Grundlagen der Video-Farbkorrektur

Farbigkeit und Hauttöne mit Sättigung und Vektorskop verbessern

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Mit dem Vektorskop messen Sie die Chrominanz eines Bildes, also dessen Farbwerte. Wer die Ergebnisse lesen und interpretieren kann, kommt schnell zum gewünschten Ergebnis. So können Sie sich etwa bei Hauttönen an der Hauttonlinie orientieren.

Transkript

Kommen wir nun zum letzten Schritt, nachdem wir bereits die Schwarz und Weiß-Werte eingestellt und die Farbkanäle aufeinander abgestimmt haben. Die Korrektur und die Verbesserung der Farben. Wir sprechen zum einen über die Farbtöne innerhalb des verfügbaren Farbspektrums und zum anderen über die Sättigung bzw. die Intensität der Farben. Hierbei konzentrieren wir uns hauptsächlich darauf, die Hauttöne noch besser hinzukriegen, dafür verwenden wir das Vectorscope. Das Vectorscope zeigt keinen einzigen Helligkeitswert, sondern ausschließlich Farbwerte, die sogenannte Chrominanz. Genau genommen schauen wir auf eine veränderte Darstellung des Farbkreises mit den Farbbereichen rot, magenta, blau, cyan, grün und gelb. Je weiter in der Mitte die Werte liegen, desto weniger Sättigung haben sie. Das bedeutet, graue, schwarze und weiße Bereiche liegen direkt im Mittelpunkt des Vectorscopes. Je weiter wir zum Rand kommen, desto gesättigter werden die Farben. Auch zu beachten ist die sogenannte Hauttonlinie. In den meisten Messgeräten ist diese Linie auch markiert, aber eben leider nicht in jedem. Das heißt, man sollte in etwa wissen, wo sie liegt. Selbstverständlich weichen die verschiedenen Hauttypen und Hautfarben ein paar Grad davon ab. Damit sie natürlich und gesund wirken, sollten Sie auf, an oder in der Nähe dieser Linie liegen. Grundsätzlich wirken die Hauttöne natürlich, wenn sie auf dem Radius ungefähr ein Viertel der Strecke vom Mittelpunkt entfernt liegen. Das kann natürlich auch variieren. Um nun Farbanpassungen zu machen, benutzen wir in Avid Media Composer und in Premiere Pro die Farbräder, jeweils unterteilt in Schatten, Mitteltöne und Lichter. Und in Final Cut Pro X das Colorboard mit seinen Knotenpunkten, ebenfalls für die Schatten, die Mitteltöne und die Lichter. Dazu gibt es in allen Programmen noch globale Regler. Wenn wir also nur die Mitteltöne wärmer haben wollen, reicht es aus, das Farbrad der Mitteltöne zu verändern. Dadurch bleiben die Schatten und die Lichter von dieser Änderung unberührt. Bei dieser Anpassung ist auch wichtig die Sättigung anzupassen. In Avid Media Composer gibt es leider nur einen globalen Regler für die Sättigung, bei Final Cut Pro X und in Premiere Pro hat man die Möglichkeit die Sättigung für die Schatten, die Mitteltöne und die Lichter getrennt einzustellen, was sehr viel mehr Möglichkeiten bietet. Zurück zu zu unserer Lena. Auf unserem Vectorscope sehen wir, dass es nach gelb-rot ausschlägt, was ziemlich genau unserer Hauttonlinie entspricht. Das ist gut, denn so soll es sein. Allerdings ist die rötliche Wand rechts neben ihr ebenfalls in diesen Werten enthalten. Dann schlägt das Vectorscope auch noch nach blau und cyan aus, und das entspricht hauptsächlich den Farben in ihrem T-Shirt mit ein paar der Werte der Pflanzen im Hintergrund links. Achten Sie darauf, was im Messgerät passiert, wenn ich die Sättigung komplett reduziere. Da das Messgerät ausschließlich Farbe anzeigt, sehen wir logischerweise nichts mehr auf unserem Messgerät, sobald ich die komplette Farbe entfernt habe. Wenn ich jedoch die Sättigung erhöhe, geht das Ganze sogar über die Ränder des Kreises hinaus. Ich habe zwar auch hier eine ganze Menge an Einstellungsmöglichkeiten, aber die Hauptaufgabe bei diesem Schritt ist, die Hauttöne so zu korrigieren, dass Sie ziemlich genau in diesen Bereich kommen, dann werden die Menschen in Ihren Videos gesund und lebendig wirken. Ok, Lena, deine Schwarz und Weiß-Werte habe ich richtig eingestellt und wir haben keinen so großen Farbstich. Versuchen wir mal mit ein paar grundlegenden Anpassungen im Farbton und der Sättigung, dich richtig gut aussehen zu lassen. Dafür schalte ich mir als Erstes das Vectorscope ein, damit ich auch sehe, was ich hier tue und wir sehen hier schon, dass die Hauttöne ziemlich genau da liegen, wo sie sollen, das heißt eigentlich, ihre Haut sieht schon recht gut aus, aber wir werden nun die Mitteltöne etwas wärmer machen, indem wir die Sättigung hier erhöhen. In Premiere gehe ich dafür in die einfache Korrektur und schiebe einfach den Sättigungs-Regler ein bisschen nach oben, und schon sehen wir: Kleiner Unterschied, große Wirkung. Im Avid schalte ich mir ebenfalls hier meine Vectorscope-Anzeige ein. Auch hier sehen wir, leider ist hier keine Anzeige zu sehen, zumindest nicht in der Größe, das muss größer aufgezogen werden, dann sieht man das auch. Hier haben wir natürlich das Problem, dass wir keine getrennten Sättigungs-Regler haben und somit würde eine Änderung in der Sättigung ebenfalls global, wie gerade auch in Premiere gesehen, das ganze Bild beeinflussen. In Final Cut Pro X habe ich hier in dem Colorboard ein extra Reiter mit der Sättigung und hier sehen wir, habe ich die Möglichkeit die Sättigung in den Schatten, in den Mitten und in den Highlights zu erhöhen. So, in dem Fall wollte ich eigentlich nur kurz die Sättigung in den Mitten erhöhen. Wir schauen mal, wie das wirkt. Ja, ein bisschen klappt das, bisschen vom Farbstich werden wir jetzt auch stärker im Hintergrund, deswegen müsste man eigentlich jetzt hier die Hauttöne begrenzen mit einer Maske, das mache ich aber nachher, und jetzt schauen wir mal so, ok. Gut, also ist auch wieder hier nur eine kleine Erhöhung in den Mitten und dadurch wirkt Sie auch schon sehr viel gesünder im Gesicht. Schauen wir uns das Ganze in dem Vectorscope an. Ja, ich werde das noch mal kleiner machen. Wir sehen, dort ist auch die Hauttonlinie schön eingezeichnet, solange wir uns auf dieser Linie bewegen sind wir eigentlich in einem sehr guten Bereich. Um in Premiere jetzt die Hauttöne von dem Hintergrund zu trennen, verwende ich eine Maske und dafür gehe ich in die Effekteinstellungen in meinem Lumetri-Farbeffekt und hier habe ich meine drei Maskenformen Kreis, Rechteck und eine Freihand-Maske. Und sobald ich hier schließe, werden wir sehen, dass die Maske jetzt natürlich die gesamte Farbkorrektur enthält und das ist nicht das, was ich möchte. Ich möchte also eigentlich die Maske nur für die Hauttöne haben, wobei die andere Korrektur bleiben soll, das bedeutet, ich muss einen extra Effekt hinzufügen, und dafür gehe ich in die Effekte, gebe hier "Lumetri" ein, lege eine zusätzliche Ebene der Farbkorrektur drüber und zeichne hier meine Maske. Nun habe ich die Möglichkeit, die Sättigung gezielt nochmal zu erhöhen und wir sehen schon, das kann ganz gut aussehen. Zudem habe ich in Premiere noch die Möglichkeit, in den Kurven hier einen speziellen Bereich auszuwählen, zum Beispiel hier und damit kann ich die Sättigung entsprechend dieser Fachbereiche eingrenzen und verstärken. Also wie gesagt, jedes Programm hat unterschiedliche Funktionen, unterschiedliche Werkzeuge und es geht einfach darum, dass Sie das Grundprinzip der Farbkorrektur verstehen, um im entsprechenden Programm die richtigen Werkzeuge auch richtig anzuwenden. Das waren jetzt grundsätzlich nur sehr kleine Veränderungen, aber wie wir sehen, doch mit einer sehr großen Wirkung im Bild. Wenn wir uns nun noch mal die unkorrigierten Bilder anschauen, dazu schalte ich den Effekt einfach mal ab, Vorher und Nachher, hier und hier, das funktioniert gut. Im Avid können wir noch mal Vorher, Nachher, Vorher, Nachher und hier Vorher, Nachher angucken. Ich würde sagen, wir konnten durch diese Korrekturen das Bild und seine Wirkung doch maßgeblich verbessern. Nun können wir uns daran machen, alle Einstellungen unseres Films aneinander anzupassen und so ein Zusammengehörigkeitsgefühl der einzelnen Shots zu erzeugen. Und danach haben wir die Möglichkeit dem ganzen Film seinen ganz eigenen Stil zu geben.

Grundlagen der Video-Farbkorrektur

Sehen Sie, worauf Sie achten müssen, wenn Sie Farbe im Film korrigieren oder stimmungsvolle Looks gestalten.

2 Std. 21 min (18 Videos)
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