Hochzeitsfotografie – Grundlagen

Goldener Schnitt

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Der Goldene Schnitt wirkt spannend, ist gleichzeitig aber auch ein natürliches Dimensionsverhältnis, das sich sogar in Zahlen berechnen lässt. Wie bei allen Regeln, sind natürlich auch hier Abweichungen möglich und Spielraum offen.

Transkript

Ein anderes Gestaltungsmoment innerhalb der Fotografie ist der berühmte Goldene Schnitt. Ihr habt das vielleicht schon mal gehört, das ist nicht das koschere Schlachten beim Metzger um die Ecke, sondern hierbei handelt es sich um eine relativ klassische Aufteilung. Unsere alten Meister hatten das schon in der Malerei. Ich glaube, wenn man bei Wikipedia nachschlägt, dann ist das so zwei Drittel, also nicht mehr symmetrisch, 50:50, genau in der Mitte, sondern man hat so eine Aufteilung links zu rechts, dass man sagt, ungefähr zwei Drittel. Wir haben euch mal ein paar Beispielbilder auch dazu mitgebracht und ihr seht, dass wir auch hier diese Einteilung nicht ganz genau haben. D.h. also, auch diese Regel, wie alle Regeln, hat natürlich auch ihre Ausnahmen. Letztendlich seid ihr dafür verantwortlich, wie ihr ein Bild komponiert. Es geht hier eigentlich nur im Wesentlichen darum, dass wir sagen: Es muss nicht alles genau zentriert sein, sondern wir haben einfach eine gewisse Bandbreite. In diesem Fall, weil es einfach der Goldene Schnitt sozusagen ist, eine Bandbreite, die eben das, was ich gerne fotografieren möchte, aus der Mitte herausnimmt. Aber, wie gesagt, ein Element, das taucht überall auf, das war schon in der Architektur oder eben ganz stark bei dir in der Grafik. Doch, Grafik ist ein ganz schönes Beispiel dafür. Das ist schon richtig. In der Grafik wird es auch sehr viel verwandt. In dem Moment, wo wir das Auge lenken, nämlich auf ein Drittel des Bildes, bringen wir die meiste Intention in diese Fläche. D.h. bei einer Zeitung z.B. setzt man die Anzeigen im Goldenen Schnitt, wenn man sie am besten platziert haben möchte, weil das Auge automatisch dorthin rückt. Es gibt viele Varianten, wo man das anwendet. Für die Grafik selber nutzt man das genau wie bei der Bildgestaltung, um ein spannendes Element zu schaffen. Um nicht alles gleichmäßig zu verteilen. Um den Betrachter einfach auch dann so viel Abwechslung zu bieten, dass er das Bild länger betrachten möchte. Bei unseren Fotos ist es so, nehmen wir das in der Mitte, was Ralf vorhin hatte: Es ist noch relativ nah am klassischen Prinzip eines Goldenen Schnittes dran. Nehmen wir dann das Bild mit der U-Bahn. Da sind wir schon ein bisschen weiter davon weggerückt, weil wir es tatsächlich sehr weit an die Kante getrieben haben. Bei dem auch. Bei dem äußeren haben wir sogar noch den Punkt überschritten und sind aus einer anderen Perspektive drangegangen, nämlich eher so aus der Hüfte geschossen, förmlich aus dem Bereich der - ich würde sagen Taille, von der Höhe her - also doch weit weg von dem normalen Betrachtungsraum. Mit allen Gestaltungselementen für Bilder in der Fotografie, in der Grafik, es ist eigentlich egal, ist es immer dasselbe. Wenn ich um die Dinge weiß, wie sie klassisch aufgeteilt sind und sie dann paare mit meinen Vorlieben, muss ich im Endeffekt sagen, mit meinen Vorlieben, z.B. bei mir ist es die Froschperspektive, bei Ralf vielleicht die Vogelperspektive oder gerade vor, ich weiß es nicht ganz genau. Aber mit diesem Wechsel von Perspektiven, dann würde ich sagen, bekommt man ein Bild, was dann auch eine gewisse Form von Einmaligkeit bekommt oder Andersartigkeit und damit ist es auf jeden Fall etwas besonderes für die späteren Besitzer. Gut, ich hätte vielleicht eine Vorliebe für die Froschperspektive-- für die Vogelperspektive. Aber 1,75m ist der Vogel dann doch nicht so hochfliegend. Also insofern, es geht um eine Aufteilung, die dem Bild mehr Spannung gibt, indem wir einfach mit Räumen arbeiten. Wo wir Freiräume lassen und woanders letztendlich Sachen fokussieren und eigentlich noch viel stärker hineinbringen. Das Auge also auch lenken damit, dass wir sagen, wir haben auf der einen Seite vielleicht ruhigere Momente. Da ist wie gesagt bei einem oder zwei Bildern der Fall, wo wir eigentlich eher sehr plakativ sind und bei dem anderen Bild ist natürlich mit Säulengang trotz alledem eine gewisse Unruhe. Aber worum es uns letztendlich eigentlich geht, ist, dass solche Regeln, wie auch der Goldene Schnitt nicht so bierernst ausgelegt werden. Frei nach dem Motto: "Jetzt muss ich genau zwei Drittel haben. Eigentlich soll ich einen Zollstock dranlegen und sagen. Das Ding ist ein gutes Bild, wenn es irgendwie auf zwei Drittel mein Objekt hat." Das ist eben nicht so. Deswegen haben wir ganz bewusst diese Bilder gewählt, die so ein bisschen ausbrechen. Einfach um zu zeigen, es ist ein Gestaltungsmittel. Ein sehr wunderbares, das wir sehr häufig verwenden. Was aber tatsächlich eben nicht, wie bei den ganz normalen Kleinbildfotografierern, immer nur den Fokus wählt. Ich denke mir, wenn man diesen Spielraum einfach einhält und sagt: Ich nehme zu einem normalen Bild, das ich fotografiert habe mit einem zentralen Fokus, einfach mal die Kamera und schwenke sie ein Stückchen weit beiseite und habe dadurch eine annähernd Goldene Schnitt-Regelung für mich getroffen, dann habe ich zwei wunderbare Bilder erstellt und ich kann später dann entscheiden, welches von diesen beiden Bildern ich noch mehr favorisieren.

Hochzeitsfotografie – Grundlagen

Machen Sie sich mit dem emotionalen, erlebnisorientierten Stil der Hochzeitsreportage vertraut und profitieren Sie von den Erfahrungen und Ideen zweier professionellen Fotografen.

5 Std. 51 min (52 Videos)
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