Photoshop: Bilder schärfen und stilisieren

Grundschärfe in Camera Raw und Lightroom optimieren

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Etwaige aufnahmetechnisch bedingte Unschärfen gleichen Sie am besten direkt in Camera Raw beziehungsweise in Lightroom aus. Dank dieser sogenannten Eingabe- oder Vorschärfung verschenken Sie keine Details.
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Transkript

Die sogenannte Eingabeschärfung beziehungsweise Vorschärfung hat vor allem zwei Gründe. Einer der selten genannten Gründe ist, dass sie beispielsweise bei Fotomontagen ungleich scharfe Bilder angleichen, indem Sie eines der Bilder, das nicht ganz so scharf ist, möglichst auf die gleiche Schärfe bringen wie das andere Bild, in welches Sie das erste reinmontieren möchten. Aber das ist nur ein Spezialfall, denn in der Regel haben Sie immer mit Unschärfen zu kämpfen, wenn Sie Fotos das erste Mal öffnen und solche Unschärfen kommen vom Objektiv, vom Tiefpass-Filter oder sogar durch leichte Verwackler zu Stande. Aber die lassen wir jetzt erst mal außen vor, sondern konzentrieren uns mal auf die quasi unvermeidlichen Unschärfen, die Sie haben, wenn Sie im Raw-Format aufnehmen. Vorschärfen ist vor allem wichtig bei Fotos, die Sie im Raw-Format aufnehmen. Wenn Sie im jpeg-Format fotografieren, übernimmt sozusagen die Kamera die RAW Konvertierung für Sie und schärft die Bilder bereits vor. Die Stärke der Schärfung können Sie oft an der Kamera einstellen, da gibt es verschiedene Presets in den Voreinstellungen aber ich würde empfehlen, diese Möglichkeit nur dann zu nutzen, wenn Sie unter Zeitdruck Bilder produzieren und abliefern müssen, bei denen die maximale Bildqualität nicht der entscheidendste Faktor ist. Wie zum Beispiel bei Sportfotos, die direkt vom Sportplatz an die Bildagenturen hochgeladen werden. Wenn Sie es als Hobby machen, dann können Sie sich etwas Zeit nehmen und durch eine Nachschärfung am Rechner eine wesentlich bessere Qualität als die Kamera erreichen. Wie das geht, das möchte ich Ihnen an dieser Beispieldatei zeigen. Die habe ich aufgenommen mit meiner Sony DSC-RX100M3. Ich habe die noch nicht gerade- gerichtet und so aber darum geht es auch nicht in diesem Film, sondern wirklich um die Schärfe. Die Schärfe beurteilen Sie natürlich in den Details. Sie sehen, die steht jetzt auf null und Sie sehen auch, dass man das bei dieser Zoomstufe gar nicht beurteilen kann – ist das Bild jetzt scharf oder nicht? Also, als allererstes zoomen Sie auf 100%, also Alt + Command + 0. Da sind wir auch schon bei 100%. Ich habe auf den Uhrenturm fokussiert, so richtig scharf ist der nicht. Wir schauen uns mal eine andere Bildecke an, zum Beispiel die Zweige, die haben noch einige chromatische Aberrationen, die sollte man vielleicht auch entfernen, das machen Sie hier unter Objektivkorrekturen unter Profil und hier können Sie die chromatische Aberration entfernen, indem Sie dieses Häkchen setzen. Es hat hier nicht so eine große Auswirkung, weil hier ein automatisches Profil für diese Kompaktkamera bereits angewendet wurde, deswegen macht es hier keinen Sinn, die Profilkorrekturen zu aktivieren. Hier könnte man dann höchstens noch manuell eingreifen und zum Beispiel für Lila die Intensität rausnehmen. Das geht ganz einfach, ich muss nicht diese Regler ziehen, sondern ich halte die Command- Taste gedrückt und klicke auf so einen Lila Bereich, automatisch wird die Intensität und der Farbbereich erkannt. Das Blau würde ich etwas zurücknehmen und mich dafür mehr in den Lila Bereich hineinbewegen. Das Gleiche kann ich für den Grün Bereich machen, falls ich hier noch kleine Artefakte habe. Ich gehe wieder auf 100% und schaue mir sicherheitshalber noch die andere Bildecke an und falls Sie nicht wissen, wie man das in der aktuellen Camera Raw Version macht, dann müssen Sie nur wissen, dass man die H- Taste gedrückt halten kann und dann einmal klicken und dann kann ich hier rüber springen, die Maustaste wieder loslassen und so kann ich mich sehr schnell durch das Bild bewegen. Hier sieht es ganz gut aus, schauen wir uns wieder den Uhrenturm an – H-Taste drücken, klicken, Bildausschnitt wählen und loslassen und dann auch die H-Taste wieder loslassen. Das Ganze ist mir deutlich zu unscharf. Ich gehe in den Details-Reiter und hier spielen vor allem die ersten vier Regler eine Rolle. Natürliche wenn das Bild sehr stark rauscht, dann kommen auch diese Regler zum Tragen, aber die – denke ich mal – brauchen wir hier nicht. Die Farbkorrektur kann man in der Regel auf den Standardeinstellungen lassen, das sollten Sie nur ändern, wenn Sie wirklich mit einem sehr hohen ISO-Wert gearbeitet haben und ein starkes Farbrauschen sehen, ansonsten fasse ich diese Regler gar nicht an. Kommen wir mal zu diesen Reglern. Im Prinzip funktioniert das Ganze so, wie Sie es vielleicht von Unscharf maskieren kennen und zwar haben wir einen Betrag und wir haben einen Radius. Mit dem Betrag verändern wir die Stärke der Scharfzeichnung, Sie sehen, das ist viel zu viel, mit dem Radius bestimmen wir den Radius der Scharfzeichnung, also welche Details sollen scharfgezeichnet werden. Das geht von einem Bereich von 3 Pixeln bis runter zu 0,5 Pixeln. Den Radius sollten Sie für die entsprechende Kamera optimieren, in der Regel zwischen 0,7 und 1,2 Pixeln machen Sie nicht viel verkehrt. Sie können das auch besser einschätzen und das funktioniert diesen drei Reglern hier, wenn Sie die Alt-Taste gedrückt halten. Die Alt-Taste gedrückt halten und dann diesen Regler anklicken, dann können Sie direkt sehen, welche Details Sie gerade schärfen. Das sind bei 3 Pixeln die größeren Details und bei 0,5 Pixeln die kleinen Details. Was wir hier machen wollen ist natürlich nicht, alle diese Artefakte zu verstärken, sondern wirklich nur die Grundschärfe des Bildes. Das ist eine eher subtile Angelegenheit und damit Sie das erfolgreich meistern können, haben Sie die beiden zusätzlichen Regler, den Details-Regler und den Maskieren-Regler. Die machen etwas Ähnliches aber doch nicht ganz das Gleiche. Den Maskieren-Regler sollten Sie erst ganz zum Schluss benutzen und den Details-Regler sollten Sie erst benutzen, wenn Sie den richtigen Radius gefunden haben. Mit 0,7 sind wir ganz gut beraten. Sie sehen, der Betrag steht immer noch auf dem Maximalwert, den müssen wir natürlich zum Schluss auch noch zurückfahren, aber damit Sie sehen, was passiert, lasse ich ihn auf dem Maximalwert. Ich klicke mit gehaltener Alt-Taste den Detail-Regler an, damit Sie sehen, was der macht. Mit dem haben Sie eine Art Schwellenwert-Regler, wenn Sie die Details auf 100% setzen, dann schärfen Sie jedes noch so kleine Detail und wenn Sie den Detail-Regler zurücknehmen, dann sparen Sie damit die flächigen Bereiche von der Schärfung aus. Das sehen Sie auch, wenn die Alt- Taste halte und dann durchziehe. Jetzt habe ich vor allem die Details verstärkt und wenn ich das durchziehe, haben wir wirklich ein durchgängig verstärktes Rauschen im Bild. Diesen Wert so klein wie möglich wählen aber nicht so klein, dass Sie keinen Effekt mehr haben. Wenn Detail auf null steht, dann hätten Sie sich die Schärfung sparen können. Hier bewegen wir uns bei einem Wert von etwa 10. Bei dem Wert haben wir immer noch in den flächigen Bereichen eine Schärfung und genau da kommt der Maskieren-Regler ins Spiel, mit dem können Sie jetzt die Schärfung so maskieren, dass die Flächen von der Schärfung ausgenommen werden und nur noch die Kontrastkanten geschärft werden. Auch das sieht man wieder sehr schön, wenn man die Alt-Taste gedrückt hält und auf den Maskieren-Regler klickt. Sie sehen, bis jetzt hat der noch keine Wirkung, weil alles weiß ist und wenn ich den nach rechts ziehe, wird alles was dunkel ist, also was grau oder schwarz ist, teilweise aus der Schärfung ausgenommen. Ich ziehe das so weit, bis ich die Schärfung im Himmel komplett ausgespart habe, also der Himmel sollte komplett schwarz sein. Wenn wir uns das jetzt anschauen, dann kann sich das doch sehen lassen. Ich vergleiche mal die Schärfung, ich halte die Alt- und die Command-Taste gedrückt und drücke die Taste P, damit wir einen Vorher-/ Nachher-Vergleich haben. Das ist vorher und das ist nachher. Ich kann diese beiden Bilder auch nebeneinanderstellen. Ich mach das mal so und dann ziehe ich das Bild mehr in die Mitte und da sehen Sie jetzt einen deutlichen Schärfeunterschied. Das ist viel detailreicher und viel angenehmer für das Auge aber natürlich noch viel zu kräftig. Hier in diesem Bereich haben wir immer noch so kleine Pixelartefakte, wenn Sie sowas sehen, dann wissen Sie, dass Sie hier was falsch gemacht haben und mit einem Blick sehen wir sofort, was ich da falsch gemacht habe beziehungsweise in Anführungs- strichen falsch gemacht habe und zwar habe ich die Stärke zu hoch gewählt. Die muss ich jetzt zurückfahren. Alles, was hier über 100 ist, ist in der Regel zu viel, wenn Sie den Betrag auf unter 30 stellen, dann bringt das nicht viel, aber in einem Bereich von 50 bis 80 Pixeln, da sind Sie in der Regel ganz gut dabei mit einer angenehmen Vorschärfung. Wir schauen mal und achten Sie mal auf dieses Fensterchen oder vergleichen Sie es mit links und rechts. Ich werde nochmal ein Vorher/Nachher einschalten. Das ist vorher und das ist nachher. Ich denke, das ist ganz gut gelungen. Ich vergleiche nochmal, vorher, nachher. Jetzt habe ich natürlich verglichen mit diesem Zustand hier, also da war schon eine Schärfung dabei und mit diesem hier, bei dem die Schärfung dann angepasst ist, deshalb fällt der Unterschied nicht so drastisch aus. Aber das kann ich ganz schnell korrigieren und zwar stelle ich die beiden Bilder nebeneinander und dann tausche ich die beiden Bilder. Ich möchte jetzt gerne hier auf diesen Doppelfalt klicken und da stört mich das Hinweisfeld, wenn ich mit dem Mauszeiger darüber bin. Jetzt setze ich für Nachher einfach die Kamerastandards wieder ein, das mache ich, indem ich hier auf Camera Raw Standards gehe und dann den Betrag auf null setze, dann kann ich das Ganze wieder tauschen und jetzt haben Sie einen wirklichen Vergleich, vorher und nachher. Da können wir uns auch mal andere Bereiche anschauen, hier die Dachschindeln kommen wesentlich besser zur Geltung. Auch hier oben sehen Sie das deutlich. Wir schauen uns mal die Zweige an, auch die wirken deutlich prägnanter. Vorher war das im Prinzip ein Zweig-Matsch und jetzt haben wir eine ganz gute Zeichnung. Natürlich bei den sehr kleinen Details, die auch in den Randbereichen sowieso unscharf abgebildet werden, da können Sie nicht viel herausholen. Das müssen Sie dann nachträglich in Photoshop selektiv schärfen, aber das ist ja nicht der Sinn der Vorschärfung, sondern mit der Vorschärfung sorgen Sie für eine gesunde Schärfung für die Bereiche, die wirklich scharf sein sollen. Das kann sich überall sehr gut sehen lassen auch dieser Zeiger hat richtig schön Form gewonnen. Wenn mir das doch noch irgendwo zu kieselig ist, dann erhöhe ich die Luminanz ein kleines Bisschen, also den Regler für das Luminanz-Rauschen ziehe ich ein wenig nach rechts, habe trotzdem mehr Schärfe und habe die Bereiche im Himmel nicht mitgeschärft. So sollten Sie vorgehen, wenn Sie ein Raw-Bild schärfen. Ich mache das immer nach dem gleichen Schema. Ich erhöhe zunächst mal den Betrag auf ein Maximum, um den Radius, die Details und die Maskieren-Werte besser einschätzen zu können, dann such ich den passenden Radius, der sich in der Regel zwischen 0,5 und 1,2 Pixeln bewegt, dann sorge ich mit dem Detail-Regler dafür – der einen möglichst geringen Wert zeigen sollte – dass nur die Details geschärft werden, die wirklich geschärft werden sollen, nicht das Rauschen beispielsweise. Mit Maskieren spare ich alles aus, was keine Kante ist. Bei all dem hilft die Alt-Taste, denn wenn Sie die Alt-Taste drücken und die Regler bedienen, dann haben Sie direkt eine Vorschau des Effekts der einzelnen Regler. Sie sehen hier eine Kantenmaske, für die Sie in Photoshop doch einige Verrenkungen anstellen müssen. Das wäre ganz praktisch, wenn man eine solche Maske auch bei anderen Scharfzeichnungsfiltern hätte. Hier in Camera Raw ist die vorhanden und Sie sehen, das Vorschärfen ist keine Hexerei. Sie sollten sich die Mühe machen, das nicht pauschal bei jedem Bild gleich zu schärfen, sondern die Vorschärfung auf die jeweilige Kamera zumindest, abzustimmen. Dadurch haben Sie im Endeffekt eine deutlich verbesserte Schärfe im Bild. Auch später. Auf keinen Fall sollten Sie die Schärfung übertreiben, sodass Sie da irgendwelche Säume erzeugen. Bleiben Sie subtil und nehmen Sie den Betrag im Zweifel immer etwas zurück, mit 50% machen Sie da nicht viel verkehrt.

Photoshop: Bilder schärfen und stilisieren

Lernen Sie, wie Sie Schärfe und Details Ihrer Bilder mit Photoshop optimieren. Schärfen Sie vor der Bearbeitung oder gezielt für die Ausgabe, und heben Sie Details kreativ hervor.

4 Std. 6 min (30 Videos)
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