Am 14. September 2017 haben wir eine überarbeitete Fassung unserer Datenschutzrichtlinie veröffentlicht. Wenn Sie video2brain.com weiterhin nutzen, erklären Sie sich mit diesem überarbeiteten Dokument einverstanden. Bitte lesen Sie es deshalb sorgfältig durch.

Beautyfotografie und Retusche

Grundretusche in Camera Raw

LinkedIn Learning kostenlos und unverbindlich testen!

Jetzt testen Alle Abonnements anzeigen
Nutzen Sie Camera Raw oder Lightroom für die Grundretusche Ihres Beauty-Porträts. Hier korrigieren Sie Schärfe, Kontrast, Licht und Farbe.

Transkript

Beginnen wir mit der RAW-Entwicklung. Dafür habe ich mir jetzt dieses Bildbeispiel herausgesucht. Anhand von diesem Bild möchte ich Euch jetzt zeigen, wie ich bei einer Beauty-Retusche die RAW-Entwicklung durchführe. Dafür nutze ich Camera Raw, Ihr könnt aber auch die gleichen Schritte mit Lightroom oder mit einem anderen Programm durchführen. Worauf kommt es bei der RAW-Entwicklung an? Im Vergleich vielleicht zu anderen Aufnahmen, zu einer Architekturaufnahme oder zu einer normalen Porträt-Retusche, gibt´s da Unterschiede in der RAW-Entwicklung? Naja. ich denke nicht, wenn es einen Unterschied gibt, dann würde ich ihn eher so bezeichnen, dass man bei einer Beauty-Retusche vielleicht nicht ganz so hart rangehen sollte. Es gibt ja jede Menge RAW-Entwicklungstechniken, wo man z.B. die Lichter nach unten zieht, die Tiefen nach oben, um das Bild etwas grafischer zu machen. Das sieht zwar spannend aus, aber ist bei einer Beauty-Retusche vielleicht etwas fehl am Platz. Deshalb nehmen wir diesen Schritt wieder zurück. Des weiteren gibt es noch den Klarheit-Regler, der Aufnahmen oft sehr spannend macht, aber auch sehr schmutzig erscheinen lässt. Das würde ich hier bei einer Beauty-Retusche nicht empfehlen. Jetzt gibt es ja genau das Gegenteil, dass man einfach in die andere Richtung geht, um einen entgegengesetzten Effekt zu bekommen. Das können wir schon machen, vielleicht alles etwas dezenter. Und beim Klarheit-Regler, das sieht eher aus wie so manche Retuschen, die man aus dem asiatischen Raum kennt, die 2 Euro Retuschen. Vielleicht auch nicht unbedingt die beste Entwicklung. Ich zeige euch jetzt mal, wie ich da rangehe. Bei mir sind es eigentlich vier Dinge, die ich korrigiere bzw. optimiere. Bei den vier Dingen handelt es sich um: Schärfe, Kontrast, Licht und Farbe. Beginnen wir mal mit der Schärfe. Um das beurteilen zu können, muss ich hier mindestens auf 100% ranzoomen. Und dann sehe ich, die Aufnahme ist eigentlich schon scharf. Also, da muss man ja nichts machen! Ich gehe dennoch mal in den Schärfen-Regler, in den Details-Regler, bringe hier den Radius auf etwa 0,6. Das bedeutet, eine sehr feine Schärfe wird durchgeführt. Und beim Betrag gehe ich hier meistens, sagen wir auf circa 60. Somit handelt es sich, in meinen Augen, nur um eine Grundschärfe, nicht um eine finale Schärfe, wie ich das oft bei Männer-Porträts durchführe. Also ich gehe hier im Schnitt so auf, ja wenn überhaupt, 60, 65. Das ist so ein Wert, um das Bild einfach grundzuschärfen. Man erkennt´s vielleicht so ein klein wenig im Vorher-Nachher Vergleich. Viele Retuscheure empfehlen auch die Aufnahme in RAW nicht zu schärfen. Ich mag es, wenn man die Hauptstruktur ein bisschen besser erkennt, und daher nehme ich dann meistens so einen Wert von 60. Das war das Thema Schärfe. Nun gehen wir zum nächsten Punkt, zum Thema Kontrast. Stärkerer Kontrast bedeutet ja oft, dass eine Aufnahme etwas härter wird, brillanter, kräftiger, das sind so ein paar Ausdrücke die man mit Kontrast in Verbindung bringen kann. Wir können auch das Ganze etwas extremer angehen und auch da sehe ich jetzt, nicht unbedingt das, was für eine Beauty-Retusche gut ist. Wenn man jetzt nach unten geht, wirkt es eher grau. Also den Kontrast, wenn ich ihn anfasse, meistens nur sehr dezent, bzw. ich splitte den Kontrast gerne und zwar, indem ich den Weiß- und den Schwarzregler anfasse. Also, das ist ja im Prinzip Kontrast, das bedeutet, die helleren Bildpixel heller machen und die dunklen dunkler. Und wenn man jetzt den Weißregler hier nach oben zieht, dann sieht man schon wie überwiegend die Haut etwas heller wird und da kann man jetzt ein klein wenig nach oben gehen und mir dem Schwarzregler bekommt man bessere Zeichnung in den Tiefen und man erkennt schon einen Unterschied. Es wird jetzt nicht so grau. Alles wird ein bisschen angenehmer. Gerade wenn man den Kontrast auch reduziert. Das war ja hier oben total grau und hier geht´s jetzt einigermaßen. Also ich würde hier ganz entspannt an die Sache rangehen. Vielleicht nur ein klein wenig optimieren, das ist möglich. Ich habe jetzt zwar dieses Bildbeispiel, aber spreche jetzt von einer allgemeinen RAW-Entwicklung. Ich möchte euch einfach nur so ein paar Regler erklären, die ich oft anfasse. Der nächste Punkt ist die Farbe. Ich möchte in Camera Raw oder in Lightroom, je nachdem mit was Ihr arbeitet, da empfehle ich Euch nicht dass Ihr schon einen finalen Bildlook entwickelt. Es sei denn, Ihr habt wirklich nur ganz ganz wenig Zeit für Beauty-Retusche. Aber das widerspricht sich in meinen Augen. Man sollte eine Beauty-Retusche nie innerhalb von ein zwei Minuten durchführen. Das ist generell so ein Prinzip. Es muss aber auch nicht stundenlang sein. Also überlegt , wo Ihr dem Bild den Farblook oder die Farbigkeit geben wollt. Ich gebe dem Bild immer hier in RAW schon eine Grundstimmung. Und das mache ich nicht über den Weißabgleich, da kann man zwar auch die Aufnahme etwas kühler gestalten und wärmer. Hier bin ich aber nicht unbedingt ein Fan davon, weil die Lichter dann so stark eingefärbt werden. Ich gehe sehr gerne in die Teiltonung und erhöhe hier ein wenig die Sättigung und dann schaue ich hier mit der Farbigkeit, was zu diesem Bild passen könnte. Bei diesem Bild gefällt mir z.B. dieses Rot sehr gut. Allerdings jetzt nicht so stark. Also ich möchte schon die Aufnahme etwas rötlicher, rotbraun haben. Und das kann man jetzt, indem man hier die Sättigung nur ganz leicht verstärkt. Man kann auch vom Rot so ein bisschen ins Orange gehen. Dann bekommt man so einen goldenen, warmen Farbton. Und da sagt mir hier mehr zu in Ihrem Fall, braune Augen, warmes Oberteil, warme Hauttöne, und daher würde ich dann eher mit diesen Einstellungen vorangehen oder diese Einstellungen nutzen. Nochmal über den Tiefenregler, weil dann die Lichter nicht eingefärbt werden, die sind hier gesplittet, die kann man natürlich auch einfärben. In meinem Fall würde ich das jetzt nicht tun. Zu guter Letzt geht es dann noch ums Licht. Das Licht, wenn Ihr jetzt z.B. keine aktuelle Photoshop Version habt, dann habt Ihr hier z.B. die Möglichkeit eine Vignette hinzuzufügen, die könnt Ihr hier unten noch ein klein wenig ändern. Ansonsten wird´s eng, man kann auch noch mit dem Verlaufspinsel, heißt es, glaube ich, oder Verlaufswerkzeug, der Verlaufsfilter, da kann man auch noch etwas mit dem Licht experimentieren. Ansonsten müsst Ihr das in Photoshop machen. Wenn Ihr die aktuellste Version habt, gibt es hier ein wunderschönes Werkzeug im neuen Camera Raw Dialog. Das ist der Radialfilter. Wenn ich den jetzt hier aufziehe, dann kann ich jetzt z.B. sagen: Alles was außerhalb von diesem Kreis liegt, also hier kann ich es aktivieren, "außen", kann ich jetzt hier ein klein wenig abdunkeln. Das finde ich immer ganz spannend, wenn man so ein wenig den Blick des Betrachters führen möchte. Dann könnt Ihr hier noch verschiedene Einstellungen durchführen. Ihr könnt auch alles, was außerhalb liegt, viel kühler machen. Das nutze ich jetzt hier nicht. Also ich bin meistens jemand, der das Bild an den Rändern, oder die auseinanderliegenden Bereiche, meistens so eine halbe Blende abdunkelt. Das war´s eigentlich jetzt schon mit der RAW-Entwicklung. Vielleicht noch ein paar kurze Sätze hier zu den Voreinstellungen. Ich bearbeite die meisten meiner Bilder in "sRGB", weil das einfach ein vertrauter Farbraum ist für viele, er ist im Internet darstellbar. Und bei der Farbtiefe arbeite ich meistens in 8 Bit. In 16 Bit werden meine Daten doppelt so groß. Man kann auch in Adobe RGB und 16 Bit arbeiten, wenn Ihr ein gutes Wissen über Farbmanagement habt und die Nachteile von Adobe RGB kennt, bzw. euch mit Darstellungen im Internet und auf Bildschirmen auskennt. Dann wisst Ihr auch, dass Ihr später konvertieren müsst. Wenn Ihr das alles nicht wisst, startet mit sRGB. Damit arbeite ich schon seit vielen Jahren und bin zufrieden, und bei der Farbtiefe bin ich auch mit 8 Bit mehr als zufrieden. Da gibt´s die krassesten Wissenschaften dazu. Da will ich jetzt aber nicht näher darauf eingehen. Ich nutze 8 Bit. Ich öffne das Bild immer als Smart-Objekt in Photoshop, dann wird hier "Objekt öffnen" stehen und wenn man da draufklickt und möchte nochmal zurück in den RAW Dialog, dann klickt man einfach mit einem Doppelklick hier auf´s Bild und man ist dann wieder in Camera Raw. Ja, und das waren die wichtigsten Punkte zum Thema RAW-Entwicklung, bei einer Beauty-Retusche.

Beautyfotografie und Retusche

Hier bekommen Sie alles, was Sie brauchen, um den Einstieg in die Beauty-Fotografie zu meistern, dazu Tipps und Techniken, die auch erfahrene Beauty-Fotografen weiterbringen.

2 Std. 45 min (23 Videos)
Derzeit sind keine Feedbacks vorhanden...
 

Dieser Online-Kurs ist als Download und als Streaming-Video verfügbar. Die gute Nachricht: Sie müssen sich nicht entscheiden - sobald Sie das Training erwerben, erhalten Sie Zugang zu beiden Optionen!

Der Download ermöglicht Ihnen die Offline-Nutzung des Trainings und bietet die Vorteile einer benutzerfreundlichen Abspielumgebung. Wenn Sie an verschiedenen Computern arbeiten, oder nicht den ganzen Kurs auf einmal herunterladen möchten, loggen Sie sich auf dieser Seite ein, um alle Videos des Trainings als Streaming-Video anzusehen.

Wir hoffen, dass Sie viel Freude und Erfolg mit diesem Video-Training haben werden. Falls Sie irgendwelche Fragen haben, zögern Sie nicht uns zu kontaktieren!