Photoshop: Füllmethoden für natürliche Porträts

Karin und die Farben in Lab

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Sind Farben mit hoher Intensität im Bild gewünscht, ist der Farbmodus Lab eine tolle Alternative zur üblichen Bearbeitung im RGB-Modus.
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Transkript

Ganz andere Fragenstellungen ergeben sich bei diesem Bild. Die Bildwirkung ist schön, vor allem dadurch, dass das gelbe Herbstlaub einen tollen Komplementärkontrast zu dem blauen Pullover und der dunkelblauen Jacke bildet. Und natürlich ist man versucht, den Farbton und die Sättigung noch zu erhöhen, um diesen Kontrast noch ein bisschen deutlicher zu machen. Mit command u nehme ich das Farbton/Sättigungs- Dialogfeld hervor und wähle erstmal die Gelbtöne, erhöhe die Sättigung, und dann die Blautöne, erhöhe dort auch die Sättigung, und dann habe ich einen sehr schicken Komplementärkontrast, der wirklich sehr viel deutlicher noch ist, als bei der Vorlage. Das sieht jetzt natürlich einerseits superschön aus, aber andererseits ist die Frage, ist das tatsächlich auch meiner Absicht dienlich, denn nun gucke ich wunderbar auf diesen Komplementärkontrast und kaum mehr ins Gesicht. Das heißt, ich habe da rings um das Gesicht jetzt ein Feuerwerk entzündet, auf das ich gucke, und das Gesicht, na ja, es sollte ja eigentlich ein Portrait sein. Und die Idee eines Portraits ist ja, dass ich in das Gesicht gucke. Also sehe ich mal von dieser Lösung, die Versuchung ist natürlich groß, von der sehe ich jetzt mal ab und schau mir das Bild noch mal anders an. Ich blende also diese gesättigte Ebene noch mal aus und dupliziere die Hintergrundebene erneut, und schau, was sonst noch auf dem Bild zu sehen ist, und was davon meinen Zwecken eines Portraits dient, und was vielleicht nicht ganz so gut ist. Der Baumstamm auf der Seite, der hat eine total tolle Struktur, sieht superschön aus, und irgendwie ist das ja auch logisch, dass der genauso scharf ist, wie die Haare und das Gesicht. Das ist nur leider so ein bisschen blöd, weil sich die Struktur des Baumes wie so eine Linie da auf der Seite über das ganze Bild zieht, und die ist halt sehr stark. Ich meine, deshalb habe ich den natürlich auch schon so abgeschnitten, auch wenn er mir gefallen hat, aber es geht ja um die Person. Was ich da jetzt machen würde, wäre mit dem Weichzeichner-Werkzeug einfach hier ein bisschen über diese Baumkante fahren, um da so ein bisschen die Härte und die Sättigung rauszunehmen, dass der etwas weicher wird. Denn das Weichzeichner-Werkzeug, das nimmt den Kontrast ein bisschen weg und macht das Ganze etwas sanfter. So. Das soll an der Stelle davon genügen. Jetzt zoome ich mal weiter in das Bild rein. Und was natürlich hier sehr schön ist, ist der Verlauf der Haare über Kopf und Schulter. Und um jetzt von diesem weich gezeichneten Baum, der natürlich immer noch diese schicke Struktur hat, den Blick mehr aufs Gesicht zu führen, setze ich hier einen anderen Akzent. Ich nehme nämlich das Scharfzeichner-Werkzeug und fahr damit über die Haare, und arbeite damit die Struktur der Haare so ein bisschen raus. Das ist jetzt sicherlich ein bisschen mehr, als man das üblicherweise macht, tut aber in der Gesamtwirkung dem Bild, wie ich finde, sehr gut. Jetzt schauen wir uns das Gesicht noch ein bisschen an, was man da machen kann. Die junge Dame hat relativ helle Lippen. Es würde aus meiner Sicht nicht zu ihr passen, wenn die jetzt so'n rote Lippen bekäm mit einem richtig dunkelroten Lippenstift. Deshalb lasse ich das so. Ich sehe jetzt auch mal davon ab, da die kleinen Hautunreinheiten zu entfernen, sondern ich guck mir noch die Augen an, und da würde ich die Pupillen noch ein kleines bisschen rausarbeiten wollen. Das mache ich mit dem Kopierstempel im Modus Negativ multiplizieren bei einer Deckraft von 20 %. Da stemple ich einfach die Pupille auf sich selber drauf, und die zweite auch, und wenn ich das jetzt ein- und ausblende, dann sieht man, was sich da alles getan hat. Jetzt schauen wir uns das in der Gänze noch mal an. Und so hat sich jetzt mit kleinen Veränderungen, die nicht wirklich so ins Auge fallen, dass man sofort sieht, was da passiert ist, hat sich jede Menge getan. Was man manchmal noch macht, um den Blick des Betrachters auf die Person zu führen, dass man eine Vignette einsetzt, die den Rand insgesamt abdunkelt. Das macht hier bei diesem Bild aber nicht so viel Sinn, denn das Bild ist hier unten schon ehe ziemlich dunkel, weil das halt auch unter so einem Baum, wo da war's bisschen schattig. Deshalb kommt da ehe nicht viel Licht hin. Hier oben ist es hell. Gerne nehme ich dazu dann das Polygon Lasso Werkzeug, um hier mit einer reichen Auswahl von 250 Radius eine Auswahl zu erstellen. Die blende ich jetzt mit, command h aus dass ich besser sehe, was ich da noch mache. Und dann wähle ich im Gradationskurven-Dialog entweder den Klassiker, hier so ein bisschen runterziehen. Verstärkt aber leider hier oben den Kontrast, weil die Kurve auch hier dann eben steiler verläuft. Besser in dem Fall ist, die Kurve da ein bisschen runterzuziehen, und auf dieser Seite ein bisschen hochzuschieben. Dann ist sie flacher, das heißt, der Kontrast ist nicht ganz so groß. Dann kann man hier noch minimal runterziehen, und dann hat man einmal nach Vorher/Nachher Vergleich, hat man den oberen Teil des Bildes noch ein bisschen zurückgenommen. Jetzt ist der Akzent eindeutig im Mittelbereich. Da, wo das Bild unten zu dunkel ist, ist es oben ein bisschen weniger gesättigt, sodass der Fokus des Betrachters hier sehr schön in der Mitte ist. Und wenn wir uns den Vorher/Nachher Vergleich insgesamt anschauen, dann sind mit kleinen Änderungen ist eine Große und gute Wirkung erzielt worden. Lassen Sie sich beim Bearbeiten Ihrer Porträts nicht unbedingt von dem ersten Gedanken leiten, auch wenn die Farben noch so toll sind. Wenn Sie ein Portrait machen und bearbeiten, dann sollte es in erster Linie um den Menschen gehen, den Sie dem Betrachter zeigen.

Photoshop: Füllmethoden für natürliche Porträts

Lernen Sie, wie Sie mit den Füllmethoden in Photoshop eine dezente, natürliche Porträtretusche durchführen und Lippen, Augen und Haare optimieren.

1 Std. 22 min (13 Videos)
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