Unsere Datenschutzrichtlinie wird in Kürze aktualisiert. Bitte sehen Sie sich die Vorschau an.

Sylvia Massy: unkonventionelle Musikproduktion

"Ich hätte den Sänger fast umgebracht."

Testen Sie unsere 2016 Kurse

10 Tage kostenlos!

Jetzt testen Alle Abonnements anzeigen
Sylvia Massy versucht, bei jeder Session etwas besonderes, etwas ungewöhnliches einzubauen. Das können in die Tiefe geworfene Instrumente sein, das kann aber auch einmal ein verkehrt herum aufgehängter Musikant sein.
01:53
  Lesezeichen setzen

Transkript

Wann immer es möglich ist, versuche ich, in jede Session etwas Unvergessliches einzubauen. Ich habe zum Beispiel schon Gitarren von Klippen geworfen, Songs in einem Lieferwagen aufgenommen, der die Lombard Street in San Francisco herunterfuhr. Die Straße schlängelt sich ungefähr so und Sie hätten die Band hinten im Lieferwagen einmal sehen sollen. Und ich habe Sänger beim Singen an den Füßen aufgehängt. Das war Serge von System of a Down. Aber das werde ich wohl nicht mehr machen. Ich glaube, ich habe ihn beinahe umgebracht. Es ist keine gute Idee, so kopfüber zu singen. Also auf dem Kopf stehend zu schreien. Ich probiere also, in jeder Session etwas Besonderes zu tun. Mein letztes Projekt habe ich in einem Schloss in Dresden aufgenommen. Für die Vocals ging es dann weiter in ein Gefängnis, auf einer Insel in Helsinki. Das war wie Alcatraz. Die finnische Version von Alcatraz. Zum Schluss ging es noch nach Göteborg. Dort nahmen wir eine riesige Kirchenorgel auf. Ja, mit diesem Projekt verbinde ich also sehr viele Erinnerungen. Und für diese Band passt es auch, in einem Schloss aufzunehmen, weil es eine sehr theatralische Metalband ist, und das Album ist ein Konzeptalbum über einen Wolf und eine Eule und die Abenteuer eines Adlers, eines bösen Adlers, und so weiter. Genau dort möchte ich Musik gerne sehen, neue Musik, die auf diese Art geschrieben und aufgenommen wird. So entstehen besondere Konzeptalben, die mehr sind als eine bloße Aneinanderreihung von Songs oder Singles.