben an mit den Grundeinstellungen. Was ich bei diesem Bild und generell bei der Sequenz auf jeden Fall erreichen möchte, ist, dass der Himmel sehr viel deutlicher, sehr viel dramatischer wird und gleichzeitig aber die sehr dunklen Schattenpartien hier in der Stadt ein bisschen aufgehellt werden, einfach um denen noch mehr Präsenz im späteren Zeitraffer zu ermöglichen. Ich werde also zuerst einmal den Lichterregler runternehmen. Ich werde ihn nicht ganz auf -100 setzen, sondern so auf ungefähr -75 und damit auf jeden Fall die Highlights im Himmel ein bisschen zurücknehmen, sodass die Wolken besser hervorkommen. Gleichzeitig werde ich den Tiefenregler etwas nach oben ziehen. Ich orientiere mich da hier an diesem Flussufer, was sehr dunkel ist, und gucke mal, dass man da noch ordentlich wieder was sehen kann. Ja, und so ein Wert von 20, 25 ist da, glaube ich, ganz angebracht. Dann möchte ich in diesem Bild auf jeden Fall mehr Klarheit haben. Klarheit ist eine Art Mikrokontrast und sorgt dafür, dass ein Bild insgesamt präsenter wirkt. Man kann es damit auch schnell übertreiben, denn so wirkt das Bild natürlich alles, aber nicht mehr natürlich, aber ein bisschen Klarheit tut eigentlich den meisten Bildern ganz gut und so entscheide ich mich hier für einen Wert von 20. Auch spannend ist der Regler Dunst entfernen. Der tut genau das, was er sagt, nämlich Dunst entfernen, funktioniert deshalb aber auch sehr, sehr gut, um die Präsenz von Himmelsobjekten, zum Beispiel von Wolken, zu verbessern, denn Wolken sind ja eigentlich nichts anderes als Dunst. Und mit dem Dunst-entfernen-Regler kann man also gerade im Himmel sehr viel mehr Präsenz erreichen. Auch bei dem gilt: Vorsichtig anwenden, nicht zu viel, aber in Maßen macht er den Himmel doch sehr, sehr präsent. Wenn man es übertreibt, wird es halt ein wenig künstlich. Aber ich denke ein Wert von 30 kann man da schon lassen, um dem Himmel insgesamt etwas mehr Präsenz zuzumuten und so auf jeden Fall einen schönen dramatischen Zeitraffer zu erstellen. Damit können wir die Grundeinstellungen erst einmal wieder zumachen und ich wechsle als Nächstes zu HSL. Im HSL-Bereich kann ich die Farben des Bildes manipulieren. Ich möchte die Farben tatsächlich jetzt nicht großartig manipulieren, aber ein paar Sachen möchte ich trotzdem einmal anwenden. Dazu gehe ich zuerst einmal auf die Luminanz und hier möchte ich nämlich den Himmel noch etwas weiter abdunkeln, um den Kontrast zwischen den Wolken und dem Himmel zu erhöhen. Das bedeutet, ich nehme hier den Blauregler und ziehe diesen Blauregler so ein bisschen runter. Und wir können sehen, dadurch wird der Himmel abgedunkelt. Auch hier gilt wieder: Nicht übertreiben, sonst wirkt es künstlich. Wie eigentlich bei allen Reglern, sollte immer ein gesundes Maß gefunden werden. So -25 gefällt mir hier eigentlich ganz gut. Was man auch machen könnte, wäre, die Grünluminanz etwas zu erhöhen. Das hält vor allem im Vordergrund die Bäume so ganz leicht auf und das ist auch ganz, ganz hübsch, um später den Vordergrund auch weiterhin präsent und sichtbar zu halten. Anschließend möchte ich noch bei der Sättigung die Orangesättigung etwas erhöhen. Das Ganze gibt dem Bild einfach noch so einen zusätzlichen Kick, denn viel der Gebäude und natürlich das Licht selber ist in diesem Moment orange gewesen und mit einer zusätzlichen Orangesättigung kann man das noch mal unterstreichen. Damit machen wir das auch wieder zu und ich wechsle zur Teiltonung. Mit der Teiltonung kann man einem Bild noch bestimmte Lichteffekte mitgeben. Ich möchte hier vor allem die Lichter noch etwas wärmer einfärben, denn es handelt sich ja um den Sonnenuntergang und so ein richtig schöner Sonnenuntergang ist nun mal sehr orange, sehr rot und deshalb gehe ich hier einmal in diesen Farbbereich rein und wähle mir hier diese vorgefertigte Farbe in der Mitte aus. Es ist so ein sehr leichtes, sehr natürlich warm gefärbtes Licht. Wenn ich da einmal drauf gehe, sieht man auch sofort, für den Himmel macht das tatsächlich einen Unterschied. Das wirkt jetzt noch mal ein bisschen wärmer, ein bisschen freundlicher und das ist einfach ein sehr schöner Effekt für das Bild. Auch das kann wieder geschlossen werden und wir kommen zu den Details. Im Details-Regler kann ich das Bild jetzt nachschärfen. Und auch das ist natürlich ein extremer Vorteil, wenn ich hier mit der Kraft von Lightroom an ein Video im Endeffekt rangehen kann, denn ich kann die volle Leistung dieses Schärfereglers nutzen, um meine Einzelbilder schon nachzuschärfen und damit natürlich am Ende ein sehr scharfes, sehr klares Bild im Video zu erreichen. Ich wähle hier typischerweise immer einen Wert von 100. Wichtig an dieser Stelle ist aber, diesen Wert jetzt nicht einfach so stehen zu lassen, denn jetzt wird alles geschärft, unter anderem auch hier der Bereich des Himmels, wo aber eigentlich gar nichts ist, was geschärft werden könnte oder müsste. Interessant ist deshalb der Maskieren-Regler. Wenn ich an diesem Maskieren-Regler ziehe, dann werden nicht mehr alle Bildelemente geschärft, sondern es werden eigentlich nur noch die Bildelemente geschärft, die schon eine gewisse Grundschärfe aufweisen. Das bedeutet, ebene Flächen, auf denen nichts passiert, werden ausgenommen. Und um das Ganze noch etwas präziser zu machen, halten Sie erst einmal die Alt-Taste gedrückt auf Ihrer Tastatur und ziehen jetzt am Maskieren-Regler. Und was wir hier sehen, ist eine visuelle Darstellung dessen, was später im Bild geschärft wird. Wenn die Maskierung bei null bleibt und das Bild komplett weiß ist, wird alles geschärft. Weiße Bereiche im Bild werden also geschärft, schwarze werden nicht geschärft. Je weiter ich den Maskieren-Regler jetzt ziehe, umso mehr Bereiche im Bild werden schwarz und werden also von der Schärfe ausgenommen. Und ich möchte natürlich hauptsächlich die Stadt schärfen und die Wolken im Himmel, aber eben nicht den Himmel selber. Und das bedeutet, ich entscheide mich so ungefähr für einen Wert von 40 beim Maskieren und habe jetzt eben auch wirklich nur das geschärft, was ich schärfen möchte. Dann kann ich auch die Details wieder schließen und bin mit der Bearbeitung für diesen ersten Keyframe so weit erst einmal fertig. Was zuletzt noch gemacht werden muss und was natürlich eine der Voraussetzungen ist, um später ein schönes Video aus unserem Zeitraffer zu generieren, ist, das Seitenverhältnis auf 16:9 zu ändern. 16:9 ist das typische Video-Seitenverhältnis und genau das werden wir auch benutzen, um später unseren Zeitraffer auszugeben. Außerdem sehen wir hier links in der Ecke noch ein Stück des Sliders. Die Kamera dreht sich natürlich im Laufe des Zeitraffers, sodass der Slider dann nicht mehr zu sehen ist, aber auch am Anfang möchte ich ihn natürlich nicht sehen. Und deshalb können wir hier wunderbar das 16:9-Seitenverhältnis nutzen, um sozusagen diesen unteren Bereich einfach abzuschneiden und den Slider nicht mehr zu zeigen. Ich wechsle dazu hier in das Freistellen-Tool und kann hier bei Seitenverhältnis in dieser Liste direkt 16:9 auswählen. Diesen Rahmen kann ich jetzt einfach mit der Maus verschieben und so festlegen, was später in meinem Bild zu sehen sein soll. Und wie gesagt, ich verschiebe ihn jetzt einfach so, dass so gerade eben der Slider nicht mehr zu sehen ist und möchte das Ganze so behalten, drücke hier noch einmal auf das Werkzeug und damit ist das Seitenverhältnis angewendet. Jetzt kann ich zurück in die Bibliothek wechseln und sehe, ich habe jetzt hier das erste Bild bearbeitet. Der nächste Schritt ist jetzt, diese Bearbeitung auf die anderen Bilder zu übertragen und eventuelle Veränderungen an diesen Bildern noch mal separat vorzunehmen.

Grundlagen der Fotografie: Zeitraffer

Lernen Sie, wie Sie selbst spannende Zeitrafferaufnahmen erstellen, bearbeiten und als Video ausgeben, und erfahren Sie, welche Motive sich besonders für diesen Effekt eignen.

2 Std. 43 min (39 Videos)
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Erscheinungsdatum:30.05.2018

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