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Ideation: Visuelles Denken und Ideenfindung

Ideen testen – Prototyping

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Prototypen, also Vorabversionen von Produkten, können aus Papier, Pappe oder Holz sein – oder aus Knete. Doch auch mit Playmobil oder Lego lassen sich Ideen entwickeln – man spricht von "Serious Play".
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Transkript

Woher weiß ich, ob die Ideen gut sind, auf die wir im Rahmen des Ideen-Workshops oder generell beim Design Thinking gekommen sind. Ich kann mich auf mein Bauchgefühl verlassen, aber das ist keine besonders gute Idee. Immer wieder wird gern erzählt, neue Produkte muss man einfach bauen und auf den Markt bringen. Die Nutzer würden die ja noch gar nicht kennen und wüssten daher nicht, ob sie sie überhaupt brauchen. Ein Stück weit stimmt das. Dazu gibt das tolle Zitat von Henry Ford, dem Begründer der industriellen Herstellung von Automobilen: "Wenn ich die Menschen gefragt hätte, was Sie wollen, hätten sie gesagt: schnellere Pferde." Auch vom iPhone, dem ersten erfolgreichen Smartphone, wird erzählt, dass Steve Jobs es einfach mal gebaut hätte, weil er wusste, es wird gut. Was aber stimmt: Wir Menschen wissen tatsächlich, gerade bei neuen Produkten und Dienstleistungen, die es so in der Art vorher noch gar nicht gab, ob wir sie brauchen werden, ob wir erkennen werden, dass sie nützlich sind, dass wir sie haben wollen. Aber was wir sehr wohl wissen ist eins, ob uns die neuen Geräte gefallen, wenn wir sie in der Hand halten, ob wir damit umgehen können, ob wir verstehen, wie man sie benutzt. Und genau hier setzt das Design Thinking an. Es bleibt eben nicht beim Thinking, dem Denken, es kommt das Doing, die Tat hinzu. Ein zentraler Teil des Design Thinking ist immer der Bau von Prototypen. Prototypen, das klingt nach viel Arbeit, aber das muss nicht so sein. Schon aus Papier können wir ganz einfache Prototypen basteln. Gerade wenn Sie Websites oder Apps bauen, ist das hervorragend, denn Ihr Produkt ist am Ende sowieso nur zweidimensional. Sie sind aber keineswegs festgelegt. Insbesondere wenn Sie auch Geräte oder physische Produkte entwickeln, dann ist es gut dreidimensional zu werden. Hervorragend geeignet ist zum Beispiel Knete, damit können Sie ganz schnell Geräte Formen und können ein Gefühl dafür bekommen, welche Proportionen das Ding haben wird. Es muss auch gar nicht so perfekt sein. Man stellt irgendwie fest, okay, so dick muss es ungefähr sein, die Form soll es haben. Ich will ein neues Tablet entwickeln, das hat diese Proportionen, kann ich hier noch ein bisschen mit Linien arbeiten. Und sofort wissen alle innerhalb weniger Sekunden, wie das Ding aussehen soll. Ich kann also zeigen, wie stelle ich mir die Form vor, ich kann schnell experimentieren, kann die Form ändern, kann neue Versionen entwickeln, die fotografieren und dann habe ich schnell sehr, sehr viele kleine Prototypen entwickelt. Auch beliebt sind Legosteine. Legosteine eignen sich, wenn man hier diese großen Versionen, diese sogenannten Duplosteine nimmt, [unverständlich] hier mal schnell mal ein Prototyp zusammenzustecken. Und auch da habe ich dann ungefähr ein Gefühl, wie liegt das in der Hand, welche Dimensionen hat das, welche Proportionen hat es, und kann sehr schnell auch Änderungen machen und sagen, nein, nein, das gefällt mir alles nicht, das soll alles mehr so in die Richtung gehen. Und so ein Knubbel da vorne, das ist auch nichts. Und habe dann sehr schnell ein Gefühl dafür, wie soll mein Gerät aussehen. Und diese Duplosteine lassen sich natürlich auch mit Lego kombinieren. Auch eingesetzt werden Playmobil-Männchen. Mit denen können Sie zwar keine Geräte bauen, aber Sie können Nutzungssituationen nachstellen. Wenn die nicht so komplex sind oder wenn jeweils nur eine Person beteiligt ist, bringt das noch nicht so viel. Aber wenn die Situationen komplexer werden, dann kann das durchaus erhellend sein. Man zeichnet zum Beispiel den Grundriss einer Fabrik und stellt die Arbeiter dann als Männchen hinein. Man spielt im Wortsinn die Arbeitsabläufe nach. Und mit sowas erkennt man schon Probleme bei der Zusammenarbeit oder auch Möglichkeiten bei der Verbesserung. Dieses Vorgehen, das nennt man Serious Play, also ernsthaftes Spielen. Vor allen Dingen im Zusammenhang mit Lego, wird es sogar als formelle Methode eingesetzt, LSP, Lego Serious Play. Man kann sich sogar als Trainer in dieser wissenschaftlich fundierte Methode ausbilden lassen und man kann dazu natürlich spezielle Lego Sets kaufen. Die Sets haben nur wenige Steine, mehr Männchen, Tiere, Geister und sowas, zum Bilden von Metaphern, zum Nachstellen von metaphorischen Arbeitssituationen. Die Idee hinter Serious Play ist, dass man auf neue Ideen kommt, wenn man spielerisch an Problemen herangeht. Wenn man in 3D statt in 2D arbeitet, ein Vorteil gegenüber dem Zeichnen. Man arbeitet mit den Händen, man erschafft raumgreifende Dinge. Und bei den Legosteinen gibt es sehr wenig Berührungsängste. Hier hat keiner den Anspruch an Ästhetik. Anders als bei einer Zeichnung, meint niemand, dass eine Lego-Konstruktion gut aussehen muss. Bei Serious Play, da muss man aber erstmal seinen Chef überzeugen, dass man zum Einkaufen in die Spielzeugladen gehen darf. Die Skepsis ist insbesondere in den höheren Etagen oft groß. Aber wer einmal einen solchen Workshop mitgemacht hat, der ist überzeugt von den Möglichkeiten und den guten Ergebnissen, die dabei herauskommen. Wichtig beim Prototyping ist auch, nicht einfach eine Version zu bauen und dabei zu bleiben. Die Idee ist, Erkenntnisse zu gewinnen. Dann verbessern Sie mit diesen Erkenntnissen Ihren Prototypen oder bauen einen ganz Neuen. Mit dem testen Sie wieder und so weiter. Man spricht daher auch vom Rapid Prototyping, vom schnellen Prototypenbau. Apropos testen, was mit Prototypen ganz hervorragend geht, ist ein Test mit echten Nutzern. Sie können mit jedem Prototypen auch einen klassischen Usability-Test durchführen. Sie suchen sich also Vertreter aus der Zielgruppe, die später Ihr Produkt nutzen soll. Diesen stellen Sie eine typische Aufgabe, wie man sie später mit dem Produkt erledigen soll. Dann lassen Sie die Testpersonen diese Aufgabe durchspielen. Dabei beobachten Sie, wie sie vorgeht und Sie sehen, ob die Testperson die Aufgabe lösen kann, beziehungsweise, ob sie so vorgeht, wie Sie sich das dachten. Dabei lernen Sie immer extrem viel. Diesen Schritt sollten Sie daher so oft wie möglich machen.

Ideation: Visuelles Denken und Ideenfindung

Lernen Sie, mit visuellem Denken an neue Lösungsansätze zu kommen. Jens Jacobsen zeigt Ihnen dafür die notwendigen Fertigkeiten am Whitboard.

2 Std. 40 min (33 Videos)
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