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SharePoint 2016-Administration Grundkurs

Infrastruktur und Verantwortlichkeiten

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SharePoint ist keine Software, die im herkömmlichen Sinn auf einem Server installiert wird und dann genutzt werden kann. Vielmehr besteht SharePoint aus einer vielschichtigen Kombination verschiedener Dienste, die in einer Web-Anwendung vereint und dem Benutzer zur Verfügung gestellt werden.

Transkript

SharePoint ist keine Software, die auf einem Server installiert wird und dann einfach so genutzt werden kann. Vielmehr besteht SharePoint aus einer vielschichtigen Kombination verschiedener Dienste, die in einer Webanwendung vereint und dem Benutzer zur Verfügung gestellt werden. Für den SharePoint-Administrator gibt es keine zentrale Managementkonsole, in der die gesamte Applikation verwaltet werden kann. Stattdessen wird die Administration auf Rollenebene durchgeführt, was die Flexibilität extrem steigern kann, jedoch Power User und Administratoren vor ganz neue Herausforderungen stellt. Als Grundvoraussetzung für eine SharePoint-2016-Farm brauchen Sie mindestens einen Windows Server 2012 R2 und eine Instanz des SQL Server 2014 oder 2016, jeweils ab Express Edition. Für die Installation einer Testumgebung kann das alles über die Rolle Einzelserver auf einen einzigen Server gepackt werden, der später nicht erweiterbar ist. Für Produktivumgebungen aber ist eher empfehlenswert, mit mehreren Servern zu arbeiten, die aber problemlos virtualisiert werden können. Nachdem die Softwarevoraussetzungen für SharePoint und die Installation der SharePoint-Programmdateien auf allen Servern der Farm mit Ausnahme der Datenbankserver ausgeführt wurden, wird mit dem Konfigurationsassistenten für SharePoint-2016-Produkte eine neue Farm erstellt. Im ersten Schritt legt der Assistent eine Farmdatenbank an, in der alle Dienste und Server, die zu der Farm gehören, registriert werden. Im nächsten Schritt richtet der Assistent die SharePoint-Zentraladministration ein, eine SharePoint-Webanwendung, die alle Funktionen für die Verwaltung der Farm zur Verfügung stellt. Über die Zentraladministration kann der Farmkonfigurationsassistent gestartet werden. Dieser erstellt Dienstanwendungen, richtet eine Webanwendung ein und verbindet diese mit den Dienstanwendungen. Erstellt eine Websitesammlung und stellt eine erste Website mit Bibliotheken und Listen bereit, die weitere untergeordnete Websites enthalten kann. im Wesentlichen haben Sie nun bereits alle SharePoint-Objekte kennengelernt. Vergleichen Sie diese mit der herkömmlichen Ablagestruktur für Papier, beziehungsweise der täglichen Büroorganisation, so übernimmt eine Bibliothek die Aufgabe eines Aktenordners oder Leitz-Ordners. Die Liste könnte man mit einem Karteikasten vergleichen, denn in Listen werden reine Daten gespeichert, wohingegen in Bibliotheken alle möglichen Dateien abgelegt werden. Andersrum ausgedrückt: Wenn eine Datei ein SharePoint hochgeladen wird, ist mindestens eine Bibliothek zwingend erforderlich. Wenn es nur darum geht, Daten einzutippen, wie zum Beispiel Aufgaben, oder Termine, oder Kontakte, wird dafür eine Liste verwendet, die nicht an eine spezielle Applikation oder Datei gebunden ist. Sowohl die Aktenordner als auch die Karteikästen müssen in der Büroorganisation aber in Büros oder Aktenschränke organisiert sein. Das heißt, sie brauchen einen Abstellplatz. Die Website in SharePoint übernimmt diese Rolle. Das heißt, eine Website in SharePoint kann man sehr gut mit einem Raum oder einem Schrank vergleichen, mit dem Ziel, dort Aktenordner oder Karteikästen oder beides unterzubringen. Auch ein Schrank oder ein Raum kann allein nicht existieren. Er braucht einen Boden, eine Etage, auf die er gestellt werden kann, oder in der der Raum eingerichtet werden kann. Die Websitesammlung in SharePoint übernimmt genau die Rolle dieser Etage und ist auch das Bindeglied zwischen der Farmadministration und dem Websitesammlungsbesitzer. Eine Etage wiederum muss in einem Gebäude eingezogen werden: das Erdgeschoss, der erste Stock, der zweite Stock. Und das Gebäude ist auch die erste Instanz in SharePoint, die allein lebensfähig wäre, nämlich eine Webanwendung, die einem Web Frontend Server zugeordnet ist. Von oben nach unten betrachtet also geht aus einer Farm in SharePoint eine Webanwendung hervor. Hinter dieser Webanwendung steckt immer eine HTTP-Adresse und damit auch eine IP-Adresse, und eine Site-Bindung im Internetinformationsdienste-Manager. Und ab hier nach unten die Websitesammlungen, die Websites, die Bibliotheken und Listen sind dann Objekte, die per Definition in der jeweiligen Datenbank existieren, aber sich nicht mehr im Ordnersystem des Explorers zum Beispiel wiederfinden. Daher kann man eine Webanwendung sehr gut mit einem Gebäude vergleichen, weil sie die Adresse und die Hausnummer stellt. Hausnummer wäre hier der TCP-Port. Die Websitesammlung bildet eine Etage, weil hier auch die Schlüsselübergabe erfolgt. Wenn Sie mögen, können Sie die Websitesammlung auch mit einem Großraumbüro vergleichen. Eine Website ist dann ein Raum. Heißt, wenn es nur eine Website in einer Websitesammlung gibt, könnte das durchaus mit einem Großraumbüro verglichen werden. Eine untergeordnete Website käme dann einem Aktenschrank gleich. Websites zielen darauf ab, einen Container zu schaffen, unter dem dann Bibliotheken und Listen angelegt werden. Bibliotheken sind vergleichbar mit Aktenordnern. Listen kann man mit Karteikästen vergleichen. Es gibt in der Farm außerdem noch sogenannte Dienstanwendungen. Die kann man mit dem Facility Service vergleichen beziehungsweise mit Dienstleistern, die die gesamte Firma mit Diensten versorgen. Zum Beispiel der Kantinenservice, der alle Gebäude und damit alle Etagen und alle darin befindlichen Büros mit Kaffee beliefert. Das Unternehmen wird wachsen und wenn der Platz auf der ersten Etage nicht mehr ausreicht, wird aufgestockt werden und die erste Etage, in SharePoint als eine weitere Websitesammlung abgebildet, wird gebaut. Im Bedarfsfall können weitere Server hinzugefügt werden, zum Beispiel um eine Lastverteilung auf Ebene des Webservers zu erreichen oder auch um Ausfallsicherheit zu gewährleisten. Aber auch um den Anwendungsserver und den Datenbankserver zu entlasten. Eine Webanwendung ist unter einer festen URL, also einer Adresse im Browser erreichbar. Es kann aus vielerlei Gründen wünschenswert sein, bestimmte Abteilungen oder Funktionen unter einer anderen Adresse erreichbar zu machen. Um das in SharePoint abzubilden, wird eine Webanwendung hinzugefügt, entweder auf den bestehenden Web Frontend Servern oder auf einem weiteren Windows-Server. Unterhalb dieser Webanwendung werden dann weitere Websitesammlungen, also Etagen, erstellt. Seit SharePoint 2013 können Anwendungen in die Farm integriert werden. Man spricht dann von einer sogenannten SharePoint-gehosteten App, vergleichbar mit einem internen Dienstleister, der für bestimmte Aufgaben zentral zuständig ist. Anwendungen, die nicht von der SharePoint-Farm verwaltet werden, können auch auf Dienste und Daten aus dieser zugreifen und nahtlos in die Benutzeroberfläche integriert werden. Diese Form der Anwendungsintegration wird als Anbieter-gehostete-App bezeichnet, beziehungsweise als Cloud-gehostete App, wenn die Anwendung in der Microsoft Cloud, zum Beispiel Azure, veröffentlicht wurde. Solche Lösungen wäre mit externen Dienstleistern vergleichbar, die auf bestimmte Aktenordner und Karteikästen des Unternehmens Zugriff erhalten, in einem Büro auf dem Firmengelände arbeiten, aber nicht in dieser Firma beschäftigt sind. Wie auch in einer Unternehmensstruktur gibt es in SharePoint unterschiedliche Rollen mit unterschiedlichen Verantwortlichkeiten. Die Verwaltung der Farm ist Aufgabe des Farmadministrators, der als Architekt und Verwalter über das Gelände mit allen Gebäuden und Etagen wacht. Soll eine neue Etage bezogen werden, übergibt der Verwalter, also der Farmadministrator einen Schlüssel an den Verantwortlichen beziehungsweise den Mieter der Etage. In SharePoint ist das der Websitesammlungsbesitzer. Dieser übernimmt die Verantwortung für die gesamte Etage inklusive der Schlüsselverwaltung und steuert die Raumaufteilung. Der Websitesammlungsbesitzer in SharePoint stellt also eigenverantwortlich Berechtigungen ein und erstellt untergeordnete Websites. Je nach Bedarf kann der Websitesammlungsbesitzer die Verantwortung für eine Website an den Websitebesitzer delegieren. In diesem Fall übernimmt der Websitebesitzer die Verantwortung für Berechtigungen und die untergeordnete Strukturierung beziehungsweise Ablageorganisation. Wenn Sie nun damit beginnen möchten, Ihre SharePoint-Farm zu planen, möchte ich Ihnen empfehlen, stets die Vergleiche mit dem Gelände, ist gleich der Farm, dem Gebäude, der Webanwendung, der Etage, einer Websitesammlung, dem Büro, einer Website, und Aktenordnern, ist gleich Bibliotheken, und Karteikästen, die den Listen entsprechen, anzustellen. Diese Objekte sind im Arbeitsalltag allgegenwärtig und lassen sich leichter planen und auch leichter erklären. Nach meiner Erfahrung sind diese Vergleiche fast immer zutreffend.

SharePoint 2016-Administration Grundkurs

Lernen Sie, worauf es bei der Planung, Einrichtung und Administration einer SharePoint-Farm auf Basis von SharePoint Server 2016 ankommt.

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Erscheinungsdatum:24.10.2016

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