Fred Kofman über Konfliktmanagement

Fred und Angeli: Konstruktiv nachgeben

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Das Zwiegespräch deckt auf, dass in Konflikten meist zu viel Energie darauf verschwendet wird, den Status Quo aufrecht zu erhalten. Nur, wer auf die richtige Weise nachgibt, wird sich jedoch durchsetzen.
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Transkript

In Angelis Fall hörte sie zunächst nur teilweise zu. Sie war überzeugt, die Antwort zu kennen. Der einzige Grund, warum sie zuhörte, bestand darin zu warten, bis sie die Chance bekam, der anderen Person zu sagen, was sie tun solle. Fred: Die meisten schwierigen Gespräche scheinen schwierig, weil eine der Parteien – in diesem Fall Sie – sich etwa so fühlt: „Ich muss Ihnen wichtige Informationen geben. Ich muss Ihnen sagen, dass etwas falsch ist, und das wird Sie ärgern und dann wehren Sie ab. Und wenn Sie sich wehren, dränge ich nur noch stärker und entweder wird der Druck groß genug, um Sie zu brechen – was schlecht ist, weil ich nicht mit jemandem zusammenarbeiten möchte, der gebrochen ist –, oder ich höre auf und dann gewinnen Sie und ich bin gebrochen, weil es nicht das ist, was ich wollte.“ Das ist ein schreckliches Gespräch. Legen Sie Ihre Hand an meine. Wenn ich das tue, was möchten Sie als Reaktion tun? Angeli: Ich gebe den Druck zurück. Fred: Sie geben den Druck zurück, aber wenn Sie das tun, was werde ich wohl tun? Angeli: Noch mehr Druck ausüben. Fred: Und wohin führt das? Angeli: Wir sind immer noch in der Mitte. Fred: Genau. Wir verbrauchen eine Menge Energie damit, nichts zu tun. Angeli: Richtig. Fred: Deshalb sind diese Gespräche doch so furchtbar schwierig, denn wenn wir in den Konflikt gehen, dann heißt es, entweder breche ich Sie oder ich werde gebrochen – und das will niemand. Selbst wenn Sie die andere Person nicht brechen wollen, aber dann ist es Druck und Gegendruck und eine Pattsituation. Angeli: Und Sie sind immer noch am gleichen Platz. Fred: Aber jetzt verbrauchen Sie eine Menge Energie, weil jeder sich anstrengt, sich nicht zu bewegen. Angeli: Genau. Fred: Ein Element, das diese Dynamik durchbricht, heißt nachgeben, aber konstruktiv nachgeben. Also nicht wirklich nachgeben. Ich kann Ihnen das zeigen. Wenn Sie drücken und ich gebe so nach, dann ist das als ob ich verloren hätte. Wenn Sie aber sagen: „Okay, ich will verstehen, was Sie möchten“, dann ist da eine kleine Bewegung seitwärts. So ähnlich als ob ich Sie frage: „Haben Sie einen hektischen Tag?“ Wenn Sie sagen: „Ja, er ist hektisch, es ist so viel zu tun“, dann verstehe ich das. Ich mag das, es ist nur eine kleine Bewegung seitwärts. Es sagt aus: „Ja, es gibt viel Arbeit, aber viel Arbeit ist eine Einschätzung, die relativ zu Ihrer Fähigkeit ist, die Arbeit zu erledigen.“ Es geht also um die Arbeit. Ist es zu viel oder zu wenig? Vielleicht ist es für Sie nicht viel, weil Sie organisierter sind, also würden Sie sagen: „Ich kann 200 Fälle bearbeiten. Kein Problem. Ich habe ja jeden Tag Zeit für die Kaffeepause.“ Aber mit der Art, wie sie arbeitet, macht sie das rasend, weil sie keine Mittel hat, mit denen sie das bewältigen kann, also wird sie schier verrückt. Es ist zu viel Arbeit in Bezug auf ihre Fähigkeit, die Arbeit zu erledigen. Sie möchten ihr helfen, ihre Fähigkeiten zu erweitern, aber aus irgendeinem Grund ist sie ablehnend. Denken Sie einmal nach: Warum tut jemand so etwas? Sie sagt: „Schaun Sie, ich möchte Ihnen helfen, besser zu arbeiten, weniger gestresst zu sein, warum sind Sie dagegen?“ Sie fühlt vielleicht den Vorwurf darin. Das macht das Gespräch schwierig. Der erste Schritt des Gesprächs besteht also darin, ein Ziel für die Problemlösung zu setzen, zum Beispiel: „Wir haben ein gemeinsames Problem. Sie leiden, ich leide. Sie fühlen sich gehetzt, ich möchte nicht, dass Sie gehetzt sind.“ „Ich habe auch andere Probleme, denn wenn ich Ihre Arbeit machen muss, bin ich auch gehetzt, weil die Arbeit nicht organisiert ist“, aber Sie sagen es so nicht. Das schafft eine andere Grundlage für das Gespräch. Lassen Sie uns jetzt das Problem lösen.

Fred Kofman über Konfliktmanagement

Vermeiden Sie Konflikte nicht, sondern managen Sie Konflikte. Führungs-Philosoph Fred Kofman zeigt Ihnen Tools, die Konflikte positiv lösen.

1 Std. 4 min (17 Videos)
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Erscheinungsdatum:11.01.2017

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