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Fotos optimieren in Camera Raw – der typische Workflow

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Der Name ist Programm: Mr. Photoshop alias Olaf Giermann greift tief in die Photoshop-Trickkiste und zeigt Ihnen seine liebsten Techniken und Effekte. In interessanten Lektionen und Mini-Tutorials erklärt er besondere Photoshop-Funktionen im Einsatz, zeigt spannende und außergewöhnliche Techniken und hilft Ihnen, gängige Probleme zu verstehen, zu lösen und zu vermeiden.
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Transkript

Im folgenden Film möchte ich Ihnen mal den typischen Ablauf einer Foto-Optimierung in Camera Raw zeigen. Dabei wende ich mich vor allem an Einsteiger, denen ich hier eine bestimmte Reihenfolge der einzelnen Schritte empfehlen möchte damit sie geplant zu gewünschten Ergebnissen kommen. Und zwar von der Kamera-Kalibrierung bis hin zu den lokalen Korrekturen mit dem Anpassungs-Pinsel. Ja, das hier ist das Foto, um das es gehen soll, und das hier ist die optimierte Variante. Und ich zeige Ihnen mal einen Vorher-nachher-Vergleich. Das sieht dann so aus. Und das hier auf der rechten Seite, das gibt doch deutlich mehr her als das auf der linken Seite, vor allem ist es gerade gerichtet, die einzelnen Elemente sind gerade gerichtet, und wir haben hier viel mehr und einen viel schöneren Kontrast drin, also das gäbe als Postkarte deutlich mehr her als das auf der linken Seite. Und hier unten ist ein kleiner Blitzer, da müsste man nochmal etwas zuschneiden, aber das lassen Sie uns mal einfach übersehen. Ich möchte Ihnen mal zeigen, Schritt für Schritt, wie Sie bei der Foto-Optimierung vorgehen können, und in welcher Reihenfolge ich Ihnen das Ganze empfehlen würde. Ich schalte zunächst mal hier wieder auf die normale Einzelansicht und gehe mal in den Ausgangszustand. So, und dazu setze ich einfach mal hier alles zurück auf die Camera Raw Standards und, ja, da müssen alle Regler auf Null stehen wenn ich hier mal durchzappe, ist alle OK, alles ist deaktiviert beziehungsweise ausgeschaltet. Ja, und wo fängt man jetzt am besten an? Ich würde Ihnen immer empfehlen, vom Großen zum Kleinen zu gehen. Das heißt, Sie korrigieren zunächst einmal die gröbsten Missstände, die ein Foto hat, und optimieren den Weißabgleich, die Belichtung, vielleicht den Zuschnitt, aber als allererstes sollten Sie immer kontrollieren, ob Sie denn die gewünschte Farbigkeit im Bild haben. Denn Sie haben ja immer ein initiales Render-Ergebnis, das heißt, das was sich in Photoshop beziehungsweise in Camera Raw als allererstes hier darbietet, ist ja die Standardentwicklung. Und wenn Ihnen die so nicht gefällt, dann sollten Sie zunächst mal checken, ob in der Kamera-Kalibrierung das gewünschte Profil hinterlegt ist. Denn gerade wenn Ihnen die Farben jetzt nicht gefallen sollten, dann ist da die erste Stellschraube, an der Sie ansetzen können. Den Weißabgleich, den können Sie hier natürlich noch verändern mit der Weißabgleichspipette, und beispielsweise hier auf dem Asphalt einen Weißabgleich durchführen, nur müssen Sie sich da bewusst sein, dass sich da der Himmel widerspiegelt, also dieses blaue Licht, das heißt, der Weißabgleich wird in dem Fall wahrscheinlich etwas zu warm ausfallen, so dass ich Ihnen empfehlen würde, das zunächst einmal so zu lassen. Also, wechseln Sie einmal in die Kamera-Kalibrierung. Hier sollten Sie sicherstellen, dass der aktuelle Prozess ausgewählt ist, also 2012 ist das in dieser Version, und dann können Sie hier mal kontrollieren, wenn Ihnen die Farben nicht gefallen wie gesagt, ob ein anderes Profil Ihnen mehr zusagt. So, und das hier sind die Profile, die für eine Nikon-Kamera angeboten werden, also in diesem Fall für die D800, und bei anderen Kameras stehen hier ganz andere Kamera-Profile, beispielsweise bei Sony, da haben Sie 'ne ganze Reihe mehr, oder bei Canon, da heißen die auch anders, und hier sollten Sie einfach nochmal gucken, ob zum Beispiel Landschaft hier für schönere Farben sorgt. Das Blau gefällt mir hier eigentlich besser, muss ich sagen, dafür wird es an anderen Stellen etwas dunkler, also hier kommt es offensichtlich zu einem Farb-Kick. Bei Camera Neutral find ich die Farben eigentlich gut aber es geht etwas Kontrast verloren. Dann haben wir hier Camera Portrait, unterscheidet sich kaum von dem Vorhergehenden, weil wir diese Gesichtsfarben hier kaum im Bild haben, Camera Standard und Camera Vivid sind kontrastreichere Varianten. Ich muss sagen, in diesem Fall, bei diesem Foto, gefällt mir tatsächlich einmal das Adobe Standard Profil am besten, weil hier der Kontrast stimmt und hier die Tiefen nicht allzu sehr absaufen. Wenn Ihnen das Ergebnis nicht gefällt, probieren Sie als allererstes hier verschiedene Kamera-Profile aus. So, und dann gehe ich in den Standard Tab und nehme zunächst einmal eine Grundoptimierung vor. So, was fällt mir auf? Mir fällt zunächst mal auf, dass mir die Tiefen hier noch viel zu dunkel sind. Also werde ich die zunächst einmal aufhellen. Ich zieh also den Regler nach rechts um die Tiefen zu öffnen, zunächst mal auf 100% 100% ist vielleicht etwas zuviel des Guten, also gehe ich mal ein bisschen zurück, da reichen auch, ja, 90, 92, das reicht aus, OK, dann die Lichter, die würde ich ebenfalls zurückfahren, damit ich hier wirklich komplett die Zeichnung drin habe, also nehme ich die Lichter und fahre diese zurück, Sie sehen, wie da der Himmel rauskommt hinten. Also, wenn ich hier die Tiefen normal lasse, dann sieht das hier noch ziemlich ausgewaschen aus, und wenn ich so eine Art Hochkontrastlook erzeugen möchte, wie ich Ihnen den zu Anfang gezeigt habe, dann bietet es sich natürlich an, hier die Lichter zunächst einmal zurückzufahren. Und damit dunkeln Sie die Mitteltöne ab, also von den Lichtern bis zu den Mitteltönen, und damit Sie hier wieder mehr Kontrast in die Lichter reinbekommen, können Sie das Weiß erhöhen. Und das ist nichts anderes als eine Tonwertkorrektur, Sie würden also hier oben den Tonwertberg nach rechts verschieben, das können Sie auch machen übrigens, indem Sie hier reinklicken, ins Histogramm, und dann hier das Weiß nach rechts ziehen. So, und dann müssen wir mal schauen, was hier für ein Wert passt, das muss man auch gegebenenfalls öfter mal nachkorrigieren, also im finalen Bild hatte ich hier einen sehr hohen Wert von 54 wenn ich mich recht entsinne. Ja, und so haben wir schon einmal einen ganz guten Kontrast im Bild, den wir hier so erst einmal weiter nicht erhöhen können, also global, weil dadurch hier diese schwarzen Bereiche natürlich zu dunkel werden würden beziehungsweise die hellen Bereiche wieder zu sehr absaufen. Aber ich kann den lokalen Kontrast noch erhöhen. Und das macht man hier mit der Klarheit. So, und da schau ich mir erst einmal an wie das aussieht bei 100 Prozent, wäre mir zu kräftig, das wird dann hier auch so grau, das gefällt mir nicht so richtig, ich würde sagen, ich fahre das dann mal zurück, 24, 40, also ich pendle mich da mal ein bei den Werten, ich fahr immer so lange hin und her bis es mir gefällt, und bei 27 denke ich mal, da kann sich das schon sehen lassen. Wenn wir jetzt mal vergleichen indem ich die Taste P drücke, dann hat das Bild doch schon mal ein bisschen gewonnen. So, aber jetzt sieht man natürlich noch, das kippt noch ein bisschen, diese Lampe, die wirkt als wenn sie schief wäre, und das liegt einfach daran, weil hier ein wenig nach oben fotografiert wurde. Also die Lampe wie auch die Siegessäule, hier in Berlin übrigens, die streben hier nach oben auf einen Fluchtpunkt zu, und das kann man natürlich etwas abmildern, indem Sie zunächst einmal in die Objektivkorrekturen gehen. So, da bin ich auch schon, ich fang mal hier vorne an, und aktiviere zunächst einmal die Objektivprofilkorrekturen. Da wird auch automatisch hier die Kamera erkannt, und es wir auch automatisch das richtige Profil für das Objektiv zugewiesen. Jetzt möchte ich eins nicht, und das zeige ich Ihnen mal indem ich die Alt + Command und zwar möchte ich nicht, dass die Bildränder aufgehellt werden. Weil eine Vignette, die füge ich später sowieso hinzu. Und also das wäre jetzt nach der Profilkorrektur, und das ist vorher. Da sehen Sie hier oben im Himmel besonders deutlich wie das vorher noch etwas abgedunkelt ist, das heißt der Fokus wird hier auf die Bildmitte gelenkt, und wenn ich mal das einschalte, dann ist das weg. Aber zum Glück können Sie das hier korrigieren, indem Sie die Vignettierung einfach zurückfahren. So, jetzt habe ich ausschließlich über das Objektivprofil hier die Verzerrung des Objektivs herausgenommen. Dann wechsle ich zum nächsten Reiter und ja die chromatischen Aberrationen, die sieht man vor allen Dingen bei 100%. Wenn ich hier mal weit reinzoome, dann sieht man hier deutlich diese Ränder an der Lampenkante beispielsweise und vor allen Dingen in den Bildrändern da sieht man auch, hier sind chromatische Aberrationen vorhanden. Hier, an Helligkeitssprüngen sogar sehr deutlich. So, klicke ich hier mal auf Chromatische Aberrationen entfernen, und dann sind die Dinger weg. Jetzt muss ich noch einmal ein bisschen durchs Bild fahren und mal schauen, ob wir hier noch irgendwelche Helligkeitssprünge haben im Bild, so dass ich vielleicht hier die Lila Intensität noch korrigieren muss. Das sieht hier eigentlich ganz gut aus, d.h. ich brauch das in der Regel nicht. Also nicht bei diesem Objektiv. Und deshalb lass ich das mal. Ich kann mal schauen, hier sieht's noch ein bisschen aus wie eine Kante, die stört Wenn ich hier den Lila-Regler mal nach rechts ziehe, Aber da tut sich nicht viel. Im Prinzip kann ich den jetzt so lassen wie er ist. So, dann zoom ich wieder raus und jetzt richten wir das Ganze mal geradeaus, und das machen Sie hier über das sogenannte Upright Feature. Wenn Sie jetzt hier draufklicken, dann wird alles exakt vertikal ausgerichtet, aber es verzerrt sich auch. wenn Sie hier draufklicken, wird das Bild horizontal ausgerichtet Und das hier macht beides, aber das sieht unnatürlich und unschön aus und eine ausgewogene Mischung, die erreichen Sie hier mit dem A, mit der automatischen Option. Die sorgt für eine ausgewogene Perspektivkorrektur. Und ich denke mal, das sieht so ganz gut aus. Ich kann jetzt noch mal schauen, ob ich mit dem Zuschneiden Werkzeug das Bild vielleicht etwas gerade drehe, das geht hier nicht so komfortabel wie in Camera Raw, wo man jetzt einfach hier außen ein bisschen dran drehen kann, aber ich kann zum Beispiel hier mit dem Lila Werkzeug wenn ich jetzt die Command Taste drücke, habe ich das aufgerufen, bei Windows ist das die Steuerungstaste, kann ich hier mal auf die Lampe gehen, und einfach mal eine Linie ziehen und mal schauen, ob hier noch ein bisschen gedreht wird, ja, minimal, wenn ich jetzt mal wieder das Hand Werkzeug aktiviere, dann haben wir das Bild schon ganz gut gerade gerichtet. Und ich kontrolliere jetzt mal die Wirkung dieser Objektivkorrekturen indem ich Alt + Command + P drücke, ja, und ich denke, das sieht so schon viel besser aus. Also wir haben uns jetzt einmal gekümmert um die grundlegenden Einstellungen der Kamera-Kalibrierung, um die grundlegenden Einstellungen hier ja, in den Grundeinstellungen und um die Objektivkorrekturen. Das waren die groben Sachen. Jetzt kommen wir auch schon zu den selektiven Korrekturen. Und da steht in vorderster Front hier das HSL-Bedienfeld, wo Sie die Farbtöne verändern können. Zum Beispiel gefallen mir hier die Himmelsfarbtöne noch nicht so richtig und mir gefällt auch das Grün noch nicht so richtig. Das Grün würde ich vielleicht im Farbton etwas mehr in Richtung Gelb verschieben. Also nehme ich mal den Grünton und schieb den einfach mal nach links. Dadurch bekommt das Grün etwas mehr Gelb. Ich nehme hier mal einen Wert von... Was nehmen wir da? 84, ja, 100 wäre zu viel, ich fahr es ein bisschen zurück, 84 bis 80 so ungefähr, das sieht ganz gut aus, und jetzt möchte ich gerne aber auch das Blau hier etwas verstärken. D.h. ich möchte die Aquamarintöne, die ja etwas Grün enthalten, etwas mehr in Richtung Blau verschieben, also fasse ich die an und zieh die nach rechts, sagen wir mal, so dann haben wir hier schon ein schöneres Himmelsblau, und das Blau selbst, das kann ich auch etwas mehr verschieben, etwas verstärken, indem ich es nach rechts ziehe, ein kleines Stückchen nur, und ja, so gefällt mir das Ganze eigentlich schon viel besser. Ich kontrolliere mal Also wie gesagt, Alt + Command (bzw. Steuerung) + P da können Sie immer für das jeweilige Bedienfeld hier die Vorschau ein- und ausschalten. Ja, gefällt mir nachher deutlich besser muss ich sagen. Und über die Luminanz können Sie jetzt ebenfalls die Farben beeinflussen. Also hier, im nächsten Reiter, da können Sie jetzt die Luminanz für diese einzelnen Farbbereiche einstellen. Zum Beispiel das Rot, das wir ja hier haben im Bild, oder das hier auf der Siegessäule auch enthalten ist, oder hier vorne in so kleinen Bereichen in den Furchen. Das können Sie ein bisschen abdunkeln. bzw. ein bisschen aufhellen, müssen wir mal schauen, ich mach immer zunächst einmal die Maximalwerte, ja, so große Auswirkung hat's nicht, ich würde es hier ein bisschen aufhellen, dann würde ich die Orangetöne mal anschauen, ah, da passiert schon mehr, wie Sie sehen, und hier würde ich oh, hier würde ich das fast auf 100% lassen. Dadurch habe ich die Siegessäule deutlich besser, schauen wir mal, ja, vorher, nachher, genau, und im Prinzip können Sie das so machen, dass Sie einfach hier von oben nach unten mal durchgehen und immer mal nach links und nach rechts ziehen. Gelb nach rechts, hm, Gelb nach links, ja, da wird das hier oben schön golden, aber man sollte das nicht übertreiben, also nicht zu weit, also mal ein bisschen zurückfahren hier das Ganze, ja, minus 30, da passt das schon ganz gut. Nehmen wir den nächsten Regler, die Grüntöne, wenn sie dunkler werden, wirkt das nicht so schön, wenn sie heller werden, dann erhalten wir hier an den Bäumen einen schöneren Kontrast. Also können wir die ruhig mal auf Anschlag nach rechts ziehen. Dann haben wir die Aquamarintöne, die sind ja hier vor allem im Himmel, und der Himmel soll ein bisschen dunkler werden, also würde ich diese zunächst mal nach links ziehen, das wäre wahrscheinlich zu viel des Guten, und das ist immer das gleiche, Sie ziehen erst einmal auf Anschlag und reduzieren danach diesen Extremwert bis Sie den gewünschten Wert gefunden haben. Genau das gleiche mache ich jetzt für Blau, das wären minus 100, geht natürlich gar nicht, also ungefähr wieder auf den Wert zurückbringen, den wir auch bei den Aquamarintönen haben. Denn Sie werden feststellen, wenn Sie Aquamarintöne und Blautöne weit voneinander entfernen, also diese beiden Regler, dann haben Sie hier sehr schnell unschöne Tonwertabrisse im Himmel. Und die können Sie verhindern, indem Sie diese Regler quasi koppeln, also möglichst dicht beieinander lassen. So, und was haben wir noch? Wir haben hier noch die Lilatöne, da dürfte nicht viel passieren im Bild, nö, da passiert gar nichts, also kann ich diesen Regler mit einem Doppelklick zurücksetzen, und ich habe die Magentatöne, auch da passiert gar nichts, also brauchen wir den auch nicht verändern. Das war also die selektive Farbkorrektur. Und dann können wir direkt mal einige Effekte hinzufügen. Und zu den Effekten würde ich hier zählen, dass ich eine Vignette durchführe, also dass ich die Ränder abdunkle um die Aufmerksamkeit etwas mehr in die Bildmitte zu bringen. Also würde ich hier zunächst mal die Farbpriorität wählen, weil die mir am besten gefällt in der Regel dann würde ich hier zunächst einmal die Stärke auf ein Maximum setzen, also die Abdunkelung, dann sehen Sie direkt, wo die Vignette stattfindet und wie der Übergang ist, und den können Sie dann einstellen, zum Beispiel indem Sie jetzt hier den Mittenwert auf einen passenden Wert setzen, also das, quasi das Guckloch etwas verkleinern, so dass Sie die Aufmerksamkeit wirklich nur im Zentrum haben, die Rundheit, ja die bestimmt wie rund die Vignette ist, Sie können auch nur die Ränder so abdunkeln, wenn Ihnen das gefällt, ich würde in diesem Fall einfach mal sagen, ich lass das auf Null, weil mir die Ellipse an sich so ganz gut gefällt. Die weiche Kante, die würde ich auf ein Maximum setzen, damit wir einen weichen Übergang haben, und ich möchte nicht, dass die hellen Bereiche ebenfalls abgedunkelt werden. Also die fast weißen Bereiche. Das betrifft hier die Wolken vor allem, und wenn ich die zurückhaben möchte, brauche ich einfach nur diesen Lichter-Regler nach rechts ziehen. So. So weit, so gut. Aber die Vignette ist natürlich viel, viel, viel zu kräftig. Und deshalb fahre ich diesen Wert mal auf einen angenehmen Wert zurück. Und das sollten Sie mal so weit machen, dass Sie die Vignette quasi nur noch erahnen können. In dieser Darstellung sieht man es meistens so noch ganz gut, Und man sollte es nicht übertreiben. Also am besten wirklich gerade so, dass die Vignette noch sichtbar ist. So, und jetzt könnten Sie auch im Prinzip dieses an sich schon grundlegend farbkorrigierte Bild noch tonen oder farblich stilisieren, beispielsweise mit der Teiltonung, das würde ich in diesem Fall nicht machen, weil mir hier diese natürlichen Farben, die etwas in der Farbigkeit verschoben wurden, ganz gut gefallen. Und nachdem wir uns jetzt diesen ganz groben Aspekten gewidmet haben, kommt es dann auf das Detail an, und ja, das sind die lokalen Korrekturen. Hier würde ich zunächst einmal die Sieges- säule in der Mitte ein bisschen aufhellen, zum Beispiel mit dem Radialfilter. Wenn Sie hier einen bestimmten Wert benötigen, dann klicken Sie einfach auf das Plus-Zeichen. Dann wird alles zurückgesetzt und Sie haben nur noch beispielsweise die Belichtung hier etwas aufgehellt. Und die würde ich hier noch ein bisschen zurückfahren, sagen wir mal so, 0,15, vielleicht die Tiefen etwas aufhellen, das können Sie auch alles nachträglich noch machen, und vielleicht die Klarheit mal bereits ein bisschen anziehen. So, jetzt ziehe ich mir hier mal den entsprechenden Radialfilter auf und habe damit hier in der Mitte schon mal die Siegessäule aufgehellt. Wenn das bei Ihnen anders herum ist, dann müssen Sie einfach den Effekt umkehren, außen und innen, Ja, und so können Sie im Prinzip jetzt Bildstelle für Bildstelle hier ganz einfach mit dem Radialfilter beeinflussen, und Sie können jederzeit jetzt wie gesagt auch hier oben die Belichtung nachträglich auch ändern. Sie sehen, wie das dann schnell unnatürlich wird, also hier sollten Sie wirklich mit subtileren Werten arbeiten. In diesem Fall bleib ich da mal bei meinen 0,15 Das passt ganz gut, denke ich. Ja, was brauchen wir noch? Hier der Vordergrund, der kommt mir noch nicht gut genug raus. Da würde ich zunächst einmal einen Verlaufsfilter hier einsetzen, von oben nach unten, sagen wir mal bis hier oder bis hier, Und was möchte ich? Ich möchte, dass diese Straße deutlich kontrastreicher ist. Was brauche ich? Ich brauche den etwas heller zunächst einmal und deshalb werde ich hier die Belichtung mal ein bisschen nach oben ziehen und ich werde auch die Tiefen etwas nach oben ziehen, sagen wir mal so, und die Klarheit, die könnte ich im Prinzip auch schon so lassen. OK, aber die Lichter. Wir haben ja hier noch diese Straßenbeschriftung. Die Lichter, die könnte ich hier ebenfalls noch anziehen. Die setze ich einfach mal auf 100% und den Kontrast, den ziehe ich auch noch an. Und dann habe ich wirklich jetzt mal ja, eine richtig schön schwarze Straße. Ich könnte den hier auf 32, 30, 40 setzen, ich denk mal, so passt das ganz gut. Ich kontrollier mal, ja, da hat die Straße doch schon deutlich gewonnen. Was Sie auch machen können, ist dann hier die Sättigung senken, damit die Straße wirklich schwarz und weiß ist, das wirkt sich dann vor allen Dingen vorne aus, und den Rest des Bildes, den würde ich dann mit dem Anpassungs-Pinsel optimieren. Nach Möglichkeit versucht man natürlich immer bei diesen Verlaufsfiltern zu bleiben, aber manchmal geht's nicht anders und mit der rechten Maustaste können Sie hier die Pinselspitze vergrößern und verkleinern, und was brauche wir zunächst einmal? Ich möchte die Lampe hier oben etwas aufhellen. Dazu zoome ich hier mal rein, so, mach mir eine kleinere Pinselspitze, sagen wir mal so, und würde jetzt einmal hier die Belichtung nur wählen und hier mal drübermalen, um hier diese Lampe etwas heller zu gestalten. So, die Maske nehme ich mal raus, damit ich auch den Effekt sehe, den ich hier einmale, so, schauen wir mal, vorher, nachher, ja, das passt ganz gut. Vielleicht hier noch die Tiefen zusätzlich etwas aufhellen, und vielleicht auch die Klarheit etwas erhöhen, damit hier etwas mehr Struktur reinkommt, und ja, das passt ganz gut, finde ich, also gehe ich wieder raus, und setze einen neuen Punkt. Was möchte ich noch? Ich möchte gerne hier vorne noch mehr Kontrast haben. Also würde ich hier mal mit einer größeren Pinselspitze drübermalen, hier vorne, so, und jetzt habe ich's natürlich auch aufgehellt, und das möchte ich nicht, also setze ich diesen Regler mal zurück mit der Belichtung. Ich setze auch den Kontrast zurück. Der ist schon zurückgesetzt. Die Tiefen, die möchte ich gerne dunkler haben, Und die Klarheit, die möchte ich gerne maximal haben. Und dadurch habe ich jetzt wirklich hier einen extrem kräftigen Kontrast, und jetzt kann ich auch einen neuen Punkt setzen, und hier hinten nochmal ein bisschen Kontrast hinzugeben. Und das mache ich, indem ich zunächst mal die Belichtung hier erhöhe, und hier einfach mal drübermale, so einen groben Pinselstrich, und neben der Belichtung erhöhe ich auch die Tiefen ein wenig, und ich erhöhe die Klarheit auch ein bisschen, so dass hier so ein bisschen Lichtkontrast reinkommt. Und wissen Sie was? Das war's jetzt schon, ich drücke das Hand-Symbol und das war im Prinzip jetzt der Ablauf der ganzen Bearbeitung. Also Sie konnten jetzt einmal mitverfolgen, wie so ein Bild entsteht. Und im Prinzip sind die wichtigen Schritte, dass Sie zunächst einmal in der Kamera-Kalibrierung sich für die richtigen Profile entscheiden, die die Farben so darstellen, wie Sie sie gerne möchten. Dann würden Sie den Weißabgleich vornehmen und die Belichtung, die Grundabstimmung, gefolgt von den Objektivkorrekturen, dann die selektiven Farbkorrekturen, gegebenenfalls, wenn Sie es möchten, dann mit der Teiltonung eine Farbstilisierung hinzufügen, dann würden Sie sich um die Effekte kümmern, die außen die Ränder abdunkeln, in diesem Fall also durch die Vignette, und dann kommen schon die lokalen Korrekturen, die Sie mit diesen drei Werkzeugen durchführen: Also mit dem Verlaufsfilter, mit dem Radialfilter und dem Korrekturpinsel. Ja, und Sie sehen, das ist gar nicht schwierig, wenn man die Reihenfolge kennt, dann ist das im Prinzip nur ein Abarbeiten, und natürlich müssen Sie auch immer das Bild im Blick behalten, Sie können natürlich nicht in jedem Bild jetzt diese Vignetten so hinzufügen wie hier in diesem Fall, da muss man dann abwägen, ob etwas zu einem Bild passt oder nicht. Auf jeden Fall wünsche ich Ihnen viel Spaß bei der Raw Entwicklung!