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Resilienz entwickeln

Fünfte Säule: Selbstregulation – Hilfestellung 1

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Wie können Sie Ihre Fähigkeit zur Selbstregulation stärken? Dieses Video bietet eine wirksame Hilfestellung dafür: die Trennung von Fakten und inneren Prozessen.
05:24

Transkript

Die Steuerung von Gedanken und Emotionen hat im Kontext von Resilienz eine sehr zentrale Bedeutung und ist wichtiger Bestandteil der Selbstregulation. Aber wie macht man das? Eine dafür hilfreiche Technik ist die Trennung von Fakten und inneren Prozessen. Bei der Trennung von Fakten und inneren Prozessen geht es im ersten Schritt darum, zwischen äußeren Ereignissen und inneren Reaktionen auf diese Ereignisse zu unterscheiden. Um das zu verstehen, lassen Sie uns den Weg von der Wahrnehmung des Ereignisses zum Handeln mal in Zeitlupe anschauen: Zunächst einmal tritt ein bestimmtes Ereignis ein. Dieses Ereignis nehmen Sie zunächst einmal wahr. Dabei kommen übrigens individuelle Wahrnehmungsfilter zum Tragen: Wir nehmen nicht immer das Gleiche wahr, obwohl wir mit demselben Ereignis konfrontiert sind. Das hat etwas mit aktuellen Bedürfnissen, Interessen, Zielen oder Ängsten zu tun. Dann wird dieses Ereignis bewertet, und das löst bestimmte Emotionen aus. Bewertung und Emotionen resultieren schließlich in einem Handlungsimpuls. Die Kunst ist nun, den Impuls nicht sofort in Handlung zu übersetzen, sondern zunächst verschiedene Handlungsoptionen auszuloten und eine bewusste Entscheidung für eine Reaktion zu fällen. Der Schlüssel dafür ist zu erkennen, dass Ihr Verhalten, und das ist das Entscheidende, nicht primär auf dem äußeren Ereignis beruht, sondern vielmehr darauf, wie Sie es bewerten und welche Gefühle sich dementsprechend einstellen. Wie die Grafik zeigt, läuft der Prozess also in verschiedenen Schritten – und übrigens weitgehend unbewusst und im Bruchteil von Sekunden – ab: Zunächst einmal ereignet sich etwas. Zum Beispiel könnte Ihr Unternehmen umstrukturieren und aufgrund neuer Technologien Ihre bisherige Expertise nicht mehr benötigen. In den meisten Fällen passiert jetzt Folgendes: Sie bewerten die Situation und denken zum Beispiel: „Jetzt gehöre ich zum alten Eisen und werde hier nicht mehr gebraucht.“ Solche Gedanken lösen sofort Gefühle aus, zum Beispiel Angst, Resignation und Verunsicherung. Diese Gefühle bilden dann die Basis für Ihr weiteres Verhalten. Sie könnten sich z.B. lauthals beschweren oder den inneren Rückzug antreten. Epiktet, ein griechischer Philosoph um 100 vor Christus, hat diesen Zusammenhang sehr treffend so formuliert: „Es sind nicht die Dinge selbst, die uns beunruhigen, sondern die Vorstellungen und Meinungen von den Dingen.“ Selbstregulation setzt nun an den Gedanken und Bewertungen an! In dem eben genannten Beispiel könnte der Betroffene z.B. auch denken: „Wie gut, dass mein Unternehmen sich modernisiert. Das sichert unsere Zukunftsfähigkeit.“ Eine solche Bewertung verhindert zwar nicht automatisch das Gefühl von Unsicherheit in Bezug auf den eigenen Platz im Unternehmen, löst aller Wahrscheinlichkeit aber auch positive Gefühle aus, wie z.B. Vertrauen und Zuversicht. Innerlich so ausgerichtet bemüht sich der Betroffene vielleicht aktiv darum, seine neue Position abzuklären und ggf. Maßnahmen einzuleiten, um in der neuen Struktur einen Platz zu finden. Lassen Sie mich diesen Zusammenhang an einem weiteren Beispiel verdeutlichen: Ein Freund meldet sich seit Tagen nicht bei Ihnen – das ist das Ereignis. Sie denken jetzt vielleicht: „ Der hat mich doch tatsächlich vergessen! Ich bin ihm wohl doch nicht so wichtig.“ Das löst Ärger oder Enttäuschung aus – und so rufen Sie ihn vielleicht irgendwann an und machen ihm Vorwürfe – oder Sie ziehen sich gekränkt zurück. Sie können das Verhalten Ihres Freundes aber auch ganz anders bewerten. Sie könnten z.B. denken, dass er im Moment furchtbar viel zu tun hat und nicht dazu kommt, Sie anzurufen. Das löst vielleicht eher Mitgefühl bei Ihnen aus – und in Folge einen eher verständnisvollen Anruf bei Ihrem Freund. Die Steuerung Ihrer Gedanken und Emotionen setzt also an Ihrer Bewertung eines Ereignisses an: Seien Sie sich Ihrer Gedanken bewusst und machen Sie sich klar, dass Ihre Bewertung nicht automatisch der einzig möglichen Wahrheit entspricht. Sie kennen bestimmt das chinesische Sprichwort, das da heißt: „Achte auf deine Gedanken, denn sie werden zu Worten. Achte auf deine Worte, denn sie werden zu Handlungen.“ Und genau darum geht es bei der Trennung von Fakten und inneren Prozessen. Das Sprichwort geht dann noch weiter: „Achte auf deine Handlungen, denn sie werden zu Gewohnheiten. Achte auf deine Gewohnheiten, denn sie werden dein Charakter. Achte auf deinen Charakter, denn er wird dein Schicksal. “Tja – da sehen Sie mal, wie wichtig es ist, die eigenen Gedanken zu hinterfragen. Ich sage immer: Bis zum Beweis des Gegenteils gehe ich von den besten Gründen für ein mir unangenehmes Ereignis aus. Und damit geht es mir deutlich besser, als wenn ich mich von vornherein ärgere, Angst habe oder mich verletzt fühle. Vielleicht mögen Sie sich mit Hilfe des Arbeitsblatts „Trennung von Fakten und inneren Prozessen“ einmal selbst darin versuchen, zwischen Ereignissen, Bewertungen, Emotionen und Verhalten zu trennen.

Resilienz entwickeln

Lernen Sie die sieben Säulen der seelischen Widerstandskraft kennen und erfahren Sie, wie Sie aus Krisen gestärkt hervorgehen.

1 Std. 19 min (18 Videos)
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