Am 14. September 2017 haben wir eine überarbeitete Fassung unserer Datenschutzrichtlinie veröffentlicht. Wenn Sie video2brain.com weiterhin nutzen, erklären Sie sich mit diesem überarbeiteten Dokument einverstanden. Bitte lesen Sie es deshalb sorgfältig durch.

Grundlagen der Video-Farbkorrektur

Farbkorrektur: Kunst und Handwerk

LinkedIn Learning kostenlos und unverbindlich testen!

Jetzt testen Alle Abonnements anzeigen
Durch die Farbkorrektur werden technische Probleme behoben, aber auch Looks erzeugt. Einen kurzen Einblick in die Entwicklung dieser Kunst gibt dieses Video.

Transkript

Durch die Fortschritte in der Videotechnologie wird die Verbesserung des Bildes durch Manipulation von Licht und Farbe sehr viel leichter möglich und damit auch immer wichtiger. Sprechen wir nun ein bisschen über die Kunst und das Handwerk der Farbkorrektur, denn am Ende ist die Hauptaufgabe der Farbkorrektur natürlich die künstlerische Vision des Regisseurs oder des Kameramanns zu steigern und zu verbessern. Mittels Farbkorrektur lassen sich aber auch technische Probleme reparieren, die während der Dreharbeiten auftreten, oder es lässt sich auch der gesamte Look eines Films verändern. Zusammengefasst bezeichnet die Farbkorrektur den Vorgang der Veränderung und Verbesserung der Farbe eines Films, eines Videos oder eines Standbildes. Wir werden hier zwar nur die Spitze des gesamten Eisberges streifen, aber sprechen wir kurz auch noch darüber, wie dieser Vorgang über die Jahre erreicht wurde. Traditionell wird das bei Filmmaterial mit einem fotochemischen Prozess, der sogenannten Farbabstimmung gemacht. Heutzutage wird das inzwischen alles digital, in den verschiedensten Farbkorrekturprogrammen am Computer gemacht. Reden wir zuerst über Filmmaterial und das dazugehörige Negativschnittverfahren. Nach dem Dreh wird aus dem Filmmaterial ein Negativ-Print und ein Positiv-Print, eine Arbeitskopie entwickelt. Dann schneidet der Editor den Film physisch aus der Arbeitskopie. Diese Arbeitskopie wird während des monatelangen Schnitts im Schneideraum zerschnitten, verkratzt, geknickt und fällt hin und wieder auch mal auf den Boden. wohingegen das Negativ schön brav im Schrank eingesperrt gelagert wird. Erst wenn alle Schnittentscheidungen getroffen sind, wird das Negativ der Arbeitskopie entsprechend nachgeschnitten. So konnten saubere Kopien von dem unberührten Negativ gemacht werden, indem der Negativcutter alle Schnittentscheidungen des Filmeditors aus dem unberührten Negativ nachgeschnitten hat. Negativschnitt ist ein extrem zeitaufwendiger Prozess mit hohem Arbeitsaufwand. Aber sobald die entsprechende Negativkopie einmal erstellt war, wurde sie im Kopierwerk mit einer steuerbaren Lichtquelle auf einen unbelichteten Film kopiert. Das Farbspektrum der Lichtquelle wird dabei durch die Lichtbestimmung gesteuert, indem unterschiedliche Mengen an rotem, grünem und blauem Licht imitiert werden. Bei der Farbkorrektur stellt der Lichtbestimmer jeweils ein, wie viel rotes, wie viel grünes und wie viel blaues Licht beim Belichten und beim Angleichen von einzelnen Einstellungen schließlich verwendet wird. Das ist ein sehr feiner und zarter Vorgang, und je nach dem, wie das rote, das grüne und das blaue Licht verändert worden sind, kann das Bild auch heller oder dunkler werden. Es können dabei sogar die einzelnen Farbkanäle vertauscht werden. Normalerweise ist es ein mehrstufiges Verfahren, bei dem der Lichtbestimmer zuerst durch den Film schaut und in einem ersten Versuch eine aus seiner Sicht gute Farbe und eine gute Belichtung einstellt. Dann wurde im Kopierwerk ein sogenanntes Firstlight oder Answerprint erstellt. Nach einer Sichtung im Kino wurde dann entschieden an welchen Einstellungen noch Veränderungen gemacht werden müssen, weil sie entweder zu dunkel oder zu hell sind oder einen ungewünschten Farbstich haben. Der Lichtbestimmer versucht dann solange mit den Farbeinstellungen zu experimentieren, bis die Farbabstimmung perfekt ist. Erst dann wird eine fertige Kinokopie erstellt. Auf diese Art wird zuerst ein Positiv, dann eine Intermediate-Kopie und am Ende eine farbkorrigierte Masterkopie erstellt. Bei diesem traditionellen Filmentwicklungsprozess gibt es aus mehreren Gründen inzwischen einige Varianten, wie zum Beispiel das Abtasten des Films auf Video über die Telecine mit anschließender Farbkorrektur. Später wurde die Lichtbestimmung und die Abtastung über die Telecine durch den digitalen Intermediate-Workflow abgelöst, bei dem das Filmmaterial, Bild für Bild, mit einer hohen Auflösung gescannt, dann farbkorrigiert und am Ende wieder auf Film ausbelichtet wurde. Das ist eine massive Vereinfachung des ursprünglichen Verfahrens und sieht ungefähr so aus. Zwei Filme, bei denen dieses Verfahren in den späten 90ern eingesetzt wurde, waren die Filme "Pleasantville" und "O Brother...". "O Brother..." war sogar der erste Film der komplett digital farbkorrigiert wurde. Dieser Prozess ebnete, mehr oder weniger, den Weg zu den heutigen Möglichkeiten der Farbkorrektur. Heute werden die meisten Filme nur noch digital gedreht, digital in Schnitt- und Farbkorrekturprogramme eingeladen und auch dort farbkorrigiert. Am Ende werden sie komplett digital fertiggestellt und vertrieben. Klingt deutlich einfacher als damals, oder? Aber bei all dem Hin- und Herschieben von Dateien gibt es dennoch einige Dinge, die man bei der Farbkorrektur bei komplett digitalen Workflows beachten muss. Neben Format und Auflösung muss man zum Beispiel sehr genau darauf achten, auf welche Art das Material komprimiert wurde. Durch Kompression ist es möglich die enormen Datenmengen extrem zu reduzieren. Aber um die komprimierten Daten und die vielen Informationen überhaupt nutzen zu können, brauchen wir die geballte Mathematik und ausgeklügelte Algorithmen. Je nachdem welche Kompressionsart oder welchen Algorithmus wir verwenden, kann das Bild gut oder meist doch nicht so gut aussehen. Kurz gesagt, je weniger Kompression beim Schnitt und bei der Farbkorrektur, desto besser. Und da es realistisch gesehen, ohne Kompression eigentlich kaum geht, sollte immer mit der höchstmöglichen Qualität gearbeitet werden. Ebenso wichtig ist die Bit-Tiefe mit der das Video kodiert wurde. Je höher die Bit-Tiefe, desto mehr Farbinformationen werden gespeichert. Bei einer geringeren Bit-Tiefe sieht man sehr schnell digitale Fehler, wie zum Beispiel das sogenannte Banding mit dem eine gute Farbkorrektur sehr viel schwieriger wird. Eine hohe Bit-Tiefe ermöglicht feinere Bilder und zartere Korrekturen als eine niedrigere Bit-Tiefe. Und dann ist da noch die Farbunterabtastung, das sogenannte Chroma-Subsampling. Was ist jetzt auch noch das? Also vereinfacht gesagt, wird das Bild komprimiert indem man für die Farbe weniger Auflösung oder Farbinformation benutzt, als für die Helligkeit oder die Helligkeitsinformation. Das funktioniert nur deshalb, weil das menschliche Auge Helligkeitsunterschiede sehr viel besser wahrnehmen kann, als Unterschiede in der Farbe. Wenn man also nur die Farbe komprimiert, kann man das schwerer erkennen. Es gibt eine ganze Reihe an Kombinationen wie die Helligkeitsinformationen und die Farbe komprimiert und miteinander kombiniert werden können, aber unter dem Strich sind bei der Farbkorrektur mehr Farbinformationen natürlich immer besser, als weniger Farbinformation.

Grundlagen der Video-Farbkorrektur

Sehen Sie, worauf Sie achten müssen, wenn Sie Farbe im Film korrigieren oder stimmungsvolle Looks gestalten.

2 Std. 21 min (18 Videos)
Derzeit sind keine Feedbacks vorhanden...
 

Dieser Online-Kurs ist als Download und als Streaming-Video verfügbar. Die gute Nachricht: Sie müssen sich nicht entscheiden - sobald Sie das Training erwerben, erhalten Sie Zugang zu beiden Optionen!

Der Download ermöglicht Ihnen die Offline-Nutzung des Trainings und bietet die Vorteile einer benutzerfreundlichen Abspielumgebung. Wenn Sie an verschiedenen Computern arbeiten, oder nicht den ganzen Kurs auf einmal herunterladen möchten, loggen Sie sich auf dieser Seite ein, um alle Videos des Trainings als Streaming-Video anzusehen.

Wir hoffen, dass Sie viel Freude und Erfolg mit diesem Video-Training haben werden. Falls Sie irgendwelche Fragen haben, zögern Sie nicht uns zu kontaktieren!