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Porträtfotografie: Bildgestaltung und Inszenierung

Farben und ihre Wirkung

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Hier lernen Sie grundlegende Dinge, die man im Bezug auf Farbe kennen sollte. Es geht um primäre, sekundäre und Tertiärfarben. Außerdem erfahren Sie mehr über den Farbkreis.

Transkript

Farben haben genau wie das Licht viele verschiedene Bedeutungen und emotionale Schwingungen. Man kann mit den Bedeutungen der Farben spielen, um sein Foto im Bereich Storytelling zu unterstützen. Hier spielen auch die Komplementärkontraste eine wichtige Rolle. Bei Farben unterscheiden wir zwischen Primärfarben, das haben wir hier auf dem Bildschirm, Sekundärfarben, und Tertiärfarben. Primär sind zum Beispiel die Farben Rot, Blau, und Gelb. Mischt man diese untereinander, erhält man die Sekundärfarben Grün, Lila, und Orange. Beispiel: Blau plus Gelb ergibt Grün. Mischt man die Sekundärfarben untereinander, erhält man die Tertiärfarben. Bestes Beispiel, was Farbe angeht, ist auch die Werbung. Hier wird sehr viel mit Farben gespielt, um uns unterbewusst zum Kauf zu beeinflussen. Auch unterschieden wird zum Beispiel in Farbpaletten: Pastellfarben, warme und kalte Farben, hervortretende Farben wie zum Beispiel Rot und zurücktretende Farben, neutrale Farben wie zum Beispiel Sand- und Erdtöne. Unterschiedliche Farben haben unterschiedliche Wirkungen. Allein schon durch unsere kulturellen Hintergründe. Weiß suggeriert zum Beispiel oft Unschuld und Jungfräulichkeit, Schwarz hingegen Tod und Trauer. Braun zum Beispiel ist die Farbe der Erde. Sie steht für Zurückhaltung, Sicherheit, aber auch für Gleichgültigkeit. Es ist die Farbe der Unterordnung. Rot hingegen ist die Farbe des Lebens, Kraft, Aktivität, Freude, Dynamik, und sie strahlt Stärke aus. Es ist die Farbe des Herzens, der Liebe, und der Leidenschaft. Rot wirkt wärmend und anregend. Doch nicht zu viel zu den Farben. Da muss man selber nochmal ins Detail gehen und einfach gucken, was jede Farbe für eine Bedeutung hat. Und vor allen Dingen kulturübergreifend ist es immer ein bisschen unterschiedlich. Noch wichtiger als einzelne Bedeutungen finde ich jedoch den Einsatz von Kontrasten und Harmonien. Kontraste und Harmonien wie zum Beispiel Farbharmonien empfinden wir bei aufeinander abgestimmten Farbkombinationen. Oft befinden sich die Farben hierbei in einem ähnlichen Farbspektrum. Harmonisch wirkt hingegen aber auch zum Beispiel der Komplementärkontrast: Farben, welche aufeinander unterstützend wirken. Schauen wir uns aber zuerst einmal die Farbharmonie Ton in Ton an. Bilder, die komplett in einer Farbpalette gehalten werden, wirken oft besonders ruhig, harmonisch, edel, aber auch monoton. Das verdeutlichen diese Beispiele sehr gut. Da haben wir dieses Beispiel. Das ist ein Winterbild von mir, in winterlichen Weiß- und Grautönen gehalten. Es wirkt sehr ruhig, zauberhaft, sehr rein, dadurch dass fast nur die Farbe Weiß im Spiel ist, aber auch sehr clean, sehr monoton. Also viel von Farbstimmung ist hier nicht unbedingt gegeben. Dann haben wir hier ein Beispiel von Jamari Lior, welches sich ausschließlich der Farbpalette Sandtöne bedient. Auch dieses Bild wirkt sehr gleichmäßig, sehr ruhig, sie fasst das Ganze auch auf durch das Posing, dass die Models keine sehr dynamische Pose machen, sondern wirklich eher ruhig am Baum liegen und ganz entspannt in die Weltgeschichte blicken. Hier haben wir noch ein letztes Bild zu Ton in Ton von Lasse. Dieses umfasst allein Blautöne. Selbst in der Haut des Models, was sich unter Wasser befindet, ist ein bisschen Blau reingezogen, damit das Ganze sehr harmonisch wirkt. Das Model liegt, es atmet aus. Man kann interpretieren: Taucht es freiwillig ab, ertrinkt es, was passiert hier eigentlich? Aber durch die Farbgebung Ton in Ton wirkt dieses Bild sehr beruhigend, egal ob hier gerade etwas Gruseliges passiert oder etwas, dass das Model beispielsweise nur taucht. Kommen wir jetzt zum Komplementärkontrast. Der Komplementärkontrast beschreibt die Wirkung zweier Farben aufeinander, welche im Farbton die größte Verschiedenheit haben. Durch ihre Gegensätzlichkeit steigern sie ihre Wirkung. Farben, die sich im Farbkreis gegenüber liegen, sind komplementär, wie zum Beispiel Lila und Geld, Rot und Grün, Orange und Blau. Sie steigern sich direkt nebeneinander platziert zu höchster Leuchtkraft, Farb- und Lichtwirkung, erwecken leicht den Eindruck von Buntheit. In der Werbung werden sie oft für preiswerte oder billige Ware eingesetzt. Wenn man richtig damit spielt, heißt es aber nicht, dass ein Foto dadurch billig erscheinen wird. Da sich die Komplementärkontrastfarbpaare gegenseitig steigern, kommt jede Farbe voll zur Geltung. Komplementärfarbpaare rufen den Eindruck von Bewegtem, Lebhaftem, aber auch von Vollständigkeit und Abgeschlossenheit hervor. Diese Bilder verdeutlichen, wie hochwertig und kraftvoll sich der Kontrast in der Fotografie auswirken kann. Hier haben wir gleich ein Bild von mir, welches in den Komplementärfarben Gelb und Lila zum größten Teil gehalten ist. Das Bild wirkt farbenprächtig, farbexplosiv, aber nicht irgendwie minderwertig von der Qualität. In der Werbung wird wirklich oft damit gespielt für recht preiswerte Ware, eben weil die Farben schreien, wenn sie direkt nebeneinander platziert sind. Hier wirkt das Bild durch die Pose im Zusammenspiel mit dem Model trotzdem sehr ruhig. Es wirkt nach Sonnenuntergang, es riecht nach frischen Blumen, einfach weil die Farben Lila und Gelb hier sehr gut zur Geltung kommen und ihre Leuchtkraft wirklich super steigern. Hier haben wir ein zweites Bild von Calvin Hollywood. Hier haben wir die Komplementärfarben Rot und Grün. Das kommt auch in der Natur wirklich oft vor, die rote Rose mit den grünen Blättern. Auch hier sieht man, es sieht nach Dschungel aus. Das Grün wirkt richtig frisch. Das Rot wirkt sehr frisch. Und das Ganze unterstützt sich einfach gegenseitig und wirkt sehr farbenfroh, obwohl als Hauptfarben eigentlich nur Rot und Grün im Spiel sind. Ein weiteres Beispiel, wieder von mir. Ihr seht, ich mag Geld und Lila. Das Ganze wirkt sehr verträumt, sehr romantisch. Es geht hier auch wirklich um zauberhaft feenhafte Bilder, wo gerade Lila allein als Farbe auch sehr gut passt, weil man es oft mit Zaubern assoziiert. Aber auch mit der Farbe Gelb in Kombination gewinnt das Ganze hier nochmal an Leuchtkraft. Ich glaube einen Komplementär haben wir noch. Genau, noch ein weiteres Bild von mir. Diesmal haben wir hier wieder Rot-Grün in der Komplementärfarbe, und zwar in diesem indisch anmutenden Bild. Es ist entstanden auf einem gemeinsamen Workshop mit Jamari Lior. Und das Bild sprüht einfach vor Farbe. Hier sind auch noch andere Farben im Spiel, aber Rot und Grün dominieren und bringen das Bild wirklich zur perfekten Leuchtkraft. Und daher kommt es auch, dass mein Stil eben so farbenfroh ist und dass viele Leute sagen: "Laura, deine Bilder sehen wirklich immer aus, als wenn da eine Farbexplosion wäre." Dabei sind oft gar nicht so viele Farben im Spiel. Zu guter Letzt hätten wir den Eyecatcher. Herausstechende Farben in einem sonst eintönigen Bild sorgen dafür, dass ein Objekt als Eyecatcher gilt. Das heißt, die Farbe konzentriert sich auf ein Objekt und hebt dieses stark hervor. Auch hier habe ich natürlich wieder ein paar passende Beispiele. Hier ist das erste Bild. Dieses ist von Calvin Hollywood und zeigt ganz klar, dass unser Model im roten Kleid der Eyecatcher des Bildes ist. Denn ansonsten ist dieses Bild in Blau- und Grüntönen gehalten. Der einzige wirklich krasse Farbklecks ist dieses rote Kleid. Damit dient es hier eindeutig als Eyecatcher und als blickweisendes Mittel. Wir gucken uns zuerst das Model an, bevor wir auf andere Elemente im Bild eingehen. Bei Bild Nummer zwei ist es wieder das Kleid, was als Eyecatcher fungiert. Hier ist das Kleid allerdings blau. In der sonst eher bräunlichen Landschaft wird der Blick trotzdem direkt auf das Kleid gelenkt. Also es kommt auch immer darauf an: Wie ist die Umgebung im ganzen Foto? Dadurch sieht man, ob das Kleid als Eyecatcher fungiert. Dieses Kleid ist strahlend blau in einer sonst braunen Landschaft. Daher wird unser Blick direkt auf dieses Kleid gelenkt. Einen weiteren Eyecatcher haben wir noch. Dieses Bild stammt von mir selbst. Auch hier sind zum größten Teil Blautöne benutzt. Aber die Lippen, die sind knallrot; und auch hier oben in den Haaren. So haben wir eigentlich nur zwei Farben im Spiel. Der Blick geht direkt auf das Model, auf das Gesicht, weil wir hier eben die roten Lippen haben. Wir haben nur zwei Farben im Spiel. Das Ganze wirkt trotzdem wahnsinnig farbenprächtig, einfach weil die Farben so knallig sind und dieser Eyecatcher so schön den Blick auf das schöne Gesicht des Models lenkt. Also um Blicke zu lenken ist der Eyecatcher wirklich eine sehr gute Sache. Um Farbenpracht zu erzielen, empfehle ich immer den Komplementärkontrast. Man braucht nur zwei Farben, um wirklich wahnsinnig viel zu suggerieren. Hier gehen wir nochmal durch. Hier haben wir ein weiteres Beispiel für zum Beispiel Ton in Ton, nur Sandtöne, damit wir nochmal einen kleinen Überblick haben. Hier haben wir nochmal einen Komplementärkontrast auf einem Bild, das im Winter entstanden ist, das würde man jetzt auch nicht mehr unbedingt denken, zwischen Orange und Blau. Das Bild wirkt total lebendig. Es sind nur zwei Farben im Spiel. Hier sind wirklich nur zwei, Orange und Blau. Ansonsten sind alle anderen Farben entsättigt worden. So wirkt das Bild wirklich trotzdem kraftvoll und farbexplosiv. Ihr seht also, man kommt sehr weit mit Farbe. Das ist auch mein absolutes Steckenpferd. Farbe binde ich fast immer in die Bilder ein. Wer meine Arbeiten kennt, weiß, hier gibt es wirklich kaum farblose oder Schwarzweißbilder.

Porträtfotografie: Bildgestaltung und Inszenierung

Erfahren Sie, welche bildgestalterischen Elemente in der Portät- und Peoplefotografie wichtig sind. Farbe, Licht, Bildausschnitt, Perspektive - alles ist mit Bedacht einzusetzen.

1 Std. 39 min (19 Videos)
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Erscheinungsdatum:03.08.2016
Laufzeit:1 Std. 39 min (19 Videos)

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