Magento Grundkurs

Geltungsbereiche definieren

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Machen Sie sich die Multistore-Fähigkeiten von Magento zunutze und holen Sie mit dem geschickten Einsatz der Geltungsbereiche mehr aus Ihrer Konfiguration heraus. Erleichtern Sie sich die Arbeit mit Artikeln und Kategorien, wenn Sie mehrsprachige Shops betreiben.
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Transkript

Magento bietet als eine der wenigen Open-Source-Lösungen eine bereits integrierte mehr-Webseiten-Funktion, eine Multi-Website-Funktion. Das bedeutet, dass Sie von einem Magento Backend mehrere Webseiten auch auf unterschiedlichen Domains betreiben können. Dabei können diese Webseiten gänzlich unterschiedlich konfiguriert werden, und teilen sich manche Informationen mit anderen Websites. Die Konfiguration für die Sprachansichten und die Websites finden wir im Bereich System Stores verwalten. Wir sehen jetzt hier bei installierten Beispieldaten, dass wir eine Website mit dem Namen Main Website haben. Dieser Main Website ist ein Store zugeordnet. Der Store ist letztlich nur eine Verbindung eines bestimmten Kategorieabschnitts. Schauen wir uns das mal parallel dazu an. Wir sehen hier die Default Category und alle Kategorien, die dieser Default Category untergeordnet sind funktionieren als Produktkategorien in unserem Main Website-Store Madison Island. Deswegen sehen wir auch, auf der dazugehörigen Website hier, die Hauptkategorien aus dem Kategoriebaum unterhalb der Default Category. Jedem Store sind dann wiederum verschiedene Sprachansichten, die sogenannten StoreViews zugeordnet. Wir sehen dabei den englischen StoreView, in Fettdruck hier als unsere Standard-StoreView. Das bedeutet, beim Aufruf unserer Seite wird dieses StoreView zuerst geladen. Nun müssen diese Informationen, die Konfigurationswerte, die Artikeldaten et cetera, alle in Magento in irgendeiner Art und Weise gespeichert werden, und dazu brauchen wir sogenannte Geltungsbereiche. Die Geltungsbereiche sorgen dafür, dass wir im Multi-Website-Konzept von Magento die Informationen gezielt für einzelne Websites wiederverwendbar, aber auch überschreibbar machen. Die Ebenen, die es in diesem Multi-Website-Konzept gibt, sind zum einen die Websites, wie wir gerade eben schon gesehen haben, die Main Website. Innerhalb der Websites haben wir dann jeweils mindestens einen Store, in unserem Fall war das Madison Island. Und als letzte Ebene haben wir die StoreViews, die vorrangig für die Sprachansichten genutzt werden. Das sorgt dafür, dass wir, bei folgender Konstellation als Beispiel, die Website kochen.de betreiben, und innerhalb dieser Website haben wir einen Store, sprich, einen bestimmten Kategoriebaum, den wir Kochen nennen. Unter diesem Store, der eigentlichen Kategoriestruktur, und damit auch der Website untergeordnet, haben wir dann unsere beiden Sprachansichten Deutsch und Englisch. Wir können aber in derselben Instanz auch eine zweite Website betreiben, die gänzlich unabhängig von kochen.de funktioniert. Nennen wir sie einfach mal kleidung.de. Und Kleidung.de hat zwei getrennte Stores. Das bedeutet, das ich zwei getrennte Kategoriestrukturen innerhalb meiner Website benutzen kann. Auf kleidung.de würden wir dann ein kleines Dropdown sehen, auf dem ich zwischen dem Herren- und dem Damen Store hin und her wechseln kann. Die beiden Stores können wahlweise dieselbe Kategoriestruktur benutzen, müssen aber nicht. Jedem Store ist dann wiederum eine eigene Sprachansicht in der StoreView Ebene zugeordnet, in unserem Fall hier zweimal eine deutsche Sprachansicht. Die einzelnen Geltungsbereiche in denen nun unsere Informationen gespeichert werden können, sind zum einen der Globale Bereich. Der Globale Bereich enthält alle Konfigurationswerte für das Gesamtsystem. Und bei Artikeldaten alle die Eigenschaften, die sich physisch an einem Produkt erfahren lassen. Das bedeutet, die Größe oder das Material eines bestimmten Artikels. Das bedeutet auch, dass die Attributwerte, die ich für ein bestimmtes Produkt speichern kann, sobald sie im Bereich Global abgelegt werden, unabhängig vom Betrachter sind. Die Frage, die ich mir hierbei stellen kann ist immer, wenn jetzt ein englisch- oder ein deutschsprachiger Benutzer diesen Artikel ansieht, verändert sich die Eigenschaft, also wird der Topf größer oder kleiner, tut er nicht. Die zweite Frage, die ich mir stellen muss ist, ob ein Händler oder ein Endkunde sich diesen Topf ansieht. Wenn sich die Größe des Topfes dabei auch nicht ändert, was sie natürlich nicht tut, dann ergibt sich zwangsläufig der Geltungsbereich Global für diese Produkteigenschaften. Der Geltungsbereich Website wird bei Artikeldaten für betriebswirtschaftliche Eigenschaften genutzt. Dafür gibt es nicht besonders viele Eigenschaften, die in diesem Geltungsbereich gespeichert werden, vorrangig nutzt man diesen Geltungsbereich für den Preis. Das bedeutet ein Topf, wenn er von einem Händler gekauft wird kann einen ganz anderen Preis haben als derselbe Topf, aber gekauft von einem Endkunden. Bei der Konfiguration werden hier alle Informationen abgelegt, die eine spezifische Website betreffen. In unserem Beispiel war das also kochen.de oder kleidung.de. Wir können in den Konfigurationswerten auf der Website-Ebene beispielsweise das Design festlegen, so dass kochen.de in einem anderen Design erscheint im Frontend als kleidung.de. Der letzte Geltungsbereich ist der StoreView. Im StoreView werden Artikeldaten abgelegt, die nichts mit den physischen Eigenschaften zu tun haben, also beispielsweise Beschreibungstexte. Denn die Frage, die ich mir hier wieder stellen muss ist, ein deutschsprachiger- und ein englischsprachiger Benutzer sehen sich diese Eigenschaft an, muss die Eigenschaft geändert werden oder nicht. Bei der Beschreibung eines Artikels beispielsweise, ist diese Frage sehr einfach zu beantworten, die Beschreibung selber hat nichts mit physikalischen Eigenschaften oder mit Preisinformation zu tun, sondern da geht es ausschließlich um den Namen, den Beschreibungstext und eventuell andere textliche Informationen. Und da diese immer abhängig von der Sprache des Betrachters sind, werden die Informationen auf der StoreView-Ebene abgelegt. In der Konfiguration von Magento landen die Konfigurationswerte im StoreView, die sich ganz spezifisch mit der Sprache beschäftigen. Das kann unter Umständen auch das Design betreffen, wenn es darum geht, bestimmte Buttongrafiken aus einem sprachspezifischen Theme zu laden. Das heißt ein Button, auf dem Jetzt kaufen steht, muss natürlich in der englischen Sprachansicht durch einen Buy now-Button ersetzt werden. Und damit das funktioniert, kann ich für die englische Sprachansicht ein anderes Theme in der Designkonfiguration auswählen. Die Besonderheit bei den Geltungsbereichen und den vielen verschiedenen Eigenschaften ist nun, dass Magento ein Vererbungssystem für diese Geltungsbereiche eingebaut hat. Das bedeutet, die Globalen Werte stehen grundsätzlich immer und überall zur Verfügung. Innerhalb der Globalen Werte habe ich dann aber auch meine Ebene mit den Websites und innerhalb der Websites jeweils meine StoreViews. Wenn wir nun einmal unser Beispiel darüberlegen, mit unserem Shop kochen.de und kleidung.de, dann haben wir zum einen unsere beiden Sprachansichten unter kochen.de, als auch unsere Website kleidung.de, mit den dazugehörigen Sprachansichten der jeweiligen Stores. Eine Besonderheit können Sie hier schon feststellen, und haben Sie vielleicht auf der Folie gerade eben bemerkt, der Store selber ist kein Geltungsbereich. Das heißt, Informationen können immer im Globalen Kontext gespeichert werden, oder dann in einer Website oder einem StoreView. Der Store selber dient ausschließlich der Verbindung eines Kategorieabschnitts mit der jeweiligen Website. Diese Vererbungstechnologie, die dem Ganzen zugrunde liegt hat nun zur Folge, dass grundsätzlich Informationen, wie schon erwähnt, nur im Globalen Bereich abgespeichert werden und sich dann automatisch auf die Website-Ebene übertragen. Auf der Website-Ebene habe ich nun die Möglichkeit, gezielt für meine einzelnen Websites, bestimmte Konfigurationswerte zu überschreiben, die Konfigurationswerte von der Website auf die StoreViews. Das bietet uns die Möglichkeit bestimmte Informationen, beispielsweise impressumsrelevante Informationen, im Globalen Bereich gespeichert zu lassen, und Magento überträgt diese automatisch in die jeweilige Website und den StoreView. Und sobald wir die Änderung im Global-Bereich gespeichert haben, sind sie automatisch auf allen Websites und allen StoreViews zu sehen. Wir haben aber auch jederzeit die Möglichkeit einzelne Werte innerhalb unserer einzelnen Geltungsbereiche, also Website oder StoreView zu verändern, und dabei auch immer gezielt für einzelne Websites und nicht für alle Websites auf einmal. Die Werte die in den Geltungsbereichen gespeichert werden, können zum einen die Konfigurationswerte unseres Shopsystems sein, das bedeutet, welche Versand- und Zahlarten stehen zur Verfügung, welche Designkonfiguration soll benutzt werden, welche E-Mail Adressen oder welche impressumsrelevanten Angaben sind für die einzelnen Websites oder StoreViews notwendig, zum anderen kann ich Magento aber auch anweisen meine Kundendaten nicht in der Globalen Instanz für alle Websites verteilt zu benutzen, sondern meine Kundendaten einzeln, für jede Website getrennt, zu speichern. Auch die Preisinformationen lassen sich, genauso wie die Kundendaten, wahlweise Global oder auf Website-Ebene einschränken. Das hat zur Folge, dass ein Artikel, sollten die Preisinformationen Global gespeichert werden, für alle Websites denselben Preis hat. Wenn ich aber die Preisinformationen nur auf Website-Ebene speichere, kann ich auch Geschäftsmodelle abbilden, bei denen ein und derselbe Artikel in der Datenbank liegt, aber auf einer Händler- und Endkunden-Website mit unterschiedlichen Preisen ausgezeichnet wird. Selbstverständlich gehören auch Artikeltexte, sowie CMS-Seiten und statische Blöcke zu Informationen, die in Geltungsbereichen abgelegt werden. Somit ist es relativ einfach in Magento auch Übersetzungen, oder abgewandelte Artikeltexte für die einzelnen Zielgruppen zu speichern, sofern ich meinen Magento Shop so konfiguriert habe, dass er sowohl für Endkunden als auch für Händler ein eigenes Frontend bietet. Das Verständnis der Geltungsbereiche ist essentiell wenn Sie mit Magento arbeiten, denn Sie werden immer wieder an verschiedenen Stellen sehen, dass Sie diese Geltungsbereiche gezielt einsetzen müssen, um im Frontend die entsprechenden Effekte zu erzielen. Wir können dieses Dropdown bei der Artikelpflege, genauso wie in der Konfiguration, im linken oberen Bereich unserer Seite finden. Es ist meistens überschrieben mit StoreView wählen, oder Konfigurationsbereich wählen. Abhängig davon in welchem Bereich von Magento Sie sich gerade aufhalten kann es sein, dass Sie die Website als Konfigurationsebene auswählen können, oder wie hier, bei der Artikelpflege, eben nicht. Bei der Artikelpflege stehen uns ausschließlich die Standardwerte zur Verfügung, die sich automatisch auf alle Sprachansichten übertragen, oder dann die einzelnen Sprachansichten an sich. Wechsle ich nun auf eine dieser Sprachansichten sehe ich, dass die Eingabefelder normalerweise deaktiviert sind und das liegt daran, dass rechts neben den Eingabefeldern, eine Checkbox aktiv ist, die lautet: Standartwerte verwenden. Das bedeutet, Magento wird, wenn es die englische Sprachansicht lädt und den Namen des Artikels anzeigen soll, immer nachschauen ist ein Haken gesetzt oder nicht, und wenn der Haken gesetzt ist holt es sich die Information aus den Standartwerten. Ich habe aber auch jederzeit die Möglichkeit den Wert hier zu überschreiben, und einen eigenen Text zu erfassen. Die gleiche Möglichkeit den Geltungsbereich auszuwählen finden wir im Abschnitt System Konfiguration, und hier oben steht uns auch wieder das gleiche Dropdown zur Verfügung, nur hier in der Konfiguration selbst, mit der Option auch das Website-Level auszuwählen. Die Verwendung der Geltungsbereiche erschließt uns in Magento also sehr, sehr viele zusätzliche Konfigurationsfähigkeiten, genauso wie die Übersetzungsfunktion für das Frontend bei Artikeltexten, Kategorien, sowie CMS Inhalten, wie Seiten und statischen Blöcken.

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2 Std. 30 min (27 Videos)
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Erscheinungsdatum:22.05.2017

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