Am 14. September 2017 haben wir eine überarbeitete Fassung unserer Datenschutzrichtlinie veröffentlicht. Wenn Sie video2brain.com weiterhin nutzen, erklären Sie sich mit diesem überarbeiteten Dokument einverstanden. Bitte lesen Sie es deshalb sorgfältig durch.

Photoshop-Tipps: Jede Woche neu

Farblooks mit Gradationskurven finden

LinkedIn Learning kostenlos und unverbindlich testen!

Jetzt testen Alle Abonnements anzeigen
Der Name ist Programm: Mr. Photoshop alias Olaf Giermann greift tief in die Photoshop-Trickkiste und zeigt Ihnen seine liebsten Techniken und Effekte. In interessanten Lektionen und Mini-Tutorials erklärt er besondere Photoshop-Funktionen im Einsatz, zeigt spannende und außergewöhnliche Techniken und hilft Ihnen, gängige Probleme zu verstehen, zu lösen und zu vermeiden.
08:01
  Lesezeichen setzen

Transkript

In diesem Video möchte ich Ihnen zeigen, wie Sie die verschiedensten Farblooks erzeugen können. Und dabei möchte ich Ihnen nicht einen Trick für eine 08/15-Farbgenerierung zeigen, sondern Sie einladen, die Möglichkeiten der Gradationskurve spielerisch zu entdecken. In diesem Tipp am Donnerstag geht es um das Erzeugen von Farblooks mit Gradationskurven. Dabei möchte ich Ihnen jetzt keinen 08/15-Trick für einen speziellen Look geben, sondern Sie einladen, spielerisch die Möglichkeiten von Gradationskurven zu entdecken. Dazu schauen wir uns zunächst mal an, was Sie mit Gradationskurven machen können. Also, hier habe ich jetzt bereits einen Look. Das sähe so aus. Hier habe ich einen anderen. Der ist ein bisschen subtiler. Und wie Sie dabei vorgehen, das möchte ich Ihnen jetzt einfach mal zeigen. Was Sie brauchen, ist zunächst mal eine Einstellungsebene "Gradationskurve". Die finden Sie hier. Im Prinzip sind die Gradationskurven sehr einfach, wenn man das Prinzip einmal verstanden hat. Was Sie hier sehen, ist eine Repräsentation der Tonwerte, und zwar immer von schwarz bis weiß auf der Horizontalen und eine vertikale ebenfalls von schwarz bis weiß. Wenn Sie nichts verändert haben, haben Sie eine Linie, das heißt, jeder Wert, den Sie hier unten sehen, das sind die Eingabewerte, also die originalen Werte, haben in der Ausgabe den gleichen Wert. Wenn ich hier hoch gehe, wie in einem Koordinatensystem, und hier nach links gehe, dann sehe ich, ist das der gleiche Grauton. Das kann man jetzt aber auch ändern, indem man hier Punkte setzt und z. B. hier in die Mitte nach oben zieht. Und das würde jetzt nichts anderes bedeuten, als dass dieser Eingabewert, also dieses mittlere Grau, auf ein helleres Grau verändert worden ist. Genau das gleiche kann ich machen mit Schwarz. Also ich ziehe das Schwarz nach oben und das Schwarz ist danach nicht mehr schwarz, sondern, wie Sie hier an diesem Farbbalken sehen, grau. Und genauso geht das hier auch mit den Lichterpunkten, also mit dem Weißpunkt. Den kann ich nach unten ziehen und dann ist dieses Weiß nicht mehr weiß, sondern ich gehe hier hoch und dann nach links, das ist dann ebenfalls grau. Oder ich kann es übertreiben und kann diesen Punkt nach hier ziehen. Und das heißt nichts anderes, als dass alles, was rechts von diesem Punkt liegt, jetzt rein weiß ist und alles links davon eine lineare Verteilung der Tonwerte bis zum gewählten Schwarzpunkt ist. So, und das klingt alles erstmal sehr theoretisch und das ist jetzt nur mal so als Einführung für die Anfänger mit der Gradationskurve gedacht. Ich setze hier mal alles zurück, denn das Schöne für die Farblooks ist, Sie können das hier nicht nur für den gesamten RGB-Kanal machen, also für die Helligkeitswerte, sondern Sie können hier in die einzelnen Kanäle gehen. Und die funktionieren genauso, das heißt, wenn Sie hier einen Punkt setzen und nach oben ziehen, dann machen Sie diesen Farbbereich heller; ziehen Sie den nach unten, machen Sie diesen Farbbereich dunkler. So, und das möchte ich mal zeigen am Beispiel von Rot. Wenn ich einen Rotpunkt in der Mitte setze, dann mache ich die Mitteltöne heller und die werden dadurch roter. Wenn ich diese Kurve nach unten ziehe, also unter diese Diagonale, dann werden diese Punkte eingefärbt in der Komplementärfarbe. Und das ist in diesem Fall bei Rot Cyan. Schauen wir uns das mal an für die anderen Farbbereiche, z. B. Grün. Wenn ich das nach oben ziehe, klar, wird es grüner. Ziehe ich es nach unten, wird die Komplementärfarbe angewendet und das ist in diesem Fall Magenta. Und im Blaukanal, nach oben ist klar, es wird blau und nach unten kommt die Komplementärfarbe zum Tragen und zwar Gelb. Damit haben Sie im Prinzip alles, was Sie wissen müssen dazu, wie die Kurven funktionieren. Jetzt kommt es nur drauf an, dass Sie hier ein bisschen kreativ spielen, z. B. möchte ich das Bild jetzt hier mal etwas verändern. Das soll in den Tiefen z. B. etwas flauer sein, die Lichter vielleicht etwas gelblich, und die Tiefen vielleicht etwas bläulich. Das Schöne ist, Sie können solche Färbungen jetzt nicht nur vornehmen hier für die Mitteltöne, also indem Sie einen Punkt in der Mitte setzen, sondern Sie können hier bis zu 12 Punkte auf dieser Kurve setzen und so einzelne Helligkeitsbereiche in der Farbe gezielt verändern. Und das ist das Tolle an den Gradationskurven. Aber gehen wir mal Schritt für Schritt vor. Ziehen Sie hier einfach mal einen Punkt nach oben, dann sehen Sie, die Tiefen werden hier aufgehellt. Und da möchte ich vielleicht diese aufgehellten Bereiche hier in anderen Bildteilen wieder etwas abdunkeln, also ziehe ich diesen Punkt wieder etwas nach oben und setze hier einen weiteren Punkt, um den Kontrast nicht zu verlieren. Das heißt, ich habe jetzt hier einfach nur die Tiefen nahe des Schwarzpunktes etwas flauer gestaltet. Jetzt gehe ich in den Rotkanal rein und schaue erstmal, was passiert, wenn ich hier die Mitteltöne etwas rötlicher gestalte oder etwas in der Komplementärfarbe einfärbe. Und ich muss sagen, hier gefällt es mir eigentlich ganz gut, wenn ich die leicht rötlich gestalte, aber vielleicht nicht unbedingt in den Tiefen. Also da nehme ich mal die Kurve wieder etwas zurück und vielleicht auch in den Lichtern nicht ganz so kräftig, sodass hier ein Blau erhalten bleibt. Dann gehe ich mal in die Grüntöne, also in den Grünkanal und schaue mir auch an, was da passiert. Und das gefällt mir eigentlich schon ganz gut, aber auch wieder nicht so extrem, das heißt, Sie müssen hier gar nicht so wirklich extreme Änderungen vornehmen, sondern einfach mal ausprobieren, wie es sich auswirkt, wenn Sie einzelne Töne hier nach oben und nach unten ziehen. Hier gefällt es mir jetzt nicht, wenn ich das nach unten ziehe in den Lichtern dass das hier dann so magentafarben wird. Deshalb ziehe ich den Punkt wieder etwas nach oben. Hier das passt auch noch nicht so ganz. Und hier die Tiefen, das gefällt mir so ganz gut. Und jetzt kommen wir zum Blaukanal und da spiele ich auch mal ein bisschen rum. Wir schauen zunächst mal, was passiert. So diese gelblich Farbstimmung gefällt mir sehr gut. Das wirkt ein bisschen kühl, also wir werden das hier mal ein bisschen runterziehen, aber vielleicht die Tiefen, also den Schwarzpunkt, hier nach oben ziehen, damit wir so einen kühlen Farbton hier in den schwarzen bzw. dunklen Bereichen erhalten. Und mit dem Weißpunkt können Sie ebenfalls hier herumspielen, also die Lichter etwas blauer werden lassen oder etwas gelblich gestalten. Das ist jetzt eine Geschmacksfrage. Ich ziehe einfach den Punkt mal hin und her, bis ich so ein Bildergebnis habe, was mir gefällt. Und wenn dann einzelne Bereiche noch nicht so passen, dann versuche ich einfach, diese hier anzufassen und auf der Kurve zu verändern. Das Schöne ist, das können Sie auch machen mit diesem Handwerkzeug, das heißt, jetzt kann ich direkt hier reingehen und sagen für diese Kurve: "Dieser Bereich hier, der gefällt mir noch nicht so gut". Und dazu muss ich hier die Kurve mal aufklappen, damit die nicht automatisch zuklappt, so. Dann kann ich nämlich hier mit diesem Handwerkzeug reingehen und einzelne Farbbereiche interaktiv verändern. Dann können Sie einfach so hier Kanal für Kanal durchwechseln und z. B. hier oben die Grüntöne anpassen, im Rotkanal z. B. die Bereiche hier nochmal etwas verändern, die Ihnen noch nicht so gefallen. Ich würde sagen, das kann sich so schon ganz gut sehen lassen. Wir schauen mal in den Vorher-Nachher-Vergleich, also das ist vorher und das ist nachher. Damit haben wir also schon einen Look erzeugt, und zwar ganz spielerisch. Das heißt, auch wenn Sie die Kurve nicht verstanden haben, können Sie einfach hier dieses Handwerkzeug benutzen und dann Schritt für Schritt durch die einzelnen Kanäle gehen und im Bild klicken und ziehen, nach oben und nach unten jeweils, und dann solche komplexen Kurven erhalten, wo sich jeder fragt: "Mensch, wie kommt man auf so was?" Und das geht ganz einfach durch Versuch und Irrtum. Also, hier müssen Sie einfach mit dem Dialog etwas spielen und mit den einzelnen Kurven und dann kommen die unterschiedlichsten Farblooks raus. Und die können Sie sich dann natürlich als Vorgabe speichern und später auf andere Bilder anwenden. Also, so kommen Sie spielerisch zu den verschiedensten Farblooks, indem Sie einfach die Gradationskurve benutzen, natürlich als Einstellungsebene und dann mit dem Schwarzpunkt, dem Weißpunkt und den Mitteltönen spielen und zwar nicht nur im RGB-Kanal, also im Kompositkanal, sondern in den Einzelkanälen. Und beim Finden Ihrer eigenen Farblooks wünsche ich Ihnen viel Spaß.