Einfach fotografieren lernen

Gestaltung mit und ohne Farbe

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Manche Motive eignen sich sehr gut für die Gestaltung in Farbe, andere funktionieren als SW-Motive besser. Finden Sie heraus, was wie am besten wirkt!
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Transkript

Bereits Ende des 19. Jahrhunderts war es möglich in Farbe zu fotografieren. Man hat zwar noch bis weit ins 20. Jahrhundert hinein in Schwarz/Weiss fotografiert, was man übrigens auch heute noch tut, dennoch gilt die Schwarz/Weiss Fotografie bei einigen Leuten, bei einigen Fotografen als etwas was man eben früher getan hat. Das wird unterstützt durch Zeitungen, die waren bis vor 20 Jahren alle durchweg in Schwarz/Weiss, sind heute alle durchweg in Farbe, man sieht kaum noch Schwarz/Weiss Aufnahmen, und all das führt ein wenig dazu, dass man glaubt das Farbe unabdingbar sei. Man denkt, das Farbe das Wichtigste sei, was zu einem Bild gehört. Schließlich können wir das heute in Farbe darstellen. Ich bin allerdings der Meinung, dass Schwarz/Weiss nach wie vor absolut seine Berechtigung hat, und in diesem Film möchte ich Ihnen gerne nahebringen, zu welchem Motiv ich eher Schwarz/Weiss zuordnen würde, und bei welchen Motivarten mir Farbe warscheinlich mehr liegen würde. Wir haben hier diese Klosteraufnahme. Jetzt habe ich leider vergsssen, wie das Kloster heisst. Ich weiss ungefähr noch wo es steht, und warscheinlich kennen Sie es sogar. Es ist vielleicht ein bischen blöd, aber nicht dramatisch. Schauen wir uns das mal an und ich habe etwas vorbereitet. Ich habe nämlich das gleiche Bild nochmal in Schwarz/Weiss hier, und jetzt schauen wir uns einmal an, wie sich dieses Bild ändert, wenn wir plötzlich von Farbe auf Schwarz/Weiss umschalten. Dann sieht das Ganze nämlich so aus. Ja, und jetzt fehlt etwas, richtig. Jetzt fehlt ganz deutlich das, was die Stimmung ausmacht, denn ich kann nämlich an diesem grauen Himmel nicht ausmachen, haben wir da jetzt Sonne, ist das schönes Wetter, oder eher nicht? Es sieht irgendwie Bleigrau aus. Sobald dieses Grau sich aber farblich erklärt und mir zeigt, dass es ein wunderschönes Himmelblau ist, das gerade höchstwarscheinlich kurz nach Sonnenaufgang ist, also es war ganz kurz nach Sonnenaufgang, dass weiss ich noch, ich habe es schließlich fotografiert. Wenn sich kurz nach Sonnenaufgang diese wunderschöne Färbung zeigt, dann ist uns klar, welche Bildstimmung da herrscht. Wir sehen auch beispielsweise an den Bäumen hier, dass wir hier offenbar im Spätsommer unterwegs sind. Vielleicht ist es sogar Frühherbst. Wir haben schon den ersten kahlen Baum hier vorne. All das, diese Färbung der Blätter, dieses sanfte Rot vom Dach, und an diesen kleinen Dächern hier. Das Blau im Hintergrund, was natürlich darauf hindeutet, dass es dort ganz schön weit weg ist, dieser Hintergrund, im Vergleich zum Mittelgrund, wo wir hier dieses schöne Kloster sehen. All diese Dinge sind Farbinformationen, die dazu beitragen, das Bild lesen zu können. Und wenn wir uns das Ganze noch einmal bei Schwarz/Weiss anschauen, würde ich sagen, das ist nicht wirklich für mich. Das ist für mich eindeutig ein Farbbild. Schauen wir uns das nächste Bild an. Ein Portrait dieser beiden Herren, die ich im nahen Osten fotografierte. Und so wie die in die Kamera schauen, die haben sich einfach hingestellt. Die wollten ein Bild von sich haben, und die haben sich wahnsinnig darüber gefreut obwohl sie es nur kurz auf der Kamera gesehen haben. So etwas ist einfach ein Geschenk für jeden Fotografen, wenn er so etwas fotografieren kann. Und ich bin der Meinung, ein solches Bild, das vom Ausdruck der beiden Jungs lebt, das braucht keine Farben, im Gegenteil. Ich sehe ja bereits im Hintergrund die Türkis-farbenen Felder, hier sind sie Helgelb, dann hat er hier ein braunes Shirt, naja ich meine brauche ich da wirklich Farbinformationen? Ich finde nicht, und jetzt schauen wir uns dieses Bild noch einmal in Schwarz/Weiss an. Ich finde es gewinnt mächtig dadurch. Weil, es geht mir wirklich nur um den Blick der beiden, und den Blick den bekommen ich auch ohne jede Farbinformation, ich finde ihn sogar noch intensiver, weil es keine Farbe gibt die ablenkt. Weil es keine Farbinformationen gibt, die mir mehr über das Bild erzählen, als wenn ich sie einfach weg lasse. Gerade eben noch, beim Kloster, sehen wir den blauen Himmel, der zu einem grauen Himmel wird. Das funktioniert nicht wirklich, weil ich den nicht mehr interpretieren kann. Aber hier interpretiere ich nicht die Frabe, hier interpretiere ich Formen, beziehungsweise den Blick. Ich kann quasi dem Kerl hier in die Seele schauen. Nicht ganz, aber fast. Bei ihm ist es so ähnlich, und dafür brauche ich definitiv keine Farben. Sie sollten allerdings, wenn Sie fotografieren, Sie fotografieren ohnehin in Farbe, Sie sollten also wenn Sie sich mit dem Gedanken tragen Schwarz/Weiss zu fotografieren, vielleicht auch beginnen Schwarz/Weiss zu denken. Also Sie sollten vielleicht schon bei der Aufnahme wissen, aus diesem Bild könnte ich später mal ein Schwarz/Weiss Bild machen, weil es hier um Formen geht. Oder weil es um Menschen geht, und wenn Sie anfangen zu fotografieren, dann probieren Sie einfach mal grundätzlich jedes Bild von Farbe in Schwarz/Weiss zu konvertieren. Schauen Sie es sich einfach mal an. Und schauen Sie, wie es dann anders aussieht. Wenn Sie dann gesehen haben, jawohl es könnte funktionieren, dann haben Sie vielleicht etwas gewonnen, und wenn Sie festgestellt haben, nein das geht nicht, dann lassen Sie es einfach bei der Farbe. Und wenn Sie das ein paar Mal probiert haben, dann bekommen Sie relativ schnell heraus, welche Motive besser in Schwarz/Weiss funktionieren, und welche in Farbe.

Einfach fotografieren lernen

Lernen Sie die Kameratechnik kennen und setzen Sie sie richtig ein, um selbst tolle Bilder zu machen.

2 Std. 32 min (29 Videos)
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