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Individuelle Filter

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Was wir denken, brauchen, wissen und erwarten, das beeinflusst unsere Wahrnehmung der Realität und sorgt so für potenzielle Missverständnisse im Austausch mit anderen.
06:25

Transkript

Wir sehen und verstehen die Welt durch unsere individuellen Filter. Individuelle Filter beeinflussen maßgeblich was wir überhaupt wahrnehmen und wie wir das Wahrgenommene bewerten. Beides zusammen macht dann aus, was für uns die Wirklichkeit ist. Lassen Sie mich mit einem kleinen Beispiel beginnen. Auf diesem Bild ist so viel zu sehen, dass wir unmöglich alle Details in kurzer Zeit registrieren können. Was haben Sie registriert? Wer Angst vor Hunden hat, hat vielleicht als erstes den Hund links im Bild wahrgenommen. Ein Arzt nimmt mit hoher Wahrscheinlichkeit das eingegipste Bein weiter rechts zur Kenntnis. Wer gerade frisch verliebt ist sieht vielleicht das Pärchen oben rechts. Wenn Sie gerade Eltern geworden sind, haben sie vielleicht als erstes die junge Mutter mit ihrem Kleinkind auf der Bank gesehen. Ich persönlich habe die roten Schuhe wahrgenommen. Was wir wahrnehmen, hängt nicht nur von der Verarbeitungskapazität unseres Gehirns ab, sondern auch von individuellen Filtern. Und das sind zum Beispiel unsere Interessen, Überzeugungen, Vorurteile, Erwartungen und persönliche Bedürfnisse. All diese Aspekte sorgen dafür, dass wir unsere Wirklichkeit so sehen, wie wir sie sehen und das ist sehr individuell. Wenn wir uns dessen nicht bewusst sind, glauben wir leicht die Welt sei so, wie wir sie sehen. Das lässt dann wenig Spielraum für andere Sichtweisen, für andere Wirklichkeiten. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass ein Anderer exakt dieselben Wahrnehmungsfilter hat wie sie geht gegen null. Lassen sie mich ein paar Beispiele für individuelle Filter geben. Interessen: Wenn sie einen Urlaub planen, dann scheint die Welt plötzlich voller Reisebüros. Kennen sie das? Oder wenn sie anfangen sich für Quantenphysik zu interessieren, steht plötzlich in jeder Buchhandlung ein Buch dazu im Schaufenster. Oder Denkmuster: Wenn sie davon überzeugt sind, dass Blumen immer bunt blühen, dann übersehen sie wahrscheinlich die vielen schönen weiß blühenden Blumen.  Oder, wenn Sie überzeugt sind, dass Ihr Kollege viel besser oder auch schlechter als Sie arbeitet, dann werden Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit lauter Belege dafür finden. Wir neigen dazu nicht offen zu sein für Informationen, die nicht zu dem passen, was wir bereits glauben. Und auch Bedürfnisse steuern unsere Wahrnehmung. Stellen Sie sich vor Sie und ich würden eine Straße entlang gehen und Sie hätten Hunger. Was würden Sie wahrnehmen? Ich nehme doch an, Sie würden registrieren, dass es ein Restaurant gibt, eine Bäckerei, vielleicht ein Kiosk - irgendetwas, was geeignet ist, den Hunger zu stillen. Ich würde auf der Suche nach roten Schuhen, Schuhgeschäfte wahrnehmen. Da ich Ihre Bedürfnisse, Erwartungen usw. nicht kenne, lassen Sie mich dieses Phänomen im Bereich der reinen Sinneswahrnehmung nochmals veranschaulichen. Welcher Innenkreis sieht auf den ersten Blick größer aus? Hier ist der entscheidende Faktor das Größenverhältnis. Das Größenverhältnis zwischen den Innenkreis und den umgebenden Außenkreisen. Nun ersetzen Sie dieses Größenverhältnis durch Ihre Werte Ihrer Erwartungen und so weiter. Was für den einen Nebensache ist, wird für den anderen zur Hauptsache. Ich hatte eingangs gesagt, wir sehen und verstehen die Welt durch unsere individuellen Filter. Individuelle Filter beeinflussen maßgeblich, was wir wahrnehmen und wie wir es bewerten. Jetzt möchte ich nochmal den Aspekt der Bewertung betonen. Vor vielen Jahrhunderten arbeiteten drei Maurer an der Grundmauer einer Kathedrale. Einige Steine mussten, damit sie perfekt in die Mauer passen, mit dem Hammer bearbeitet werden. Ein Passant kam vorbei und fragte die Drei, was sie da tun. "Das sehen Sie doch!", erwiderte der erste mürrisch. "Ich bearbeite einen Stein." Und der zweite Maurer, der das gleiche tat, sagte gelangweilt: "Na, ich errichte eine Mauer!" Der dritte Maurer allerdings antwortete stolz: "Ich baue eine Kathedrale!" Andere Menschen, andere Bewertungen. Jeder Mensch bewertet Situationen anders und das hat wiederum Einfluss darauf, was er wahrnimmt. Ich gebe Ihnen ein Beispiel für diesen Kreislauf. Zunächst ist da die Wahrnehmung. Sie nehmen z.B. wahr, dass ein Kollege Sie selten grüßt, oder kurz angebunden auf ihre Geprächsangebote reagiert. Sie fühlen sich dann vielleicht zurückgewiesen, was letztlich eine Bewertung ist. Sie bewerten das Verhalten Ihres Kollegens als abweisendes Verhalten. Der dritte Schritt ist die Schlussfolgerung, die Überzeugung zu der Sie auf dieser Basis gelangen. In diesem Fall vielleicht, dass der Kollege Sie nicht mag und jetzt kommt die Krux. Genau diese Überzeugung hat wieder Einfluss darauf, was Sie im Weiteren wahrnehmen. Wahrscheinlich werden Sie jetzt Dinge wahrnehmen, die zu Ihrer Überzeugung passen. Sie merken sicherlich, Wahrnehmung hat mit Objektivität wenig zu tun. In diesem Zusammenhang kann man auch von sich selbsterfüllenden Prophezeiungen sprechen. Dazu gibt es ein interessantes Experiment von Robert Rosenthal, einem US-amerikanische Psychologen. Er hat Lehrern zwei Klassen vorgestellt und über eine der Klassen gesagt, hier seien die intelligenten Schüler und leistungsstarken Schüler, wohingegen in der zweiten Klasse die weniger intelligenten Schüler zu finden sind. Und was glauben Sie, was passiert ist? Ein Jahr später, als man die Leistungen der Schüler in Blick genommen hat, waren tatsächlich die Noten der Schüler in der ersten Klasse deutlich besser als die der zweiten Klasse. Was war passiert? Die Schüler waren zufällig den beiden Klassen zugeteilt; höchst unwahrscheinlich, dass in der ersten Klasse tatsächlich nur intelligentere Schüler anzutreffen waren. Aber die Überzeugung der Lehrer hat sie zu einem bestimmten Verhalten den Schülern gegenüber bewegt und das hat letztendlich zum tatsächlichen Leistungszuwachs und -abfall geführt. So, jetzt haben wir einen weiten Bogen geschlagen. Lassen Sie mich nochmal zusammenfassen: Die Landkarten von der Wirklichkeit sind individuell und können von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich sein. Missverständnisse entstehen durch diese Unterschiede in den Landkarten. Insofern sind Unterschiede keine Störungen, sondern unvermeidbar. Aber natürlich können Sie damit besser umgehen, wenn Sie Fragen stellen, die Landkarte ihres Gesprächspartners erkunden. Und schauen Sie immer wieder neu, erlauben Sie ihren Überzeugungen nicht, ihre Wahrnehmung dauerhaft einzuengen.

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