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Grundlagen der Video-Farbkorrektur

Farbtheorie und -philosophie

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Wie funktioniert Farbe und wie schafft sie es, Gefühle in uns hervorzurufen? Wer die Antworten kennt, erzielt bessere Ergebnisse!

Transkript

Beschäftigen wir uns als nächstes ein wenig mit der Theorie und der Philosophie der Farbkorrektur. Diese Grundlagen sind besonders wichtig, um schnelle und vor allem gute Ergebnisse zu erzielen. Wie funktioniert Farbe und wie schafft sie es Gefühle in uns hervorzurufen? Schauen wir uns als erstes den Farbkreis an. In der Film- und Videowelt reichen die drei Farben Rot, Grün und Blau aus, um alle Farben darzustellen. Wenn man sie um den Farbkreis herum anordnet, vermischen sich diese drei Farben in den Zwischenräumen zu den sekundären Farben Gelb, Magenta und Cyan. Wenn man dann anfängt diese Farben unterschiedlich zu mischen, ergeben sich auch alle anderen Farben. Wenn wir Farbkorrekturen machen, ist es immer gut, wenn wir auch ein tiefes Verständnis davon haben, wie Farbe wirkt. Denn wenn ein Bild einen ungewünschten Farbstich, wie zum Beispiel blau hat, was sollen wir dann tun? Klar, wir entfernen Blau, indem wir mehr von der Farbe gegenüber im Farbkreis, der sogenannten Komplementärfarbe hinzufügen. Wir erhöhen also den Anteil von Gelb und Orange. Und ja, dann ist das Bild sozusagen korrigiert. Im Prinzip ist das Farbkorrektur. Aber natürlich gibt es mit einer kreativen Farbkorrektur auch die Möglichkeit, andere Farben zu einem Bild hinzuzufügen, und damit eine spezielle Stimmung, ein spezielles Gefühl oder einen Stil zu erzeugen. Wie schafft es aber Farbe, Gefühle in uns hervorzurufen? Insgesamt gibt es unzählige Möglichkeiten, Rohmaterial stilistisch zu verändern. Aber fangen wir bei den warmen und kühlen Farben an. Kühle Farben wie Grün, Cyan, Blau und Magenta erzeugen das Gefühl von kaltem Wetter oder kühlen Temperaturen. Kühle Farben stehen oft für Gefühle von Ruhe, Behaglichkeit und Entspannung, aber je nach dem lassen sie Situationen manchmal auch unheimlich und geisterhaft erscheinen oder werden mit kühlen, harten und unpersönlichen Umgebungen in Verbindung gebracht. Warme Farben, wie Gelb, Orange, Rot und Magenta, lassen uns glauben, wir befinden uns in einer warmen Umgebung mit heißen Temperaturen. Warme Farben stehen für Leidenschaft, Energie und Eindringlichkeit, und werden verwendet, um Wärme und Behaglichkeit zu erzeugen. Warme Farben können auch mit lebhaften, üppigen und prächtigen Umgebungen in Verbindung gebracht werden. Es hängt wirklich damit zusammen, wie die einzelnen Farben im Kontext des gesamten Films verwendet und miteinander vermischt werden, um entsprechende Gefühle hervorzurufen. Ich bin mir nicht sicher, ob Sie’s gemerkt haben, aber Magenta stand sowohl bei den kühlen, als auch bei den warmen Farben. Magenta wirkt in beide Richtungen, je nach dem mit welcher Farbe es kombiniert wird, und welche Farbe benachbart ist. Hier ein kleines Experiment, was ich mit benachbarten Farben meine. Eine blaue und eine grüne Spirale vor einem pinken Hintergrund, aber die blaue und die grüne Spirale sind in Wahrheit aus exakt der gleichen Farbe. Eine optische Täuschung die dadurch entsteht, dass unser Gehirn jede Farbe immer zusammen mit den umliegenden Farben bewertet. Das soll als Beispiel reichen, wie stark Farbe das menschliche Auge und damit logischerweise auch das Gehirn beeinflussen kann. Treiben wir das Ganze noch ein wenig stärker auf die Spitze, können wir sogar die tiefsten Gefühle beeinflussen. Obwohl Schwarz und Weiß nicht im Farbkreis enthalten und technisch gesehen neutrale Farben sind, dürfen wir die beiden dennoch nicht außer Acht lassen. Es ist vielleicht nicht ganz offensichtlich, aber diese beiden Farben sind bei Film und Video die wichtigsten Farben überhaupt. Sie können sowohl für sich alleine stehen, aber auch mit dem ganzen Farbspektrum kombiniert werden, um Stimmungen und Gefühle zu erzeugen. Weiße oder helle Farben kommen offensichtlich in Szenen vor die tagsüber spielen. Weiß repräsentiert die Gefühle Gelassenheit und Friedlichkeit. Wenn man dagegen mit ausgebrannten Highlights und Lichtern spielt, gibt das der Szene zum Beispiel eine geisterhafte Stimmung. Weiß wird oft auch benutzt, um sterile Umgebungen darzustellen. Schwarz oder auch dunkle Farben, werden hauptsächlich in Nachtszenen verwendet, um Ruhe und Stille zu vermitteln. Man kann es übrigens neben der reinen Farbe auch sehr gut dazu verwenden, eine dunkle und düstere Gefühlswelt oder Stimmung zu erzeugen. Manchmal führen dunkle Szenen auch hin zu harten und schattigen Umgebungen. Wie Sie sicher bemerkt haben, gibt es einige Überschneidungen für Gefühle bei kühl und warm und hell und dunkel. Und einige Farben können im Kontext der Geschichte auch das komplette Gegenteil davon erzeugen, je nachdem wie sie miteinander kombiniert und eingesetzt werden. Das gibt uns eine schier unendliche kreative Flexibilität. Betrachten wir als letztes noch eine weitere Komponente von Farbe, die Sättigung. Die Stärke der Sättigung oder auch Farbigkeit genannt, sollte bei der kreativen Farbkorrektur wohlüberlegt sein. Stark gesättigte Farben vermitteln in der Regel Dynamik, Kraft und Energie, tauchen aber oft auch bei mystischen Plätzen und Umgebungen auf. Entsättigte Farbpaletten oder auch nahezu neutrale Farben stehen für Lustlosigkeit, trübe Umgebungen, Antriebslosigkeit und Apathie oder ähnliches. Manchmal erzeugen entsättigte Farben auch das Gefühl von Veraltetem und Altertümlichen. Verlassene und verwüstete Umgebungen werden zum Beispiel auch oft stark entsättigt. Das war ein kurzer Crashkurs zur Farbtheorie und wie Farbe auf unsere Gefühlswelt wirkt.

Grundlagen der Video-Farbkorrektur

Sehen Sie, worauf Sie achten müssen, wenn Sie Farbe im Film korrigieren oder stimmungsvolle Looks gestalten.

2 Std. 21 min (18 Videos)
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