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Photoshop-Tipps: Jede Woche neu

Gänsehaut abmildern

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Der Name ist Programm: Mr. Photoshop alias Olaf Giermann greift tief in die Photoshop-Trickkiste und zeigt Ihnen seine liebsten Techniken und Effekte. In interessanten Lektionen und Mini-Tutorials erklärt er besondere Photoshop-Funktionen im Einsatz, zeigt spannende und außergewöhnliche Techniken und hilft Ihnen, gängige Probleme zu verstehen, zu lösen und zu vermeiden.
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Transkript

Für ein Fotomodell heißt es manchmal Zähne zusammenbeißen und rein ins kalte Wasser. Als Fotograf haben sie dann später mitunter das Problem, die resultierende Gänsehaut retuschieren zu müssen. Ich zeige Ihnen hier meine quick-and-dirty-Methode, um die Haut wieder etwas zu glätten. Wenn man mit Fotomodellen arbeitet, lässt sich eines mitunter nicht vermeiden, und das ist die Gänsehaut. Und das kommt immer dann, wenn man sich als Fotograf eine bestimmte Bildidee in den Kopf gesetzt hat und dann das Model, wie ich in diesem Fall, in das kalte Wasser schickt, und dann passiert schon mal Folgendes, dass wir diese kleinen Pickelchen haben, die jeder kennt und die wir Gänsehaut nennen. Ja, und wie kann man diese jetzt beseitigen? Im Prinzip, ist das Ganze eine normale Hautretusche, bei der sie quasi die Poren erhalten möchten, oder die Hautstruktur nicht einfach ganz glatt haben möchten. Denn sie könnten ja im Prinzip einfach den "Matter machen" - Filter nehmen. Ich zeige Ihnen das mal, ich dupliziere die Ebene mit "Command+J", wähle dann "Filter" "Weichzeichnungsfilter" "Matter machen", und könnte mir dann einen entsprechenden Radius hier nehmen und einen entsprechenden Schwellenwert. Dann haben wir sehr schnell hier diese unschöne Puppenhaut erzeugt und das kann ja nicht der Sinn der Sache sein. Aber sowas sieht man oft in Tutorials, ich kann dann hier auf "OK" klicken, und dann wird die Deckkraft gesenkt, und dann wird auch noch mit Masken gearbeitet. Aber das Ganze ist eigentlich ziemlich untauglich. Eine bessere Methode ist es hier mit der sogenannten Bandpass-Technik zu arbeiten. Und bei der macht man sich zunutze, dass man die einzelnen Detailgrößen der Haut unabhängig voneinander beeinflussen kann. Und das funktioniert so, dass sie zunächst einmal die Ebene duplizieren mit "Command+J", und ich mache das jetzt erst mal im Schnelldurchlauf. Wir machen das gleich noch mal Schritt für Schritt, ich zeige Ihnen das nur mal, warum wir noch einen Zwischenschritt benötigen. Also, ich habe die Ebene dupliziert, ich invertiere die Ebene mit "Command+I" und setze die Füllmethode auf "Lineares Licht" und die Deckkraft auf 50%. So, jetzt würde ich den Hochpass-Filter anwenden, der wirkt ja normalerweise dann als Schärfe-Filter, wenn man hier diese Füllmethode verwendet. Da wir die Ebene aber invertiert haben, kommt es hier zu einer Weichzeichnung, wie Sie sehen. Und hier nimmt man dann den Radius gerade so hoch, dass die Gänsehaut hier verschwindet, klicke auf "OK". Würde jetzt den Gausschen Weichzeichner hinterher schicken und der muss gerade so groß sein, dass wir hier die Gänsehaut loswerden. Ja, aber Sie sehen schon, wenn ich einen zu kleinen Radius nehme, dann wird das Ganze zu weich, nehme ich einen zu hohen Radius, dann erhalten wir hier eine Art invertierte Gänsehaut. Also, das bringt gar nichts. Und so sieht das Ganze auch irgendwie komisch aus. Das heißt, allein mit dieser Methode kommen wir jetzt hier nicht weiter, sondern wir brauchen einen Zwischenschritt. Wir haben hier ja viele kleine helle Pünktchen, auf einem in der Regel etwas dunklerem Untergrund, und die wollen wir eigentlich loswerden. Eine Methode kann ich Ihnen noch zeigen, wenn ich hier mal die Ebene dupliziere und die Füllmethode "Aufhellen" wähle. Dann kann ich jetzt mit den Cursortasten die Haut verschieben, und quasi hier, ja, mehr Gänsehaut erzeugen. Das heißt, wenn ich hier mal das Gegenteil nehme, "Abdunkeln", dann habe ich zwar diese Gänsehaut abgemildert, ich habe aber diese einzelnen Muster erzeugt. Man sieht hier deutlich, in welche Richtung ich das Bild verschoben habe. Das funktioniert also auch nicht. Denn mit dieser Methode kann man zum Beispiel Härchen, wie hier am Rande sehr schön entfernen, indem man einfach hier das Bild ein bisschen verschiebt. Okay, was wir also brauchen ist eine Methode mit der man diese kleinen, hellen Pünktchen los wird. Und genau dafür gibt es einen Filter. Wie gehabt, ich dupliziere die Ebene, "Steuerung" beziehungsweise "Command+J", und rufe jetzt mal den Filter auf. Den finden Sie unter "Filter" "Rauschfilter" "Staub und Kratzer". Und der funktioniert so, dass bei einem geringen Schwellenwert alles weichgezeichnet wird. Also diese Weichzeichnung, das ist dieser Radius, mit dem können sie weniger weichzeichnen, wenn er kleiner ist. Das sehen sie hier, da passiert nicht viel. Und wenn ich den sehr hoch setze, dann wird sehr viel weichgezeichnet. Also ich habe jetzt mit einem Radius von 126 Pixeln das gesamte Bild weichgezeichnet. So, und was Sie jetzt hier machen müssen, ist, diesen Radius so hoch zu wählen, dass die Gänsehaut verschwindet. Also, nicht viel mehr als... 4 Pixel sind jetzt in diesem Fall. Es kann natürlich sein, wenn Sie eine Makro-Aufnahme haben, dass Sie dann hier einen sehr viel größeren Wert nehmen müssen, weil diese Gänsehaut-Bestandteile, diese kleinen Buckel, einen größeren Teil am Bild einnehmen. In diesem Fall, wie gesagt, nehme ich einfach mal, ja, drei Pixel reichen auch schon. Aber wir nehmen sicherheitshalber mal vier, kann nicht schaden, genau. Und mit dem Schwellenwert bestimmen Sie jetzt, wie groß der Helligkeitsunterschied sein soll, von den jetzt entfernten Details, damit diese wieder sichtbar werden. So, was meint das? Wenn ich jetzt hier zum Beispiel den Schwellenwert mal auf 255 setze, dann funktioniert der Filter gar nicht mehr, weil er nirgendswo zur Anwendung kommt. Weil der Helligkeitsunterschied müsste hier ganze 255 Tonwertstufen betragen, und das schaffen Sie eigentlich nur, wenn wir weiße Punkte auf einem schwarzen Untergrund haben. Also, gehe ich hier mal zurück und Sie sehen schon, bei 0 habe ich die komplette Weichzeichnung und da bei 43, da haben wir die Gänsehaut wieder im Bild. Und jetzt fahre ich das so langsam zurück, diesen Schwellenwert, bis die Gänsehaut verschwunden ist und ich aber noch einige Details im Bild sehe. Und ich denke, so bei... in diesem Fall 13 Stufen sieht das Ganze ganz gut aus. Also, vorher-nachher. Und wenn Sie mal darauf achten, die Haut, die ist okay, aber hier, wenn wir uns diese Details mal anschauen, oder hier so diese schattigen Bereiche, dann verschwinden da einige Teile. Das heißt, hier können wir nicht einfach pauschal diesen Filter auf das gesamte Bild anwenden, sondern wir müssen mit Masken arbeiten. So, dann klicke ich auf "OK", und wenn Sie jetzt für sich sagen, das Ergebnis wäre mir gut genug, dann wären Sie im Prinzip jetzt auch schon fertig. Aber, mir persönlich ist das hier noch zu fleckig und ich habe hier noch einige Bereiche, die mir noch zu sehr nach dieser Gänsehaut aussehen. Das heißt, jetzt würden wir noch einmal eine Glättungsaktion hinterherschieben, die hier die Haut zwar glättet, aber nicht diese Details mit verschwinden lässt. Ja, und das machen wir jetzt einfach mal, Diese Ebene haben wir ja mit voller Deckkraft jetzt angewendet, die können Sie natürlich auch hier entsprechend in der Deckkraft anpassen. Aber bei 100% Deckkraft ist das, denke ich mal, okay. Die Ebene können wir jetzt einfach duplizieren und invertieren. Also mit "Command" beziehungsweise "Steuerung+I". Jetzt setze ich die Deckkraft dieser Ebene auf 50%. Ich drücke also die Taste "5" und das funktioniert alles bei aktivem Verschiebenwerkzeug. Wenn ich dann also die Taste "5" drücke, habe ich hier 50 % Deckkraft. Jetzt müsste das ganze Bild grau aussehen und ich ändere dann die Füllmethode auf "Lineares Licht". Das können Sie auch mit einem Shortcut machen und zwar "Shift+Alt+J". Und jetzt sollte sich nichts ändern, das sollte immer noch grau aussehen. Okay, jetzt kommt der Hochpass zur Anwendung, den finden Sie unter "Filter" "Sonstige Filter" "Hochpass", ich habe da einen Shortcut dafür, damit das schneller geht. Man könnte natürlich auch für das Gesamte eine Aktion aufzeichnen. Und hier nehme ich jetzt einen Wert, der so hoch ist, dass hier diese Strukturen verschwinden, also, dass ich eine glatte Haut habe. Und zwar achte ich jetzt nicht mal nur auf die Poren, sondern auch auf solche dunklen Flecken hier. Wenn ich jetzt nur diese Flecken weg haben wollen würde, würde ich hier einen so hohen Wert nehmen, dass dieser Fleck mit den anderen Bereichen verschwindet. Aber wir lassen das mal ein wenig im Bild und glätten nur die Hautbereiche, die ich hier glätten möchte. Also, ich sehe dann hier die Details und hier im Bild sehe ich das Ergebnis direkt. Klicke auf "OK" und muss jetzt noch einmal einen Gausschen Weichzeichner hinterherschieben. Ich kann aber auch die Details, die ich hier auf der Ebene habe, noch etwas verstärken, und zwar indem ich einen Scharfzeichnungsfilter anwende. Also wir haben jetzt ja schon mal mit dem Hochpass-Filter das Ganze scharfgezeichnet eigentlich, aber weil die Ebene invertiert ist, wird das weichgezeichnet. Das können wir jetzt noch verstärken, wie gesagt, mit einem Scharfzeichnungs-Filter, zum Beispiel mit "Unscharf maskieren", oder mit dem "Selektiven Scharfzeichner". Ich würde Ihnen hier den "Selektiven Scharfzeichner" empfehlen, denn dort können Sie mit der Methode "Objektivunschärfe" arbeiten. Und wenn Sie mal schauen, wie das jetzt hier aussieht, dann sehen Sie, dass die Haut hier wieder eine gewisse Struktur bekommt. Was habe ich hier für Werte benutzt? Ja, hier nehmen Sie einfach eine gewisse Stärke, fangen Sie einfach mal bei 50% an, dann schauen Sie sich den Radius an, wie dieser sich auswirkt. Bei kleinen Radien haben Sie hier keinen Unterschied im Bild, ist der Radius zu hoch, dann haben Sie hier so unschöne Säume, und die Struktur wird nicht betont. Und hier müssen Sie jetzt einfach einen Radius finden für Ihr Bild, der ganz gut passt. In diesem Fall wird das zwischen 5 und 10 Pixeln liegen, und ich würde mal sagen, hier in diesem Fall nehme ich einfach mal die 5 Pixel, 6 Pixel, ja, bei 6 Pixeln bin ich ganz gut dabei, und kann dann über die Stärke das Ganze noch regulieren, wieviel Struktur ich hier im Bild sehen möchte. Das ist natürlich viel zu viel, Sie sehen aber, wie das wirkt. Und zwar ganz gut. Sie müssen dann natürlich die Stärke wieder zurückfahren. Also, bei 100 % denke ich mal, passt das ganz gut. Ich klicke hier auf "OK". Und wir schauen mal, vorher-nachher. Natürlich hier die Säume, das heißt, wir müssen auch hier mit Masken arbeiten. So, dann ist das geglättet. Aber wir müssen noch einmal den Gausschen Weichzeichner hinterherschieben, und den finden Sie unter "Filter" "Weichzeichnungsfilter" "Gausscher Weichzeichner", um hier ein gefälligeres Ergebnis zu erzielen. So, und der Radius, der sollte gerade so groß sein, dass Sie hier wieder Details sehen. Sie sehen hier, wenn ich den Radius sehr klein habe, dann ist das noch recht weich alles, ist er sehr hoch, dann sind wir fast wieder beim originalen Ergebnis, beim Ausgangsergebnis, und hier nehme ich jetzt einen Radius, der die Haut nicht so erscheinen lässt, also nicht zu sehr geglättet, nicht so sehr wie vorher, sondern so ein bisschen einen Ausgleich schafft zwischen diesen einzelnen Versionen. Und ich würde sagen, bei 4 Pixeln, 5 Pixeln, ja, da sind wir ganz gut dabei. Schauen wir mal, vorher-nachher. Ich denke, das passt. Wir schauen mal, was diese Ebene jetzt gemacht hat. Ja, Sie sehen, wir haben hier einen ganz subtilen Glättungseffekt und der soll natürlich nicht überall wirken, genauso wie diese Ebene, mit der wir die Gänsehaut entfernt haben. Also stecke ich beide Ebenen in eine Gruppe, markiere die also mit gehaltener "Shift"-Taste, drücke "Command" beziehungsweise "Steuerung+G", hänge dann eine Maske dran, und zwar eine schwarze, indem ich die "Alt"-Taste halte und hier auf "Ebenenmaske hinzufügen" klicke. Und jetzt nehme ich mir einen Pinsel mit weisser Farbe und male einfach hier über die Bereiche, die ich jetzt glätten möchte. Ich möchte also hier die Haut weg haben, diese Gänsehaut, und das geht so recht einfach, wie Sie sehen. So, und das mache ich wirklich jetzt nur dort, wo mich diese Gänsehaut stört, wo sie wirklich sehr auffällig ist, und ich übermale jetzt auch nicht die Bereiche, die vorhin unvorteilhaft gewirkt haben, also hier zum Beispiel, ja, wo so Bereiche verschwinden, das möchte ich nicht. Also da male ich dann auch nicht drüber. Ich habe dann hier auf der anderen Seite noch ein bisschen Gänsehaut, vor allen Dingen an den Oberarmen, die Härchen müsste man dann hier vielleicht noch wegstempeln, aber Sie sehen, das funktioniert recht gut. Die Gänsehaut ist weg, die Hautstruktur ist trotzdem noch da, wir machen nochmal einen Vorher-Nachher-Vergleich. Also das ist vorher und das ist nachher. Verschwunden ist die Gänsehaut. Und natürlich kannn man jetzt noch mit weiteren Methoden hier die Haut weiter bereinigen, noch mehr glätten, wenn man das möchte, aber ich denke, so ein halbwegs natürliches Erscheinungsbild ist eine ganz gute Sache. Also, was habe ich gemacht? Ich habe im ersten Schritt die Ebene dupliziert, dann den Filter "Staub und Kratzer" angewendet, und dann eine normale Hautretusche hinterhergeschoben. Und zwar, indem ich die Ebene dupliziert habe, invertiert habe, in der Füllmethode "Lineares Licht" verwendet habe, und zwar bei 50 % Deckkraft. Dann habe ich mit dem Hochpass-Filter das Ganze weichgezeichnet, also Details entfernt, und mit dem Gausschen Weichzeichner wieder Details zurückgeholt. Und das hat sich hier in diesem Fall wirklich eher sehr subtil ausgewirkt und optional habe ich dann dazwischen noch einmal diese Ebene geschärft, um die Details etwas genauer erreichen zu können. Das müssen Sie nicht machen, das ist optional, aber ja, so entfernt man beispielsweise Gänsehaut, wenn Sie das Model mal in eine unangenehme Situation schicken müssen.