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Porträtfotografie: Bildgestaltung und Inszenierung

Goldener Schnitt, Spirale etc.

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Dieses Video geht auf typische Gestaltungsmittel der alten Meister ein. Hierzu gehören der Goldene Schnitt, die Goldende Spirale und die Drittelregel. Sie erfahren, wie diese angewandt werden und wie man sie in Photoshop überprüfen kann.

Transkript

Wenn wir uns mit dem Thema Bildgestaltung und Blickführung befassen, kommen wir am Goldenen Schnitt, der Goldenen Spirale und der Drittel-Regel nicht vorbei. Das sind alles Dinge, die es schon sehr, sehr lange gibt und die wir uns deswegen auf jeden Fall anschauen müssen. Wir beginnen mit dem Goldenen Schnitt. Der Goldene Schnitt ist ein absolut wichtiges Element für den harmonischen Bildaufbau. Wir kennen ihn vor allen Dingen aus der Kunst und bringen ihn gern mit Leonardo da Vinci in Verbindung, auch wenn man die Entstehung wesentlich weiter zurückverfolgen kann. Leonardo da Vinci zeichnete um 1490 den perfekt proportionierten Menschen anhand des Goldenen Schnitts. Das Bild ist heute als ästhetisches Idealmaß der Renaissance bekannt. Der Goldene Schnitt ist somit eine Aufteilung nach einem bestimmten Teilungsverhältnis. Exakt dieses Verhältnis kommt oft in der Natur vor und wird deswegen vom Menschen als harmonisch empfunden. Es gilt als ästhetisches Idealmaß. Hier haben wir zum Beispiel die Verhältnisse 2:3, 3:5, oder 5:8, welche als Goldener Schnitt zählen. Doch wann liegt ein Bild im Goldenen Schnitt? Immer dann, wenn sich die wichtigsten Elemente, also das Bildmotiv, in mindestens einer der vier Schnittstellen bewegen, oder eben an der gedachten Linie entlangführen. Das möchte ich Ihnen gern an ein paar Beispielen zeigen. Da gucken wir hier auch gleich mal rein. Und wir haben hier gleich ein passendes Bild überlagert, wo ich auch gleich den Goldenen Schnitt eingezeichnet habe. Und wenn wir jetzt hier das Model anschauen, sehen wir, dass diese Linie mit den zwei Schnittpunkten des Goldenen Schnitts genau durch mein Hauptmotiv gehen und damit durchs Model. Das Bild wird dadurch harmonisch aufgeteilt und wirkt dadurch wirklich gleich viel harmonischer und wesentlich besser aufgeteilt, als wenn ich das Model ins Zentrum des Bildes gesetzt hätte. Auch hier zählt zum Beispiel der Goldene Schnitt. Hier liegen zwei der Schnittpunkte auf dem Hauptmotiv des Bildes, und zwar auf dem Gesicht des Models. Das Bild wird quasi, wenn wir in die vereinfachte Regel, die Drittel-Regel gehen, gedrittelt. Und dadurch sind die wichtigen Elemente hier in den oberen beiden Bereichen des Bildes, und die eher unwichtigen wie die Hand im unteren Bereich. Der Fokus liegt somit auf dem Gesicht des Models und damit wo er hingehört. Ich arbeite allerdings nicht gern mit Rumrechnerei und Verhältnissen. Ich mache das alles sehr, sehr gern nach Gefühl. Jedoch gibt es hier einen tollen Trick in Photoshop, womit Sie nachvollziehen können, ob Ihr Bild im Goldenen Schnitt, in der Drittel-Regel, oder beispielsweise in der Fibonacci-Spirale liegt. Auch hier habe ich ein Beispielbild. Und wenn wir hier das Freistellen-Werkzeug auswählen, das ist dieses hier, und hier draufklicken, sehen wir Drittel-Regel, Raster, Diagonal, Dreieck, Goldener Schnitt, oder Goldene Spirale. Jetzt könnte ich dieses Bild überprüfen, ob es vielleicht im Goldenen Schnitt liegt, oder vielleicht doch in der Drittel-Regel, die einfach eine Vereinfachung des Goldenen Schnitts darstellt. Ich klicke also zum Beispiel die Drittel-Regel an, gehe jetzt auf das Bild. Und jetzt sehe ich schon, dieses Bild liegt ziemlich genau in der Drittel-Regel. Ich kann das Ganze auch auf den Goldenen Schnitt kontrollieren. Und sehe, das passt nicht ganz. Dafür müsste ich das Bild jetzt gegebenenfalls noch ein wenig zuschneiden. Bei der Fibonacci-Spirale habe ich natürlich verschiedene Ausrichtungsmöglichkeiten, und kann hier auch immer Nächste Ausrichtung klicken und schauen, ob eine der Ausrichtungen auf mein Bild passt, also ob mein Model wirklich in der Fibonacci-Spirale liegt, welche einfach eine Weiterführung des Goldenen Schnitts ist. Und tatsächlich liegt mein Model ziemlich genau in der Drittel-Regel und auch noch in der Fibonacci-Spirale, was doch sehr für einen harmonischen Bildaufbau spricht. Diese Elemente sind auch für die Blickführung zuständig. Jetzt haben wir uns schon alle drei Elemente angeguckt: den Goldene Schnitt, die Fibonacci-Spirale, und auch die Drittel-Regel. Wir wollen uns aber auch die Verhältnisse der Fibonacci-Spirale ansehen, also ansehen wie diese quasi entsteht. Denn sie ist für die Blickführung zuständig und wird wie folgt aufgebaut. Das ist jetzt ein bisschen kompliziert, also nicht wundern. Teilt man ein Bild nach dem Goldenen Schnitt auf, kann man in der ersten größeren entstandenen Fläche, Fläche a, einen Viertelkreis einzeichnen. Die Fläche b wird nun ebenfalls durch den Goldenen Schnitt aufgeteilt. Es entsteht die Fläche b. Wieder eine größere Fläche, wir nennen diese nun c, und eine kleinere Fläche, diese nennen wir d. In der neuen zweitgrößeren Fläche c zeichnen wir wieder einen Viertelkreis ein, der an den ersten Viertelkreis ansetzt. Das klingt alles sehr kompliziert. Das ist es auch. Und deswegen halte ich nicht viel von der Rumrechnerei. Da ich die Regel aber kenne, und das ist das Wichtige, dass man sie kennt, kann ich mit meinem Feingefühl schon während der Fotografie arbeiten und entwickle mit der Zeit ein Gefühl dafür, ob es in der Fibonacci-Spirale liegt, ob es in der Drittel-Regel liegt. In Photoshop, wie gerade vorher gezeigt, kann ich dann nochmal überprüfen, ob das Ganze wirklich komplett darin liegt, oder es gegebenenfalls korrigieren. Zum Beispiel haben wir hier ein tolles Bild vom Künstler wayofart. Das liegt zufällig ziemlich genau in der Fibonacci-Spirale. Das fällt einem auf den ersten Blick vielleicht nicht auf. Wenn man es aber ein bisschen im Gefühl hat, dann schon. Dann kann man so denken, so läuft das ungefähr. Und so werden wir das Ganze jetzt auch überprüfen. Wir gehen in die Fibonacci-Spirale. Wir sehen, die Ausrichtung stimmt direkt und verläuft genau auf das Hauptmotiv des Bildes, und zwar auf das Model, welches zudem auch noch im Lichtkegel sitzt. Das heißt, dieses Bild ist sehr harmonisch aufgebaut, obwohl es eine superdüstere Stimmung hat, passt einfach sehr gut hier. Die Drittel-Regel, auf die wir jetzt zu guter Letzt kommen, die lehnt sich an den Goldenen Schnitt an. Sie ist das Ganze vereinfacht und deswegen auch praktisch in der Fotografie während des Fotografierens wirklich schon gut umzusetzen. Das Bild wird einfach jeweils in drei waagerechte und drei senkrechte gleich große Teile unterteilt. Man erhält vier Schnittpunkte, die als besonders harmonisch gelten. Das Hauptmotiv, wie beim Goldenen Schnitt, sollte an den Schnittpunkten oder entlang der gedachten Linie platziert werden. Auch hier habe ich Beispiele, die nochmal verdeutlichen, wie der harmonische Bildaufbau funktioniert. Aber Vorsicht, harmonisch sollte der Bildaufbau natürlich nur sein, wenn ich ein harmonisches Bild haben möchte. Fotografiere ich zum Beispiel eine Kriegsszene oder so, würde ich diese Regel vielleicht gekonnt brechen, um wirklich Chaos zu suggerieren. So, wir schauen uns hier die Drittel-Regel an. Ich springe. Die ist hier schon eingezeichnet. Und hier sehen wir, das Bild muss einfach harmonisch wirken. Wir haben eine schwangere Frau auf der Schaukel. Die Tücher wehen im Wind. Wir haben eine schöne Lichtstimmung. Alles ist sehr weich, sehr harmonisch, sehr zart. Und genau hier an der Linie und den beiden Schnittpunkten ist das Hauptmotiv, und damit ist das Bild gleich harmonisch aufgeteilt. Und das Ganze ergänzt sich natürlich perfekt zu den anderen gestalterischen Mitteln, welche wir hier im Bild angewandt haben.

Porträtfotografie: Bildgestaltung und Inszenierung

Erfahren Sie, welche bildgestalterischen Elemente in der Portät- und Peoplefotografie wichtig sind. Farbe, Licht, Bildausschnitt, Perspektive - alles ist mit Bedacht einzusetzen.

1 Std. 39 min (19 Videos)
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Erscheinungsdatum:03.08.2016

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