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Porträtfotografie: Bildgestaltung und Inszenierung

Gezielt Gegenstände mit Bedeutung einbinden

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Betrachten Sie Gegenstände und ihre Bedeutung, wie schon die alten Meister sie eingesetzt haben, um die Geschichte hinter ihren Bildern zu erzählen. Symbole haben oft mehrere Bedeutungen.

Transkript

Man sollte sich damit beschäftigen, welche Gegenstände welche Bedeutung haben. Oft gibt es hierbei geschichtliche Hintergründe, die mit unserer Kultur verankert sind. Nahezu alle Symbole und Sinnbilder haben mehrere Bedeutungen. Man sollte sie kennen, damit durch Interpretation keine Missverständnisse entstehen können. Oft kennen wir diese Symbole bereits aus Märchen, Gemälden, und Büchern, oder aber aus der Schule. Der Sinn ergibt sich oft erst aus der Inszenierung im Bild. Ein paar typische Symbole, die wir zum Beispiel in der Schule alle kennengelernt haben, sind Vanitas-Symbole, Symbole der Vergänglichkeit. Das sind Symbole, die gerade die alten Meister sehr gern eingesetzt haben. Das Ganze wollen wir uns hier mal anschauen. Beginnen wir mit dem Thema Zeit. Hier ist auch schon ganz klar, um welches Thema es geht, um das Thema Vergänglichkeit, Vanitas. Das ist ein Thema, das ist noch relativ vielen Leuten geläufig, da man es tatsächlich auch zum Beispiel im Deutschunterricht in der Lyrik bespricht, wenn es um bestimmte Epochen, bestimmte Künstler, und bestimmte Schriftsteller geht. Symbole für Vanitas können sein: Totenschädel, das ist dann sehr krass. Die verlöschende Kerze ist sehr bekannt. Aber auch Perlen, Schmetterlinge, die Uhr, die 5 vor 12 steht, verwelkende Blumen. Diese Sinnbilder stehen für Vergänglichkeit, Vanitas, und werden damit gern in Bildern eingesetzt. Hier haben wir das zweite Bild, das ist eine Serie, wo man nochmal mehr sieht. Wir haben hier sogar indirekt den Totenschädel eingeblendet. Wir haben hier die Uhr, die 5 vor 12 schlägt, und eben sehr viele Uhren. Das Bild wurde auf einem Friedhof fotografiert. Damit wird man quasi mit der Symbolik und Thematik Zeit bombardiert. Hier haben wir die Zeitreisende, auch wieder ein Thema, man sieht, irgendwie interessiert mich das. Auch wieder viele Uhren im Spiel, das Ganze hat was Steampunkiges. Das ganze Bild bedeutet ja "die Zeitreisende", also eine Person, die durch verschiedene Epochen reisen kann. Um zu verdeutlichen, dass es Fantasy ist und dass es nicht gewöhnlich ist, haben wir hier den Skelettvogel, der die Reise nicht überlebt hat, noch ein Symbol auf die Vergänglichkeit. Hier haben wir Gaia, die Mutter Erde. Hier brauchten wir typische Symbole. Man sagt ja, Menschen wurden aus Lehm erschaffen. Dann brauchten wir Symbole, die zeigen, dass es um Mutter Erde geht. Das heißt, wir haben sie ein bisschen baumartig gestaltet, weil wir Bäume ja auch immer ein bisschen damit in Verbindung bringen. Wir haben sie auf Lehm gelegt. Und trotzdem haben wir hier unten zusätzlich auch noch eine Erde eingefügt. Und Federn, die für Freiheit stehen. Hier haben wir mich als Marie Antoinette. Das Bild ist von der Künstlerin Jamari Lior gemacht worden. Wenn man ein bisschen auf die Epoche und den geschichtlichen Hintergrund geht, weiß man, dass das Volk damals gehungert hat, während die Könige und wichtigen Menschen sich die Bäuche mit reichlich Süßwerk, sage ich mal, vollgestopft haben. Das haben wir eben im Bild verdeutlicht, einmal durch die Zuckerwattefarben, die sehr gut passen, aber auch durch das Gebäck. Zusätzlich haben wir aber auch wieder Symbole der Vergänglichkeit wie die Blüten im Kopfschmuck oder aber die Perlen, die hier am Rock entlang gehen. also dass auch aller Prunk und aller Luxus irgendwie vergänglich ist. Hier haben wir die Mutter der Drachen. Um das zu symbolisieren, haben wir ganz typische Symbole eingebaut, und zwar Feuer und die Drachen selbst, und, wie gesagt, durch das Licht den Fokus auf die Person gelenkt. Und weil es so schön ist, noch ein zweites Bild, nochmal die Mutter der Drachen. Man sieht, das Symbol ist hier wirklich, es muss ein Drache im Bild sein und auch ein paar Flammen. Dann wird man gleich mit der Thematik erschlagen und weiß wirklich, worum es geht. Hier haben wir meine Interpretation des Rapunzels. Ich bin ein großer Märchenfan und mag sehr gern Märchen neu zu interpretieren. In Rapunzel geht es um ein Mädchen, das im Turm gefangen wird von ihrer Mutter, der Hexe, die durch sie immer jung bleibt, durchs lange Haar. Hier befreit sie sich quasi von der Mutter, indem sie sich einfach ihr Haar abschneidet. Das ist wieder so ein Ding, da ist eine Geschichte drin, die irgendwie ein bisschen pfiffig ist. Das macht das Bild sehr spannend. Also Storytelling kann wirklich das Bild sehr interessant machen und aus einem einfachen Porträt doch noch eine Geschichte rausholen. Hier haben wir zum Beispiel Schneeweißchen und Rosenrot, eher wegen der Farbe, nicht ans Märchen angelehnt. Ich habe eher die Farben in Bezug gesetzt, und zwar Rot wird oft mit Leidenschaft, Liebe und so verbunden. Deswegen wirkt das Rosenrot sehr stark, feminin, und edel. Das Schneeweißchen, weiß wird oft mit Unschuld, Zerbrechlichkeit assoziiert, lehnt an ihr und guckt sehr unschuldig und zerbrechlich. Das heißt, hier habe ich eher mit der Symbolik der Farben gespielt, nicht aber mit dem Märchen. Und Schneeweißchen und Rosenrot, das kann man aus den Accessoires lenken, die Rosen, die mit im Spiel sind. Tatsächlich sind viele Leute von selbst auf diese Interpretation gekommen. Hier haben wir mein Bild "das Trugbild". Da kann man jede Menge reininterpretieren. Wir haben Elemente wie das Buch, was für weltliches Wissen steht. Wir haben aber auch eine Krone im Spiel, die für königlich steht, für Erhabenheit. Wir haben die Perlen, die für Vergänglichkeit stehen. Wir haben die Glassplitter, die sprengen. Das heißt, das könnte bedeuten, dass man sich von irgendwas befreit. Und wir haben das zweite Ich, was quasi am Spiegel lehnt und zu schlafen scheint. Hier wurde wirklich wahnsinnig viel verschiedene Geschichte ins Bild interpretiert. Und es ist ja auch schön, wenn manchmal der Betrachter eine andere Interpretation im Bild wiederfindet als man selbst, und eine andere Bedeutung, die für ihn einhergeht, warum nicht. Hier haben wir übrigens ein typisches Vanitas-Symbol, den Totenschädel. Ihr seht, gerade solche Dinge beruhen auf den alten Meistern, also Künstlern aus anderen Epochen wie der Renaissance, dem Barock zum Beispiel. Dadurch werden die gestalterischen Mittel getragen und setzen sich zusammen. Hier haben wir wirklich das typische Vanitas-Symbol, das eigentlich jeder kennt. Hier haben wir zum Beispiel die Venus. Und wodurch wird sie dargestellt? Natürlich durch die Venusmuschel, aus der sie emporsteigt, aus den Rosen, die ihr zugeworfen werden, weil sie als Schönheit, als göttlich gilt. Und Reinheit wird suggeriert. Auch ein Bild der alten Meister. Man sieht, früher wurde sehr viel mit Symbolik gespielt. Das haben wir aus der Malerei irgendwann in die Fotografie adaptiert. Zuletzt haben wir noch mein Bild, die schwarze Witwe. Und man hört ja schon im Titel, worum es geht. Die Symbolik ist hier ganz klar. Die Schwarze Witwe ist eigentlich eine Spinnenart, die ihr Männchen nach dem Akt verspeist. Irgendwie bin ich an diesem Moor vorbeispaziert an meinem Geburtstag. Ich bin spazieren gegangen und bin an diesem Moorfeld vorbeispaziert. Irgendwie schoss es mir in den Kopf, schwarze Witwe, das würde hier super hinpassen. Vier Wochen später haben wir das Thema umgesetzt. Genau deswegen mussten hier auch zum Beispiel Totenschädel ins Bild. Eigentlich ein Ding, was ich nicht so oft und nicht so gern mache, weil ich ja eher in der verträumten Schiene bin. Hier wollte ich aber eine Geschichte erzählen. Das Bild hat trotzdem noch meinen Stil, aber zum Beispiel mal auf eine etwas düstere Art. Wir haben echte Spinnweben, diese Halloweenspinnweben komplett in die Location eingeflochten. Es war zum Glück sehr windig, sodass wir hier eine tolle Linie haben. Und die Linie dann von der schwarzen Witwe, hier beginnt die Blickführung, hier am hellsten Punkt, von der schwarzen Witwe, also wir gucken uns erst das Model an, geht die Blickführung durch die Linie des Spinnwebens dann auch quasi zu ihren Opfern. Und spätestens danach weiß man eben, worum es geht. Der Himmel war vorher zum Beispiel sehr weiß. Um das Ganze noch unheilvoller von der Symbolik wirken zu lassen, habe ich den mit Wolken-Brushes etwas gruseliger gestaltet. So sieht man, dass Symbolik wirklich ein Thema ist, was sehr weit ausgeschweift ist. Wir sind gar nicht viel auf einzelne Symbole eingegangen, weil es gibt wahnsinnig viele. Was ich zum Beispiel nicht wusste, ist, dass der kleine Hund, also ein Hund zum Beispiel dafür stehen kann, dass jemand besonders treu ist und so. Sowas würde ich nicht in mein Bild einflechten. Aber zum Beispiel haben auch Instrumente verschiedene Symboliken. Schmuck und Prunk hat eine Symbolik im Bild. Damit muss man sich wirklich detailliert befassen und einfach mal gucken, wenn man Gegenstände einbindet: Was haben die eigentlich für eine Bedeutung? Unterstützen die mein Bild? Da lohnt es, wirklich in die Tiefe zu gehen und zu recherchieren.

Porträtfotografie: Bildgestaltung und Inszenierung

Erfahren Sie, welche bildgestalterischen Elemente in der Portät- und Peoplefotografie wichtig sind. Farbe, Licht, Bildausschnitt, Perspektive - alles ist mit Bedacht einzusetzen.

1 Std. 39 min (19 Videos)
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Erscheinungsdatum:03.08.2016

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