Cloud Computing lernen: Anwendungs-Migration

Gute Kandidaten für die Migration

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In diesem Video zeigt der Trainer Ihnen, wie Sie die Workloads für die Migration auswählen. Dieser Schritt ist besonders wichtig: Sie können Anwendungen und Daten nur dann in die öffentliche Cloud verlagern, wenn sie bestimmte Merkmale aufweisen.
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Transkript

Sehen wir uns an, wie die Workloads für die Migration ausgewählt werden. Dies ist wahrscheinlich Ihre wichtigste Aufgabe, denn Sie können Anwendungen und Daten, die sich auf Ihren bisherigen, herkömmlichen Systemen befinden, nur dann in die öffentliche Cloud verlagern, wenn sie bestimmte Merkmale aufweisen. Einige davon lassen sich ganz einfach mit sehr wenigen oder sogar ganz ohne Änderungen verschieben. Andere müssen refaktoriert, also für die öffentliche oder private Cloud umgebaut werden. Und manche können nicht in die Cloud migriert werden, weil irgendwelche wirtschaftlichen oder technischen Probleme es verhindern oder weil sie sich einfach nicht für die Cloud eignen. Das ist wahrscheinlich einer der wichtigsten Schritte, den Sie bei der Migration in die Cloud abarbeiten müssen. Unter Anwendungen verstehen wir hier datengebundene Anwendungen. Wenn ich also von Workloads und Anwendungen spreche, meine ich damit normalerweise einen dicken Stapel an Quellcode und eine zugehörige große Datenbank oder einen anderen Datenspeicher. Die Kombination dieser Komponenten bildet normalerweise eine Workload. Das ist es, was wir in die Cloud verlegen. Wir müssen sie also als Gesamtkomponenten behandeln. Wir haben es mit hochkomplexen technologischen Lösungen zu tun. Sie umfassen eine Datenbank, beispielsweise Oracle, aber es gibt auch viele andere. Und sie haben irgendeine Codebasis. Das könnte Java sein, vielleicht Python oder etwas anderes. Die wichtigsten Faktoren sind Sicherheit, Compliance und die für die Anwendung eingesetzte Technologie. Deshalb müssen wir verstehen, welche Sicherheitsanforderungen es gibt, wie die Compliance-Anforderungen aussehen und welche Technologien zum Einsatz kommen. Wenn wir es mit einem alten Cobol-DB2-System zu tun haben, ist das in der Regel kein guter Kandidat für die Cloud, weil wir dafür einfach noch kein Plattform-Gegenstück in der öffentlichen Cloud haben. Wenn es jedoch um einen Python- oder LAMP-Stack geht (das steht für Linux, Apache, MySQL, Python), gibt es in der öffentlichen Cloud garantiert ein Gegenstück. Üblicherweise beschäftigen wir uns also mit Workbenches. Wir bewerten die Migrationstauglichkeit des Anwendungsportfolios und teilen alle zu migrierende Anwendungen in sechs Kategorien ein. Beim Bewerten des Anwendungsportfolios sehen wir uns alle Anwendungs-Workloads an, die in Global-2000-Firmen im Einsatz sind. Wir reden hier von einer Zahl von Anwendungen, die meiner Erfahrung nach fast immer zwischen 2.000 und 5.000 liegt. Bei der Arbeit mit Migrations-Workbenches ordnen wir die Anwendungen jeweils einer von sechs Kategorien zu. Entweder anders hosten, das bedeutet, wir verschieben sie auf einen neuen Host. Oder wir bringen sie auf eine neue Plattform. Das heißt, dass wir sie nicht nur in eine neue öffentliche Cloud verlegen, sondern innerhalb des Cloud-Anbieters auf eine neue Plattform bringen. Zum Beispiel könnten wir im herkömmlichen System auf einem LAMP-Stack aufsetzen, während die Anwendung in der Zielplattform unter Windows läuft. Wir können die Anwendung refaktorieren, mit anderen Worten: Wir schreiben wesentliche Teile davon neu, um die Vorteile der öffentlichen beziehungsweise privaten Cloud zu nutzen, in die wir sie verschieben. Wir könnten die ganze Sache von Grund auf neu schreiben. Mit anderen Worten, wir werfen den Code weg, normalerweise samt zugehöriger Datenbank, und wir programmieren die Anwendung von Grund auf neu. Das ist wahrscheinlich die teuerste und riskanteste Methode, aber viele Unternehmen haben Anwendungen, … … die sie unbedingt in die öffentliche oder private Cloud hinüberretten wollen, und sind tatsächlich bereit, die Kosten für das Neuschreiben der gesamten Anwendung aufzubringen. Wir können die Anwendung ersetzen, indem wir SaaS-Äquivalente wie Salesforce.com nutzen. Oder wir können die Anwendung vollständig ausmustern, das passiert recht häufig. Etwa 10 bis 20 Prozent der Anwendungen, da wir beim Vorbereiten einer Migration in die Cloud untersuchen, werden einfach ausgemustert. Wir schmeißen sie einfach weg. Möglicherweise finden wir eine SaaS-Plattform, die vergleichbare Funktionen bietet, oder wir entwickeln diese Anwendung neu. Gute Kandidaten sind Anwendungen, die in den letzten 10 Jahren auf Basis moderner Technologien gebaut wurden. Da sind LAMP-Stack, Java und dergleichen zu nennen. Wir kennen diese Technologien gut, und es gibt reichlich Plattform-Gegenstücke in privaten und öffentlichen Clouds, die diese Anwendungen mit geringfügigen Änderungen oder sogar völlig unverändert ausführen können. Anwendungen, die von der Datenbank entkoppelt sind. Anwendungen, die geringere Sicherheitsanforderungen haben. In diesem Bereich verändert sich allerdings gerade etwas. Wir brauchen nicht unbedingt höchste Sicherheit in der öffentlichen Cloud, aber selbst wenn dort höchste Sicherheit verfügbar ist, kann es Probleme mit den zugehörigen Daten geben, weil sie nicht aus unserem Rechenzentrum herausgelangen dürfen. Die Gründe sind meist in den Bereichen Compliance oder Sicherheit zu suchen. Normalerweise werden für eine öffentliche oder private Cloud also Anwendungen auswählt, die geringere Sicherheitsanforderungen stellen. Wir sind allerdings an einem Punkt, an dem die Sicherheit in der privaten Cloud genauso gut, wenn nicht sogar besser ist als in herkömmlichen Systemen innerhalb des Unternehmens. Anwendungen, die weniger Compliance-Probleme verursachen. Das bedeutet, wir müssen uns nicht mit Vorschriften und rechtlichen Fragen befassen, die festlegen, wie Daten geprüft, gepflegt und in einer öffentlichen Cloud gespeichert werden müssen. Wenn Sie allerdings Vorschriften wie HIPAA oder PCI einhalten müssen, sollten Sie wissen, dass viele Anbieter für öffentliche Clouds entsprechende Fähigkeiten und Dienste zur Verfügung stellen. Aber wenn es viele Compliance-Probleme gibt, lohnt es sich oft nicht, diese Anwendung in die öffentliche Cloud zu verschieben. Anwendungen, die von der IT gut verstanden werden, sind in der Regel gute Kandidaten. Mit anderen Worten: Wir haben etwas, mit dem wir ständig arbeiten; es ist gut gepflegt; wir haben Leute, die sich damit auskennen. Dann sollte es nicht allzu schwierig sein, eine solche Anwendung in die Cloud zu bringen. Wenn wir es mit einer alten Anwendung zu tun haben, mit der sich nur wenige Mitarbeiter oder vielleicht gar niemand mehr auskennt, wird eine Verschiebung in die Cloud schwierig, denn während der Migration tauchen garantiert Probleme auf. Wie sehen erfolgreiche Cloud-Projekte aus? Ein Cloud-First-Team wird zusammengestellt. Es arbeitet zielgerichtet, ist mit einem großzügigen Budget ausgestattet und hat engagierte Mitarbeiter. Mit anderen Worten: Wir haben ein Team, das sich ganz auf die Durchführung der Migration konzentriert. Bewertung, das machen wir gerade. Bewertung von Anwendungsportfolio, Cloud-Sicherheit und wirtschaftlichen Aspekten. Gehen Sie in mehreren Iterationen durch Ihren Plan. Beim Cloud-Umstiegsplan gilt, dass Sie ein schnelles Scheitern vorsehen sollten. Während Sie sich durch Ihren Plan vorarbeiten, sollten Sie also sicherstellen, dass Sie alle Fehler möglichst am Anfang machen. Dann können Sie beizeiten eine andere Richtung einschlagen und grundlegende Fehler korrigieren. Das agile Modell spielt hier eine entscheidende Rolle. Wir haben es also mit DevOps zu tun. Und mit agilen Systemen. Herkömmliche Ansätze werden dabei normalerweise nicht genutzt.

Cloud Computing lernen: Anwendungs-Migration

Lernen Sie die Grundlagen der Anwendungsmigration in die Cloud.

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Erscheinungsdatum:27.07.2018

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