Das Deuser-ABC: Auftritts-Tipps vom Bühnenprofi: Jede Woche neu

I wie Improvisation: Warum Spontanität oft überbewertet wird

LinkedIn Learning kostenlos und unverbindlich testen!

Jetzt testen Alle Abonnements anzeigen
Jede Woche präsentiert Klaus-Jürgen Deuser eine neue Folge mit ganz konkreten Tipps und Tricks aus der Bühnen- und Vortragswelt. Von A wie Ablauf bis Z wie Zeit lässt er Sie an seiner über 30-jährigen Bühnenerfahrung teilhaben. Sie erhalten dabei ungewöhnliche und außergewöhnliche Tipps, Tricks und praktische Ansätze, die Sie so wahrscheinlich noch nie gehört und trainiert haben. Die einzelnen Folgen sind so angelegt, dass Sie zum jeweiligen Thema Anregungen und Tipps erhalten, die Sie sofort umsetzen können. Gut und unterhaltsam vorzutragen und zu präsentieren, ist kein Geheimnis. Es ist letztendlich harte Arbeit und Klaus-Jürgen Deuser liefert Ihnen den passenden Weg.
03:54
  Lesezeichen setzen

Transkript

Improvisation und warum Spontanität oft überbewertet wird. Wenn ich in meinen Kursen meine Teilnehmer befrage: "Welche Bühnenfähigkeit würden Sie gerne beherrschen? Und was glaube Sie, was Sie am wenigsten können?" Dann höre ich oft ähnliche Antworten: "Ich würde die Zuschauer gerne im Bann halten und sie zum Lachen bringen und was ich am wenigsten kann, ist spontan zu reagieren". Okay, Spannung aufbauen, diese Spannung zu halten und die Zuschauer perfekt zu unterhalten. Das ist Handwerk, Handwerk, Handwerk und auftreten, auftreten, präsentieren und nochmal präsentieren. Ähnlich ist es übrigens auch mit Improvisationsfähigkeit und Spontanität, auch diese Fähigkeiten muss man verstehen, vorbereiten und üben. Doch bevor wir uns stressen, nur weil wir glauben, dass wir nicht spontan genug sind, sollten wir uns eine Frage vielleicht vorher noch einmal stellen: Brauchen wir die Spontanität überhaupt so oft? Wie oft muss man wirklich auf einer Bühne spontan reagieren? Wenn ich jetzt so auf meine Shows und Vorträge zurückblicke, dann würde ich sagen: bei jeder dritten Show, vielleicht einmal, maximal zweimal. Merken Sie, worauf ich hinaus will? Spontanität wird oft überbewertet. Ihr Ziel sollte es doch sein, einen Vortrag auf den Punkt vorzubereiten und perfekt abzuliefern und nicht zu improvisieren. Deswegen spreche ich in vielen Kapiteln auch die Umstände an, unter denen ein Vortrag oder eine Präsentation abläuft, damit Sie möglichst viele Fehler und Unruhequellen schon im Vorfeld ausräumen können, damit Sie eben nicht improvisieren müssen. Stressen wir uns nicht zu viel mit dem Wunsch, spontan zu sein, sondern konzentrieren wir uns lieber auf das, was wir im Griff haben können und den Rest, den lassen wir auf uns zukommen. Davon abgesehen, könnten wir ja auch alle improvisieren. Wenn wir in ein Gespräch mit anderen Menschen treten, wissen wir doch nie genau, welche Frage uns als nächstes gestellt wird oder in welche Richtung das Gespräch laufen wird. Und doch fällt uns immer eine Antwort ein. Genauso funktioniert improvisieren. Improvisation und Spontanität basiert auf Erfahrung, einem natürlichen Reagieren und auf Geschwindigkeit. Okay, Geschwindigkeit: Man wirkt immer dann spontan, wenn man sehr, sehr schnell reagiert. Was ist Ihre Lieblingsfarbe? Zu spät. Spontanität ist eine Frage der Geschwindigkeit und Geschwindigkeit basiert auf Erfahrung. War ich nicht schon einmal in einer vergleichbaren Situation? Und Geschwindigkeit, und jetzt wird es interessant, ist letztendlich eine Frage des Mutes. Bin ich grundsätzlich bereit zu reagieren? Ob Sie richtig reagieren, das weiß man erst hinterher, aber ob Sie reagieren werden, das ist immer eine Frage der Einstellung. Mache Sie es sich bitte klar. Es ist wichtiger, gut vorbereitet als spontan zu sein. Aber Spontanität ist eine Frage der Bereitschaft. Und je öfters Sie sich diese Herausforderung stellen, umso besser werden auch Ihre Antworten. Denn letztendlich, glauben Sie mir, muss man jede Situation mindestens einmal vorher erlebt haben. Das war's mit Improvisation, weitere Folgen finden Sie natürlich bei LinkedIn Learning und besuchen Sie mich auch mal auf Blog und Facebook. Danke!