Grundlagen der Video-Farbkorrektur

Farbe im Film: Die Anfänge

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Wie die Farbe im Film Einzug hielt, davon berichtet dieses Video. Von den Grundüberlegungen an der Camera Obscura bis zum Technicolor-Verfahren lernen Sie interessante Technik kennen.

Transkript

Seit Anbeginn des Films stand die Idee von Farbe und der Manipulation von Farbe immer im Vordergrund der Filmemacher. Anfangs wollten die Menschen hauptsächlich Bilder einfangen, um die Wirklichkeit auf eine fotografische Art und Weise festzuhalten und zu bewahren. Beim Übergang von einzelnen Fotografien zu bewegtem Bild und Film entstand immer mehr auch der Wunsch nach farbigen Bildern, anstatt nach schwarz-weißen, die die Wirklichkeit nur unzureichend abbildeten. Einige Filmemacher begannen den Film einzufärben, andere wiederum malten die Farbe händisch in jedes einzelne Bild. Später wurde der Prozess durch die Zweifarbentechnik weiterentwickelt und durch die Kombination von Rot und Grün gab es mehr Möglichkeiten Farbe darzustellen als bisher. Die Möglichkeiten waren damals aber immer noch sehr begrenzt. Erst die Erweiterung auf drei Farbkanäle, nämlich rot, grün und blau, ermöglichte es alle Farben des Farbspektrums einigermaßen korrekt darzustellen. Heutzutage, im Zeitalter der digitalen Workflows, sind die Möglichkeiten nahezu unendlich geworden. In den meisten Fällen sieht das Bild, das die Zuschauer sehen, heute am Ende komplett anders aus, als das, das die Kamera gefilmt hat. Schauen wir uns genauer an, wo die Filmpioniere in den ersten Jahren gestartet sind und wo wir heute stehen. Dazu müssen wir aber etwas weiter zurück in die Vergangenheit gehen. Im antiken China und in Griechenland fingen die Menschen an mit der Camera obscura zu experimentieren. Die Camera obscura ist ein natürlich auftretendes Phänomen, bei dem ein kleines Loch in einer Box, in einer Höhle oder in einem dunklen Raum wie eine Lochkamera wirkt und ein auf den Kopf gestelltes und spiegelverkehrtes farbiges Abbild von der Wirklichkeit außerhalb, auf die gegenüberliegende Wand, innerhalb des Raums projiziert. An diesem Phänomen wurde viel geforscht und irgendwann entstand auch der Wunsch dieses Abbild fotografisch für immer festzuhalten. 1826 verwendete der französische Erfinder Joseph Niépce beschichtete Fotoplatten. Er machte das weltweit erste Foto von einigen Gebäuden und dem Himmel. Er nannte es Heliograph oder Zeichnung der Sonne. Die Belichtungszeit betrug damals unglaubliche acht Stunden und benötigte zudem noch eine ganze Reihe an komplexen manuellen und chemischen Verfahren. Nach Austausch mit seinem Kollegen Louis Daguerre verbesserte dieser das Verfahren, indem er lichtempfindliche, mit Silber beschichtete Kupferplatten verwendete. 1837 erfand er schließlich das Verfahren der Daguerreotypie und konnte damit die Belichtungszeit auf wenige Minuten, anstatt mehrere Stunden reduzieren. In Paris machte er 1838 dieses Foto auf dem alle Passanten auf der Straße nicht zu sehen sind, weil die Belichtungszeit ganze zehn Minuten dauerte und in dieser Zeit keiner lang genug stillstand, um fotografiert zu werden, bis auf diesen hier, der sich in dieser Zeit zufällig seine Schuhe putzen ließ. Somit wurde er zum ersten fotografierten Menschen der Welt. Die Qualität der fotografischen Verfahren wurde im 19. Jahrhundert immer weiter verbessert und so wurde einige Jahre später die erste dauerhafte Farbaufnahme mittels des Dreifarbenverfahrens gemacht, das James Clerk Maxwell 1861 entdeckte. Auf dem Bild ist zwar nur ein einfaches Band mit einer Schleife zu sehen, aber es ist das erste volle Farbfoto der Welt. Maxwell machte drei Fotografien, jeweils mit einem roten, einem blauen und einem grünen Farbfilter vor der Linse. Nach der Entwicklung wurden die drei unterschiedlichen Fotos übereinander projiziert und zusammen ergaben sie ein vollfarbiges Foto. Das war der Beweis, dass Farbfotografie damals zwar bereits technisch möglich war, allerdings war es mit immensen Kosten verbunden, und man brauchte dafür auch einen sehr spezielles Knowhow, um überhaupt so ein Foto herstellen zu können. Aber es legte mehr oder weniger den Grundstein für alle darauffolgenden Entwicklungen in der Farbfotografie. 1878 fotografierte Eadweard Muybridge, mithilfe von mehreren Kameras, Tiere in Bewegung und drehte mit seiner Serienfotografie, quasi die ersten Filme der Welt, indem er seine Einzelfotos aneinander reihte und nacheinander abspielte. Im folgenden Jahr erfand er das Zoopraxiscope, um seine Reihenfotografien auch in Bewegung präsentieren zu können, was in etwa dem Grundprinzip des heutigen Kinofilms und des Filmprojektors entspricht. Damit erbrachte er unter anderem auch den sichtbaren Beweis, dass ein Pferd während des Galopps, für kurze Momente, mit allen vier Beinen gleichzeitig vom Boden abhebt. 1891 erfindet Thomas Alva Edison den Kinetograph, vom Grundprinzip dem Vorläufer der heutigen Filmkamera und das Kinetoscope mit dem die aufgenommenen Filme anschließend projiziert und wiedergegeben wurden. In seinem Filmstudio drehte er bis zum Ende über 1200 Filme, was ihn mehr oder weniger auch zum Begründer der heutigen Filmindustrie machte. 1895 produzierte er den ersten per Hand eingefärbten Farbfilm der Welt, bei dem sich die Kleidungsfarbe der Tänzerin Annabelle über die Zeit hinweg verändert. Edison realisierte auch einige größere Filmprojekte, darunter "Der große Eisenbahnraub" von 1903, der als erster Westernspielfilm der Filmgeschichte gilt. Der französische Filmpionier Georges Méliès experimentierte zur selben Zeit ebenfalls mit handkolorierten Filmen und heuerte 21 Frauen an, um seinen Film, Bild für Bild, händisch mit Farbe auszumalen und der Film "Die Reise zum Mond" aus dem Jahr 1902 war komplett handkoloriert und verwendete bereits auch eine ganze Reihe an revolutionären Spezialeffekten. 1904 patentierten die Gebrüder Lumière das erste kommerzielle Verfahren der Farbfotografie und nannten es das Autochromverfahren. Sie brachten dünne Scheiben aus getrockneter und eingefärbter Kartoffelstärke auf eine mit Kleber bestrichene Glasplatte auf, um das Farbfoto zu machen. In der Filmwelt wurde dann ein durch Farbfilter aufgenommener Schwarz-Weiß-Film wieder durch entsprechende Farbfilter projiziert, die jeweils vor der Kamera und vor dem Projektor angebracht waren. Mit Hilfe von chemischen und physikalischen Verfahren wurde es somit möglich, Farben darzustellen. 1916 kam dann mit der Erfindung des Technicolor-Verfahrens der Durchbruch. Ursprünglich basiert auch diese Technik auf der additiven Farbmischung, aber an Stelle von getrockneter Kartoffelstärke wurden Kamerafilter und ein Doppelprisma verwendet. Zuerst war es nur ein System aus zwei Farben, bei dem zwei Bilder jeweils durch einen roten und einen grünen Filter projiziert wurden. "The Gulf between" war der erste Farbfilm, der 1917 mit dem Technicolor-Verfahren produziert wurde. Im selben Jahr brachte Kodak das erste subtraktive Verfahren mit dem Namen Kodachrome auf den Markt, das sehr viel effizienter und qualitativ hochwertiger war als die bisherigen additiven Verfahren. Auch Technicolor wechselte bald darauf zum subtraktiven Verfahren. 1922 veröffentlichte Technicolor den ersten Film "The Toll of the Sea", der mit diesem Verfahren produziert wurde. Man sieht die hohen Anteile an Rot und Grün hier. In den folgenden Jahren wurden die Verfahren weiter verbessert und es wurde möglich dem Film auch Filmmusik und Ton hinzuzufügen. 1928 wurde der erste Farbfilm "The Viking" veröffentlicht, der eine eigene Tonspur mit einer Filmmusik und Soundeffekten hatte. Auch hier sieht man wieder die starken Anteile von Rot und Grün. 1932 brachte Technicolor die erste Filmkamera auf den Markt, die mit nur einem Filmstreifen, anstatt wie bisher mit drei unterschiedlichen Filmstreifen auskam, und mit einem Doppelprismablock und verschiedenen Filmemulsionen arbeitete, die auf unterschiedliche Wellenlängen des Lichts reagierten. Walt Disney benutzte dieses Verfahren 1932 als erster für den Film "Flowers and Trees", der für damalige Verhältnisse eine Sensation war, und mit dem er auch den ersten Oscar für animierte Kurzfilme gewann. Während der 30er Jahre produzierte er seine darauffolgende Zeichentrickserie "Silly Symphony" ebenfalls mit diesem Verfahren und dessen Weiterentwicklungen. Und wie Ihr euch vorstellen könnt, war Hollywood ziemlich aus dem Häuschen, in Anbetracht der neuen Möglichkeiten endlich Farbfilme produzieren zu können, speziell in Bezug auf animierte Zeichentrickfilme. In den folgenden Jahren produzierte Walt Disney noch die Filme "Schneewittchen" und "Fantasia" mit dieser Technik. Technicolor wurde dadurch bis in die frühen 50er Jahre zum meistgenutzten Verfahren in Hollywood und war bekannt für seine üppigen, bunten und satten Farben, wie zum Beispiel hier, in "Die Abenteuer des Robin Hood" und "Der Zauberer von Oz". Aber obwohl Farbfilme immer beliebter und technisch möglich wurden, blieb der Schwarz-Weiß-Film dennoch lange Zeit an erster Stelle, was alleine auf die immens hohen Kosten für die Ausrüstung, das Filmmaterial und die Entwicklung von Farbfilm zurückzuführen ist. Erst als das Fernsehen in den frühen 50er Jahren zu einem Massenphänomen wurde, setzte sich auch in der Filmindustrie der Farbfilm als Standard für die Filmproduktion durch.

Grundlagen der Video-Farbkorrektur

Sehen Sie, worauf Sie achten müssen, wenn Sie Farbe im Film korrigieren oder stimmungsvolle Looks gestalten.

2 Std. 21 min (18 Videos)
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Anonym
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