Rechtsgrundlagen für Blogger und Online-Redakteure

Haftung für Links

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Das Verlinken auf fremde Websites ist generell zulässig. In einigen Fällen kann jedoch bereits im Setzen eines Links auf rechtswidrige Inhalte selbst ein Rechtsverstoß zu sehen sein.

Transkript

Online besteht nicht nur eine potenzielle Haftung für eigene und gegebenenfalls fremde Inhalte, sondern auch für Hyperlinks. Dies natürlich nicht in jedem Fall, es müssen schon bestimmte Voraussetzungen vorliegen. Generell ist das Setzen eine Links zulässig. Man muss den Betreiber der verlinkten Website also nicht vorher um Erlaubnis bitten. In der Verlinkung von frei zugänglichen Inhalten auf andere Internetseiten liegt insbesondere keine Verletzung fremden Urheberrechts. Dieser Grundsatz hat allerdings durch ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs von Anfang September 2016 eine entscheidende Grenze gesteckt bekommen. Denn die Richter urteilten, dass bereits das Setzen eines Hyperlinks auf solche Inhalte rechtswidrig ist, die gegen fremdes Urheberrecht verstoßen. Dies solle jedenfalls in Fällen der Gewinnerzielungsabsicht gelten, so die Richter am EuGH. Wann genau eine solche Absicht anzunehmen ist, wird nicht ganz klar. Im Grunde kann dies schon bei einem kleinen Blog sein, wenn dieser zum Beispiel Google AdSense eingebunden hat. Eine mittelbare Gewinnerzielungsabsicht reicht insoweit wohl aus. Daher gilt zukünftig: Verlinkte Inhalte insbesondere auf etwaige Urheberechtsverstöße prüfen und im Zweifelsfall den Link weglassen. Die Verwendung von so genannten Deep-Links ist ebenfalls zulässig, so dass nicht unbedingt immer auf die Startseite anderer Websites verwiesen werden muss. Wird allerdings auf eine bestimmte Unterseite verlinkt und dadurch eine technische Schutzmaßnahme umgangen, wie etwa die Passwortabfrage für einen geschützten Login-Bereich, dann ist ein solcher Deep-Link rechtswidrig. Um Inhalte fremder Websites entsprechend zu kennzeichnen und sie sich aus juristischer Sicht nicht zu eigen zu machen, ist es ratsam, die internen und die externen Verlinkungen optisch unterschiedlich zu gestalten. Dies kann etwa durch Verwendung zweier unterschiedlicher Link- beziehungsweise Mouse-over-Farben oder ein voran- oder dahintergestelltes Icon erreicht werden. Auch ein separates Linkverzeichnis mit ausschließlich externen Links ist eine mögliche Alternative, im Weballtag aber wohl nicht immer die passende Lösung.

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Erscheinungsdatum:22.02.2017

Dieses Video-Training berücksichtigt die Rechtslage in Deutschland und an gekennzeichneten Stellen in der Schweiz und in Österreich bis einschließlich September 2016. Es soll für die angesprochenen Rechtsbereiche sensibilisieren und ein entsprechendes Problembewusstsein schaffen. Eine Einzelfall-bezogene ausführliche Beratung durch einen hierauf spezialisierten Anwalt wird hierdurch nicht ersetzt.

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