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Grundlagen der Fotografie: Filter

Experimenteller Filtereinsatz – statisch zu dynamisch

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Mit diesen Bildern will Uwe Statz zu ungewohnt kreativen Bildern auffordern. Gerade mit Hilfe von ND-Filtern erreichen Sie die nötigen Belichtungszeitverlängerungen, die erst den Spielraum zum Austoben eröffnen.
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Transkript

Mit den nächsten Bildern möchte ich Sie einfach mal ermutigen, dass Sie die Kamera und Filter mal so einsetzen wie man es vielleicht gar nicht machen soll. Also, wie wir es nicht gewohnt sind. Wir sind ja geschult sozusagen, dass wir die Kamera statisch halten damit wir scharfe Bilder machen können. Scharf kann jeder. Die Anfangsbilder sind so, dass die Kamera stark in Bewegung ist. Sie wird gerüttelt, geschüttelt. Sie wird geführt sozusagen, während der Belichtungszeit. Wenn das am Tag ist, habe ich quasi keine Möglichkeit länger lang zu belichten. Die brauche ich aber, um diese Effekte die ich gleich zeige, darstellen zu wollen. Also brauche ich einen ND-Filter, um gefühlt zwischen einer halben Sekunde und einer Sekunde, vielleicht so ungefähr. Ich sage jetzt mal so eine Richtschnur, um solche Bilder zu machen. Hier, das Bild das wir sehen, ist im Wald fotografiert, die Sonne, dadurch also, dass nur Bäume die Linien ergeben. Die Kamera ist nicht horizontal geführt sondern vertikal, also tut diese Linie sozusagen unterstützen und durch diese lange Belichtungszeit kommen diese Effekte zustande, die sehr charmant aussehen können, sehr emotional wirken. Es ist wirklich die Reduktion auf die Bewegung, auf Linien. Wenn ich das nächste Bild angucke, hier auch, die Kamera wird auch von oben nach unten geführt Es ist ein komplett anderes Licht vorhanden, aber die Kamera ist vielleicht auch ein bisschen seitlich sozusagen, dadurch dass ich sie vielleicht nicht ganz so exakt gehalten habe, oder bisschen seitlich bewusst geführt habe. kann ich solche Bilder machen. Da kann jetzt der eine oder andere kommen: Das ist doch alles Zufall. Stimmt oder stimmt auch nicht, weil, wenn man so anfängt, ist es vielleicht am Anfang Zufall, das mag sein. Wenn wir zufrieden sind, wenn man denn so eine Aufnahme machen will, dass man sie hinbekommt. Je öfter man das macht, da bin ich felsenfest davon überzeugt, dass man diesen Zufallsgenerator irgendwann ausschalten kann, und man nähert sich dem Angleichen, es wird nicht deckungsgleich sein, weil dafür sind viel zu viele Faktoren im Spiel. Es geht mir auch gar nicht darum, dass ich ein Bild reproduzieren möchte. Es ist einzigartig und wenn es toll ist, dann ist es super toll, wenn man ein einzigartiges Bild gemacht hat. Wenn ich jetzt z.B. diese Kulisse sehe. Die Kulisse ist für mich jetzt erst mal nichts sagend, aber bei dieser Art der Fotografie kann das nichts Sagende schon wieder einen Reiz haben. Je nachdem, wie lange ich belichte, und was ich mit dieser Kamera mache, es ist genau die gleiche Kulisse, die Kamera ist geführt anhand von den Elementen, Bäume, ganz klar von oben nach unten ist meine Bewegung, werden Linien entstehen, aber auch da hinten diese Säulen an diesem Haus, an diesem Gebäude werden verlängert werden und genau damit kann ich spielen. Dadurch entsteht was, das erinnert viel viel viel mehr an ein Gemälde. Hier genau dieselbe Kulisse und es erinnert viel mehr an ein Gemälde finde ich, an eine Pinselführung. Ich bin kein Maler, absolut nicht, aber daran würde es mich erinnern. Hier genauso: Das Bild sieht jetzt erst mal aus wie Kraut und Rüben, völlige Unruhe, ist sehr dilettantisch fotografiert, aber was will ich überhaupt ausdrücken? Es kann das sein, es ist deckungsgleich, ist dieselbe Atmosphäre, eine untergehende Sonne produziert warmes Licht, dieses warme Licht ist an diesen Bäumen sichtbar und der blaue Himmel und diese Farben, das passt schon mal per se super gut zusammen. Und dann kommt es auf mein Zutun an, was ich da mache. Hier ist die Belichtungszeit etwas kürzer, auch nicht so lange geführt, also die Bewegung, die ich ausführe, ist vielleicht bloß angedeutet, viel kürzer und dadurch wirkt das wie ein Pinselstrich, wie eine Schraffur eher. Auch das nächste Motiv, das ist jetzt quasi Kurzzeit fotografiert. Ich hatte die Idee, das Riesenrad hat sich bewegt, irgendwas muss ich mit der Bewegung einfangen. Wenn ich mich dazu auch noch bewege, können Effekte entstehen. Das ist eine relativ kurze Zeit, vielleicht von der 1/4 Sekunde oder noch kürzer, dabei ist mir aufgefallen, wenn ich die Kamera nicht gut führe, habe ich ein Problem mit diesen Linien, die da entstehen. Dann ist mir aufgefallen: "Du bist doch Brillenträger". Die Kamera, es war diese hier, hat eine gummierte Augenmuschel, und da habe ich einfach diese Augenmuschel auf meine Brille gepresst und durch das Pressen fixieren können und dann habe ich die Zeit verlängert, um solche Aufnahmen zu machen, weil die Linien sehen ja fast so aus, als wenn die Kamera irgendwo auf dem Stativ steht, wo man nur diese eine Ebene bewegen kann. Das ist einfach nur auf die Brille gepresst und gedreht. Der Optiker wird es mir danken, weil wenn da Kratzer drin sind, brauche ich eine neue Brille, aber es war ja Gummi drauf. Aber dadurch entsteht ein Eindruck von einem Objekt, was ich tatsächlich vor Ort nicht gesehen habe sozusagen. Ich sehe da ein Auge. Also allein die Tatsache, dass ich da ein Auge sehe, was man da auch immer sieht. Die Geschichte verändert sich von dem Bild. Die Geschichte fängt jetzt an zu leben und das ist eine ganz andere Geschichte. Hier habe ich die Kamera hochkant genommen, und habe versucht dieses Wort Riesenrad, weil das kann man jetzt hier noch lesen, bei der ersten Aufnahme ja zu sehen, da steht: Dampf-Riesenrad von 1892. Wir haben dieses Riesenrad hier drin und ich kann sogar dieses Wort noch lesen, und habe die Kamera um diese Achse gedreht. Die Mitte war auf dem Riesenrad und das obere Riesenrad dreht sich ja tatsächlich und die anderen Bewegungen, da stehen auch noch Menschen davor, die kann man schemenhaft erahnen. Da ist überall diese kreisrunde Bewegung drin und dadurch, durch diese lange Belichtungszeit und dem ND-Filter, das sind Schraubfilter, die ich davor geschraubt habe, kommt dieser Effekt zustande. Finde ich total verrückt, was man alles mit machen kann, sehr experimentell. Hier soll etwas statisches im Vordergrund stehen und der Rest soll durch die Menschen, die da durch das Bild wandern, die Hektik darstellen von unserem Zeitgeist, eventuell, auch wiederum nur "die Belichtungszeit". Die Belichtungszeit ist hier der Schlüssel zum Bild. Dadurch, dass die Zeit sehr lange ist, kann der Mensch fast ausgelöscht werden. Er ist noch schemenhaft zu erkennen, finde ich ganz wichtig. Wenn ich jetzt statt einer 3/4 Minute eine Dreiviertelstunde belichten würde, wäre der Mensch komplett weg. Jedenfalls da, wo er in Bewegung ist. Weil er in dieser Zeit zu wenig stehen bleibt oder faktisch vorhanden ist, in der Belichtungszeit, nicht nur als Geist, sondern komplett eliminiert. Hier war es die Urlaubsbebilderung sozusagen. ich nehme immer alles zum Anlass, um Sachen auszuprobieren. Hier ging es darum, um vielleicht mehr Ruhe reinzubringen und vielleicht sollte das ein Cover werden vom einem Buch, ist keins geworden, ist aber trotzdem ein Bild, was mehr Ruhe ausstrahlt. Dadurch, dass ich im Verlauf sozusagen der harte Kontrast, der überhalb des Meereshorizontes ist, die Kamera kriegt den nicht in den Griff, sozusagen, und hier kann ich das in Griff kriegen durch den Hartverlaufsfilter und den Wolkenzug und das Meer kann ich eliminieren durch den ND-Filter der Stärke 3.6 in dem Fall und der federt das Ganze ab, so dass das total soft wirkt. Hier ist Unruhe, hier ist die Ruhe drin. Irgendwann stand ich in Frankreich, vor Jahren an einem Bach und habe auch für das Buch oder überhaupt für Workshops Filteraufnahmen gemacht, und fange da an, sozusagen, will diese Szene in den Griff kriegen, habe aber irgendwann gedacht, das ist mir viel zu langweilig die Szene in den Griff zu bekommen, dass das Wasser einfach nur durch fließt, und dann habe ich gedacht, das müsste man doch auch anders hinbekommen. Wenn ich da jetzt noch drin sitze, an der richtigen Stelle, könnte das auf jeden Fall ein Hingucker sein. Und habe die Belichtungszeit so eingestellt auf die Szene, durch den ND-Filter, das war hier ziemlich kompliziert. Ich habe ein 0.9 soft von links eingeschoben, 0.6 hard von rechts sozusagen, dass einmal das Wasser in den Griff zu bekommen war. Wenn wir das hier sehen, das Wasser und auf der linken Seite das helle Grün in den Griff zu bekommen. Um das Ganze abzufedern, noch ein 1.5 ND-Filter, der darf nicht zu lange sein, weil das Problem in dem Bild bin ich mit meiner Bewegung. Ich habe lange gesucht, bis ich da irgendeinen Punkt fand, wo ich überhaupt diese Statik hatte. Ich musste dahin wandern, um nicht in das Wasser reinzufallen, das war alles glitschig, eine lange Vorlaufszeit vom Timer, und dadurch habe ich gemerkt, bei vielleicht sieben bis zehn Sekunden kann ich es schaffen, wenn es länger ist, fange ich an zu wackeln und dann bin ich quasi unscharf im Bild und das tut dem Bild nicht unbedingt gut. Da habe ich es jetzt noch mal farbreduziert, dass nur das Rot durchkommt, um dem Ganzen noch einen Effekt zu verpassen. Das nächste Bild ist auch was, was Sie gerne mal ausprobieren sollten, einfach den ND-Filter für die Langzeitbelichtung einzusetzen. Hier ist es gepaart mit dem Blitz. Da steht die Puppe, es sollen die Wolken ziehen, und meine Idee ist, dass mit Menschen dann auch umzusetzen. Hier jetzt mit der Puppe, dass die Puppe noch mal ein anderes Licht bekommt und das hat sie bekommen, in dem ich einen Blitz in die Hand nehme und nah an die Puppe dran gehe und ständig auf die Puppe einblitze. Da habe ich bestimmt 15 mal draufgeblitzt, um der noch mal Licht zu verpassen. Weil was macht dieser starke ND-Filter? der schwächt das komplette Licht was vorhanden ist, dadurch muss ich eine lange Belichtungszeit wählen, um den Wolkenzug zu garantieren, ob überhaupt das ausgewogen zu belichten. Aber der ND-Filter schwächt logischerweise auch dem Blitz. Deshalb muss ich ganz oft blitzen, mit voller Power sozusagen, damit da überhaupt Licht auf der Puppe hängen bleibt. Deshalb muss ich ganz oft blitzen. Und dann wenn man das natürlich so hinbekommt, da ist man mit der Studioanlage viel besser und schneller zu Gange. Da kann man sehr effektvolle Bilder aufnehmen, das ist was was Sie einfach mal ausprobieren sollten, weil es unheimlich viel Spaß bringt.

Grundlagen der Fotografie: Filter

Lernen Sie, dynamische und statische Motive mit Filtern abzubilden. ND- und Polfilter kommen zum Einsatz, um satte Farben, fließendes Wasser und ziehende Wolken festzuhalten.

3 Std. 43 min (39 Videos)
Filtertechnik für jeden leicht verständlich
Ralf N.
Super erklärt, praxisorientiert und vor allem sehr motivierend es selber einmal auszuprobieren. Kann das Video jedem empfehlen.
 

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