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Grafikdesign für Nicht-Grafiker: Farbe

Farblärm vermeiden

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Wie erzeugt man aus einer Vielzahl unterschiedlicher Farbharmonien eine einzige Harmonie? Die Lösung: Alle Motive entsättigen und in denselben Farbton tauchen!

Transkript

In diesem Film möchte ich Ihnen ausnahmsweise nicht zeigen, wie Sie geschickt mit Farben umgehen oder sie kombinieren können, sondern wie Sie Farben reduzieren und was Sie damit erreichen. Oft stellt sich nämlich die Frage, wie unterschiedliche Farbharmonien miteinander kombiniert werden können. Das kommt zum Beispiel vor, wenn aus unterschiedliche Motiven ein Seriencharakter zu einem bestimmten Zweck hergestellt werden muss. Wenn zum Beispiel eine Fülle von Motiven, die aus unterschiedlichen Quellen stammen, wie aus einem Guss erscheinen soll. Manchmal bleibt da nämlich nur die Lösung den einzelnen Bildern ihr individuelle Farbbild zu entziehen. Das erreicht man zum Beispiel dadurch, dass man den einzelnen Motiven die Farbe entnimmt und sie vielleicht sogar darüber hinaus in eine neue gemeinsame Farbbild taucht. Diese Broschüren-Doppelseite eines Metallverarbeitungsbetriebs zeigt zum Beispiel etliche Bildmotive, die aus den unterschiedlichsten Quellen stammen. Da gibt es professionell fotografierte Bilder, Amateur Fotos und sogar Handyschüsse. Unterschiedlicher kann die Motivkollektion kaum sein und ich fand eine Fülle von unzusammenhängenden Bildmaterial vor, dass ich in der Broschüre aber gänzlicher arbeiten müsste. Mit Verlaub der Vergleich mit Kraut und Rüben ist nicht übertrieben und ich habe mich gefragt, wie hier raus eine einigermaßen gut gestaltete Publikation entstehen soll. Was habe ich gemacht? Zunächst habe ich einige Layoutversuche unternommen. Ich habe mich schließlich für ein sachliches technisches Layout entschieden, das gut zu einem Unternehmen passt, das eben technische Produkte herstellt. Ich begutachtete die Bilder, die teilweise so dunkel und verwaschen waren, das auch Photoshop nicht mehr helfen könnte. Einige Bilder setzte ich probeweise in meinem Layout ein und stellte fest, so funktioniert das nicht. Die zündende Idee war alle Bilder einfach schwarzweiß zu stellen um die Kollektion zu beruhigen und so einen ersten Seriencharakter zu schaffen. Dann bin ich weiter nach dem simplen Prinzip vorgegangen, das ich fast immer anwende, wenn ich qualitativ gut und schlechter Bilder zur Verfügung habe, sie aber alle verarbeiten muss, ich bilde die gute Motive in der Mehrheit groß ab, die schlechten klein, ganz einfach. Insgesamt finde ich die Seiten aber trotzdem noch ziemlich trist und ich überlege wie ich ihnen noch etwas Leben, vielleicht durch Farben geben kann, ggf. Schmuckelemente oder farbige Hintergründe. Letztendlich entscheide ich mich hier für ein Duplexton nur für die Bilder um dem technischen Charakter des Layouts nicht zu stören. Duplex bedeutet das Mischen von nur zwei Farbtönen. In diesem Fall mische ich in das vorhandene Schwarz unterschiedliche Farben. Ich entscheide ich mich letztendlich für einen tiefen Blauton, der das sachliche Layout sogar noch technischer und metallischer erscheinen lässt. Und so erreiche ich auf einfache Art und Weise eine Motiv-Zusammengehörigkeit, die vorher unmöglich schien. Diese einfache Methode des Vereinheitlichens von Bildern lässt sich immer bei Gestaltungsarbeiten anwenden, wenn einen Seriencharakter entstehen muss. Wie auch bei dieser Buchserie. Auch hier stammen die Motive aus den unterschiedlichsten Quellen und Zeiten. Die Aufgabe der einzelnen Bilder ist den entsprechenden Buchtitel zu illustrieren. Insgesamt muss aber einen Seriencharakter entstehen und den erreiche ich, indem ich auch hier wieder alle Bilder farbentsättige. Dieses Mal tauche ich sie in einem einheitlichen Sepiaton. Dem Sereincharakter unterstützt noch der kräftige Umgang mit der zentrierten Schrift und ihren leuchtenden Farben, deren Spannungsverhältnis zum farbentsättigten Bild entstehen lässt. Bei dieser Katalogseire bin ich sehr ähnlich vorgegangen. Das sind Covermotive der Vorschau des Campus Verlags. Hier wurde über mehrere Erscheinungsjahre der Begriff Vorschau visualisiert. Eine Vorschau ist in Verlagswesen der halbjährlich Erscheinen des Neuheitenkatalogs. Auch hier gelingt es mir wieder durch die Vereinheitlichung der Bilder den Seriencharakter herzustellen, obwohl die Motive aus den unterschiedlichsten Zeiten stammen. Das Foto des Mannes mit dem Fernglas stammt zum Beispiel aus dem 1930er Jahren, das der Berliner Mauer aus dem 60er und das Strandmotiv aus den 80er Jahren. Trotz allem verschmelzt die Motive zu einer homogenen Serie. Natürlich sind der Kreativität Bilder zu vereinheitlichen keine Grenzen gesetzt. So lassen sich farbentsättigste Bilder nicht nur insgesamt in neue Farbbilden tauchen, sondern auch punktuell, was ein noch stärkeren Reihencharakter erzeugt. Bei dieser späteren Serie des Campus-Vorschau habe ich den Bildern die Farben entzogen und habe die High Key-Ästhetik angewendet. High Key heißt Bildmotive so zu bearbeiten, dass ihre Hauptmerkmal die besondere Helligkeit ist. In diesen sehr hellen Bildern habe ich Bildbereiche rot eingefärbt, sodass sie zum optischen Gegenspieler des Logos werden, das laut Corporate Design des Verlags auch rot dargestellt werden darf. So entsteht neben der Serien-Mechanik der Motive an sich auch innerhalb der Motive ein starkes Spannungsfeld, dass den Seriencharakter noch eigenständiger und intensiver macht. Wohl gemerkt! Alle Bildmotive waren ursprünglich Farbfotos in ihren individuellen Farbwelten. Sie sehen also, dass das Argument, dass sehr unterschiedliche Bildmotive nicht zu einer einheitlichen Bildwelt verschmolzen werden können, in den meisten Fällen nicht zutrifft. Sie haben nämlich immer die Möglichkeit Bildmotive zu vereinheitlichen, indem Sie sie einfach schwarzweiß einstellen, darüber hinaus vielleicht sogar in einem einheitlichen Farbton tauchen, was den Seriencharakter verstärkt, gute Bilder groß darstellen und schlechte klein und innerhalb der Motive mit wiederkehrenden Gestaltungsakzenten arbeiten, die dem Seriencharakter noch eine unverwechselbare Eigenständigkeit geben.

Grafikdesign für Nicht-Grafiker: Farbe

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1 Std. 11 min (15 Videos)
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