Rechtsgrundlagen für Programmierer

Gewährleistung und Garantie

LinkedIn Learning kostenlos und unverbindlich testen!

Jetzt testen Alle Abonnements anzeigen
Jeder ist für sein Handeln verantwortlich – das gilt besonders für Unternehmer und natürlich auch für Programmierer. Als Freiberufler haben sie also die Haftung für ihre Werk- bzw. Dienstleistungen zu übernehmen. Das bedeutet, dass sie gewährleisten müssen, dass eine mangelfreie Leistung zum Zeitpunkt der Übergabe des Werkes bzw. zum vereinbarten Fertigstellungszeitpunkt vorliegt.

Transkript

Jeder ist für sein eigenes Handeln verantwortlich. Das gilt besonders für Unternehmer und natürlich auch für Programmierer. Als Freiberufler haben sie also die Haftung für ihr Werk bzw. Dienstleistungen zu übernehmen. Das bedeutet, dass sie gewährleisten müssen, das heißt, versprechen müssen, dass eine mangelfreie Leistung zum Zeitpunkt der Übergabe des Werkes bzw. zum vereinbarten Fertigstellungszeitpunkt vorliegt. Aber wann liegt überhaupt ein Mangel vor? Dies ist der Fall, wenn die tatsächliche Beschaffenheit des erstellten Werkes, die sogenannte Ist-Beschaffenheit, von der ursprünglich vereinbarten, der sogenannte Soll-Beschaffenheit, in negativer Hinsicht abweicht. Im Falle eines Dienstvertrages kommt es gar nicht darauf an, da hier ja gerade kein konkretes Werk, sondern in Anführungsstrichen nur eine Dienstleistung geschuldet wird. Aber bei einem Werkvertrag sieht das natürlich anders aus, denn hier muss wegen des geschuldeten Erfolges stets auf den Vergleich zwischen Vereinbarung und Werkleistung abgestellt werden. Wurde nicht konkretes vereinbart, gestaltet sich die Feststellung eines Mangels durchaus schwierig. Es gilt dann zu prüfen, ob und inwieweit das Werk zur Verwendung durch den Kunden generell geeignet bzw. ob es von üblicher Beschaffenheit ist. Hierbei spielen etwa abgelieferte Entwürfe ebenso eine wichtige Rolle wie eventuell erbrachte Teilleistungen oder auch die Branchenüblichkeit. Die Gewährleistungsrechte von privaten Kunden sind gesetzlich geregelt und können auch nicht per AGB, etc. ausgeschlossen werden. Gegenüber gewerblichen Kunden ist allerdings eine Beschränkung auf grobe Fahrlässigkeit und Vorsatz möglich. Ausnahme, bei Körper- oder Gesundheitsschäden, sowie Verletzungen von wesentlichen Vertragspflichten, die sogenannten Kardinalspflichten. Individualvetraglich können jedenfalls in B2B-Bereich noch weitergehende Regelungen getroffen werden, etwa um ein im Einzelfall bestehendes sehr hohes Risiko abzufedern. Wichtig ist nur, dass beide Vertragsparteien sich auf eine entsprechende Regelung einigen können. Mindestens ebenso wichtig und auch zulässig, ist die Beschränkung der Leistungsbeschreibung auf das Wesentliche. Auch dadurch kann ein etwaiges Haftungspotenzial zwar nicht komplett ausgeschlossen aber doch stark verringert werden. Übrigens, nicht selten werden die Begriffe Gewährleistung und Garantie verwechselt. Bei Gewährleistung handelt es sich um eine gesetzliche Vorgabe zur Haftung für Mängel bei Dienstleistungen oder Waren. Eine Garantie ist hingegen eine freiwillige Erklärung in Bezug auf bestimmte Eigenschaften. Weil Garantiebedingungen über das gesetzliche Mindestmaß hinausgehen und die Gewährleistungsvorschriften soweit ergänzen, können sie inhaltlich sowie zeitlich frei festgelegt werden. Es kann beispielsweise eine Garantie für die Laufzeit eines bestimmten Programmmoduls für die nächsten zehn Jahre eingeräumt werden. Und dann können auch die Bedingungen dafür vorgegeben werden, zum Beispiel die Verwendung einer bestimmten Hardware als zwingende Voraussetzung.

Rechtsgrundlagen für Programmierer

Erfahren Sie als Entickler und Programmierer alles wichtige rund um Urheberrecht, Lizenzen und Verträge.

1 Std. 9 min (28 Videos)
Derzeit sind keine Feedbacks vorhanden...
Exklusiv für Abo-Kunden
Erscheinungsdatum:27.07.2016

Dieses Video-Training berücksichtigt die Rechtslage in Deutschland und an gekennzeichneten Stellen in der Schweiz und in Österreich bis einschließlich Mai 2016. Es soll für die angesprochenen Rechtsbereiche sensibilisieren und ein entsprechendes Problembewusstsein schaffen. Eine Einzelfall-bezogene ausführliche Beratung durch einen hierauf spezialisierten Anwalt wird hierdurch nicht ersetzt.

Dieser Online-Kurs ist als Download und als Streaming-Video verfügbar. Die gute Nachricht: Sie müssen sich nicht entscheiden - sobald Sie das Training erwerben, erhalten Sie Zugang zu beiden Optionen!

Der Download ermöglicht Ihnen die Offline-Nutzung des Trainings und bietet die Vorteile einer benutzerfreundlichen Abspielumgebung. Wenn Sie an verschiedenen Computern arbeiten, oder nicht den ganzen Kurs auf einmal herunterladen möchten, loggen Sie sich auf dieser Seite ein, um alle Videos des Trainings als Streaming-Video anzusehen.

Wir hoffen, dass Sie viel Freude und Erfolg mit diesem Video-Training haben werden. Falls Sie irgendwelche Fragen haben, zögern Sie nicht uns zu kontaktieren!